Verabschiedung «Letztes Wetter» von Thomas Globig

James Lovelock verstarb kürzlich. The Telegraph schreibt über den früheren Klimaalarmisten, der später Realist wurde:

Farewell James Lovelock, the green icon who turned his back on modern environmentalism

We have lost a unique and truly independent mind. The father of the Gaia thesis grew to mistrust modish greenery

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Klaus Dethloff brachte bei Springer ein überraschendes Buch heraus:

Unberechenbares Klima: Ursachen und Unsicherheiten des Klimawandels

Die Veränderungen unseres Klimas sind allgegenwärtig spürbar, das allgemeine Verständnis der Prozesse dahinter aber mit Informationen überschwemmt und vielfach gefiltert. Es fehlt ein tieferer Blick, um Klarheit über die beteiligten Prozesse zu erhalten und nicht zuletzt eigene Handlungsräume zu erkennen. Dieses Buch präsentiert den ungeschminkten Stand des Wissens und Nichtwissens zu den komplexen Ursachen des Klimawandels auf der Basis von globalen Datensätzen und Modellsimulationen. Nicht erschrecken – Der Anspruch besteht darin zu vereinfachen, ohne zu verfälschen. Klimaänderungen werden nicht nur durch Strahlungsprozesse, sondern auch die nichtlineare Dynamik des Atmosphäre-Meereis-Ozeansystems bestimmt. Die Dynamik des Planeten befindet sich nur teilweise in unserer Hand, denn neben dem menschlichen Einfluss durch Treibhausgase und Aerosole generiert das Klimasystem seine eigene interne Variabilität. Die globale Reduktion des Ausstoßes schädlicher Treibhausgase ist eine unerlässliche Maßnahme in allen Strategien zur Bewältigung des Klimawandels. Aber bleibt dessen Begrenzung ein unerfüllter Wunsch? Ein Buch, das von einem international ausgewiesenem Experten in der Arktisforschung geschrieben wurde, und komplexe Sachverhalte unseres Klimasystems für jeden interessierten Leser – den Naturwissenschaftler und den Laien – aufschlüsselt. Und das mit dem klaren Ziel aufzuzeigen, dass der Klimawandel nicht aufgehalten, sondern maximal in dessen Auswirkung auf unsere Lebenswelt begrenzt werden kann. Der Autor Prof. em. Dr. Klaus Dethloff promovierte und habilitierte in theoretischer Physik an der Universität Rostock und der Humboldt-Universität Berlin zu Datenanalysen und Hierarchien von Klimamodellen. Er war wissenschaftlicher Leiter der Forschungssektion „Atmosphärische Zirkulation“ am Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung (AWI). Er hat an Expeditionen in die Arktis teilgenommen, initiierte und leitete von 2011-2016 das internationale MOSAiC Driftstationsprojekt und war von 2017-2020 dessen Koleiter. Er ist gewähltes Mitglied der Leibniz-Sozietät der Wissenschaften.

Buch. Softcover
Juli 2022
320 S. 98 Farbabbildungen, Bibliographien
Springer. ISBN 978-3-662-64899-5
Format (B x L): 15,5 x 23,5 cm
Gewicht: 566 g

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Notrickszone:

New Study: Wind, Solar Energy Now Killing 48% Of Priority Bird Species With ‘Population-Level Effects’

Of California’s 23 vulnerable bird species studied (barn owls, golden eagles, road runners, yellow-billed cuckoos…), scientists have found 11 are now experiencing at least a 20% decline in their population growth rates because wind turbines and solar panels are killing them and/or destroying their limited-range habitat.

California’s mild-winter Mediterranean climate is home to some of Earth’s rarest bird ecosystems.

But California is also where some of the most ardent supporters of “green” energy policies reside.

Disproportionately due to California’s activist-level insistence on converting their energy infrastructure from fossil-fuel-based to renewables-based, the US as a whole has facilitated a 300% to 9,400% increase in wind and solar energy generation, respectively, from 2009 to 2019. Nation-wide, the solar power industry alone is poised to detonate from a 0.4 GW energy capacity in 2009 to 75 GW by 2025.

