Tesla nimmt keine Bitcoin mehr

Wenn es nicht so traurig wäre…. Die Co-Vorsitzende der SPD denkt allen Ernstes, das Heizen mit Pellets ist klimaneutral.

+++

Nach einem Hackerangriff auf den Betreiber der größten Benzinpipeline in den USA kommt es dort zu Benzin-Engpässen und Hamsterkäufen. Weiterlesen in der Tagesschau.

+++

Elon Musk erklärt auf Twitter, dass Tesla nun keine Zahlungen beim Kauf von Tesla-Autos mehr per Bitcoin annehmen möchte. Der Energieverbrauch bei der Erzeugung und dem Handel mit Bitcoins sei zu hoch. Der Tesla-Chef twitterte noch ein Bild dazu. Es stammt von der Universität Cambridge, die den Stromverbrauch für Bitcoins berechnet. Dieser Verbrauch explodiert gerade.

(Abbildung: Screenshot https://cbeci.org)

+++

GEOMAR-Pressemitteilung vom 30.3.2021:

In der Tiefsee ist die letzte Eiszeit noch nicht vorbei

Gashydratvorkommen im Schwarzen Meer reagieren auf postglaziale Klimaänderungen

Bei der Untersuchung von Gashydratvorkommen im westlichen Schwarzen Meer machte ein Team von Forschenden vom Kieler GEOMAR und dem Bremer MARUM überraschende Entdeckungen. Entgegen bisheriger Erkenntnisse und Theorien fanden die Wissenschaftler*innen freies Methangas in Schichten, wo diese eigentlich nicht auftauchen dürften. In der jetzt in der internationalen Fachzeitschrift Earth and Planetary Science Letters veröffentlichten Studie schließen sie, dass sich das Gashydratsystem im Tiefseefächer der Donau durch die Klimaänderungen seit dem letzten glazialen Maximums weiterhin verändert.

Gemeinsame Pressmitteilung des GEOMAR Helmholtz-Zentrums für Ozeanforschung Kiel und MARUM – Zentrum für Marine Umweltwissenschaften der Universität Bremen

Gashydrate sind eine feste Verbindung aus Gasen und Wasser, die bei niedrigen Temperaturen und hohen Drücken eisähnlich aussehen. Verbindungen aus Methan und Wasser, sogenannte Methanhydrate, finden sich insbesondere an vielen Ozeanrändern – auch im Schwarzen Meer. Neben einer möglichen Nutzung als Energieträger werden Methanhydratvorkommen auf ihre Stabilität hin untersucht, da sie sich bei Temperaturveränderungen auflösen können. Neben Freisetzungen von Methan kann dies auch Auswirkungen auf die untermeerische Hangstabilität haben.

Während einer sechswöchigen Expedition mit dem deutschen Forschungsschiff METEOR im Herbst 2017 untersuchte ein Team des Bremer MARUM und des GEOMAR ein Methanhydratvorkommen im Tiefseefächer der Donau im westlichen Schwarzen Meer. Auf der Fahrt im Rahmen des gemeinsam von BMWi und BMBF finanzierten Verbundvorhabens SUGAR III „Submarine Gashydratressourcen“ wurden die Gashydratvorkommen mit dem mobilen Meeresboden-Bohrgerät MARUM-MeBo200 erbohrt. Analyseergebnisse, die jetzt in der internationalen Fachzeitschrift Earth and Planetary Science Letters publiziert wurden, ergaben für die Wissenschaftler*innen neue Erkenntnisse zur Veränderung der Stabilität von Gashydraten.

„Anhand von Daten aus früheren Expeditionen hatten wir zwei Arbeitsgebiete ausgewählt, in denen zum einen Methanhydrat und freies Methangas in den oberen 50 bis 150 Metern der Hydratstabilitätszone koexistieren und zum anderen eine Hangrutschung und Gasaustritte direkt am Rand der Gashydratstabilität gefunden wurden“, erläutert Prof. Dr. Gerhard Bohrmann, Fahrtleiter der Expedition vom MARUM und Ko-Autor der Studie. „Dafür haben wir unser Bohrgerät MARUM-MeBo200 eingesetzt und mit einer maximal erreichten Tiefe von knapp 145 Metern alle bisherigen Tiefenrekorde gebrochen.“

