Solaranlagen lernen schwimmen

Johannes Gutenberg-Universität Mainz am 30.6.2021:

Ausbruch des Laacher-See-Vulkans neu datiert

Laacher-See-Vulkaneruption fand vor 13.077 Jahren statt – Neues Datum liefert entscheidende Erkenntnisse über Klimaschwankungen am Ende der letzten Eiszeit

Der Ausbruch des Laacher-See-Vulkans in der Eifel zählt zu den größten Eruptionen, die sich in Mitteleuropa ereignet haben. Der Vulkanausbruch förderte rund 20 Kubikkilometer Asche zutage und die Eruptionswolke reichte über 20 Kilometer in die Höhe, vergleichbar mit dem Ausbruch des Pinatubo auf den Philippinen im Jahr 1991. Technische Fortschritte und Funde von Baumresten, die im Zuge der Eruption begraben wurden, ermöglichen nun eine genaue Datierung des Ereignisses mit einer nur sehr geringen Unsicherheit. Demnach ist der Ausbruch des Laacher-See-Vulkans vor 13.077 Jahren erfolgt und damit 126 Jahre früher als bisher angenommen. Dies wirft ein neues Licht auf die Klimageschichte des gesamten nordatlantischen und europäischen Raums und erfordert eine Anpassung der europäischen Klimaarchive. „Wir können damit einen Temperatursturz am Ende der letzten Kaltzeit genau datieren, sodass sich die Angaben jetzt mit denen von Bohrkernen aus dem Grönlandeis decken“, sagt Dr. Frederick Reinig, Dendrochronologe an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU). An dem Projekt war ein internationales Forschungsteam aus der Archäologie, Klimatologie, Ökologie, Radiokarbondatierung und Vulkanologie beteiligt. Die Forschungsergebnisse wurden in der renommierten Wissenschaftszeitschrift Nature publiziert.

Verkohlte Holzreste von Birken und Pappeln sind bis heute erhalten

Der Ausbruch des Laacher-See-Vulkans war eine Naturkatastrophe, die weite Teile Europas betroffen hat. Der Ascheregen gelangte bis nach Norditalien im Süden und nach Sankt Petersburg im Nordosten. In der unmittelbaren Umgebung und im benachbarten Rheintal bildeten sich mächtige Ablagerungen aus Asche und Bims, die alles Leben unter sich begruben. „Pyroklastische Ströme haben bei dem Ausbruch damals die Vegetation um den Laacher-See-Vulkan verschüttet. Die Bäume wurden in den Ascheablagerungen teilweise verkohlt und bis heute konserviert“, beschreibt Reinig das Ausbruchsgeschehen, das sich im späten Frühling bis frühen Sommer ereignet hat und das vermutlich mehrere Wochen andauerte – und das heute den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern die genaue Datierung des Ereignisses ermöglicht. „Diese hölzernen Zeitzeugen sind allerdings sehr selten und sie sind schwierig zu bergen“, so Reinig, Erstautor der Studie.

„Die regionalen Auswirkungen des Vulkanausbruchs sind gut erforscht. Was uns bisher gefehlt hat, ist die Sicherheit, wann genau dies passiert ist“, erklärt Prof. Dr. Ulf Büntgen, Co-Autor der Nature-Publikation von der University of Cambridge. Dies konnte nun anhand der Proben von verschütteten Birken und Pappeln ermittelt werden.

Analyse der Baumringe gibt Aufschluss über das genaue Datum der Eruption

Die vulkanischen Sedimente haben nicht nur die Holzstücke über 13.000 Jahre lang konserviert, sondern damit blieben auch die Jahrringe der Bäume erhalten. „Die Jahrringe geben uns die Möglichkeit, das Alter der Proben genau zu bestimmen“, sagt Prof. Dr. Jan Esper von der JGU. In einer gemeinsamen Initiative der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft WSL in Birmensdorf, Schweiz, mit dem Archäologischen Forschungszentrum und Museum für menschliche Verhaltensevolution MONREPOS in Neuwied wurden sowohl neu entdeckte Proben als auch ältere Fundstücke analysiert. Dazu hat das Labor für Ionenstrahlphysik der ETH Zürich Radiokarbonmessungen an 157 einzelnen Jahrringen der untersuchten Bäume vorgenommen. Die Kalibrierung dieser Ergebnisse gegen eine Schweizer Referenzchronologie ergab dann die präzise Datierung. „Die stetigen Fortschritte bei der Radiokarbon-Messtechnik und bei den verwendeten Kalibrierverfahren sowie die sorgsame Handhabung der empfindlichen Proben waren der Schlüssel, damit wir diese Datierung mit einer Unsicherheit von weniger als zehn Jahren etablieren konnten“, so Dr. Lukas Wacker von der ETH Zürich.

