Von ganz besonderen Greifvögeln, Katzen und Fledermäusen

Ob Claudia Kemfert, das, was sie so bei Twitter postet, auch wirklich begriffen hat?

(Abbildung: Screenshot Twitter)

Sie beruft sich dabei auf einen Artikel der Deutschen Welle vom 15.12.2021. Immer wenn etwas Faktensammlung oder Faktencheck heißt, dann sollte man immer sehr hellhörig werden. Über den Unterschied von Garten- und Singvögeln zu Greifvögeln haben wir hier schon öfter geschrieben. Einige, so wie Claudia Kemfert, haben ihn nicht verstanden. Der Autor des DW Artikels aber leider auch nicht und so setzt sich die Kette der intellektuellen Fehlleistungen fort.

Nun gut mag man denken, es gab ja auch schon andere Fälle, bei denen es bei Frau Kemfert ebenfalls haperte. Wir denken nur an ihre Berechnungen der Energiewende, wo einige Milliarden vergessen wurden, wie ihr einige Kollegen attestierten. Natürlich gibt es zahlreiche Umweltschutzorganisationen, die das Problem der Dezimierung von Greifvögeln durch Windkraftanlagen beschreiben. Sie führen selber Studien durch, denen sicherlich mehr Glauben geschenkt werden kann als Auftragsarbeiten der Windkraftindustrie. Auch darüber haben wir bereits berichtet. Der Nabu beurteilte seinerzeit eine Studie eines Schweizer Ingenieurbüros so:

„Bei näherer Betrachtung entpuppen sich diese Studien schnell als interessengeleitete Lobby-Papiere. Hier werden selektiv ausgewählte Fakten aus nicht vergleichbaren Quellen in irreführender Weise vermengt. So schafft es der Autor beispielsweise, einen deutschlandweit leicht zurückgehenden Rotmilanbestand in einen dramatischen Bestandsanstieg umzudeuten.“

Der Nabu stellte das überdiese bereits 2016 schon sehr klar:

Die Windenergielobby leugnet die Artenschutzproblematik.

Es bleibt dabei, wer allen Ernstes den Tod von Garten- und Singvögeln durch Landwirtschaft, Katzen, Fensterscheiben und Autos mit getöteten Greifvögeln vergleicht und damit nichts anderes macht als Leugnung, der hat einiges nicht verstanden bei dem Thema. Das Umlasten auf andere Todesursachen kommt spätestens bei Seevögeln an seine Grenzen. In 2019 gab es einen Artikel bei Jason Enfield über das Seevögelsterben auf der Isle of Man in der Irischen See. Enfield macht die Windkraftanlagen dafür verantwortlich, weil das die einzige gravierende Änderung der Umweltbedingungen war. Einer Gegend, die mit Offshore-Windkraft stark belastet ist. Katzen, Autos und Fensterscheiben taugen hier nur schlecht als Argument.

Die Ampel in Deutschland steht vor einer schwierigen Aufgabe. Ganz besonders die Grünen, die jahrelang auf Europaebene für mehr Umweltschutz gekämpft haben. Dazu gehört auch mehr Artenschutz. Und genau dieses mühsam erkämpfte Resultat wollen die gleichen Grünen nun gern verklappen, wie der Globalisierungsgegner und Staatssekretär im Wirtschaftsministerium Sven Giegold unlängst erklärte. Da ist schon wie eine Neuauflage des Klassikers von Dr. Jeckyll and Mr. Hyde. Sogar Umweltverbände, die sonst die Windkraft bejubeln, sahen sich genötigt, sich von Giegolds Plänen zu distanzieren.

Die Frage ist, wie denn nun das Thema Fledermäuse und Windkraftanlagen zu der Problematik des Umlastens passt. Es würde nicht wundern, wenn die Argumentation wie folgt lautet: Katzen und Autos treiben die Fledermäuse mittels großer Glasscheiben und Traktoren gegen die Windkraftanlagen. Dort verenden die Tiere dann.

Klingt schlüssig, oder? Nein, natürlich nicht und genau aus diesem Grund hört man so wenig von Aktivisten wie Kemfert darüber. Wie gut, dass man hier auf die Wissenschaft hören kann. Dr. Christian Voigt vom Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung in Berlin gab dem MDR kürzlich ein Interview. Seine Beschreibung des Zielkonflikts ist eindeutig. Katzen, Autos und Fensterscheiben haben hier ausgedient als Argument.

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Lobbyisten der Windkraftindustrie sind Teil des Parlaments. Ein Beispiel ist Johan Saathoff, wie man bei Achgut lesen kann.

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Mit grün und nachhaltig kann man gute Geschäfte machen. Aber nicht immer steckt in den Produkten auch drin, was auf der Verpackung steht. Die Tagesschau berichtet über Mogelpackungen bei Finanzprodukten. Noch besser sind Anlagebetrüger, die Geld für niemals existierende Solaranlagen eingesammelt haben wie rnf.de berichtete.

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Die fieberhafte Suche nach Speichern geht weiter. Könnte man Energie in Form von Schwefel speichern? Ein Artikel des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt erklärt es.

“Schwefel lässt sich als Brennstoff für Gas- und Dampfturbinen in Kraftwerken nutzen. Zudem ist Schwefel ein vielversprechender Energiespeicher für solarthermische Kraftwerke. Eine Verbindung dieser beiden Kraftwerkstechnologien ist ein weiterer Schritt zur klimaneutralen Stromproduktion.

