Tiefe Sonne, Zwerge und lange Schatten

Die Energiekosten in Deutschland haben sich in einem Jahr um 35% verteuert. Das Vergleichsprotal Verivox hat berechnet, dass Haushalte noch nie so viel für Energie bezahlen mussten. Dazu passt eine Meldung des Spiegels über die höchsten globalen Strompreise in Deutschland.

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Gut 6 Wochen nach der Bundestagswahl rechnet der Baden-Württembergische Grüne Ministerpräsident Kretschmann laut FAZ mit der Grünen Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock ab.

„Erstmal sind wir krachend gescheitert.“

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Die Zeiten, in denen arme Entwicklungsländer von den reichen Industriestaaten jährlich 100 Mrd. Dollar für Klimaschutz verlangten sind vorbei. Als neue Marke sind 1,3 Billionen Dollar im Jahr im Gespräch wie die Welt berichtete.

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Ist Norwegen zu einem dreckigen Land mutiert? Schaut man sich die offiziellen Zahlen an, dann liegt der Verdacht nah.

Natürlich hat das Land in 2020 nicht 59% seiner elektrischen Energie aus fossilen Brennstoffen gewonnen. Das Land, das seinen Strom überwiegend aus Wassserkraft gewinnt, verkauft Zertifikate an andere Länder. Dadurch wird das Bild allerdings deutlich verzerrt.

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In Österreich ermittelt laut orf.at der Staatsanwalt gegen Spitzenbeamte, die Umweltverträglichkeitsprüfungen auf Bestellung genehmigt haben. Zu den Projekten, die durchgewunken wurden, gehören auch Windkraftanlagen.

…Positive UVP-Bescheide gab es unter anderem für die Windparkanlagen Handalm, Pretul-Stuhleck und Stubalpe und für das geplante – und umstrittene – Pumpspeicherkraftwerk auf der Koralm. Ob diese und andere Projekte rechtens genehmigt wurden, wird Ziel der Ermittlungen sein. Strafrechtlich wiegen die Vorwürfe jedenfalls schwer: Wie Arnulf Rumpold, der Sprecher der Staatsanwaltschaft Graz, bestätigte, wird gegen die beiden Beamten der Abteilung 13 wegen Amtsmissbrauchs, Bestechung und Bestechlichkeit ermittelt.

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“Klimapolitik sollte sich auf die Superreichen konzentrieren.”

Meint die NGO Oxfam. Golem.de berichtet über deren Studie.

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Nach dem Wiesenhofreaktor von Annalena Baerbock kommt nun eine neue Erfindung: Rechenzentren als Speicher. Das ZDF berichtet darüber. Der Schlüssel sollen USV (Unterbrechungsfreie Stromversorgung) sein. Im Grunde sind es Batterien, die im Falle eines Stromausfalls dafür sorgen, dass Server und Rechner in Betrieb bleiben.
Die Gerätemögen es nicht, wenn sie unvermittelt vom Strom getrennt werden, Datenverluste können die Folge sein.

“Strom wird in Batterieanlagen gespeichert – fürs Stromnetz

Künftig sollen Rechenzentren auch Energiespeicher werden. „Erneuerbare Energien sind zwar die Energiequelle der Zukunft, aber sie schaffen zusätzliche Komplexität für das Netz“, erklärt Astrid Hennevogl-Kaufhausen vom Energiespezialisten Eaton Electrical.

„Betreiber von Rechenzentren haben die Chance, ihre USV-Anlagen zu nutzen“, so die Datenzentrums-Expertin. Erzeugen Windräder und Photovoltaik-Anlagen gerade mehr Strom als verbraucht wird, soll der in den großen Batterieanlagen der Rechenzentren zwischengespeichert werden.

Wird dann mehr Strom benötigt als gerade erzeugt wird, speisen die Rechenzentren aus ihren Batterieanlagen ein. So kommt den Rechenzentren für die Energiewende eine ganz neue Bedeutung zu. Sie können abertausende von Megawatt in ihren Backup-Systemen puffern und so für ein nachhaltiges und stabiles Stromnetz sorgen.”

Jetzt mal kurz nachgedacht: Solche Batterien werden immer in einem geladenen Zustand gehalten, ganz einfach, weil sich ein Stromausfall eben nicht lange vorher ankündigt und man Zeit hat die Batterien zu laden. Nach der Logik der Expertin warten die Batterien zukünftig darauf, geladen zu werden, wenn denn reichlich Wind oder Sonnenstrom vorhanden ist. Leere Batterien sind aber nicht geeignet im Falle eines Stromausfalls einzuspringen. Sinnvoll wäre es nur, wenn die Rechenzentren deutlich mehr Reserven in den Batterien hätten als sie eigentlich brauchen. Das aber wären zusätzliche Kosten, die letztlich die Nutzer der Rechenzentren bezahlen müssten.

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Der katholische Erzbischof Viganò (Turin) warnt laut Lifesite vor einer ökologischen Diktatur.

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Die CO2-neutrale Industriegesellschaft – Sieben Thesen für eine Energiewende mit Kernenergie. So lautet ein Aufsatz von Dr. Anna Veronika Wendland im Blog bpö.

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Die Deutsche Umwelthilfe DUH warnt laut der Welt die Grünen vor einem Mövenpick-Moment. Damit ist ein Gesetz gemeint, dass die Mehrwertsteuersätze in der Gastronomie, die auf Betreiben der FDP einst geändert wurden. Im Grunde ist es auch egal, ob sich die Grünen in Sachen Tempolimit durchsetzen, die DUH hat bereits erklärt, dass man das Tempolimit auf dem Klagewege durchsetzen werde.

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Bei T-Online kommentiert Ursula Weidenfeld das Verhalten der Grünen, bestimmte NGOs gegen die möglichen Koalitionspartner in Stellung zu bringen, weil man es selbst am Verhandlungstisch nicht geschafft hat.

“Zivilgesellschaftliche Organisationen wie Greenpeace, die Deutsche Umwelthilfe, Germanwatch oder der BUND wurden bisher allerdings in einem viel milderem Licht gesehen – weil sie sich nicht für das eigene Interesse, sondern für das Allgemeinwohl einsetzen. Ihre Aktivisten gelten als die „Guten“, während die herkömmlichen Verbandsvertreter der dunklen Seite der Macht zugerechnet werden.

Nach dem Brief der grünen Parteispitze an die Umweltverbände gerät diese Rollenverteilung gehörig ins Wanken. Denn die Umweltverbände sind in Berlin mittlerweile selbst zu sehr einflussreichen Lobbyisten geworden. Nicht nur dass sie die grünen Verhandler unter Druck setzen, weil sie in Sachen Klimaschutz unzufrieden mit dem Stand der Gespräche sind. Sie unterhalten große Büros mit Experten und Beratern, die Studien verfassen, Kampagnen organisieren, große Konferenzen abhalten. Sie stellen die Munition für den politischen Diskurs her.”

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Wenn die Sonne tief steht, werfen auch Zwerge lange Schatten. Deutschlands Nein zur Kernenergie schließen sich laut Tagesschau die EU-Schwergewichte Luxemburg, Dänemark, Portugal und Österreich an. Greenpeace sieht in dieser Allianz ein starkes Signal.