Versteckte Kamera

Welt.de am 9.2.2020 (kostenpflichtig):

Ex-Umweltsenator Vahrenholt: Warum dieser Mann das Ziel von null CO2-Emissionen als „sinnlos“ bezeichnet

Fritz Vahrenholt, ehemaliger Umweltsenator Hamburgs, wird heute als „Klimawandel-Leugner“ abgestempelt. Seinen letzten Job verlor er wegen seiner umstrittenen Thesen. Jetzt wehrt er sich. 

Von Badewetter ist an diesem grauen Vormittag nichts zu sehen, aber Fritz Vahrenholt kümmert das wenig. Er zeigt auf das Wasser und taucht geistig ab in das Jahr 1984, als er als junger Umweltstaatsrat ins Rathaus kam. Hepatitis und andere Krankheiten habe man sich damals in der Alster holen können, erzählt er. Und heute, 35 Jahre später? „Wir haben Badegewässerqualität“, sagt Vahrenholt. Mit viel Geld und hohem technischem Aufwand sei das gelungen, ergänzt er. Und dann setzt er zum großen Sprung an: „Und jetzt stehen hier freitags die jungen Leute und rufen: ,You are killing us‘. Ihr tötet uns!“

Was der 70-Jährige gut zwei Jahrzehnte nach seinem Rückzug aus dem Hamburger Senat, in dem er es bis zum Umweltsenator schaffte, da sagt, klingt wie der gekränkte Protest eines Vaters, dessen Kinder nicht genug Dankbarkeit zeigen dafür, was er ihnen Gutes getan hat. Auch wenn ein Abwassersystem und der Klimawandel, um den es sich freitags bei den Schülern dreht, eher wenig miteinander zu tun haben.

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Eifelon am 7.2.2020:

Klimawandel in Deutschland – Teil 2

Umland: Eigentlich ist es egal: Nach den Vorhersagen der Bild-Zeitung aus 2007 löscht sich genau in diesem Jahr die Menschheit selber „unter entsetzlichen Qualen“ aus, weil wir es nicht schaffen werden, bis Dezember den Treibhauseffekt zu stoppen; nur das, global gesehen, Mikroland Deutschland steigt aus der Kohlestromversorgung aus, während weltweit zig neue Kohlekraftwerke aus dem Boden gestampft werden, übrigens ebenso wie der fast CO2 frei produzierende Konkurrent, die Atomkraftwerke. Wir in Deutschland haben also umsonst unsere sichere und größtenteils autarke Stromversorgung geopfert. Wobei, egal, Sie wissen schon, bis spätestens Ende 2020 ist es dann soweit…wusste die Bild-Zeitung schon vor dreizehn Jahren.

Zumindest bis zum nächsten Sylvester sollen Sie fundiert beim Klimawandel mitreden, das eine oder andere „Aha“ oder „Ach so ist das“ Ihrer beeindruckten Zuhörer erhaschen können. Bereits in unserer letzten EIFELON-Ausgabe hat Sie der Geologe Dr. Sebastian Lüning neben dem Meeresspiegel von Nord- und Ostsee über die winterlichen Faktoren informiert, deren Änderungen auf einen Klimawandel in Deutschland weisen können: Schnee, Eis auf Nord- und Ostsee, Gletscher, Frost.

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Scheint die Sonne mehr oder weniger bei uns?
Die Meteorologen erfassen die Sonnenscheindauer anhand des Bewölkungsgrads: Je mehr Bewölkung, desto kürzer die Sonnenscheindauer. Der Deutsche Wetterdienst stellt die Sonnenscheindaten für Deutschland seit 1950 dar. Während der letzten 65 Jahre zeigt die Sonnenscheindauer einen wellenförmigen Verlauf mit kürzerem Sonnenschein von den späten 1970er bis in die späten 1980er Jahre. In den Jahrzehnten davor und danach schien die Sonne länger. Die längste Sonnenscheindauer wurde jetzt im 21. Jahrhundert mit durchschnittlich 200 Stunden mehr als in den 1980er Jahren erreicht. Vor 1950 war das Messnetz für die Sonnenscheindauer nicht dicht genug, um flächendeckend für Deutschland Werte berechnen zu können. Für die Zugspitze weiß man anhand von Einzelstationen, dass sich dort die jährliche Sonnenscheindauer um 400 Stunden im Verlauf der letzten 115 Jahren verlängert hat.

Warum sich die Sonnenscheindauer bzw. Bewölkung ändert, ist unklar. „Es erscheint plausibel, dass die langfristige Zunahme der Sonnenscheindauer bzw. der Rückgang der Bewölkung einen Beitrag zur beobachteten Klimaerwärmung in Deutschland während der letzten hundert Jahre gespielt haben muss. Festzustellen ist, dass sich die Zunahme der Bewölkung in den späten 1970er und 1980er Jahren während einer stark negativen Phase des Ozeanzyklus der Atlantischen Multidekaden Oszillation (AMO) sowie des außergewöhnlich schwachen Sonnenfleckenzyklus 20 ereignete“, sagt Lüning.

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Reporter von Correctiv.org haben Geheimagent gespielt und sich auf Klimatagungen mit versteckter Kamera an Kritiker des Klimaalarms herangewanzt. Allerdings mussten sie enttäuscht feststellen, dass es gar nichts zu enthüllen gab. Außer Spesen nichts gewesen. Peinliche Aktion. An wissenschaftlichen Inhalten der Kritiker waren die Möchtegern-Enthüllungsreporter schon gar nicht interessiert.

Unter anderem erschlichen sich die unkorrekten Correctiver das Vertrauen von Naomi Seibt, einer jungen Klimarealistin und Youtuberin. Die äußerte sich nun zum Vorfall:

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Es kam wie es kommen musste. Im Vorfeld des 6. IPCC-Berichts erstellte die PAGES2k-Paläoklimagruppe einen neuen Hockeystick. Allerdings fußt dieser auf sehr wackeligen Daten, wie wir bereits hier dargelegt haben. Das Paper hätte niemals veröffentlicht werden dürfen. Offenbar haben die Gutachter geschlampt.

Wie immer bei solchen konzertierten Aktionen kommt dann schnell der nächste Schritt und die gewünschte „Nachricht“ wird für die Bevölkerung weiter medial aufbereitet. Das ändert zwar nichts daran, dass die Grundlage der Information nicht solide ist, aber es hat einen ausgezeichneten Effekt. Kaum einer aus der Normalbevölkerung wird sich die Mühe machen, die wissenschaftlichen Fakten zu überprüfen. Ed Hawkins hat die PAGES2k-Daten genommen und ein Streifendiagramm erstellt:

Allerdings würde die Graphik eher so aussehen, wenn man die Mittelalterliche Wärmeperiode nicht bewusst plattgerechnet hätte: