Stiftung „Plant for the Planet“ reagiert auf ZEIT-Kritik

Im Blog und in der Klimaschau kommentierten wir den Science Fiction Film Ökozid. Zum Film erhielten wir auch die folgende Leserzuschrift von Martin Krohn:

Ich habe mir jetzt die Darstellung „Ökozid“ über das Internet angesehen. Dazu einige Anmerkungen. Am Anfang des Films wird die Frage gestellt, weshalb ausgerechnet Deutschland angeklagt wird. Es gab die Antwort, dass China und die USA das Gericht nicht anerkennen. Kann jetzt ein Bankräuber angeben, dass er das Gericht nicht anerkennt und wird deshalb nicht angeklagt? Im Film wurden mehrfach Aussagen gebracht, dass Deutschland die Bemühungen der EU zur CO2 Reduzierung ausgebremst hätte. Mir kommt es eigentlich genau andersherum vor, dass Deutschland eher Vorreiter war.

Es gab eine Aussage, dass 40.000 Arbeitsplätze in der Braunkohleindustrie gefährdet seien. Dagegen wurde argumentiert, dass für erneuerbare Energien 400.000 Arbeitsplätze entstehen könnten. Ich halte das für völlig falsche Zahlen, wie auf diesem Blog schon berichtet wurde, hängen an den erneuerbaren Energien recht wenige Arbeitsplätze. Bei der Verkehrswende wurde der Vorwurf erhoben, Deutschland habe zu zögerlich auf neue Technologien wie Elektro- oder Wasserstoffantriebe gesetzt. Die CO2-Freisetzung bei der Herstellung von Elektrofahrzeugen wurde dabei natürlich verschwiegen. Außerdem die Umweltschäden bei der Beschaffung der Rohstoffe für die Batterien.

Im Film kam ein junger Mann aus einem der Klägerstaaten in den Zeugenstand. Der sagte aus, dass seine Familie sei Generationen Reis anbaut. Als durch den steigenden Meeresspiegel die Felder versalzt wurden ist die Familie auf Fischfang umgestiegen. Wie wurde die Bewirtschaftung der Felder denn durchgeführt? Etwa mit Ochsengespannen? Und wie sind die zum Fischfang aufs Meer gefahren? Mit einem Ruder- oder Segelboot. Doch wohl nicht mit einem Motorboot? Außerdem war der junge Mann recht modisch gekleidet? Wo hatte er diese Kleidung wohl her? Am Schluss kam die Frage, ob Angela Merkel die ehemalige Bundeskanzlerin ist oder die zukünftige UNO Generalsekretärin. Zum Zeitpunkt, wenn dieser Film spielt, ist Frau Merkel 80 Jahre alt.

Vielleicht könnte man das ganze Geschehen einmal umdrehen. Wenn sich die ganzen Horrorszenarien nicht einstellen sollten (nach Al Gore sollte die Arktis schon längst Eisfrei sein), vielleicht könnte man der Regierung dann ja Versäumnisse vorwerfen. Es werden Unsummen an Steuergeldern aufgrund unsicherer Prognosen aus dem Fenster geworfen. Die Stromversorgung im Land wird auf eine immer unsicherere Basis gestellt. Was passiert, wenn in Krankenhäusern für wichtige Operationen oder für lebenserhaltende Geräte der Strom fehlt? Und für diese schlechte Stromversorgung zahlen die Verbraucher noch enorme Preise.

Was wird, wenn sich wichtige Industrien aus Deutschland zurückziehen (wegen der unsicheren und teuren Stromkosten) und hier Millionen von Arbeitsplätzen verlorengehen. Was ist, wenn Feuerwehr, Polizei oder Krankenwagen im Notfall nicht ausrücken können, weil die Batterien noch nicht aufgeladen sind? Ganz zu schweigen, von den Gesundheitsschäden, welche für die Menschen durch Infraschall durch Windkraftanlagen einfach in kauf genommen werden. Außerdem der Verstoß gegen Naturschutz – geschützte Vogelarten wie der Rotmilan.

Eigentlich sollten die Deutschen es doch besser wissen, nicht blind auf einen Propheten zu hören. Es gibt eine Reihe von Wissenschaftlern, die eben nicht auf der Alarmseite zum Klimaschutz stehen. Ist es nicht die Pflicht der Regierung, auch andere Argumente zu Wort kommen zu lassen? Auch daraus kann eine Pflichtverletzung abgeleitet werden, wenn dadurch erhöhte Arbeitslosigkeit, erheblicher Wohlstandsverlust und gar Lebensgefahr für Mensch und Natur entsteht.

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Die GWPF brachte jetzt eine englische Übersetzung von Teilen des kürzlichen Interviews von Fritz Vahrenholt im Hamburger Abendblatt:

Former environment senator Fritz Vahrenholt: “We are threatened by a dramatic loss of prosperity”

Fritz Vahrenholt was a mastermind of Germany’s ecological movement, Senator for the environment and wind manager. Today he questions Germany’s costly climate policy.

