Des Sandes beraubt: New Yorker Salzmarsch benötigt dringend Hilfe

Salzmarschen bilden effektive Bollwerke, die das Land gegen das Meer verteidigen. Aber vielen Salzmarschen geht es nicht gut. Sie schrumpfen und können ihre Verteidigungsfunktion nicht mehr ausüben. Das gilt auch für eine Buch vor New York City, die Feuchtgebiete der sogenannten ‚Jamaica Bay‚. Forscher des Lamont-Doherty Earth Observatory der Columbia University haben jetzt anhand von Sedimentkernen überprüft, was nun wirklich die Salzmarschen vor New York schädigt. War es vor allem der Klimawandel – in wecher Form auch immer – oder spielen vielleicht andere Dinge eine viel wichtigere Rolle? Die Wissenschaftler fanden, dass wohl wirklich der Mensch für den Rückgang der … weiter lesen

Fische durch Klimawandel immer kleiner? Universität Oslo deckt schwere Berechnungsfehler von IPCC-Autor auf

Im Oktober 2012 berichteten die Medien über ein besorgniserregendes Resultat aus der Klimawandelforschung. Die Welt titelte: Klimawandel macht Fische im Ozean kleiner Steigt die Temperatur in der Atmosphäre, werden auch die Meere wärmer. Das macht Fischen zu schaffen: Sie stellen das Wachstum ein. Laut Prognose könnten die Größe um ein Viertel abnehmen. Die weltweiten Fischbestände sind einer neuen Studie zufolge nicht nur durch massive Überfischung, sondern auch durch den Klimawandel bedroht. Die mit der Erderwärmung steigenden Wassertemperaturen zögen Wachstumsprobleme bei den Fischen nach sich, ergab die in der Zeitschrift „Nature Climate Change“ veröffentlichte Untersuchung. Die Wissenschaftler um Daniel Pauly von der … weiter lesen

Die vernachlässigten guten Seiten des Klimawandels: Mehr Krill, mehr Grün, weniger Wintertote

Der El Nino 2015/16 ist vorbei und die globalen Temperaturen haben sich wieder normalisiert. Der Blick auf die Satellitentemperaturen (RSS) macht es deutlich (letzter berücksichtiger Monat ist Oktober 2016): Abbildung: Globale Temperaturentwicklung (RSS). Graphik: Woodfortrees.   Auf dem Höhepunkt des El Nino veranstalteten Anhänger des Klimakatastrophengedankens eine große Feier und schrieben einfrig Artikel mit Spitzentemperaturen, um sie in Wikipedia für die kommenden Jahre als warnendes Beispiel unterzubringen. Denn eines war klar, nach dem El Nino wird es kälter. Nach der Ebbe kommt Flut, nach dem Tag kommt die Nacht – und nach einem El Nino kühlt es ab. Nun ist … weiter lesen

Gute Nachrichten: Säuregehalt der Atmosphäre wieder auf vorindustriellem Niveau

Dringende Leseempfehlung zu Mathias Binswangers Artikel „Was die Wissenschaft weiss und was sie glaubt“ in der Neuen Zürcher Zeitung vom 15. September 2016. Auszug: Im Normalfall stellen wir uns Wissenschaft und Religion als gegensätzliche Welterklärungen vor. In der Wissenschaft geht es um objektives Wissen und in der Religion um subjektiven Glauben. Das ist aber eine äusserst naive Vorstellung. Auch in der Wissenschaft spielt der Glaube eine zentrale Rolle, und nicht selten wird am Glauben an bestimmte Theorien oder Paradigmen wider besseres Wissen festgehalten. Man «weiss» das, was man wissen möchte und woran man glaubt. […] Selbst ein heute so wichtiges Thema … weiter lesen

Royal Holloway University of London: Wiederanstieg der Methanemissionen 2007 hat natürliche Gründe

