Waldbrand in Colorado – mitten im Winter

Wie Italien ohne Atomkraft auskommt
Die Antwort darauf lautet einem Artikel bei n-tv: eher nicht so gut.

“Unter den G7-Staaten, den sieben größten Industrienationen, ist Italien der einzige ohne eigene Atomkraftwerke. Bereits seit mehr als 30 Jahren produziert das Land keinen Atomstrom mehr. Das Abschalten der Reaktoren wurde 1987, anderthalb Jahre nach der Katastrophe von Tschernobyl, in einer Volksabstimmung beschlossen und bis 1990 umgesetzt. 2011 bestätigte ein weiteres Referendum das damalige Ergebnis.

Seitdem besteht Italiens Energieversorgung aus einem Mix aus Erdgas, Erdöl, Wasserkraft und anderen Erneuerbaren Energien. Zu einem Blackout, den Atomkraftbefürworter in Deutschland seit Jahren als drohendes Szenario an die Wand malen, kam es nur einmal. Das war am 28. September 2003, als um 03.37 Uhr im ganzen Land die Stromversorgung kollabierte. […]

Es geht also auch ohne AKWs, sagen Atomkraftgegner. „Ich würde mit einem ‚Jein‘ antworten“, antwortet dagegen Davide Tabarelli im Gespräch mit ntv.de auf eine entsprechende Frage. Er ist Professor im Fachbereich Bau-, Chemie-, Umwelt- und Werkstofftechnik an der Universität von Bologna, außerdem Kernkraft-Befürworter und Präsident von Nomisma Energia, einem Forschungsunternehmen im Bereich Energie und Umwelt. „Italien ist nie wirklich in die Kernkraft eingestiegen. Deswegen haben wir gelernt, ohne selbst produzierte Kernenergie auszukommen.“ 1986 habe es nur zwei funktionierende Reaktoren und einen sehr alten gegeben. Ein neuer war gerade im Bau.”

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Die Zeit interviewt den österreichisch-amerikanischen Klima-Ökonom Gernot Wagner zu Deutschlands Energiewende. Dabei geht es vor allem um die bekannten Kritikpunkte an der Kernenergie.

ZEIT ONLINE: Niemand möchte Atommüll in seiner Nachbarschaft. Ist das so unverständlich?

Wagner: Nein, das ist nur allzu menschlich. Dabei wissen viele Menschen aber gar nicht, um wie viel Atommüll es überhaupt geht. In den USA sind es beispielsweise 85.000 Tonnen. Das klingt nach viel, entspricht aber einem vollen Fußballfeld, zehn Meter hoch. Vergleichen Sie das mit den Dutzenden Milliarden Tonnen von Kohlendioxid, die erzeugt worden wären, wenn der Strom aus fossilen Brennstoffen gekommen wäre.”

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Die ungewisse Zukunft des schmelzenden Eises in der Arktis. Ein sogenannter Longread, bei dem es sich empfiehlt mit der Übersetzung des Browsers zu arbeiten, ist bei eos.org entschieden.

“A further complication to understanding Antarctic contributions to sea level rise is that melting ice sheets do not cause globally uniform changes. When melting ice flows into the ocean, it changes Earth’s gravitational field and rotational state, thus redistributing water in the ocean; in addition, the remaining ice exerts less pressure on the land below, causing the land to rise. This viscoelastic response of the solid Earth to ice loss, a process known as glacial isostatic adjustment, means that locations near a melting ice sheet experience less sea level rise than more distant locations, with deviations of up to 30% of the global mean.”

Die Autoren sehen noch erhebliches Forschungspotential, um die Prozesse noch besser zu verstehen, was sich nicht nach “Science is settled” anhört.

“To advance understanding of processes affecting ice melting and reduce the deep uncertainty in Antarctica’s contribution to past and future sea level change, SCAR, an international coordinating body for Antarctic science, launched the INSTANT program. The initiative is following a multidisciplinary Earth system approach combining studies of geology, geophysics, atmosphere and ocean sciences, and glaciology to investigate long-term to short-term interactions among the ocean, atmosphere, solid Earth, and AIS.

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Ein Bericht bei Reuters schätzt den Höhepunkt für den Ölbedarf für die Petrochemie in China auf das Jahr 2030. 780 Millionen Tonnen könnte der jährliche Verbrauch dann betragen.

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Der Soziologe Dieter Rucht im Gespräch mit dem Deutschlandfunk über die Klimabewegung und “friedlicher Sabotage”.

“Auch der Soziologe Dieter Rucht sieht bei der Teilen der Klimabewegung aktuell ein „Fenster offen in Richtung Radikalisierung“, mehr Druck und Drang. Er warnt Aktivisten allerdings vor gewaltsamer Eskalation. Das zentrale Mittel, um den Druck zu erhöhen, sei ziviler Ungehorsam, sagt der Experte für politischen Protest und soziale Bewegungen im Dlf. Er empfiehlt der Klimabewegung, sich mit zivilem Ungehorsam zu beschäftgen; „aber geht dabei überlegt, behutsam vor und achtet darauf, dass ihr nicht die Mehrheiten verliert, sondern dass die dabei bleiben und hinter euch stehen. Vielleicht nicht in der Aktion, aber zumindest in der Billigung, in der Befürwortung dieser Aktion“.

