Virologen und Mediziner fürchten in der Corona-Krise um ihre Meinungsfreiheit. Und wie sieht es mit Klimatologen in der Klima-Krise aus?

Viele schwören auf Elektromobilität – Feuerwehrleute eher nicht. Denn die Brandhelfer wissen, dass sich Akkubrände praktisch nicht löschen lassen. So geschehen in Peine als 6 Streetscooter in Brand gerieten. In diesem Fall half es nur die Fahrzeuge in Löschcontainer voller Wasser zu stecken. Ohne die VW Werksfeuerwehr wäre es nicht gegangen.

Der britische Dokumentarfilm-Darsteller Richard Hammond  (The Grand Tour) entging 2017 nur knapp dem Tod, als sein Elektro-Rennwagen (Rimac Concept One) bei einem Bergrennen einen Unfall hatte und das Fahrzeug danach noch tagelang immer wieder anfing zu brennen, Zelle für Zelle der Batterien.

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Das neue Gutachten der Umweltweisen der Bundesregierung strotzt vor Ungereimtheiten. Das meint Daniel Wetzel in der WELT. Über die Gepflogenheiten unliebsame Stimmen aus dem Rat entweder gar nicht zuzulassen und solche Stimmen dann durch Nichtnominierung zu bestrafen haben wir hier schon berichtet. Wetzel kritisiert vor allem die politische Agenda des Rates. Mitglied des Rats ist übrigens auch die Aktivistin Professor Claudia Kemfert, die sich, wie schon einmal ausgeführt, mal eben um einige Hundert Milliarden Euro bei den Kosten der Energiewende verrechnet hatte – eine echte Expertin. Der Ökonom Professor Weimann widmet ihr und ihrem Expertenwissen ein eignes Video.

„Auch erhöhen die hier federführenden Forscher, darunter Claudia Kemfert vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung und Wolfgang Lucht von der Humboldt-Uni und dem Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung, den Zeitdruck für klimapolitische Erfolge erheblich, ohne freilich darzulegen, wie die Bundesregierung dem gerecht werden kann.“

Wissenschaft wird immer dann bemüht, wenn es zu eigenen Ziel passt. Der Rat widerspricht sich zudem, was beim Durchpeitschen der eigenen Agenda schnell mal passiert.

„Fragwürdig fällt auch das Urteil über die Technologie Carbon Capture and Storage (CCS) aus, also die Abscheidung und unterirdische Einlagerung von CO2, die etwa in Norwegen und Großbritannien vorbereitet wird. Hier stellt der Sachverständigenrat zwar zutreffend fest, dass bei der Technologie bislang „keine wesentlichen Mängel festgestellt wurden“.

Gleichwohl rät der Sachverständigenrat der Bundesregierung von dieser Technik ab – und zwar aufgrund von „Risiken“, die man gerade selbst noch verneint hatte.“

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Es gibt nur wenige Fachleute für alles. Deutschland darf sich glücklich schätzen mit Harald Lesch einen in seinen Reihen zu haben. Nun aber tritt Greta Thunberg in seine Fußstapfen. Der US Sender CNN berief die schwedische Aktivistin in ein Panel, das sich mit Corona beschäftigt. Die New York Post berichtet – Twitter bebt und deutsche Virologen und Epidemiologen fragen sich, warum sie eigentlich jahrelang studieren mussten, wenn es doch ausreicht, nicht zur Schule zu gehen, um ein Fachmann zu werden.

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Virologen sprechen aus, was vermutlich viele Klimaforscher insgeheim denken. WELT am 12. Mai 2020:

Virologen und Mediziner fürchten in der Corona-Krise um ihre Meinungsfreiheit

Laut einer Umfrage sehen viele Experten die freie Meinungsäußerung in der Wissenschaft in Gefahr. Zudem zeigt sich: Die Virologen haben begonnen, ihre Haltung zu den Maßnahmen der Bundesregierung zu ändern.

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Was passiert, wenn man Kritiker aus einem Forschungszweig systematisch ausschließt bzw. einfach keine Zeit da ist, um Resultate kritisch zu hinterfragen? Wieder gibt die Corona-Krise die Antwort: Wissenschaftliche Qualitätsmängel. Daniël Lakens am 11. Mai 2020 in Nature:

Pandemic researchers — recruit your own best critics

To guard against rushed and sloppy science, build pressure testing into your research.

As researchers rush to find the best ways to quell the COVID-19 crisis, they want to get results out ultra-fast. Preprints — public but unvetted studies — are getting lots of attention. But even their advocates are seeing a problem. To keep up the speed of research and reduce sloppiness, scientists must find ways to build criticism into the process.

Finding ways to prove ourselves wrong is a scientific ideal, but it is rarely scientific practice. Openness to critiques is nowhere near as widespread as researchers like to think. Scientists rarely implement procedures to receive and incorporate pushback. Most formal mechanisms are tied to the peer-review and publishing system. With preprints, the boldest peers will still criticize the work, but only after mistakes are made and, often, widely disseminated.

Weiterlesen in Nature

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WELT.de am 16.5.2020:

Hoffnung auf Durchbruch: „Das war ein Schwachpunkt des Virus, den wir angreifen konnten“

Weiterlesen auf welt.de

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Und nochmal COVID-19: Die Statistiken zu Corona-Infizierten und -Todesfällen sind leider nicht belastbar, da nicht alle Infizierten getestet wurden und Todesfälle schwer zuzuordnen sind. Aus diesem Grund ist es oft zielführender, die Gesamtheit aller Todesfälle zu betrachten und mit denen der Vorjahre zu vergleichen. Das Statistische Bundesamt hat auf seiner Webseite die Zahlen vorrätig. In rot das aktuelle Jahr 2020, in blau das Jahr 2017 und in grau das Jahr 2018. Online kann man auch das Jahr 2019 dazuwählen (hier nicht dargestellt). Der Durchschnitt 2016-2019 ist die gepunktete Linie.

In vielen anderen Ländern gibt es im Gegensatz zu Deutschland eine stark ausgeprägte Übersterblichkeit. Das Statistische Bundesamt hat die Links zu den entsprechenden nationalen Statistiken und Graphiken zusammengestellt:

Belgien, Frankreich, Großbritannien, Italien, Niederlande, Österreich, Schweden, Schweiz, Spanien, Norwegen, Tschechien