Too few proponents of explosive wind and solar energy expansion are focused on the effect this unprecedented change has had on local ecosystems – especially vulnerable wildlife populations.

Weiterlesen bei Notrickszone

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Achgut:

Kein Endsieg über das Atom!

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Ed Hoskins:

The excess costs of European Weather-Dependent power generation 6/2022

This post estimates scale of the fiscal waste both in immediate capital costs and in the longer term resulting from the policy decision to install Weather-Dependent “Renewable” power generation in Europe. 

Hier lesen (etwas runter scrollen)

Vom selben Autor:

The 2021 European Wind Drought and Weather-Dependent power generation

2021 was a poor year for Wind power generation, the calm Weather extended widely across Europe.  As Wind power is entirely dependent on the vagaries of the Weather.  It can be expected that the poor Wind power performance of 2021 will be repeated in future years.

Hier lesen.

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Independent am 22.7.2022:

Half of Britons cutting back on food as they struggle to afford energy bills

ONS survey finds rising number of households struggling to pay for power

More people are struggling to pay their energy bills, new research shows, with half of UK adults cutting back on food as a result.

A new survey from the Office for National Statistics (ONS) revealed that 46 per cent of adults who pay energy bills are finding it very or somewhat difficult to afford them.

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Verabschiedung «Letztes Wetter» von Thomas Globig im MDR am 28.07.2022

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Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf:

Verbesserung der Effizienz bei der Rohstofferkundung in Europa

Aktuell importiert Europa die meisten Rohstoffe, die es für erneuerbare Energien und digitale Technologien benötigt. Und das, obwohl Europa über eigene wichtige Rohstoffvorkommen verfügt. Eine Steigerung der heimischen Produktion würde dazu beitragen, strategische und industrielle Wertschöpfungsketten zu sichern. Das neue Horizon Europe Projekt VECTOR, koordiniert vom Helmholtz-Institut Freiberg für Ressourcentechnologie (HIF) am HZDR, will die Akzeptanz und Effizienz der Erkundung in Europa durch die Entwicklung neuer Technologien und Explorationsmodelle verbessern und allen Beteiligten Leitlinien für eine nachhaltigere Metallbeschaffung an die Hand geben.

Hochmoderne Technologien, die z. B. in Elektroautos, Windturbinen und in der Hardware informationsverarbeitender Geräte stecken, sind für die grüne und digitale Wende von entscheidender Bedeutung – aber sie sind auch sehr rohstoffintensiv. Die EU importiert 80 % ihrer Industrierohstoffe, die für die Herstellung dieser Technologien erforderlich sind. Nur 1 % der für die Windenergie benötigten Rohstoffe und 2 % der 44 in der Robotik verwendeten Rohstoffe werden derzeit in der EU produziert. Diese Abhängigkeit von Nicht-EU-Ländern macht die industriellen und strategischen Versorgungsketten Europas sehr anfällig für Störungen. Um dies zu überwinden, muss Europa seine eigene Wertschöpfungskette verbessern.

Umweltfreundliche und minimalinvasive Explorationsmethoden sind erforderlich
Recycling und Wiederverwendung von Metallen nehmen zu, aber um Rohstoffe in die zirkuläre Wertschöpfungskette der Zukunft einzubringen, ist weiterhin Bergbau nötig. Ein Bericht der Europäischen Kommission über kritische Rohstoffe empfiehlt, den Abbau von Schlüsselrohstoffen in der EU zu verstärken. Dr. Richard Gloaguen, Projektkoordinator am HIF, erklärt: „Europa verfügt über ein beträchtliches Rohstoffpotenzial, aber die Entwicklung wird durch das Fehlen nachhaltiger, schonender Explorationsmethoden und durch den gesellschaftlichen Widerstand gegen Rohstoffprojekte eingeschränkt. Es besteht daher ein dringender Bedarf an umweltfreundlichen und minimalinvasiven Explorationsmethoden, um neue Lagerstätten zu identifizieren. Mit VECTOR werden wir neue Erkenntnisse über diese technischen und sozialen Hindernisse gewinnen, um das Rohstoffpotenzial Europas zu erschließen und die Widerstandsfähigkeit der EU-Rohstoffversorgungsketten zu verbessern.“

