Strommix in Deutschland 2021: Ökostromanteil sinkt

Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) bilanziert zusammen mit dem Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) das erste Viertel von 2021 in Sachen Wind- und Sonnenstrom. Bei 40% Anteil liegt der Ökostrom, vor einem Jahr waren es im ersten Quartal 52%.

Das erste Quartal 2021 zeigte sich windstill, die Sonne konnte die Stromerzeugung nicht ausgleichen. Es gehört zu den Paradoxien, dass windstarke Zeiten wie das Frühjahr 2020 mit Sturmfluten, und dort bereits diejenigen mit 1,5 Meter – 2,5 Meter über den mittleren Hochwasser, von Windkraft-Lobbisten als GAU bezeichnet werden. Starker Tobak, aber so geschehen vor einem Jahr.

Dabei war es genau jener Wind, der die Windräder antrieb.  Eine schwierige Situation also, den Sturm auf den Klimawandel zu schieben, dabei braucht die eigene Branche ihn eigentlich massiv. Es reiht sich aber ein in die lange Geschichte rund um das Klima. Als im Sommer 2020 in Sibirien die Temperaturen eine Zeit lang über den langjährigen Mittel lagen, wurden Windkraftwerke in Deutschland als das probate Mittel angesehen. Jedenfalls verkauften das einige Lobbyisten so.

Möglicherweise haben die Anlagen sogar schon gewirkt, denn die gleichen Regionen, die im Sommer 2020 unter Hitze stöhnten, hatten im Winter 2020/2021 deutlich tiefere Temperaturen als im langjährigen Mittel. Es wäre in der Lobbyisten-Logik jedenfalls konsequent, dieses mit den deutschen Windkraftanlagen zu erklären. Wer ahnt schon, dass die Arktis momentan lediglich 0,2 Grad Celsius zu warm ist gegenüber dem Mittel von 1979-2000? Da passen aber keine Bilder mit tiefroter Farbe (Glut!) rund um Grönland, wo es tatsächlich wärmer ist. Wir sehen solche Bilder aber regelmäßig z. B. beim Wetter im ZDF. Den ganzen großen aktuell blauen Bereich wie auf der Grafik von Climatereanalyzer sieht man nicht, Grönland glutrot hingegen schon.

(Abbildung: Screenshot Climatereanalyer.com)

Nun ist auch den Versorgern im BDEW klar, dass sie ihren Kunden zu jeder Zeit Strom liefern müssen und nicht nur, wenn gerade die Sonne scheint oder der Wind weht.

„Die Stromerzeugung aus Wind- und Sonnenenergie unterliegt wetterbedingten Schwankungen. Das ist normal“, erklärt Kerstin Andreae, Vorsitzende der BDEW-Hauptgeschäftsführung. „Die Zahlen führen uns aber vor Augen, wie wichtig die Entwicklung leistungsstarker Speichertechnologien ist, um Phasen mit ungünstigen Wetterverhältnissen ausgleichen zu können.“

Das Problem ist nur, solche Speicher gibt es in großen Dimensionen nicht. Sie zu bauen würden immense Kosten bedeuten, ganz abgesehen davon, dass die Rohstoffe dazu nicht vorhanden sind, außer Deutschland würde die Jahresproduktionen verschiedener Ausgangsstoffe der gesamten Welt an sich reißen und zudem den Abbau noch steigern.

Es ist ohnehin noch nicht völlig klar, welche Auswirkungen Windkraftanlagen für die Umwelt haben.
In einem Artikel für die PAZ beschrieb die Autorin Dagmar Jestrzemski verschiedene Studien, die von Veränderungen beim Regen aber auch beim Wind selber ausgehen.

„Die Verwirbelung hinter den Windrädern selbst wird als Nachlauf oder wie im Englischen als Wake-Effekt bezeichnet. Je nach Ausbaustufe der Windenergie in einer Region oder einem Land sorgt die Rotation der Turbinen für Niederschlagsverluste und vergleichsweise höhere Temperaturen. Dazu liefern mehrere neue Studien einschlägige Daten und Fakten, die geeignet sind, erhebliches Aufsehen zu erregen. Tatsächlich aber werden sämtliche Forschungsergebnisse zum Dürre-Effekt der Windenergie seit Jahren ignoriert, da der politische Wille in eine andere Richtung zielt. Unterdessen sind die meteorologischen Auswirkungen der Windparks hierzulande nicht nur deutlich merk-, sondern auch messbar.“

Der Deutsche Wetterdienst berichtete 2017 über das Phänomen des abnehmenden Windes in Bodennähe. Es wäre das nächste Paradoxon, wenn sich bewahrheitet, dass der Mensch durch seine Eingriffe in das Landschaftsbild, sprich Aufbau von Windkraftanlagen, in den Wind- und Feuchtigkeitshaushalt der Natur eingreift und somit das befördert, was er gern verhindern möchte. Forschung darüber wäre nötig, ob allerdings ein Wissenschaftler für ein solches Vorhaben Forschungsgelder bekommt?