Victoriafälle: Klimaalarm vergrault Touristen in Zimbabwe

Im Dezember 2019 waren die versiegenden Victoriafälle eine der Säue, die durch das Klimadorf getrieben wurden. Auch der SPIEGEL berichtete und war hier im Blog Thema. Insbesondere die eigenartige Gegenüberstellung von Fotos der Victoriafälle in der Regen- und Trockenzeit. Nun berichtet die Sundaymail aus Zimbabwe über die Auswirkungen des Artikels, den auch der britische GUARDIAN gestreut hatte. Die beiden armen Länder Sambia und Zimbabwe sind auf Einnahmen aus dem Tourismus dringend angewiesen. Wegen der Alarm-Berichterstattung bleiben die Touristen aber nun aus, weil sie offenbar davon ausgehen, dass die Victoriafälle nur noch ein Rinnsal sind.

Der Artikel geht auch auf Tiefstände des Victoria Rivers in den Jahren zwischen 1914 – 1925 ein. Jeder, der reflexhaft die Attribution Klimawandel benutzt, sollte sich das bitte mal auf der Zunge zergehen lassen. Es werden aber auch die Hochwasser beschrieben, die seit 1958 etwa alle 10 Jahre vorkommen. Ebenfalls erwähnt wird der Raubbau an der Natur, wie der Verlust von Wäldern im Bereich des Flusses, um Holzkohle zu gewinnen. Nicht zuletzt ist aber eine vermeintlich umweltfreundliche Technologie ebenfalls ein Faktor: Die Gewinnung von Strom durch Wasserkraft. Auch das hat Auswirkungen auf die Pegelstände des Flusses. Es ist keineswegs alles in Ordnung im Süden von Afrika, nur Medien aus Europa machen es noch schlimmer.

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Spannend wie ein Schachspiel geht es momentan zu in Sachen Friday For Future (FFF) vs. Siemens. Wir berichteten kürzlich darüber, dass Siemens Chef Kaeser der FFF Aktivistin Luisa Neubauer einen Aufsichtsrat Posten in einer neuzuschaffenden Siemens Tochter angeboten hat, was diese aber ablehnte. Jetzt folgt der nächste Zug, nachdem Siemens am Wochenende erklärte, an dem Projekt von Lieferungen von Signalanlagen für die Güterzüge der Mine festzuhalten, die der indische Adani Konzern in Australien errichten möchte. Es wird Druck auf den Konzern ausgeübt und da die Waldbrände in Kürze durch vorhergesagte ergiebige Regenfälle vermutlich erlöschen werden, eilt die Zeit, denn sonst ist der Moment der starken Bilder verflogen. Daher wird jetzt zu Demos gegen Siemens aufgerufen durch Luisa Neubauer und auch Greta Thunberg richtet Appelle an Siemens. Hat die FFF Bewegung ihre Taktik geändert und greift sich jetzt Firmen heraus statt freitags zu demonstrieren?

Ab jetzt kein Siemens mehr. Auf Twitter erklären viele empörte Nutzer, die das nächste Haushaltsgerät nicht mehr von Siemens kaufen wollen. Ob die Empörten wirklich wissen, dass Bosch das komplette Geschäft mit Haushaltsgeräten bereits im Jahr 2015 von Siemens gekauft hat und nur noch den Namen Siemens benutzt? Hier wird gerade der falsche Baum angebellt. Da ist besonders bitter, weil es im Bosch-Konzern eine ganze Sparte mit E-Mobilität gibt, die sich mit Elektroantrieb, Speicher und Brennstoffzellen beschäftigt. Nein, hier benutzen wir nicht das aktuelle Unwort des Jahres, stattdessen das gute alte Wort Wahnsinn. Wer es kürzer mag: Irre. Wir warten gespannt auf die erste Meldung, dass Patienten, eine Untersuchung mit MRT (Magnetresonanztherapie) verweigern, weil Siemens dieses Gerät gebaut hat. Alles für das Klima.

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Vom unterschiedlichen Wert eines Tieres

Wir erinnern uns an die kürzliche Nominierung von Professor Quaschning zum Auweiha Award 2020 als er vorrechnete, wieviel Anteil Deutschland an den verbrannten Tieren in Australien hat, die im Zuge der dortigen katastrophalen Brände ums Leben kamen. Dafür gibt es jetzt die Einheit tTpU = Tote Tiere pro Umweltsau.