Integration eines stärker auf den Menschen ausgerichteten Ansatzes und Einbeziehung aller Beteiligten
Um die bekannten Hindernisse für die Rohstofferkundung und den Abbau zu überwinden, müssen alle betroffenen Parteien gehört und einbezogen werden. Deshalb besteht das übergeordnete Ziel von VECTOR darin, evidenzbasiertes und frei zugängliches Wissen bereitzustellen, das die wissenschaftlichen und sozialen Aspekte der Rohstofferkundung und des Bergbaus integriert. Um dies zu erreichen, werden drei Schwerpunkte untersucht:
1. Die Entwicklung eines geologischen Vorhersage-Toolkits, das auf weniger invasiven geologischen, geochemischen und geophysikalischen Messungen basiert: Dabei handelt es sich um einen völlig neuen Arbeitsablauf, der maschinelles Lernen nutzt. Diese Herangehensweise wird in drei europäischen Sedimentbecken validiert und weltweit übertragbar sein.
2. Eine Studie zur sozialen Akzeptanz, die erstmalig Parameter ermittelt, auf die sich die europäische Öffentlichkeit beruft, wenn sie über die Erschließung von Rohstoffen entscheidet. Das Ergebnis ist ein Index der sozialen Akzeptanz und ein neuer Wissensfundus, der die verschiedenen wertebasierten Perspektiven widerspiegelt.
3. Die Entwicklung eines integrierten Toolkits, bestehend aus einer verteilten, multimodalen, selbstlernenden und interaktiven Plattform. Dabei werden sowohl das geologische Explorationspotenzial als auch sozioökonomische Faktoren berücksichtigt, um zu einer Bewertung der Regionen zu gelangen, die sich besser für die Exploration und gegebenenfalls für den Abbau eignen.

Das HIF als Projektkoordinator wird sich auf den Aspekt der Datenintegration und des maschinellen Lernens konzentrieren, um innovative, quelloffene 3D-Modellierungsmethoden auf der Grundlage von Geologie, Geochemie und Geophysik zu entwickeln. „Mit den 3D-Modellen werden wir verbesserte Pläne zu Mineralvorkommen erstellen, um die Mineralisierungspfade genauer zu definieren. Und wir werden interaktive Karten mit den wichtigsten Parametern erstellen, die die soziale Akzeptanz beeinflussen. Darüber hinaus wird das HIF eine interaktive Plattform für die Visualisierung integrierter Geo- und Sozialdaten schaffen, um sowohl die Entscheidungsfindung als auch die Ausbildung von politischen Entscheidungsträgern, der Industrie und der Öffentlichkeit zu unterstützen. Die Ergebnisse werden über eine webbasierte Schnittstelle frei zugänglich sein, die die evidenzbasierte Entscheidungsfindung sowie die Rahmenklassifikation für Ressourcen der Vereinten Nationen und das Ressourcenmanagementsystem der Vereinten Nationen unterstützen soll“, skizziert Dr. Gloaguen die HIF-Forschungsarbeit.

Der Nutzen von VECTOR für die Gesellschaft in Europa
Das VECTOR-Projekt basiert auf der Prämisse, dass jedes nachhaltige menschliche Handeln eine Minimierung der ökologischen und sozialen Kosten einschließt und alle Beteiligten in die Entscheidungsprozesse einbezieht. Die Identifizierung von Möglichkeiten für die heimische Rohstoffversorgung würde dazu beitragen, strategische und industrielle Wertschöpfungsketten zu sichern. Es würde eine beträchtliche Anzahl qualifizierter, gut bezahlter Arbeitsplätze schaffen, die das Wirtschaftswachstum fördern, auch in ländlichen und weniger entwickelten Gebieten. Und der Rohstoffabbau entspräche den strengen Umwelt- und Sozialstandards der EU.

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Klimaschau der letzten Woche:

Heute um 13:00 Uhr kommt die neue Folge.