Warum mag der IPCC keine Geologen?

Ulrich Schödlbauer auf Achgut am 7. November 2019:

Die apokalyptischen Reiter der Klimapolitik (Teil 4)

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Ein zu Prognosezwecken erstelltes Klimamodell, das nach Insider-Auskunft immer dann falsche Prognosen liefert, wenn man es an bereits eingetretenen Zuständen testet, ist entweder untauglich oder unausgereift. Ein auf „zweifelsfreien“ Daten basierendes Klimamodell, das bei jedem signifikanten Datenschub – etwa der in den späten neunziger Jahren einsetzenden „Erwärmungspause“ – nachjustiert und mit Zusatzhypothesen aufgeputzt werden muss, von denen vorher nirgends die Rede war, wirft berechtigte Zweifel an der Grundhypothese auf. Ein in mehreren Varianten, zwischen denen keine rational begründbare Wahl möglich ist, vorliegendes Modell nährt den Verdacht, in wesentlichen Momenten unter- oder überdeterminiert (oder beides) zu sein, sprich: auf unzureichenden Daten und/oder willkürlichen Annahmen zu beruhen. Das festzustellen, ist ganz normal und sollte keine Zweifel am Geisteszustand der „Skeptiker“ befeuern.

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Man liest Aufzeichnungen aus einem sich rasch drehenden Familienkarussell, dem die Opern-Karriere der Mutter den Stempel aufdrückt. Häufiger Wechsel der Wohnorte, damit einhergehende Verkümmerung der Außenbeziehungen, ein privates Schein-Idyll, das jäh umschlägt, als Greta abrupt das Essen verweigert und die Familie, allen voran die Mutter, radikal in den Bann der Töchter – erst der einen, dann der anderen – und zum Gang durch das schwedische Gesundheits- und Erziehungssystem zwingt. Da wurde, kann man annehmen, die Luft zum Atmen knapp und der Kampf gegen das allenthalben „ausgestoßene“ CO2 zum einigenden Band der gutsituierten, fest im Normensystem der schwedischen Gesellschaft verankerten Kleinfamilie.

„Klimafeminismus“ als Verdrängungsangebot …? Könnte sein. Die Klimawissenschaft avanciert zum Player des Vertrauens, der das gesellschaftliche Spiel nicht mitspielt (wie sagte Greta vor der UN: „kristallklare“ Wahrheiten liefert). Wer so denkt und spricht, kann – befreundete Klimawissenschaftler hin oder her – keine Innensicht auf den Wissenschaftsbetrieb haben. Er weiß buchstäblich nicht, worüber er redet. Woher auch? Die Wissenschaft erscheint als die große „weiße“ Vaterfigur im Hintergrund, die es im Leben nicht geben darf, und Mutter wie Tochter betteln: Nimm uns an die Hand!

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Es gibt eine Art von Wissenschaftspräsenz in der Gesellschaft, die darauf beruht, dass eine Menge ihr verpflichteter oder unter ihrem Bann stehender Menschen die wissenschaftliche Arbeitsweise nicht wirklich begreifen. Dafür steht der Ausdruck „Glauben-zu-wissen“. Exakt diese Formel prangt an einer der pathetischsten Stellen von Gretas Familien-Buch: „Wir glauben, dass wir wissen, was die Krise mit sich bringt. Und alle gehen davon aus, dass alle Bescheid wissen.“ Besser kann man’s nicht ausdrücken. Wenn die Klima-Experten – darunter die eigene Tochter – sich unterhalten, dann sitzt die Mutter still dabei, sie will sich nicht durch Unkenntnis blamieren. Dennoch weiß natürlich auch sie, und das unbedingt. Mutter und Tochter haben unisono das Fliegen, das Über-fliegen des Globus (und seiner Natur) schlechterdings zum Symbol des Bösen erklärt – der verbotenen Lebensart.

Die Vielfliegerei, ein Privileg der eigenen Klasse (und eine der Ursachen familiärer „Dekomposition“), wurde radikal durchgestrichen. Stattdessen fährt der Vater mit der jüngeren Tochter im Elektromobil nach London zum Popkonzert. Da prangt ein Riss im Familienbewusstsein, verursacht durch eine nicht bewältigte Lebensweise, an der man dennoch mit allen Fasern hängt, und Klein-Greta, die Flugverweigerin und Diva-Konkurrentin der Mutter, stochert darin herum.