Am 19. September 2016 berichtete die Washington Post über einen Fall, der nachdenklich stimmt. Zwei Wissenschaftler hatten unter einem Pseudonym einen klimawissenschaftlichen Fachartikel eingereicht, der den Begutachtungsprozess glatt durchlief. Da der Artikel nicht vollständig mit der offiziellen klimawissenschaftlichen Denkweise kompatibel war, hatten die Autoren Bedenken, dass Reviewer das Manuskript vorschnell ablehnen könnten, insbesondere, weil die Autoren bereits in einem vorangegangenen Paper eine große Diskussion in der Blogosphäre ausgelöst hatten. Mit einem Pseudonym dachten die Autoren, dass sie Vorverurteilungen aus dem Weg gehen könnten, in der Hoffnung, dass allein der Inhalt zählt. Letztendlich brachte das Pseudonym nun richtig Ärger. Was in … weiter lesen

Dank gestiegenem CO2: Bäume auf dem östlichen Tibetplateau mit kräftigem Wachstumsschub

In der Frühphase des Klimaalarmismus wurde zunächst alles und jedes dem Klimawandel angehängt. Auch Malaria gehörte dazu. Heute weiß man, dass das Klima für Malaria nur eine Nebenrolle spielt. Dies wurde im März 2016 erneut von Zhao et al. im Malaria Journal bestätigt: Exploring the spatiotemporal drivers of malaria elimination in Europe Background Europe once had widespread malaria, but today it is free from endemic transmission. Changing land use, agricultural practices, housing quality, urbanization, climate change, and improved healthcare are among the many factors thought to have played a role in the declines of malaria seen, but their effects and … weiter lesen

Unheimliche Serie von Rahmstorf-Pannen setzt sich weiter fort: Neue Studie kann keinen robusten Zusammenhang zwischen schrumpfendem Meereis und europäischen Kältewellen finden

Es war einmal, vor gut drei Jahren, da empörte sich der schillernde Potsdamer Klimaforscher Stefan Rahmstorf in seiner Klimalounge über den Deutschen Wetterdienst (DWD). Der DWD hatte es doch tatsächlich gewagt, Rahmstorf zu widersprechen. Konkret ging es um den vermuteten Zusammenhang zwischen der Ausdehnung des arktischen Meereises und kaltem Winterwetter. Rahmstorfs simples Modell: Weniger arktisches Meereis verursache kalte europäische Winter. Dazu führte er seinerzeit ein Sammelsurium von Studien an und behauptete: Aus meiner Sicht liefern die oben genannten Studien deutliche Hinweise auf einen Zusammenhang zwischen dem arktischen Eisverlust infolge der globalen Erwärmung, häufigeren Winter-Hochdrucklagen insbesondere über dem atlantisch-europäischen Teil der … weiter lesen

Klimaerwärmung senkt Denguefieber-Risiko in Nordost-Australien

Der fortschreitende Klimawandel bringt immer mehr Tropenkrankheiten nach Europa. So lautete die Warnung der Experten noch vor zehn Jahren. Mittlerweile sieht man dies jedoch deutlich differenzierter. Die Australian National University gab am 10. August 2016 per Pressemitteilung bekannt, dass ein wärmeres Klima wohl eher zu einem Rückgang der Denguefiebergefahr in vielen Gebieten führen wird, darunter Nordost-Australien: Warmer climate could lower dengue risk Health researchers predict that the transmission of dengue could decrease in a future warmer climate, countering previous projections that climate change would cause the potentially lethal virus to spread more easily. Hundreds of millions of people are infected … weiter lesen

Duke University entzieht früheren Horrorvisionen die Basis: Kraftwerke durch Klimawandel kaum beeinträchtigt

Unvorstellbar hohe Summen werden derzeit in Industrien investiert, denen eines gemein ist: Man glaubt an die überhitzten Klimaszenarien des IPCC und setzt alles auf eine Karte. Gleichzeitig werden Gelder aus anderen Zweigen abgezogen, die vermeintlich inkompatibel mit den Alarmszenarien sind. Aber was wäre, wenn sich die aggressiven Klimaszenarien doch als falsch herausstellen? Was ist, wenn es sich um eine Blase handelt, und diese irgendwann platzt? Eine klimaskeptische Gruppe hat nun auf den Cayman Islands einen Hedge-Fond namens Cool Futures aufgelegt, der auf Gewinne durch Hedging auf die globale Abkühlung setzt. Einzelheiten hierzu gibt es auf JoNova. —————- Im vergangenen Jahr … weiter lesen

