Sparen, koste es, was es wolle

Nicht nur der Wirtschaftsminister Habeck ruft die Bürger zum Sparen auf, auch Hamburgs Umweltsenator Kerstan von den Grünen macht es laut Welt. 20% Gas sollen die Bürger ab Juli einsparen. Der Grund sind die gedrosselten Gaslieferungen aus Russland. Vielleicht sollte irgendjemand dem Senator mitteilen, dass Gas im Sommer in Privathaushalten in erster Linie für die Warmwasserbereitung dient. Das macht aber nur einen Bruchteil des Bedarfs von Heizsystemen aus.

Immerhin sollte man erwähnen, dass es noch nicht lange her ist, dass Kerstan das Aus für ein relativ neues Kohlekraftwerk bejubelte. Das sind Kraftwerke, die dafür sorgen könnten, das weniger Gas zur Stromerzeugung verbrannt werden muss, wenn Sonne und Wind mal wieder nicht liefern. Aber, Grüne haben Prinzipien und so lässt Kerstan lieber das alte Kraftwerk Wedel weiterlaufen als das deutlich saubere Moorburg. Das berichtet der NDR. Wie weit ein Politiker von Realität des Lebens entfernt ist, das beweist Kerstan laut NDR.

“Wenn man jetzt einspare, könne man mit einem blauen Auge davonkommen, sagte Kerstan. „Leute, die noch bei warmen Temperaturen nachts die Heizung laufen lassen oder jetzt gern noch Vollbäder nehmen oder morgens eine halbe Stunde lang duschen wollen, müssen sich jetzt überlegen, ob das wirklich eine gute Idee ist. Weil wir sonst wirklich im Winter rationieren müssen. Und das werden schwierige Entscheidungen sein.“”

Nun, Minister Habeck geht mit gutem Beispiel voran und hat seine Duschgewohnheiten bereits geändert. Kürzer Duschen, die neue Freiheit. Vielleicht bekommen wir die schönen Aufkleber auch zurück, die früher an Telefonzellen klebten: Fasse Dich kurz!

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“Es brennt nur, wenn wir dumm sind.”

Das sagt der Meteorologe Jörg Kachelmann gegenüber der Stuttgarter Zeitung. Er führt seit Jahren einen Kampf gegen gleich zwei Mythen:

1. Glasscherben verursachen Waldbrände
2. Hitze verursacht Waldbrände

Beides ist falsch, Glasscherben haben natürlich nichts im Wald zu suchen. Sie gehören in den Müll oder zur Sammelstelle. Selbst bei Temperaturen von 40 Grad Celsius entzündet sich kein Wald. Es braucht dazu Trockenheit (die es auch bei deutlich niedrigeren Temperaturen geben kann) und jemanden, der einen Wald anzündet. Erst die Kombi Trockenheit und Dummheit ist gefährlich.

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Das Niveau (Seespiegel) der Großen Seen in den USA bzw. Kanada wird in den nächsten 3 Dekaden steigen. Zu diesem Schluss kommt eine Studie, über die Phys berichtet.

“The Great Lakes in the Midwest U.S. comprise the largest unfrozen freshwater stores on Earth. But too much of a good thing can create problems. New research using the most advanced regional climate modeling systems finds that the baseline lake level for Lake Superior, Michigan-Huron and Erie are expected to rise by roughly 20 to 50 centimeters by 2050 as a result of climate change.

Like sea level rise, higher lake levels can increase coastal erosion, change navigation considerations and increase the risk of coastal flooding. More than 30 million people live along the lakes‘ roughly 4,500 miles of coastline in the U.S. and Canada, including the cities of Chicago, Detroit and Buffalo, New York. Storms and flooding associated with recent record highs have already caused problems for people, infrastructure and environments.”

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Elektroautos können das Stromnetz vor allem in den Abendstunden zusätzlich belasten. Das sagt ein Artikel bei ABC News, der sich auf Australien bezieht. Die Abendstunden sind offenbar besonders beliebt, wenn es gilt, das Elektroauto zu laden. Abhilfe sollen intelligente Ladegeräte schaffen, die 2.000 – 3.000 Australische Dollar kosten. Das sind umgerechnet 1.300 – 2.000 Euro.