Neben der Gewinnung von Proben konnten die Wissenschaftler*innen auch erstmals detaillierte in situ Temperaturmessungen bis zur Basis der Gashydratstabilität unter dem Meeresboden durchführen. Bisher wurde diese Basis mit Hilfe seismischer Methoden bestimmt, aus denen der sogenannte „Boden-simulierende Reflektor“ (BSR) als Indikator für diese Basis gewonnen wurde. „Unsere Arbeit hat jetzt aber zum ersten Mal bewiesen, dass die Herangehensweise über den BSR für das Schwarze Meer nicht funktioniert“, erläutert Dr. Michael Riedel vom GEOMAR, Erstautor der Studie. „Aus unserer Sicht hat sich die Gas-Hydrat-Stabilitätsgrenze schon an die wärmeren Bedingungen im Untergrund angenähert, aber das freie Methangas, das immer an dieser Unterkante zu finden ist, hat es bisher nicht geschafft mit aufzusteigen“, so Riedel weiter. Die Gründe dafür lägen in der geringen Permeabilität der Sedimente, das heißt das Methangas „klebe“ dort unten noch fest und könne aus eigener Kraft nur sehr, sehr langsam aufsteigen, so der Kieler Wissenschaftler.

„Unsere neuen Analysen der seismischen Daten haben aber auch gezeigt, dass an einigen wenigen Stellen das Methangas den BSR durchbrechen kann. Dort etabliert sich gerade ein neuer BSR über dem ‚alten‘ Reflektor. Das ist neu und wurde so noch nie vorher gesehen“, sagt Dr. Matthias Haeckel, Koautor der Studie vom GEOMAR. „Wir interpretieren das so, dass an diesen Stellen das Gas aufsteigen kann, da hier Störungen im Meeresboden den Gasfluss begünstigen“, so Haeckel weiter.

„Zusammenfassend haben wir in dieser Region eine sehr dynamische Situation vorgefunden, die auch offenbar etwas mit der Entwicklung des Schwarzen Meeres seit der letzten Eiszeit zu tun hat“, so Michael Riedel. Nach dem letzten glazialen Maximum (LGM) ist der Meeresspiegel gestiegen (Druckzunahme), und als dann der globale Meeresspiegel über den Schwellenwert des Bosporus gestiegen ist, konnte salziges Wasser aus dem Mittelmeer einfließen. Davor war das Schwarze Meer im Prinzip ein Süßwassersee. Zusätzlich hat die Erderwärmung seit dem LGM dazu geführt, dass auch die Temperatur des Bodenwassers im Schwarzen Meer angestiegen ist. Die Kombination dieser drei Faktoren – Salzgehalt, Druck und Temperatur – hatte drastische Auswirkungen auf die Methanhydrate, die sich nämlich durch diese Effekte zersetzen. Die aktuelle Studie zeige beispielhaft die komplexen Rückkopplungen und Zeitskalen, die Klimaveränderungen in der marinen Umwelt induzieren und eigne sich daher gut, die zu erwartenden Folgen der heutigen rasanteren Erderwärmung abzuschätzen – vor allem auf die arktischen Gashydratvorkommen.

Fahrtleiter Gerhard Bohrmann resümiert: „Am Ende des SUGAR-3 Programmes hat uns die Bohrkampagne mit MeBo200 im Schwarzen Meer noch einmal sehr deutlich vor Augen geführt, wie schnell sich die Methanhydratstabilität in den Ablagerungen des Ozeans mit Umweltschwankungen ebenfalls ändern.“

+++

Offener Brief von Franz-Josef Reischmann, Pressesprecher Deutsche Schutz-Gemeinschaft-Schall für Mensch und Tier:

Freitag, 7. Mai 2021

Liebe Politiker,

Ihr habt die Energiewende vergurkt. Ihr meint, in einem Anfall von Größenwahn und Inkompetenz, gegen die Gesetze der Physik und der Ökonomie verstoßen zu können, ohne dabei erwischt zu werden. Ihr meint, dass man den Wählern nur genug Angst vor einem nahen Weltuntergang eintrommeln muss, dann zahlt der kleine Mann willig seine mühsam verdienten Kröten auf die Konten der Umwelt-Investitionsmillionäre ein, und ein guter Teil des grünen Ablasshandels bleibt beim Finanzminister hängen. Daher rührt ein Teil Eurer Begeisterung für den Klimaschutz. Der andere Teil ist die Abwesenheit des Verstehens energetischer Zusammenhänge.