CO2 stärkt Pflanzen gegen Dürren

Pflanzen können Dürren offenbar besser wegstecken, wenn die CO2-Konzentration der Atmosphäre erhöht ist. Dies fand jetzt eine Studie der University of California in Irvine heraus. Das zusätzliche CO2 erlaubt es den Pflanzen, ökonomischer mit begrenzten Wasserressourcen umzugehen. Im Folgenden die entsprechende Pressemitteilung der University of California – Irvine vom 29. August 2016 (deutsche Übersetzung bei EIKE): Climate change has less impact on drought than previously expected Plants retain more moisture in high carbon dioxide conditions, keeping water on land As a multiyear drought grinds on in the Southwestern United States, many wonder about the impact of global climate change on … weiter lesen

Späte Einsicht: Mojib Latif verwirft CO2-Fingerabdruck in der Stratosphäre und setzt endlich auf Ozeanzyklen

Jahrelang tingelte Mojib Latif durch die Vortragssäle des Landes und versuchte die Leute für die Klimakatastrophe zu begeistern. Einer der Höhepunkte derartiger Veranstaltungen war der von ihm wie selbstverständlich vorgetragene „Fingerabdruck“ des CO2 in der Atmosphäre, der laut Latif die enorme Klimawirkung dieses Treibhausgases belegen sollte. Einige zehner Kilometer über unseren Köpfen hätte sich die mittlere Atmosphäre abgekühlt, und das könnte nur das CO2 verursacht haben, erklärt er dem ahnungslosen Publikum, das sich davon in der Regel bereitwillig beeindrucken lässt. Bereits vor vier Jahren haben wir hier im Blog auf die Unzulässigkeit dieser Beweisführung hingewiesen: Keine guten Nachrichten für Mojib … weiter lesen

University of Washington: Holzkocher der CO2-Kompensationsprojekte bringen keinen Nutzen für Klima und Umwelt

Sind sie mal wieder ein paar Kilometer zu weit mit dem Flugzeug geflogen und haben jetzt ein schlechtes Klimagewissen? Kein Problem, Sie können Ihr Gewissen bei Providern wie Atmosfair reinwaschen und für Ihre CO2-Sünden Ablassgelder zahlen. Das Geld wird dann für klimafreundliche Projekte eingesetzt, heißt es. Beispiel Nigeria: Nigeria : Effiziente Öfen  Gesamteinsparung: 30.000 Tonnen CO2 pro Jahr, gemittelt über 10 Jahre Technologietransfer: Effiziente Öfen können 80% des benötigten Brennholzes einsparen Lokale Umwelt: Weniger Rauchentwicklung, Vermeidung von Abholzung Weitere Vorteile: Niedrigere Kosten für Haushaltsenergie Projektpartner: DARE (Developmental Association for Renewable Energies, Nigeria) LHL (Lernen Helfen Leben e.V., deutscher Verein), BIA … weiter lesen

Eine kleine Sensation, von der Presse unbemerkt: Sonnenaktivität erreichte im späten 20. Jahrhundert nun doch Maximalwerte

In der Vergangenheit wurde uns stets erklärt, die Sonnenaktivität könne nichts mit der Erwärmung im späten 20. Jahrhundert zu tun haben, denn die beiden Kurven würden ja vollkommen entgegengesetzt zueinander verlaufen. Zum Beweis wurden dann Graphiken wie die folgende aus Wikipedia verwendet: Abbildung 1: Vergleich der Entwicklung von globaler Temperatur, CO2 und Sonnenaktivität. Aus Wikipedia. Quelle: Leland McInnes at the English language Wikipedia [GFDL (http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html) or CC-BY-SA-3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/)], via Wikimedia Commons   Das Problem: Die Sonnenaktivität wird mittlerweile gar nicht mehr allein an den wackeligen Sonnenflecken festgemacht. Das oben dargestellte Diagramm ist ein Update von 2014, das offenbar von einem … weiter lesen