Diese Einheit wird der selbsternannte Experte mit Sicherheit brauchen, wenn in Kürze gewaltige Baumfällaktionen für die Gigafactory von Tesla in Brandenburg beginnen. Dort sollen 154 Hektar Wald gerodet werden, etliche Tiere werden die Heimat verlieren, möglicherweise umkommen, wenn Umsiedlungen und Vergrämungen nicht klappen. Die Maßnahmen haben offenbar begonnen ohne, dass die Genehmigungen bereits vorliegen. Fällungen nach Ende Februar sind wegen des Vogelbrutgeschäfts immer kritisch. Kurz vor der Vertragsunterzeichnung für die Fabrik hatte Quaschning noch geätzt, dass man hoffentlich keinen Rotmilan entdecken möge, der das Projekt noch gefährden könnte. Wir lernen, ein verbrannter Koala Bär eignet sich prima, um Menschen ein schlechtes Gewissen einzuflößen. Ein toter Greifvogel durch Windkraft stört hingegen nur. Es gibt also gute tote Tiere und schlechte tote Tiere, jedenfalls, wenn man den Ausführungen von Professor Quaschning glaubt.

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Die EU Kommission plant bis 2030 Ausgaben in Höhe von einer Billion Euro. Nach einem Bericht in der WELT soll reichlich Geld in den Green Deal fließen.

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Kommt bald das Ende der Klimaaktivistenkampagnen auf Wikipedia? Unter Decknamen verändern dort Aktivisten Artikel zum Klimawandel und wehren alle Versuche ab, unbequeme Fakten zu ergänzen bzw. Fehler zu korrigieren. Da kommt ein Vorstoß von Bundestagspräsident Schäuble vielleicht gerade recht. Tagesschau.de am 13.1.2020:

Klarnamenpflicht: Mit offenem Visier

„Ich bin für eine Klarnamenpflicht in den sozialen Netzwerken“, sagte Wolfgang Schäuble (CDU) der „Bild am Sonntag“. Er unterstütze die Bundesjustizministerin darin, mehr Transparenz in die digitale Welt zu bringen.

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Das würde aber auch bedeuten, dass Kritik am Klimaalarmismus bald Probleme bescheren könnte. Wer sich kritisch äußert, muss demnächst fürchten, von Klimaaktivisten persönlich diffamiert und bekämpft zu werden. Es gibt viele Berufe, wo dies riskant wäre. So würden kritische Stimmen in Zukunft noch mehr unterdrückt werden. Die Meinungsfreiheit wäre dann eingeschränkt. In einer idealen Welt sollte es natürlich möglich sein, seine Bedenken mit guten Argumenten öffentlich vortragen zu können. Solange jedoch einige Firmenchefs damit drohen, Klimaalarmkritiker zu entlassen, werden viele lieber die Klappe halten. An der Stelle waren wir in Deutschland ja schon mehrfach in den letzten 100 Jahren…

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Überraschendes im Standard am 10.1.2020:

Stadt der Extreme: Trockene Kanäle in Venedig

Nur zwei Monate nach dem Rekordhochwasser sind manche Kanäle ausgetrocknet

Venedig – Von einem Extrem zum anderen: Zwei Monaten nach der Flutwelle, die Schäden in Höhe von einer Milliarde Euro verursacht hat, ist Venedig jetzt mit ungewöhnlicher Trockenheit konfrontiert. Am Donnerstag lag der Wasserpegel durchschnittlich 50 Zentimeter unter dem Meeresspiegel.

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Gabor Steingart am 10.1.2020:

Wer die Umfragen der Meinungsforscher zu lesen versteht, der hört, wie das Volk aus ihnen spricht. Manchmal grummelt oder nuschelt es nur, im aktuellen ARD-Deutschlandtrend aber meldet es sich mit klarer und fester Stimme zu Wort:

Nur 27 Prozent der Deutschen empfinden den Klimaschutz als politische Priorität. 73 Prozent haben andere Sorgen. Außerhalb der grünen Wählerschaft (derzeit in Umfragen bei 23 Prozent) stößt der Alarmismus von Politikern („Klimanotstand“) und Wissenschaftlern („Ökozid“) auf Befremden. Das Volk will der Groko sagen: Lasst die Kirche im Dorf und die Tassen im Schrank.

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Pressemitteilung der Berliner Senatsverwaltung Umwelt, Verkehr und Klimaschutz vom 9.1.2020:

Belastung durch Stickstoffdioxid und Feinstaub hat sich 2019 merklich verringert

Die Luft in Berlin ist sauberer geworden. Im Jahr 2019 konnte ein merklicher Rückgang der Belastung durch Stickstoffdioxid (NO2) und Feinstaub (PM10) erreicht werden – besonders an Hauptverkehrsstraßen. An der Leipziger Straße sank die Belastung um 11 µg/m³, an der Silbersteinstraße und am Hardenbergplatz um 9 µg/m³. An sechs automatisch messenden Verkehrsstationen konnte der NO2-Grenzwert von 40 µg/m³ im Jahresmittel in 2019 eingehalten werden.

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