Am Anfang sah es auch so aus, als würde es klappen. Die Begeisterung der Medien war groß, die Öffentlichkeit glaubte, es ginge um die Weltrettung durch Deutschland. Doch erst mal musste eine „Anschubfinanzierung“ für die Weltrettung her. Die EEG-Umlage (EEG-Steuer wolltet Ihr es aus Rücksichtnahme auf die Wähler nicht nennen) betrug im Jahr 2000 genau 0,16 Cent pro Kilowattstunde. Im Jahr 2018 betrug sie 6,88 Cent. Das ist eine Steigerung von 3.600 Prozent. Zwischen 2000 und 2019 bezahlten Stromkunden und Steuerzahler 300 Milliarden Euro EEG-Kosten als Anschubfinanzierung. Nun ja, das Geld war ja nicht weg. Es floss im Wesentlichen an die Investoren von Windkraft- und Solaranlagen sowie deren Geschäftspartner. So wurden aus Journalisten, Wissenschaftlern, ja sogar Bauern und ganzen Gemeinden „Geschäftspartner“ eines aufstrebenden Umwelt-Industriellen-Komplexes.

Spitzenpachten für Windkraftstandorte

Wo in Deutschland erwirtschaften Grundbesitzer das meiste Geld pro Quadratmeter? In den Toplagen der großen Städte? Nein, in der norddeutschen Tiefebene. Dort, wo der Wind kräftig und häufig weht, lassen sich Spitzenpachten für Windkraftanlagen erzielen: bis zu 100.000 Euro pro Windrad und Jahr. In schlechten Lagen sind es „nur“ 25.000 Euro pro Jahr und Windrad. Da kann ein Bauer schon mal getrost das Bauern aufgeben und sein Land lieber an Windmüller vermieten. So gehen geschätzte 1,5 Milliarden Euro pro Jahr allein an Pacht für Windanlagenstandorte über den Tisch. Bezahlt von den Steuerzahlern und Stromkunden.

Doch halt, die EEG-Umlage macht ja „nur“ 23 Prozent des Strompreises aus.
Der setzt sich darüberhinaus zusammen aus: 24 % Netzentgelte, 6 % Konzessionsabgabe, 3 % Offshore, Abla KWK, §19 NEV, 7 % Stromsteuer, 16 % Umsatzsteuer… „Halt, da sieht ja keiner mehr durch“ rufen Sie, lieber Leser? Genau, das ist ja der Sinn der Übung. Nur so viel sei noch erwähnt: Die verachteten gierigen Stromkonzerne bekommen für Stromerzeugung und Vertrieb ganze 21 Prozent des Strompreises – 6 Cent von den 30 Cent, die der Verbraucher bezahlen muss.

Der größte Gewinner der Energiewende ist der Bundesfinanzminister

Inzwischen sind 54 Prozent des Strompreises Steuern und Abgaben. Der größte Gewinner der Energiewende ist der Bundesfinanzminister. Während der Stromverbrauch zwischen den Jahren 2000 und 2018 nur um fünf % gestiegen ist, haben sich in derselben Zeit die Einnahmen des Staates aus der Strom- und Umsatzsteuer mehr als verdoppelt, auf inzwischen über 13,5 Milliarden Euro pro Jahr. Dann verstehen Sie jetzt auch, lieber Leser, warum die Politiker so parteiübergreifend die Kids von „Fridays for Future“ und „Extinction Rebellion“ bewundern.