Ozeanzyklik statt Aerosole: Met Office Hypothese zum Nordatlantik endgültig verworfen

Im April 2012 meldetete die WAZ reißerisch: Klima: Luftverschmutzung fördert Dürren und Wirbelstürme Die Luftverschutzung fördert Dürren in Afrika und Wirbelstürme über dem Atlantik. Das haben jetzt britische Klimaforscher herausgefunden. Historische Klimaereignisse können damit nicht mehr natürlichen Klimaschwankungen angelastet werden. […] „Wir müssen umdenken: Eine ganze Anzahl von historischen Klimaereignissen wie besonders starke Dürren in der Sahelzone können wir nun nicht mehr nur den natürlichen Klimaschwankungen anlasten“, schreiben Ben Booth vom Hadley Centre des britischen Meteorological Office in Exeter und seine Kollegen. Bisherige Klimamodelle, aber auch Regelungen zum Schwebstoffausstoß müssten an die neuen Erkenntnisse angepasst werden. Weiterlesen auf derwesten.de. Es … weiter lesen

Waldbrände im europäischen Mittelmeerraum sind in den letzten 30 Jahren seltener und kleiner geworden

In Südwesteuropa lodern zur Zeit Waldbrände und legen große Waldgebiete in Schutt und Asche. Insbesondere die Eukalyptus-Plantagen fackeln ab wie Zunder. Auf der spanischen Kanareninsel hat ein Deutscher das Feuer fahrlässig verursacht. Bild berichtete am 10. August 2016:

La Palma in Brand gesteckt: Deutscher Klopapier-Zündler war ein Hunde-Beißer!
Die Geschichte um Aussteiger Scott S. (27), der auf der La Palma Klopapier angezündet hatte und dadurch einen Teil der Kanaren-Insel abfackelte, wird immer irrer! Der Deutsche, der vor fünf Jahren ausgewandert war, sorgte bereits Anfang des Jahres für Schlagzeilen – weil er einen Hund gebissen hatte!

Weiterlesen in Bild.

Am selben Tag brachte schwaebische.de ein lesenswertes Interview mit dem Wissenschaftler Johann G. Goldammer zu den Waldbränden in Südeuropa:

Schwaebische.de: Wie problematisch sind Waldbrände wie sie derzeit wüten?

Goldammer: Auf den kanarischen Inseln ist das Feuer nichts ungewöhnliches. Dort gibt es eine Kieferart, die sich den Feuern anpasst und danach auch noch austreiben kann. Jetzt ist allerdings eine sehr große Fläche auf La Palma zerstört, mit Stabilität der Wald-Ökosysteme wird es so problematisch. Ein Problem dort ist, dass die Siedlungen direkt an den Wald grenzen. Das gilt gleichermaßen für Portugal. Und dort werden auch gerade sehr die Eukalyptus-Aufforstungen diskutiert. Wenn Sie vor 50 Jahren diese Landschaft besucht hätten, dann hätten Sie gesehen, dass da gar kein Wald ist. Das waren traditionelle Landwirtschaftsgebiete. Die Landflucht hat dazu geführt, dass diese Flächen verwildern. Dort ist einfach kein Mensch. Jetzt ist diese Landschaft plötzlich brennbar. Da fragt man sich, in welche Situation sich die Gesellschaft selbst manövriert hat. Das Problem ist absolut selbst geschaffen.

Ganzes Interview auf schwaebische.de lesen.

Passgenau zum Thema erschien im März 2016 in PLOS One eine neue Arbeit eines Teams um Marco Turco, in dem die Wissenschaftler das deutliche Ergebnis sogar in den Titel schrieben: Im europäischen Mittelmerrraum hat die verbrannte Fläche und Anzahl von Bränden in den letzten knapp 30 Jahren abgenommen. Nur in Portugal zappeln die Daten ein wenig stärker. Die allgemeine Abnahme der Waldbrände führen die Forscher auf verbesserte Feuerbekämpfungsvorkehrungen zurück. Lokale Anstiege interpretieren Turco und Kollegen als Folge „gefährlicherer Landschafts-Konfigurationen“, was vermutlich als Eukalyptus und Bauen in Waldnähe übersetzt werden kann. Die Klimaerwärmung wird ebenfalls kurz genannt, allerdings mit untergeordneter Bedeutung.