Ziviler Ungehorsam sei aber etwas anderes als Sabotage. Sabotage geschehe aus dem Schutz der Anonymität. Wohlverstandener ziviler Ungehorsam bedeute eine Regelverletzung unter der Bedingung strikter Gewaltfreiheit, etwa in Form einer Sitzblockade oder singenden Protests, Verzicht auf Eskalation, am besten nach Absolvieren eines „Gewaltfreiheitstrainings“. Nicht zuletzt setze ziviler Ungehorsam anders als Sabotage auch voraus, mit Gesicht und Namen zur Tat zu stehen.”

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Ist das noch ein Kommentar oder bereits ein Bewerbungsschreiben als Pressesprecher bei den Grünen? Wer die Zeilen von Georg Ehring beim Deutschlandfunk liest, der kann schon mal ins Grübeln kommen, warum der Journalist völlig unkritisch bekannte Positionen 1:1 übernimmt.
Mehr vom Gleichen soll es richten, Perioden mit wenig Wind und ohne Sonne werden gekonnt weggelächelt. Ehring plädiert für den Ausbau von Speichern. Offensichtlich ist er sich aber nicht über die Dimensionen im Klaren – sowohl bei den Möglichkeiten, den Rohstoffen als auch bei den Kosten.
Es hat nur noch das Tiefkühlhühnchen als Speicher gefehlt und dass das alles genau ausgerechnet ist. Wie weit kann man sich von einer warmen Redaktionsstube bloß von der Realität entfernen?
In jedem Fall weit weg von rudimentären Physikkenntnissen.

“Es ist gut, wenn die Ampel-Koalition jetzt ernst macht mit der Wende. Es geht vor allem darum, genehmigungsrechtliche Hindernisse zu beseitigen: Wir brauchen Erleichterungen für den Bau von Windrädern, weniger strenge Abstandsvorschriften zur Wohnbebauung und handhabbare Verfahren zur Berücksichtigung des Naturschutzes. Wir brauchen Solaranlagen auf möglichst vielen Dächern und die öffentliche Hand muss dabei Vorbild sein. Wir brauchen den Ausbau der Netze und Speicher, damit ungleichmäßig erzeugter Strom zuverlässig da ist, wenn er gebraucht wird. Wir brauchen eine Sanierungsoffensive bei der Wärmedämmung, damit weniger Energie verheizt werden muss. Wenn die Ampel-Koalition das Tempo erhöht, erübrigt sich auch der Bau vieler Gaskraftwerke, die als Brückentechnologie noch erforderlich sind.”

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Focus am 15.1.2022:

Die FOCUS-Kolumne von Jan Fleischhauer
Wenn uns selbst der WDR auf den Blackout einstimmt, muss die Lage wohl ernst sein

Die Regierung zeigt zu wenig Ambitionen? Keine andere Volkswirtschaft wagt es, sich von allen verlässlichen Energieträgern abzukoppeln. Selbst im grünen Milieu legen Vorausschauende schon mal Notvorräte an.

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BR24 am 31.12.2021:

Waldbrände zerstören Hunderte Häuser im US-Bundesstaat Colorado

Im US-Staat Colorado sind mitten im Winter mehrere Waldbrände ausgebrochen. Die Städte Louisville und Superior mussten geräumt werden. Betroffen waren etwa 34.000 Einwohner. 580 Gebäude fielen den Flammen bereits zum Opfer.

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Ecoreporter am 31.12.2021:

Siemens-Chef glaubt an digitale Lösungen gegen den Klimawandel

Roland Busch, Vorstandsvorsitzender des Münchener Technikkonzerns Siemens, rechnet damit, dass die Digitalisierung das Leben noch in diesem Jahrzehnt deutlich verändern wird. „Wir müssen im Jahr 2030 nicht mehr zu einem Amt gehen, um Ausweise auszustellen, die Verwaltung ist durchdigitalisiert“, sagte er der „Süddeutschen Zeitung“. Auch der Kampf gegen den Klimawandel soll durch digitale Lösungen deutlich vorangebracht werden.

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Trends der Zukunft:

Ob das wirkt? Französische Autowerbespots müssen Laufen und Radeln empfehlen

Wer in Frankreich ab 1. März für motorisierte Fahrzeuge wirbt, muss gleichzeitig umweltfreundliche alternative Fortbewegungsmittel empfehlen. Das gilt für jede Art von Werbemedium, ob Internet, TV, Kino, Printmedien oder Plakatwände. Der Gesetzgeber gibt dafür sogar konkrete Formulierungen vor, damit die Werbetreibenden sich nicht clever um die Botschaften herummogeln können. 

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Hinweis: Die nächste Klimaschau kommt am Sonntag, dem 23.1.2022.