Schwefel ist aufgrund seiner hohen Energiedichte ein vielversprechendes Speichermedium für solarthermische Kraftwerke. Seine Energiedichte ist 30-mal höher als die von Salzschmelze, die in heutigen solarthermischen Kraftwerken Sonnenenergie als Hochtemperaturwärme aufnimmt, transportiert und speichert. Als Pulver oder in flüssiger Form lässt sich Schwefel leicht transportieren und über lange Zeiträume lagern.

Aufgrund der begrenzten geologischen Vorkommen und sinkender Fördermengen von fossilen Brennstoffen wird es zukünftig wirtschaftlicher, den Schwefel nachhaltig in Kreislaufprozesse einzubinden. In solchen Kreisläufen lässt sich der Schwefel als neuer Brennstoff wieder zurückgewinnen. Wie im Projekt PEGASUS gezeigt, kann diese Rückgewinnung mit Hilfe erneuerbarer Energien erfolgen.”

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General Electric berichtet, dass es für die Region Ontario zusammen mit Hitachi den Auftrag zum Bau einer neuen Generation von kleinen Kernreaktoren erhalten hat.

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Mehr und mehr geraten wertvolle Ackerflächen ins Visier von Solarfirmen. Wie schon mehrfach erwähnt, verlagert Deutschland bei der Umwidmung von Ackerland zu Solarflächen das Problem lediglich ins Ausland. Wir haben rechnerisch jetzt schon nicht genügend Ackerland, um uns zu ernähren. Der Grund dafür ist, dass bereits heute große Flächen für Energiepflanzen gebraucht werden. Die Hochschule für Technik und Wirtschaft in Dresden untersucht, ob Landwirtschaft und Photovoltaik nebeneinander existieren können. Eine Lösung: Vertikal aufgestellte Anlagen.

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Das Versagen der Behörden beim Ahrtal-Hochwasser wird immer deutlicher. Als die ersten Politiker nur mit den Schultern zuckten (“Klimawandel, kannste nix bei machen”) starben bereits Menschen, ohne dass Meldeketten funktionierten. Der Focus listet das Versagen auf.

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Warum folgen andere Länder nicht der deutschen Energiewende? Diese Frage werden sich mit Sicherheit viele Politiker hier bei uns stellen. Die Antwort ist recht einfach, das Ausland hält die deutsche Politik für die dümmste Energiepolitik der Welt, jedenfalls wenn man Blackout News liest.

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Als Pharisäer bezeichnet man in Norddeutschland einen Kaffee, der mit etwas Alkohol (meist Rum) angereichert wird. Obendrauf kommt Sahne. Aber nicht nur, weil es gut schmeckt, der Alkohol riecht nicht mehr. Die Bezeichnung soll zurückgehen auf einen Pastor, der seine Gemeinde vom Alkohol abhalten wollte. Er wunderte sich über den Kaffeekonsum und die Schlagsahne auf dem Kaffee und schimpfte danach auf die Gemeinde sie wären Pharisäer. Der Begriff geht auf die Bibel zurück.

Als Pharisäer kann man aber auch Politiker wie die Schweizer Umweltministerin Sommaruga bezeichnen. Sie ließ ihre neu erworbene Immobilie aufwendig sanieren, vergaß allerdings den Energieteil. Zwar ließ sie Solarpanels auf dem Dach anbringen, geheizt wird fossil wie insideparadeplatz.ch berichtet.

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Oft haben wir ihn kritisiert, aber hier wollen wir ihn auch mal loben: ZDF-Meteorologe Özden Terli. Der erklärt den Besuchern der ZDF-Webseite die Tornados in den USA. Und er schafft es dabei sogar fast ohne das Wort Klimakrise auszukommen. Zunächst einmal erklärt er als eine Ursache das Wetterphänomen La Niña. Das hat mit dem sich wandelnden Klima wenig zu tun, es ist ein natürliches Phänomen. Dann folgt die nächste Sensation: Der Jetstream hat sich verstärkt! Haben wir nicht gerade gelernt, dass er sich abschwächt? Oder meinte das nur den Teil, der nach Europa weiterströmt? Wie kann Terli hier seinem Freund Stefan Rahmstorf derartig in den Rücken fallen?

Bekommt er nun auch die Wut von Rahmstorf zu spüren, der ja im November den FAZ Autoren Andreas Frey wegen der Majestätsbeleidigung scharf angegangen ist. Frey hatte sich erlaubt, den Kenntnisstand des IPCC zu berichten, dieser stützt die Rahmstorf These des sich abschwächenden Jetstreams nicht. Wir berichteten. Egal, ganz am Ende musste die Klimakrise dann doch noch mal eingebaut werden. Schwamm drüber.

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Bundestagsabgeordneter ist ein Full-Time-Job. Nicht umsonst haben Abgeordnete Mitarbeiter und dennoch einen vollen Terminkalender. Sie leisten Ausschuss-Arbeit und am Ende wollen ja auch die Wähler im eigenen Wahlkreis bedacht werden. Eigentlich ist es schwer vorstellbar, dass man neben diesem Amt noch das Amt eines Ministers ausübt. Annalena Baerbock wird laut es Nordkurier trotzdem versuchen. Wer weiß, vielleicht hat sie ja einen Plan (“das ist alles genau ausgerechnet”) wie man den Tag, der ja eigentlich nur 24 Stunden hat, verlängern kann.