Was hat der Energiewende-GAU denn nun wen gekostet? Rechnet man die gesamten der „Klimarettung“ bekannten Positionen mit Umlagen, Abgaben und Steuern sowie die Kosten des jetzt beschlossenen Ausstiegs von etwa 40 bis 60 Milliarden zusammen, so ergibt sich eine Zahl, die selbst schlimmste Befürchtungen mehr als deutlich übertrifft: Zwanzig Jahre EEG werden bis 2020 rund eine halbe Billion Euro (500.000.000.000 Euro) gekostet haben (das ist eine 5 mit 11 Nullen). Das sind mehr als 6.000 Euro für jeden Bundesbürger, vom Baby bis zum Greis. 6.000 Euro auch von denen, die mit Zweit- und Drittjobs ihre Familie gerade so über Wasser halten und denen eine Stromabschaltung droht, weil sie die hohen Strompreise nicht mehr bezahlen können. Dafür konnte sich der Solarworld-Chef zusätzlich zu seinem Schlösschen Calmuth noch das Schloss Marienfels bei Remagen des Entertainers Thomas Gottschalk leisten. 2018 ging die von den Medien vielgepriesene Solarworld trotz vieler, vieler Subventionsmillionen pleite, und die 3.000 Mitarbeiter saßen auf der Straße. Nicht so der
Solarworld-Chef Frank Asbeck, einst Mitbegründer der Grünen. Der sitzt auf seinen Schlössern inmitten seiner selbstgeschossenen Jagdtrophäen, die er in seinen 10 Hektar Wald am Rheinufer erjagt. Oder er fährt mit seinem illustren Sportwagenfuhrpark umher.

Wind und Sonne schicken keine Rechnung…

Und was hat es gebracht, das viele ausgegebene Geld? Es gibt keine Million Elektroautos. Und wehe, es gäbe sie – die deutsche Politik könnte den Strom zum Laden nicht bereitstellen. Noch an keinem einzigen ganzen Tag haben Windmühlen und Solarpaneele zur normalen Stromversorgung Deutschlands gereicht. Der CO2-Spurengas-Ausstoß ist nicht, wie geplant, gesunken. Wind und Sonne haben zwar keine Rechnung geschickt, aber Ihr, die Windmillionäre und Sonnenbarone sehr wohl. Und ihr stellt gerade verblüfft fest, dass es nicht ohne weiteres funktioniert, aus den beiden wichtigsten Grundlastquellen Kernenergie und fossile Brennstoffe gleichzeitig auszusteigen.

Was hättet Ihr, liebe Politiker, mit den vergeudeten 500 Milliarden Euro nicht alles machen können. Die Brücken instandzuhalten, zum Beispiel. Und die Schulen renovieren und mehr Polizei einstellen, um die arbeitenden Steuerzahler besser vor nichtarbeitenden Bösewichten zu schützen. Auch die Pflegekräfte hätten anständig bezahlt werden können, und die Bundesbahn hätte auf Vordermann gebracht werden können. Ihr habt aus den ambitionierten deutschen Vorreitern verpeilte Geisterreiter gemacht, die auf Eurem halbtoten Pferd im Welt-Klima-Ranking hinter Malaysia und Uruguay her humpeln. Ihr habt aus begeisterungsfähigen Jugendlichen hysterische Irrgeleitete gemacht, die einem wirren Okkultismus hinterherlaufen, dessen Heilige ein autistischer Teenager ist. Schon in wenigen Jahren werden dieselben Freitagshüpfer gegen Euch demonstrieren und fragen, wo denn ihre Arbeitsplätze und der Wohlstand geblieben sind.

Ohne funktionierende Speichertechnologie keine Energiewende

Noch halten Euch die meisten Eurer Tastaturbücklinge und Bildschirmschranzen die Stange und versuchen herbeizuschreiben und herbeizureden, dass durch ein „mehr vom Selben“, (was schon bisher nicht funktionierte), ganz bald der große Durchbruch kommen wird. Aber jeder weiß es, der in der Physikstunde nicht geschlafen hat, und Ihr wisst es auch, Ihr flüstert es Euch ja hinter vorgehaltener Hand auf den Fluren des Bundestages zu. Die Spatzen pfeifen es von den Dächern, auch vom Dach des Bundestages: Ohne eine bezahlbare, großtechnisch nutzbare Speichertechnologie ist die Energiewende verloren. Und diese Speichertechnologie ist noch gar nicht erfunden. Um eine zweiwöchige Dunkelflaute zu überstehen, müssten 17.500 Pumpspeicherwerke der gängigen Größe gebaut werden – es gibt gerade mal 36.

Im Land der Träume – das Erwachen wird ein Albtraum sein

Wenn Deutschland nicht vorher einen katastrophalen Blackout hinlegt, werdet Ihr bis 2030 eine ganze Billion Euro für die Energiewende ausgegeben haben, falls es den Euro dann noch gibt. Für diese Summe werdet Ihr einen Energiesozialismus aufgebaut haben, in dem Stromzuteilungen für die Industrie und Bürger an der Tagesordnung sind. Die Deutschen sind mit der Energiewende ins Land der Träume einmarschiert. Das Erwachen wird ein Albtraum sein, für die Politik und die irregeleiteten Deutschen. Deutschland macht sich gerade auf den Weg: vom Land der Träume durchs Tal der De-Industrialisierung auf in die dritte Welt.