Im Folgenden der Abstract der wichtigen Studie:

Decreasing Fires in Mediterranean Europe

Forest fires are a serious environmental hazard in southern Europe. Quantitative assessment of recent trends in fire statistics is important for assessing the possible shifts induced by climate and other environmental/socioeconomic changes in this area. Here we analyse recent fire trends in Portugal, Spain, southern France, Italy and Greece, building on a homogenized fire database integrating official fire statistics provided by several national/EU agencies. During the period 1985-2011, the total annual burned area (BA) displayed a general decreasing trend, with the exception of Portugal, where a heterogeneous signal was found. Considering all countries globally, we found that BA decreased by about 3020 km2 over the 27-year-long study period (i.e. about -66% of the mean historical value). These results are consistent with those obtained on longer time scales when data were available, also yielding predominantly negative trends in Spain and France (1974-2011) and a mixed trend in Portugal (1980-2011). Similar overall results were found for the annual number of fires (NF), which globally decreased by about 12600 in the study period (about -59%), except for Spain where, excluding the provinces along the Mediterranean coast, an upward trend was found for the longer period. We argue that the negative trends can be explained, at least in part, by an increased effort in fire management and prevention after the big fires of the 1980’s, while positive trends may be related to recent socioeconomic transformations leading to more hazardous landscape configurations, as well as to the observed warming of recent decades. We stress the importance of fire data homogenization prior to analysis, in order to alleviate spurious effects associated with non-stationarities in the data due to temporal variations in fire detection efforts.

Bereits am 3. Mai 2016 hatte das Karslruher Institut für Technologie (KIT) eine interessante Pressemitteilung zur globalen Entwicklung von Waldbränden herausgegeben:

Flächenbrände: Je mehr Mensch, desto weniger Feuer

Wissenschaftler des KIT sowie aus Schweden und Amerika zeigen, dass der Einfluss der demografischen Entwicklung auf Feuer in Ökosystemen genauso stark ist wie der des Klimawandels

Jährlich verbrennen weltweit etwa 350 Millionen Hektar Landoberfläche – das entspricht der Größe von Indien. Im Hinblick auf gesundheitliche und wirtschaftliche Schäden sind genaue Prognosen über die zukünftige Entwicklung von Feuern von großer Bedeutung. Frühere Untersuchungen nennen in diesem Zusammenhang oft den Klimawandel als wichtigsten Faktor. Dass die Bevölkerungsentwicklung jedoch mindestens genauso viel Einfluss nimmt, konnte nun eine Forschergruppe mit Beteiligung des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) zeigen. Die Ergebnisse stellten sie im Fachblatt Nature Climate Change vor (dx.doi.org/10.1038/nclimate2999 ) [Knorr et al. 2016].

Feuer in Wäldern und Savannen sind für viele natürliche Ökosysteme essentiell: So tragen sie beispielsweise zur natürlichen Verjüngung und Biodiversität von Wäldern bei. Allerdings setzen sie auch große Mengen Luftschadstoffe frei, wie etwa Rußpartikel oder Ozon. „In einer zukünftig wärmeren, und häufig auch trockeneren Welt wird das Brandrisiko noch weiter ansteigen“, sagt Almut Arneth, Professorin am Institut für Meteorologie und Klimaforschung – Atmosphärische Umweltforschung des KIT. „Dadurch erhöht sich das Schadensrisiko für den Menschen.“ Wie sich Wald- und Savannenbrände zukünftig entwickeln und ausbreiten, haben die Umweltforscherin und ihre Kollegen der schwedischen Universität Lund sowie des amerikanischen National Center for Atmospheric Research in Colorado untersucht. In der globalen Modellstudie berücksichtigten sie dabei, welche Auswirkungen Faktoren wie Klimawandel oder Vegetationswachstum, aber auch der Mensch haben könnten. Als Grundlage nutzten die Wissenschaftler Satellitenaufnahmen von Flächenbränden, beginnend im Jahr 1997. Diese verknüpften sie mit Computersimulationen über die Entwicklung der Vegetation weltweit in Folge von Klimaveränderungen. Außerdem berücksichtigten sie verschiedene Szenarien aus globalen Klimamodellen sowie der länderspezifischen Bevölkerungsentwicklung.