Fritz Vahrenholt has shaped the environmental debate in Germany like hardly anyone else: His book “Seveso ist überall” (1976) denounced the conditions in the chemical industry, his atlas “Die Lage der Nation” (1983) assessed the environmental policy in the country.

In 1984, he joined the Hamburg environmental authority as a state councillor, and was the Senator for Environment from 1991 to 1997. The social democrat and SPD politician then moved into the business world and, from 2001, built up the wind energy manufacturer Repower. From 2008 to 2012, Vahrenholt worked as managing director of the newly founded RWE Innogy GmbH.

In recent years, the doctor of chemistry has become one of the sharpest critics of German climate protection policy. Since being fired from the Wildlife Foundation because of his views, he has made the topic his “main activity”, as he says. In his new book Unerwünschte Wahrheiten (Unwanted Truths) and on his blog, the 71-year-old deals with climate development and the consequences of climate policy.

Hamburger Abendblatt: Do you actually like arguing, Mr. Vahrenholt?

Fritz Vahrenholt No, not really. What makes you think so?

Weiterlesen bei der GWPF

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Haben Sie Lust, bei der deutschen Koordinierungsstelle des IPCC zu arbeiten? Stellenausschreibung der DLR:

Mitarbeit in der Deutschen IPCC-Koordinierungsstelle

Naturwissenschaftler/innen oder Gesellschaftswissenschaftler/innen

Wir bieten Ihnen eine Beschäftigung in Vollzeit oder Teilzeit mit einer Befristung auf zunächst zwei Jahre. Eine unbefristete Weiterbeschäftigung wird angestrebt. Die Bewerbungsfrist endet am 7. Januar 2021.

[…]

Ihre Qualifikation:

  • abgeschlossenes wissenschaftliches Hochschulstudium einer natur- oder gesellschaftswissenschaftlichen Fachrichtung (Diplom/Master) mit eigener Forschungserfahrung mit Bezug zum Klimawandel oder alternativ mehrjähriger Berufserfahrung mit Bezug zu klimawissenschaftlichen Inhalten
  • fundierte Kenntnisse der nationalen und internationalen Klimaforschung und -politik sowie gute Kenntnisse der deutschen und internationalen Forschungslandschaft und ihrer Strukturen in diesem Themenfeld
  • Kenntnisse der Inhalte, Strukturen und Arbeitsprozesse des Weltklimarates IPCC und der Klimarahmenkonvention UNFCCC sowie Erfahrungen mit internationalen Verhandlungen
  • Erfahrungen mit der Arbeit an der Schnittstelle von Wissenschaft und Politik und gute Kenntnisse der Strukturen und Arbeitsweisen der Bundesregierung
  • Kreativität und Erfahrung bei der Konzeption, Koordination und Moderation von nationalen und internationalen Prozessen und Veranstaltungen
  • sehr gutes sprachliches Ausdrucksvermögen in Wort und Schrift in deutscher und englischer Sprache sowie Routine in der Erfassung, Bewertung und verständlichen Aufbereitung komplexer (wissenschaftlicher) Sachverhalte für politische Entscheidungsträger
  • eigenständige, flexible und dienstleistungsorientierte Arbeitsweise, Teamfähigkeit, ein hohes Maß an Kommunikations- und Organisationsfähigkeit, hohe Motivation und Bereitschaft zu Dienstreisen auch ins Ausland
  • sicherer Umgang mit den üblichen PC-Programmen (Microsoft Office) und Erfahrung in der Pflege einer Internetpräsenz

Vollständige Stellenausschreibung hier lesen.

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In der zweiten Ausgabe der Klimaschau ging es u.a. um eine ZEIT-Investigativ-Recherche zur Stiftung Plant for the Planet. Die Stiftung hat nun eine Stellungnahme zum ZEIT-Artikel abgegeben:

Dezember 16, 2020

Liebe Unterstützerinnen und Unterstützer

Lliebe Mitglieder und Freundinnen und Freunde von Plant-for-the-Planet,

viele von Ihnen und euch haben den Artikel in der ZEIT gelesen, der am 16. Dezember über Plant-for-the-Planet erschienen ist. Dieser Artikel trifft uns als Stiftung und mich persönlich als Gründer sehr, weil er ein völliges Zerrbild zeichnet, Sachverhalte falsch darstellt und mit Vermutungen und Unterstellungen arbeitet. Wir sind als Plant-for-the-Planet gewohnt, viele Fragen von Medienvertretern zu uns, den Projekten und den Pflanzgebieten zu bekommen. Diese Fragen beantworten wir immer, da wir seit Gründungsbeginn transparent arbeiten und wissen, wie wichtig das Vertrauen in unser Tun ist.

