Swenglish – Deutsch, Deutsch – Swenglish

Kurze Aufregung über einen Tweet von Greta Thunberg, die auf Twitter schrieb, dass man bestimmte Menschen an die Wand stellen sollte.

“put them against the wall”. That’s Swenglish: “att ställa någon mot väggen” (to put someone against the wall) means to hold someone accountable.”

Sie klärte sogleich auf, dass diese Redensart in Schweden eine ganz andere Bedeutung hat, als es offenbar aufgefasst wurde. Die Bedeutung lautet: Man sollte Menschen zur Verantwortung ziehen. Als Service sind hier noch einige weitere swenglische Redensarten genannt und was sie wirklich bedeuten. Damit sind zukünftige Missverständnisse ausgeschlossen:

Du bör ha din skalle hamrad in – Man sollte Dir den Schädel einschlagen.
Bedeutung: Ich will, dass Du noch einmal Deine Argumente überdenkst.

Du måste hängas på nästa träd – Du solltest am nächsten Baum aufgehängt werden.
Bedeutung: Nimm noch mal einen tiefen Zug Luft, damit Du besser denken kannst.

Jag vet var din bil är – Ich weiss, wo Dein Auto steht.
Bedeutung: Keine. Denn in Schweden fährt niemand Auto, allenfalls Elektroautos und wo die stehen ist klar: an der Ladesäule.

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Spannendes Thema am 23. August 2019 in der NZZ:

So bewerten Forscher den Zusammenhang zwischen Klimawandel und Bevölkerungswachstum

Derzeit leben 7,7 Milliarden Menschen auf der Welt, 2050 sollen es laut Prognosen der Uno bereits 9,7 Milliarden sein. Welche Bedeutung hat das Wachstum der Bevölkerung für den Klimawandel, und wie berücksichtigen Forscher das Thema? 

[…] Auch für Professor Hermann Lotze-Campen vom Potsdam-Institut für Klimaforschung ist das Bevölkerungswachstum eine der wichtigsten Input-Grössen. […] Für Lotze-Campen ist das Bevölkerungswachstum allerdings eine Entwicklung, die er als gegeben hinnimmt und nicht weiter diskutiert. Man untersuche beispielsweise auch keine Rückwirkungen des Klimawandels auf die Bevölkerungsentwicklung. Am Institut werde ferner nicht untersucht, wie man die Bevölkerungsentwicklung beeinflussen könnte, wenn man es denn wollte, sagt der gebürtige Ostfriese. Die Idee, quasi das Bevölkerungswachstum zu managen, sei für ihn ethisch fragwürdig und kurzfristig auch wenig zielführend.

Ganzen Artikel in der NZZ lesen

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Spiegel am 21. November 2019 (kostenpflichtig):

„Extinction Rebellion“-Mitgründer Hallam im Interview: „Ich wäre ins Gefängnis gegangen – das ist wie mit der Weißen Rose“

Der umstrittene Aktivist Roger Hallam vergleicht den Klimawandel mit dem Holocaust. Meint er das ernst?

SPIEGEL: Sie behaupten, durch die Klimakrise würden in den nächsten zwei Generationen Milliarden Menschen sterben. Das ist doch Panikmache!

Hallam: Der Weltklimarat sagt bis Ende des Jahrhunderts eine globale Erwärmung von bis zu vier bis fünf Grad voraus. Hinzu kommen Extremwetterereignisse aufgrund des sich verändernden Jet Streams, eines Starkwindbandes. Das bedeutet, dass sich Getreide nicht mehr im großen Stil anbauen lässt. Unsere Zivilisation beruht aber auf dem Anbau von Getreide, das man lange lagern kann. Die Folge ist massenhafter Hunger, der führt zu massenhaft Toten und irgendwann zum gesellschaftlichen Kollaps. Darauf folgt dann ein Völkermord oder Massenmigration oder eine Kombination aus beidem.

SPIEGEL: Sind das nicht ziemlich viele Annahmen, die Sie da treffen? Allein dass sich nicht mehr genügend Getreide anbauen lässt, geht ja sehr weit.

Hallam: Es ist ehrlich gesagt Ihre Verantwortung als Journalisten, diese Berechnungen anzustellen. Meine Verantwortung ist es, eine Rebellion gegen die Regierungen zu organisieren. Warum schreiben Sie keinen Artikel über den Zusammenhang von Klimawandel und Vergewaltigung?

Weiterlesen im Spiegel (kostenpflichtig)

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Agrarheute am 5. September 2019:

Darum bringt der Klimawandel höhere Bodenpreise im Norden

Weil der Klimawandel die Produktivität stark verändert, wird dies Folgen auf die Bodenpreise und Einkommen der Landwirte haben. Wer gewinnt, wer verliert.

Aufgrund des Klimawandels werden die Bodenpreise in Norddeutschland deutlich steigen. Für den süddeutschen Raum sind dagegen deutlich sinkende Preise zu erwarten. Das geht auf einem Bericht der Europäischen Umweltagentur (EUA) hervor. […] Vom Klimawandel profitieren werden dagegen laut den Analysen der Behörde die Länder im Norden und Nordwesten der EU sowie im Alpenraum. Längere Vegetationsperioden und eine frostfreie Periode könnten den Anbau neuer Kulturen und Sorten wie Körnermais und Winterweizen in einigen Gebieten Nordeuropas ermöglichen. Zudem könnte die Erderwärmung in den kälteren Regionen höhere Weizenerträge nach sich ziehen.

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Merkur am 29. August 2019:

Verband rechnet mit mehr Fisch in Nordsee dank Klimawandel

[…] Zumindest mittelfristig sei mit einer Zunahme des Artenreichtums und des Fangpotenzials in den mittleren und nördlichen Breiten zu rechnen, berichtete der Deutsche Fischereiverband. […] Für die Hochseefischer sei positiv, dass durch den Klimawandel einige wärmeliebende Fische vermehrt in der Nordsee anzutreffen seien, sagte der Verbandschef der Deutschen Hochseefischerei, Uwe Richter. Als Beispiel nannte er Sardinen oder den Thunfisch. Vermehrten sich die Bestände dort weiter, könnten sie bald kommerziell befischt werden. In den nördlichen Breiten sorge der Klimawandel dafür, dass die Bestände von Makrele und Kabeljau mehr hergäben, so Richter.

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