Herzliche Grüße
Franz-Josef Reischmann, Pressesprecher
Deutsche Schutz-Gemeinschaft-Schall
für Mensch und Tier

+++

PIK-Pressemitteilung vom 14.4.2021:

Klimawandel sorgt für chaotischen Monsun in Indien

Wenn die globale Erwärmung ungebremst weitergeht, werden die Sommermonsun-Regenfälle in Indien stärker und unberechenbarer. Das ist das zentrale Ergebnis einer Analyse eines deutschen Forscherteams, das mehr als 30 aktuelle Klimamodelle aus aller Welt verglichen hat. Die Studie sagt für die Zukunft mehr extrem nasse Jahre voraus – mit potenziell schwerwiegenden Folgen für das Wohlergehen, die Wirtschaft und das Nahrungsmittelsystem von mehr als einer Milliarde Menschen.

„Wir haben robuste Beweise für eine exponentielle Abhängigkeit gefunden: Für jedes Grad Celsius Erwärmung werden die Monsunregenfälle wahrscheinlich um etwa 5% zunehmen“, sagt Erstautorin Anja Katzenberger vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) und der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU). „Damit konnten wir frühere Studien bestätigen und zusätzlich zeigen, dass die globale Erwärmung die Monsun-Regenfälle in Indien noch stärker erhöht als bisher angenommen. Sie dominiert die Monsun-Dynamik im 21. Jahrhundert.“

Au weia. Modelle, die nicht einmal die Klimawirkung der schwankenden Sonnenaktivität berücksichtigen, obwohl dies aus der Vergangenheit bestens beschrieben ist? Geringes Vertrauen in die alarmistischen PIK-Projektionen.

+++

Uni Innsbruck am 23.3.2021:

Ur­sache für ex­tre­mes Glet­scher­wachs­tum in den Al­pen geklärt

Innsbrucker Geolog*innen fanden in den Kärntner Obir-Höhlen unerwartet mineralische Spuren aus der Zeit des Höhepunkts der letzten Kaltzeit. Die besonderen Kalzit-Kristalle zeigen, dass starke Schneefälle in der zweiten Jahreshälfte Auslöser für diese massiven Gletschervorstöße waren. Die Ergebnisse wurden im renommierten Fachmagazin „Nature Communications“ veröffentlicht.

Die letzte, rund 100.000 Jahre währende Glazialzeit erreichte ihren Höhepunkt vor etwa 20.000 bis 25.000 Jahren: Riesige Eisschilde bedeckten teilweise kilometerdick große Teile Nordeuropas, Nordamerikas und Nordasiens, der Meeresspiegel lag daher etwa 125 Meter unter dem heutigen. Die Erde war während dieses so genannten Letzteiszeitlichen Maximums jedenfalls eine ganz andere als heute. Der klimageschichtlich verhältnismäßig junge Abschnitt der letzten maximalen Eisausdehnung ist für die Forschung seit Langem von großem Interesse und wird intensiv untersucht. Dennoch: Was tatsächlich zu diesem extremen Gletscherwachstum führte, blieb bislang unklar. Durch Funde von speziellen Höhlenablagerungen in den Obir-Höhlen in Bad Eisenkappel (Kärnten) konnte Christoph Spötl, Leiter der Arbeitsgruppe für Quartärforschung am Institut für Geologie der Uni Innsbruck, gemeinsam mit seiner Mitarbeiterin Gabriella Koltai eine interessante Beobachtung für ein etwa 3100 Jahre andauerndes Intervall innerhalb des Letzteiszeitlichen Maximums machen. In diesem Zeitraum erreichte das Eisvolumen in den Alpen seinen Höhepunkt. Die Basis lieferten kleine, unscheinbare Kristalle, so genannte kryogene Höhlenkarbonate – auch CCC (cryogenic cave carbonates) genannt: „Wir fanden in den Obir-Höhlen Kalzitkristalle, die sich in Eishöhlen bei Temperaturen knapp unter dem Nullpunkt bilden. Diese Höhlenkarbonate gelten als verlässliche Indikatoren für einen tauenden Permafrostboden. Mit anderen Worten bedeuten dies Funde, dass sich paradoxerweise während eines der kältesten Abschnitte des letzten Glazials der Permafrost über diesen Höhlen langsam erwärmte“, so Christoph Spötl. Da eine Klimaerwärmung zu diesem Zeitpunkt ausgeschlossen werden kann, gibt es für die Geolog*innen nur eine Möglichkeit, dieses Phänomen zu erklären. „In den Alpen muss es in dem Zeitraum vor 26.500 bis 23.500 Jahren viel festen Niederschlag gegeben haben: Wo viel Schnee liegt, gibt es keinen Permafrost.“

