Vorsicht: Die Klimaalarmisten missbrauchen Ihr Gefühl für eine natürliche Gauß-Verteilung

Von Uli Weber

Wir alle schätzen die mögliche Ausprägung von künftigen Ereignissen üblicherweise anhand der Summe unserer eigenen Beobachtungen in der Vergangenheit und der uns zugänglichen Informationen ab. Daraus bauen wir uns dann individuell und oft ganz unbewusst eine eigene Gaußsche Normalverteilung zusammen, in der die extremen Auswirkungen eines Ereignisses selten auftreten und meist mittlere Ausprägungen zu erwarten sind.

Dazu sagt Wikipedia:

Die Normal- oder Gauß-Verteilung (nach Carl Friedrich Gauß) ist in der Stochastik ein wichtiger Typ stetiger Wahrscheinlichkeitsverteilungen. Ihre Wahrscheinlichkeitsdichtefunktion wird auch Gauß-Funktion, Gaußsche Normalverteilung, Gaußsche Verteilungskurve, Gauß-Kurve, Gaußsche Glockenkurve, Gaußsche Glockenfunktion, Gauß-Glocke oder schlicht Glockenkurve genannt.“

Eine solche Normalverteilung ist nachstehend abgebildet:

Abbildung: Dichtefunktion einer normalverteilten Zufallsvariable. Quelle Wikipedia, Urheber Stefan Pohl, Lizenz CC0

Auf der (horizontalen) X-Achse wird die Eigenschaft aufgetragen und auf der (vertikalen) Y-Achse die (normierte) Häufigkeit. Nehmen wir hier als passendes Beispiel mal die Temperatur im Winter kurz vor Sonnenaufgang. Die Schwankungsbreite läge dann zwischen den Extremwerten -4°C und +4°C und die höchste Eintrittswahrscheinlichkeit läge um +/-0°C, während beide Extrema äußert selten wären. Und nun stellen Sie Sich einmal vor, Ihre Erfahrungswerte seien örtlich begrenzt und Sie erhielten ständig Informationen darüber, dass es in weiten Teilen dieser Welt inzwischen viel zu warm geworden ist, also:

Und diese Auflistung ließe sich beliebig verlängern…

Was passiert durch einen solchen einseitigen „Dauerbeschuss“ mit Ihrer ganz persönlichen „gefühlten“ Normalverteilung? – Sie verschiebt sich vollautomatisch in Richtung „Klimaerwärmung“ wie die nachstehende Abbildung zeigt:

Abbildung: Temperatur Juli 2006. Quelle: Institut für Physik und Meteorologie (IPM) der Universität Hohenheim (UHOH)

Das Klima wurde einstmals von der Weltorganisation für Meteorologie (WMO) als der statistische Durchschnitt von 30 Jahren Wetter definiert. Im weltweiten Wettergeschehen finden auch immer irgendwo auf der Welt gerade irgendwelche Wetterextreme statt. Solche Extreme finden sich dann, realistisch betrachtet, auf der jeweiligen Gauß-Verteilung des örtlichen Wetters an beiden Seiten der Glockenkurve mit geringer Eintrittswahrscheinlichkeit wieder. Wenn jetzt allerdings in den Medien immer nur fokussiert von weltweiten Hitzeextremen die Rede ist, dann wird diese einseitige mediale Häufung die Gauß-Verteilung Ihrer Informationsbasis in Richtung Klimaalarm verzerren.

Stellen Sie Sich einfach einmal die grünen Bereiche in der obigen Abbildung als Ihre Erfahrungswerte und die roten als externe Informationen vor. Und dann verlängern Sie mal aufgrund der oben aufgezeigten Informationsfokussierung auf Hitzeereignisse die roten Häufigkeitsbalken rechts vom Maximum zugunsten höherer Temperaturen, wie das bereits in der rechten Glockenkurve angedeutet ist. Mit der medialen Dauerbeschallung auf allen Kanälen verschiebt sich nämlich Ihre intern „gefühlte“ Normalverteilung aus eigenen Beobachtungen und fremden Informationen vollautomatisch in die medial bevorzugte Richtung zu höheren Temperaturen hin – und liefert Ihnen damit das intuitive Gefühl einer hohen Eintrittswahrscheinlichkeit für eine vorgeblich menschengemachte Klimakatastrophe.

Also bleiben Sie immer schön cool – und lassen Sie Sich das Wetter nicht als Klima verkaufen!

PS: Sie können diese Erkenntnisse selbstverständlich auch auf Medienberichte über andere Bereiche des täglichen Lebens anwenden.

Titelfoto des Beitrags: U. Weber