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Für Bundeskanzler Scholz steht der Atomausstieg offenbar fest. Ein Artikel in der Süddeutschen berichtet darüber. Allerdings kann man sich schon etwas über Scholz wundern. Die Erneuerbaren Energien zwingen zur doppelten Infrastruktur. Das macht sie teuer. Nicht umsonst hat Deutschland mit seinem Weg die höchsten Stromkosten weltweit. Und wie volatile Stromerzeugung “Energiesicherheit” bewirken soll, das weiß vermutlich nur Scholz. Für Arbeitnehmer hat er gleich noch einen Tipp: Sie mögen doch bitte nicht so hohe Lohnforderungen stellen. Die Industrie sei doch schon arg gebeutelt. Genau aber wegen der Inflation, die zu einem Gutteil auf die Energieverteuerung geht, werden die Gewerkschaften Lohnsteigerungen fordern. Langfristig hält Scholz aber allen die Möhre hin, dass Strom irgendwann ja auch wieder günstiger wird.

Scholz argumentierte beim BDI erneut, dass Strom und Wärme aus erneuerbaren Quellen auch „mehr Energiesicherheit und mehr Energiesouveränität“ für Deutschland mit sich brächten – und damit „langfristig“ auch niedrigere Preise. Die hohen Strompreise dürften kein Bremsklotz sein beim Ausstieg aus den fossilen Energieträgern. Da die Industrie von den steigenden Preisen besonders stark getroffen sei, appellierte Scholz indirekt an die Gewerkschaften, keine zu hohen Lohnforderungen zu erheben.

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Jeder, der mit Erdgas heizt, sollte sich schon mal 1.000 – 2.000 Euro zur Seite legen, und zwar jährlich. Der Gashammer kommt nämlich ganz sicher. Auch wer einen Vertrag mit festgelegten Preisen hat, könnte in Kürze trotzdem zur Kasse gebeten werden. Der Grund ist die Alarmstufe, die Bundeswirtschaftsminister Habeck ausgerufen hat. n-tv berichtet:

“Möglich macht das der neue Paragraf 24 des Energiesicherungsgesetzes. Mit der Ausrufung der Alarmstufe ist eine der beiden Voraussetzungen erfüllt. Die zweite allerdings noch nicht: Die Bundesnetzagentur muss eine „erhebliche Reduzierung der Gasimportmengen nach Deutschland“ festgestellt haben. Erst dann dürfen die Unternehmen die Preise erhöhen. Derzeit sieht es so aus, dass die Regulierungsbehörde trotz der Drosselungen vorerst nicht so weit geht. Doch sie befürchtet eine unzureichende Gasversorgung im Winter. „Stand heute haben wir ein Problem“, sagte Netzagentur-Chef Klaus Müller am Dienstag. Und dieses Problem kann dazu führen, dass die Netzagentur bald grünes Licht für höhere Preise gibt. „Preisanpassungsklausel bei den Verträgen der Endkunden soll vorerst noch nicht aktiviert werden“, twitterte der Ökonom Jens Südekum. „Dürfte aber nicht lange dauern. Dann brennt die Hütte.“”

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Man muss Berichte wie dem aus dem PV-Magazin lediglich richtig dechiffrieren. Es geht um eine weitere Studie von Agora-Energiewende, dass Deutschland bis 2035 seine Stromproduktion mit Erneuerbaren Energien gestalten kann. Preissignal ist ein schönes Wort. Es meint aber eigentlich Verteuerung oder in diesem Fall die berühmte angebotsorientierte Stromversorgung.

“Zusätzlich müssen Agora zufolge auch die Voraussetzungen für flexiblen Stromverbrauch geschaffen werden. Hierfür müssten beispielsweise Preissignale den Betrieb oder das Laden von Elektrofahrzeugen, Wärmepumpen, Elektrodenkesseln, Elektrolyseuren oder Batteriespeichern in den Stunden attraktiv machen, in denen viel erneuerbarer Strom vorhanden ist.”

Der nächste Code, den man auflösen muss, ist die Verklappung von Naturschutz. Hier lautet die Wortwahl: endgültige Klärung.

“Damit das gelingt, muss die Regierung laut Agora die Fristen der Bundesländer für die Bereitstellung von zwei Prozent der Fläche für Windkraftanlagen verkürzen und eine endgültige Klärung der Vereinbarkeit von Artenschutz und Windkraft erreichen.”