Neudatierung des Vulkanausbruchs hat Folgen für die Synchronisierung europäischer Klimaarchive und das Verständnis der großräumigen Klimadynamik

Die Eruption des Laacher-See-Vulkans erfolgte der Darstellung in Nature zufolge 13.006 Jahre vor 1950 mit einer Unsicherheit von 9 Jahren. Das ist 126 Jahre früher als die bisher allgemein akzeptierte Datierung anhand von Sedimenten im Meerfelder Maar.

Diese Differenz hat weitreichende Folgen für die Synchronisierung europäischer Klimaarchive und das Verständnis der nordatlantischen und europäischen Klimageschichte. Der Ascheregen, der infolge des Vulkanausbruchs über große Gebiete Mittel- und Nordeuropas niederging, ist ein wichtiger Zeitmarker für Paläoumweltarchive. Aufgrund der Neudatierung müssen nun die europäischen Archive angepasst werden. Gleichzeitig wurde damit eine bislang bestehende Differenz zu den Daten der grönländischen Eisbohrkerne geschlossen.

Dies bedeutet, dass der massive Kälteeinbruch zu Beginn der Jüngeren Dryaszeit – dem letzten, rund 1.300 Jahre dauernden eiszeitlichen Intermezzo vor der aktuell herrschenden Warmphase, dem Holozän – auch in Mitteleuropa bereits 130 Jahre früher, also vor circa 12.870 Jahren begann. Dies zeigen auch die Eisbohrkerne aus Grönland für den nordatlantischen Raum an. Während der Jüngeren Dryaszeit sanken die Temperaturen in Mitteleuropa um bis zu 5 Grad Celsius. „Diese starke Abkühlung vollzog sich nicht, wie bislang gedacht, zeitlich versetzt über einen längeren Zeitraum, sondern verlief über den gesamten nordatlantischen Raum und Mitteleuropa synchron“, sagt Frederick Reinig. Die Ergebnisse des interdisziplinären Forschungsteams legen damit nicht nur ein präzises Datum für den Ausbruch des Laacher-See-Vulkans in der Eifel fest. Das revidierte Alter der Ascheablagerungen und die damit verbundene Verschiebung der europäischen Klimaarchive wirft nun ein neues Licht auf die Klimageschichte des gesamten nordatlantischen und europäischen Raums.

+++

EIKE brachte am 30.6.2021 einen Artikel von Willis Eschenbach, übersetzt von Christian Freuer:

Die wahren Kosten von Wind und Solar

Werden immer viel teurer als fossile Energie sein: Wind und Solar!

Ich lese immer wieder, dass Wind und Solar endlich billiger sind als fossile Brennstoffe … und jedes Mal, wenn ich das lese, heben sich meine Augenbrauen bis zum Haaransatz.

Das liegt zum Teil daran, dass der Markt sehr effizient darin ist, Energiequellen auf der Basis ihrer Kosten zu erkennen. Hier, zum Beispiel, ist die Geschichte von Kerosin, Hervorhebung von mir:

Als 1857 eine von Michael Dietz erfundene, sauber brennende Kerosinlampe auf den Markt kam, hatte das sofortige Auswirkungen auf die Walfangindustrie. Kerosin, damals unter dem Namen „Kohleöl“ bekannt, war einfach herzustellen, billig, roch bei der Verbrennung besser als tierische Brennstoffe und verdarb nicht im Regal wie Walöl. Die Öffentlichkeit gab die Walöllampen fast über Nacht auf. Bis 1860 wurden in den Vereinigten Staaten mindestens 30 Kerosinfabriken in Betrieb genommen, und Walöl wurde schließlich vom Markt verdrängt. Als 1895 der Preis für Walöl aufgrund mangelnder Nachfrage auf 40 Cents pro Gallone fiel, wurde raffiniertes Petroleum, das sehr gefragt war, für weniger als 7 Cents pro Gallone verkauft. …

Quelle

Meine Frage lautet: wenn Wind und Solar so billig sind, warum ersetzen sie nicht über Nacht die traditionellen Energiequellen?