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Das latente, hier und da offen aufbrechende Verlangen der „befreiten“ Gesellschaft nach Autorität lässt den autoritativen Gestus der Wissenschaft ins Autoritäre entgleiten – zunächst in der Gesellschaft, aber natürlich auch in der Wissenschaft selbst. Dieser Rückschlag droht, sollte ihm nicht Einhalt geboten werden, die Quellen des Wissens selbst zu verstopfen, die nie so rein sprudelten, wie Greta den UN-Granden einzuschärfen versuchte.

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Das klarste Kennzeichen der Arkanwissenschaft besteht darin, dass sie zwischen Adepten und Meistern unterscheidet. Nur letztere verfügen über den Zugang zu den letzten Geheimnissen des Wissens: den überaus kostbaren Denkmaschinen, ihrer Software und den Entscheidungen, die in jede Klimamodellierung einfließen, um der Welt als untrügliche Wahrheit vorgesetzt zu werden, auf dass sie daran … ersticke? … genese? Die breite Klasse der Adepten hingegen – was weiß sie schon? „Wir, die wir uns mit Klimaforschung auseinandersetzen, sind Klimaforscher.“ Auf dieser Basis ist auch Greta Klimaforscherin: eine Adeptin, der man gestattet, einige Grade zu überspringen, weil die Außenwirkung so groß zu werden verspricht, selbst wenn dabei nicht mehr herauskommen sollte als ein paar Fotos mit den Mächtigen und Halbmächtigen dieser Welt und Aufzeichnungen von Auftritten, über die man in ein paar Jahren den Kopf schütteln wird.

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„Tiefer Forschen“ zu Gast: Über Klimawandel, Temperaturmessungen, CO2-Steuer – Talk im Goldfischglas

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Geologe Roger Higgs (via RG) bemängelt das fehlende Mitwirken von Geologen bei den IPCC-Berichten

Intergovernmental Panel On Climate Change (IPCC) next report (AR6, due 2022) − Again No Geologists?!

My Technical Note 2018-2 exposed the astonishing lack of geologists, the very scientists most qualified to speak on climate change, among the 838 (sic) authors of the Fifth Assessment Report (AR5, 2013-14) of the United Nations’ IPCC. IPCC’s next report, AR6, supposedly “will update our knowledge on climate change, its impacts and risks, and possible

response options, and play an important role in implementing the Paris Agreement” said IPCC Chair Hoesung Lee. The selected “author teams, drawn from the hundreds of excellent nominations the IPCC was fortunate to receive, provide us with the necessary expertise across a range of disciplines to conduct the assessment” … but in truth … … the author statistics (below) show that the “necessary expertise” is lacking, as geologists are again excluded (with the arguable exception of one specialist in recent paleolimnology & glacial geomorphology), so the collective authorship is incompetent for its stated mission of reviewing the literature to assess climate change.

By omitting geologists, IPCC focuses on just the last 150 years since reliable global thermometer records began (c. 1850). But Earth is 30 million (sic) times older, 4.5 billion years! Thus IPCC has “expertise” in a mere 30-millionth of Earth history. IPCC therefore neglects copious geological & archaeological evidence that sea level (barometer of global temperature, via ocean-water expansion & polar ice melt) undergoes a rapid (<100yrs) & large (1-3 metres) oscillation every 300-2000 yrs (superimposed on larger [10s metres] longer-term oscillations caused by orbital variations), driven not by CO2 but by ‘Grand Maxima’ of solar-magnetic output, warming Earth by the Svensmark effect, causing Antarctic ice-rim collapse events (my Technical Notes 2019-15, 17, 19). AR6 author statistics: Working Group I (WGI), ‘The Physical Science Basis’, 232 authors, including meteorologists, oceanographers, climate scientists, glaciologists, physicists, geographers and computer modellers, but no geologists (or 1?).

WGII, ‘Impacts, Adaptation and Vulnerability’, 323 authors, no geologists. WGIII, Mitigation of Climate Change, 229 authors, no geologists. Grand total 784 authors, no geologists (or 1?). IPCC’s Lee again, in true UN egalitarian style: “Of the selected experts, 44% come from developing countries and countries with economies in transition, 53% are new to the IPCC process and 33% are women.” How lovely: no geologists (or 1?), but at least we have politically correct quotas of women, third worlders and youngsters! Worse: the 53% “new” people are doubtless nearly all younger than 50, i.e. indoctrinated through school and university with the ‘CO2 = pollutant’ fallacy. Be appalled that this biased, underskilled, political organization, judging the 1°C of warming since 1900 (not provably unprecedented) to be manmade despite profuse evidence of CO2’s innocence (Technical Note 2019-11), has unleashed multi-trillion-dollar expenditure destined to cripple the global economy and downgrade human living standards.