Dabei zeigte sich ein komplexeres Bild, als die Forscher angenommen hatten: „Bisher gingen wir davon aus, dass der Klimawandel die Anzahl der Flächenbrände erhöht“, so Arneth. „In weiten Teilen der Welt hat die Größe der verbrannten Flächen über das vergangene Jahrhundert jedoch nicht zu- sondern abgenommen.“ Simulationen, die ausschließlich den Einfluss des Klimawandels abbildeten, zeigten allerdings, dass es zukünftig mehr Feuer weltweit geben wird: Vor allem in Nordamerika, Südeuropa, Zentralasien und in großen Teilen Südamerikas verstärkt der Klimawandel Flächenbrände. „Die Ursache für den Rückgang der Feuer musste also eine andere sein. Als wir die Modelle um demografische Faktoren erweiterten, dämpfte das die Folgen des Klimawandels stark ab“, erklärt Arneth. Das liege daran, dass der Mensch Flächenbrände weitestgehend unterdrücke, zum Beispiel durch das aktive Löschen von Bränden oder durch die „Fragmentierung“ der Landschaft: So bremsen etwa Straßen oder Felder die Ausbreitung von Waldbränden. Mit steigender Bevölkerungsdichte sinke demnach die Anzahl der Feuer. In Zukunft bremse die wachsende Bevölkerung sowie die Erschließung ländlicher Flächen als Lebensraum die Entstehung von Flächenbränden, vor allem in Afrika sowie Teilen Asiens und Südamerikas.

Dies heiße aber nicht, so Arneth, dass zukünftig das Brandrisiko für Mensch und Umwelt sinkt: So entstehen beispielsweise immer mehr Siedlungsgebiete in feueranfälligen Regionen. In diesen Gebieten sei dann schlicht aufgrund der wachsenden Bevölkerungsdichte das Risiko höher, durch Feuer Schäden zu erleiden. Genauso begünstige eine niedrige Population das Entstehen von Feuern: „Ländliche Gebiete, die durch den Umzug der Bevölkerung in Städte verlassen sind, werden wieder anfälliger für Flächenbrände werden“, so Arneth. Die Ergebnisse können vor allem dazu beitragen, zukünftige Feuerrisiken besser abzuschätzen, um Feuermanagementstrategien zu verbessern: „Raumplanung und Klimapolitik müssen eng miteinander verbunden sein. Mit einer sorgfältigen Planung und einem bewussten Umgang mit der Landoberfläche, kann das Risiko für Flächenbrände verringert werden.“

Im selben Monat gab die walisische Swansea University am 25. Mai 2016 eine Pressemitteilung mit ähnlicher Stoßrichtung heraus:

Wildfire: misconceptions about trends and impacts revealed in new research

A new analysis of global data related to wildfire, published by the Royal Society, reveals major misconceptions about wildfire and its social and economic impacts. Prof. Stefan Doerr and Dr Cristina Santin from Swansea University’s College of Science carried out a detailed analysis of global and regional data on fire occurrence, severity and its impacts on society. Their research, published in Philosophical Transactions of the Royal Society B, examined a wide range of published data arising from satellite imagery, charcoal records in sediments and isotope-ratio records in ice cores, to build up a picture of wildfire in the recent and more distant past.

In contrast to what is widely portrayed in the literature and media reports, they found that:

  • global area burned has seen an overall slight decline over past decades, despite some notable regional increases. Currently, around 4% of the global land surface is affected by vegetation fires each year;
  • there is increasing evidence that there is less fire in the global landscape today than centuries ago;
  • direct fatalities from fire and economic losses also show no clear trends over the past three decades

The researchers conclude: “The data available to date do not support a general increase in area burned or in fire severity for many regions of the world.   Indeed there is increasing evidence that there is overall less fire in the landscape today than there has been centuries ago, although the magnitude of this reduction still needs to be examined in more detail.”

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