Dieser Frage wollte ich nachgehen. Die wichtigste Zahl zur Beurteilung, wie teuer eine Energiequelle sein könnte, wird „LCOE“ genannt, die Levelized Cost Of Energy. Dabei werden alle Kosten für neue Kraftwerke berücksichtigt – Kapitalkosten, Betriebs- und Wartungskosten, Brennstoffkosten, Finanzierungskosten, die ganze Bandbreite der Ausgaben für diese Energiequelle. Nun … bis auf einen Kostenpunkt, aber dazu kommen wir später.

Hier sind die neuesten Informationen zu den Stromgestehungskosten für verschiedene Energiequellen aus dem Bericht 2021 der U.S. Energy Information Administration (EIA) mit dem Titel Levelized Costs of New Generation Resources.

Weiterlesen bei EIKE

+++

Philipps-Universität Marburg am 1.7.2021:

Vulkanausbruch sorgt bis heute für gute Böden

Souvenire aus der Vorgeschichte: Dass der Vulkanausbruch, von dem der Laacher See bei Koblenz zeugt, sein vulkanisches Material bis ins Marburger Land schleuderte, also 140 Kilometer weit, war bereits bekannt – freilich nur von punktuellen Nachweisen. Jetzt zeigen Marburger Geowissenschaftler, dass die vulkanischen Ablagerungen großflächig im mittleren Lahntal vorkommen. Das Team um Collin Weber von der Philipps-Universität Marburg berichtet über seine Ergebnisse im Fachblatt „E&G Quaternary Science Journal“.

Vor fast 13.000 Jahren spuckte der Laacher-See-Vulkan zum vorerst letzten Mal Feuer und Gestein. Im Rheinland hinterließ der Ausbruch meterdicke Schichten aus Asche und Bimsstein, die Forschung sieht die Explosion als möglichen Auslöser einer Klima-Anomalie. „In der Kiesgrube von Niederweimar bei Marburg finden sich vulkanische Lockermassen, die vom Laacher-See-Ausbruch stammen, sogenannte Tephra, die bis zu zwei Meter mächtig sind“, sagt der Geograph Collin Weber, der als Erstautor der aktuellen Publikation firmiert.

„Die Aufschlüsse, die solche Kiesgruben bieten, beschränken sich immer auf einen vergleichsweise kleinen räumlichen Ausschnitt der gesamten Flussaue“, ergänzt Mitverfasser Professor Dr. Stefan Harnischmacher vom Marburger Fachgebiet Physische Geographie. Aber welche Ausbreitung zeigen die Ablagerungen in der Fläche?

Um das herauszufinden, führte das Team Bohrungen bis zu drei Metern Tiefe entlang von drei Transsekten durch, die quer zum Flussbett der Lahn bei Niederweimar verlaufen; dort, südlich der Kiesgrube, die die Referenzdaten liefert, hat die Flussniederung eine ihrer größten Ausdehnungen. Die Transsekten liegen in ein bis anderthalb Kilometer Entfernung voneinander. Aus dem geborgenen Material isolierte Koautor Volker Dickhardt die vulkanischen Anteile mittels Dichteauftrennung – weil das vulkanische Material aufgrund seiner vielen luftgefüllten Höhlungen nach oben schwimmt.

„Die Dichteauftrennung hat sich als geeignete Methode erwiesen, um das vulkanische Material schnell und unaufwendig zu separieren“, erklären die Autoren. Alles in allem identifizierten die Forscher 56 Schichten mit vulkanischen Ablagerungen, wobei das vulkanische Material im Schnitt knapp 70 Prozent dieser Schichten ausmacht. Wie das Autorenteam berichtet, kommen die vulkanischen Schichten ab einer Tiefe von an die 70 Zentimetern bis zu knapp 1,7 Metern vor; ihre Dicke kann sechs Zentimeter betragen, an anderer Stelle aber auch bis zu 1,3 Metern. „Die vulkanischen Schichten sind im Untersuchungsgebiet von jüngeren Flusssedimenten überlagert, etwa von Lehm“, erläutert Weber.