Südwind brachte große Schneemengen

Kaltzeiten sind eigentlich niederschlagsarm und trocken, für den Alpenraum bestätigt sich diese Annahme für das etwa 3100 Jahre lange andauernde Intervall aber nicht. „In jene Zeit fällt der größte Vorstoß der Gletscher des gesamten letzten Glazials im Alpenraum. Niederschlag war das entscheidende ‚Futter‘ für das Wachstum der Eisriesen – und davon dürfte vor allem schon im Herbst und frühen Winter sehr viel vorhanden gewesen sein, wie die kryogenen Höhlenkristalle belegen“, sagt Spötl. „Eine Schneedecke ab etwa einem halben Meter hat einen starken Isolationseffekt, schirmt den darunter befindlichen Boden von der sehr kalten Winterluft ab und führt so zu einer Temperaturzunahme im Untergrund. Der Permafrost oberhalb der Obir-Höhlen taute damals nach und nach auf. Dieses thermische Phänomen, ausgelöst durch den Wechsel von einem arktisch-trockenen zu einem deutlich feuchteren Klima, blieb in Form der CCC bis zum heutigen Tag im Untergrund konserviert.“ Nachdem der Nordatlantik – heute eine wichtige Niederschlagsquelle – damals im Winter eisbedeckt war, geht das Team von einer starken Südströmung vom Mittelmeer aus, die die Feuchtigkeit an die Alpen heranführte. „Wir sehen die massiven Schneefälle aufgrund der starken Südströmung als Ursache für das Anwachsen der Gletscher im Alpenraum am Höhepunkt des Letzteiszeitlichen Maximums. Und unsere Daten erlauben es den Zeitpunkt auf den Herbst und den Frühwinter einzuengen“, fasst Christoph Spötl zusammen.

Kryogene Höhlenkarbonate wurden selbst von erfahrenen Speläologen lange übersehen, Koltai und Spötl sind sich sicher: „Allein in Österreich sind rund 17.500 Höhlen bekannt, weitere Funde von CCC sind nur eine Frage der Zeit. Deshalb arbeiten wir eng mit Höhlenforscher*innen zusammen, im Falle der Obir-Höhlen mit der Fachgruppe für Karst- und Höhlenkunde des Naturwissenschaftlichen Vereins für Kärnten.“

+++

Swissinfo am 14.4.2021:

Ozeantemperaturen der letzten 700’000 Jahre entschlüsselt

Forschende der Uni Bern haben Klimabotschaften aus einem Eiskern entschlüsselt und die Ozeantemperaturen der letzten 700’000 rekonstruiert. Demnach lagen diese in den letzten sieben Eiszeiten rund drei Grad unter der Temperatur der vorindustriellen Referenzperiode.

Auch in den Warmzeiten vor 450’000 Jahren lagen die mittleren Ozeantemperaturen rund 1,6 Grad unter dem Mittel der heutigen Warmzeit, dem Holozän, wie die Forschenden im Fachmagazin „Climate of the Past“ berichten. Die Genauigkeiten der Messungen liegen bei plus/minus 0,4 Grad.

„Um zu verstehen, wie sich der Wärmehaushalt des Klimasystems verändert, muss man vor allem den Ozean verstehen“, liess sich der Physiker Hubertus Fischer in einer Mitteilung der Uni Bern vom Mittwoch zitieren. Denn die Ozeane sind gigantische Energiespeicher, die derzeit etwa 93 Prozent der Wärme, die durch die menschengemachte Erhöhung der Treibhausgase entsteht, aufnehmen.

Weiterlesen bei Swissinfo

+++

Youtube:

Interview with Patrick Moore – Co-founder of Greenpeace