Da wir seit Gründung sehr viel Wert auf Transparenz legen und wir nicht die Möglichkeit haben, einfach in einer großen Zeitung die Tatsachen korrekt darzustellen, wende ich mich direkt an Sie und euch, damit Sie sich und ihr euch ein Bild machen können/könnt. 
Bevor ich auf die Entstehung des Artikels und einige dort genannte Punkte eingehe möchte ich eines deutlich zu Beginn sagen: Alle von uns genannten Zahlen zu den gepflanzten Bäumen sind korrekt. Für jede Pflanzung gibt es Protokolle, die nachprüfbar sind. Wir arbeiten vor Ort mit Expert*innen zusammen, die sicherstellen, dass diese Pflanzungen ökologisch sinnvoll sind. Wir agieren nicht ideologisch, sondern auf Grundlage wissenschaftlicher Erkenntnisse.

In diesem Fall haben wir gleich 66 Fragen gestellt bekommen und beantwortet. Darunter auch solche, die mit der Stiftung nichts zu tun haben, sondern Aktivitäten weit vor meiner Geburt und vor der Gründung von Plant-for-the-Planet betrafen. 

Zusätzliche Fragen wurden so gestellt, dass wir sie nur ohne Prüfung beantworten konnten. So erhielt ich am Morgen des 6. Dezember, dem 2. Adventssonntag, einen Katalog mit zehn Fragen. Die Frist zur Beantwortung wurde mir auf Montagmorgen, 5:30 Uhr gesetzt. 

Auch ein anderes Vorkommnis hat bei mir viele Fragen zu dieser Recherche aufgeworfen: Am 16. Oktober wurde eine regionale Journalistin von der Autorin des Artikels beauftragt, zu unseren Flächen in Mexiko zu fahren. So etwas begrüßen wir immer, zu jedem Zeitpunkt haben wir Medien den Zutritt gewährt oder immer alle Fragen beantwortet. Diese Journalistin aber stellte lediglich dem Koch der Kantine, der sie getroffen hatte, forstwirtschaftliche Fachfragen, die er natürlich nicht beantworten konnte. Der Koch bot ihr an, mit mir zu sprechen, denn ich arbeitete vor Ort in einem Gebäude zusammen mit zweien unserer Ökologen. Auch wurde ihr angeboten unsere Baumschule zu besuchen und die Pflanzflächen vor Ort zu besuchen, wo unsere 108 Forstarbeiter pflanzten, um zu prüfen und zu fotografieren. Dies wurde ihr allerdings von ihren Auftraggebern untersagt. Jene Pflanzungen, die in dem Artikel angezweifelt werden, wären vor Ort besuchbar gewesen. Doch dies wurde abgelehnt. Im Artikel schreiben die Autoren dann, sie hätten “über Monate in Deutschland und Mexiko recherchiert.”

Auch deswegen möchte ich einige der Andeutungen und Vorwürfe, die in dem Artikel vorkommen, direkt kommentieren. 

Weiterlesen bei Plant for the Planet

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Am 17.12.2020 verlinkten wir an dieser Stelle ein Vortragsvideo von Frank Stefani (Helmholtz-Zentrum Dresden – Rossendorf) mit dem Titel „Shaken and stirred: When Bond meets Suess-de Vries and Gnevyshev-Ohl“. Die Videoaufzeichnung gibt es hier. Unser Leser Stefan Kennedy kommentierte das Video:

Schon der Einstieg in das Video von Frank Stefani ist mal wieder verblüffend: Die Algen im Holzmaar sind empfindlich (empfänglich) für die UV-Strahlen der Sonne, die eben in einer bis zwei Größenordnungen mehr schwanken als die Strahlungsintensität im 11-Jahres-Rythmus. Auch Joanna Haigh hatte schon auf die Effekte der UV-Strahlen in der Atmosphäre hingewiesen. Es verbindet sich. Bald kann man Rahmstorf et.al. vielleicht Lügen strafen, die immer davon reden, dass die Schwankungen der Sonnenaktivität zu klein seien um das Klima nennenswert zu beeinflussen.

Wenn ich es richtig erinnere hatten Lüdecke und Lüning auf den Wechsel der Strömungsrichtungen in den höheren Schichten der Atmosphäre jeweils in der Hälfte eines 11-Jahres-Zyklus hingewiesen. Das findet sich auch bei den Algen wieder und sollte ebenfalls von den UV-Strahlen am stärksten abhängen. Dann geht es aber richtig zur Sache, und die These, dass das Sonnensystem durch Resonanz in unruhige Zeiten mit chaotischen Zuständen und Grand Minima kommen kann, ist schon beeindruckend. Genauso wie das Gegenteil: dass die Planeten Harmonie in die Zyklik bringen können. Danke vielmals für dieses spannende Video! Mal sehen, was uns Alpha und M=2 in Zukunft so bescheren werden.

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Wir wünschen allen Lesern einen guten ersten Weihnachtstag.