Vulkanische Ablagerungen, so erbrachte die Untersuchung, finden sich überall im Überflutungsgebiet des mittleren Lahntals. Sie stammen jedoch nicht aus direkter Ablagerung über die Luft, sondern müssen überwiegend vom Fluss aus dem gesamten Einzugsgebiet herangeschafft worden sein, wie die Wissenschaftler aus ihren Daten schlussfolgern.

„Allein die weite Verbreitung der Sedimente lässt auf große Mengen an Tephra schließen, die vom Ausbruch des Laacher-See-Vulkans herrühren“, schreiben die Autoren. Dieser Umstand müsse auch die Landnutzung und Anbaumöglichkeiten im mittleren Lahntal beeinflusst haben, dessen dokumentierte Siedlungsgeschichte mehr als 11.000 Jahre zurückreicht. Die vulkanischen Lockermassen sorgen wahrscheinlich für eine höhere Wasserspeicherkapazität des Bodens in Trockenperioden, vermuten die Wissenschaftler. Das gelte bis heute: „Die noch vorhandenen Ablagerungen tragen zur Verbesserung des Bodens bei.“

Collin Weber fertigt derzeit seine Doktorarbeit in der Arbeitsgruppe Boden- und Hydrogeographie der Philipps-Universität an.

Originalveröffentlichung: Collin Joel Weber, Volker M. H. Dickhardt & Stefan Harnischmacher: Spatial survey of tephra deposits in the middle Lahn valley (Hesse, Germany), E&G Quaternary Science Journal 2021, DOI: https://doi.org/10.5194/egqsj-70-165-2021

+++

Technische Universität München am 1.7.2021:

Säure in der Nano-Pore: Wasser in Zeolithen hilft bei der Umwandlung von Biomasse in Biosprit

Zeolithe sind extrem poröse Materialien: Zehn Gramm davon können eine innere Oberfläche von der Größe eines Fußballfeldes besitzen. Ihre Hohlräume lassen sich nutzen, um chemische Reaktionen zu katalysieren und damit Energie zu sparen. Ein internationales Forschungsteam hat nun neue Erkenntnisse über die Rolle von Wassermolekülen in diesen Prozessen gewonnen. Eine wichtige Anwendung ist die Umwandlung von Biomasse in Biosprit.

Treibstoff aus Biomasse gilt zwar als klimaneutral, dennoch benötigt man Energie um ihn herzustellen: Erst höhere Temperaturen und Druck sorgen dafür, dass die gewünschten chemischen Reaktionen stattfinden.

„Wenn wir in Zukunft auf fossile Energieträger verzichten und Biomasse im großen Stil effizient nutzen wollen, dann müssen wir auch Wege finden, den Energiebedarf bei der Verarbeitung zu reduzieren“, sagt Johannes Lercher, Professor für Technische Chemie an der Technischen Universität München (TUM) und Direktor am Institute for Integrated Catalysis am Pacific Northwest National Laboratory in Richland, Washington (USA).

Zusammen mit einem internationalen Forschungsteam hat der Chemiker sich jetzt die Rolle von Wassermolekülen bei Reaktionen innerhalb der nur wenige Nanometer großen Poren in Zeolithen genauer angesehen.

Das Saure an der Säure

Eine Säure zeichnet sich dadurch aus, dass sie bereitwillig Protonen abgibt. Salzsäure spaltet sich so auf in ein negativ geladenes Chlorid-Anion, wie es auch im Kochsalzkristall vorkommt, und ein positiv geladenes Proton, das in Wasser an Wassermoleküle andockt. Es entsteht so ein positiv geladenes Hydronium-Ion, das dieses Proton aber auch gerne wieder weiter reicht, beispielsweise an ein organisches Molekül.

Wird diesem ein Proton „aufgedrängt“, versucht es sich zu stabilisieren. Aus einem Alkohol kann so ein Molekül mit einer Doppelbindung werden – ein typischer Reaktionsschritt auf dem Weg von Biomasse zu Biosprit. Die Wände von Zeolithen stabilisieren die bei der Umwandlung auftretenden Übergangszustände und helfen so, den Energieaufwand für die Reaktion zu minimieren.

Ein Zeolith wird sauer

In Zeolithen gibt es Sauerstoffatome im Kristallverband, die bereits ein Proton besitzen. Im Zusammenspiel mit Wassermolekülen bilden sie, wie molekulare Säuren, Hydronium-Ionen.

Während die sich im Wasser jedoch verteilen, sind sie im Zeolithen fest gebunden. Durch chemische Vorbehandlung kann man die Zahl dieser aktiven Stellen variieren und so in den Poren des Zeolithen eine bestimmte Dichte von Hydronium-Ionen herstellen.

Der optimale Zeolith für jede Reaktion

Das Forschungsteam variierte nun systematisch die Größe der Hohlräume, die Dichte der aktiven Zentren und die Wassermenge. So konnte es zeigen, welche Porengröße und welche Wassermenge ausgewählte Beispielreaktion am besten katalysiert.

„Grundsätzlich kann man die Reaktionsgeschwindigkeit steigern, indem man die Poren enger macht und die Ladungsdichte erhöht“, erklärt Johannes Lercher. „Diese Steigerung hat allerdings Grenzen: Wenn es zu eng wird und die Ladungen zu dicht nebeneinander sind, nimmt die Reaktionsgeschwindigkeit wieder ab. Für jede Reaktion kann man so die optimalen Bedingungen finden.“

„Zeolithe sind für alle chemischen Reaktionen geeignet, deren Reaktionspartner in diese Poren hineinpassen und bei denen eine Säure als Katalysator eingesetzt wird“, betont Lercher. „Wir stehen hier ganz am Anfang einer Entwicklung die das Potenzial hat, die Reaktivität von Molekülen auch bei niedrigen Temperaturen deutlich zu erhöhen und damit bei der Gewinnung von Kraftstoffen oder chemischen Substanzen in erheblichem Umfang Energie einzusparen.“

+++

Eos am 23.6.2021:

Better Subseasonal-to-Seasonal Forecasts for Water Management

Emerging methods that improve precipitation forecasting over weeks to months could support more informed resource management and increase lead times for responding to droughts and floods.

California experiences the largest year-to-year swings in wintertime precipitation (relative to its average conditions) in the United States, along with considerable swings within a given water year (1 October to 30 September). For example, 1977 was one of the driest years on record, whereas 1978 was one of the wettest. In December 2012, California was on pace for its wettest year on record, but starting in January 2013, the next 14 months were drier than any period of the entire 100-year observational record.

The considerable variability of precipitation within given water years and from year to year poses a major challenge to providing skillful long-range precipitation forecasts. This challenge, coupled with precipitation extremes at both ends of the spectrum—extremes that are projected to increase across the state through the 21st century as a result of climate change—greatly complicates smart management of water resources, upon which tens of millions of residents rely.

Weiterlesen auf Eos

+++

Heise am 17.6.2021:

Fusionsenergie: General Fusion plant Demonstrationsanlage in Großbritannien

General Fusion hat den Standort für sein erstes Fusions-Demonstrationskraftwerk festgelegt: Die Anlage entsteht im britischen Culham.

Das erste Demonstrationskraftwerk des kanadischen Fusionsforschungsunternehmens General Fusion wird in Großbritannien gebaut. Die britische Atomenergiebehörde (UKAEA) und General Fusion haben eine Vereinbarung bekannt gegeben, nach der die Firma ihre Demonstrationsanlage in Culham auf dem Gelände des dortigen Forschungscampus bauen und betreiben wird. Der Baubeginn ist für das Jahr 2022 vorgesehen, der Betrieb soll etwa drei Jahre später beginnen.

Weiterlesen auf Heise

+++

Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE am 2.7.2021:

Solaranlagen lernen schwimmen: Verbund aus Forschung und Industrie unterzieht verschiedene Systeme mehrjährigem Prax

Schwimmende Photovoltaik-Kraftwerke – sogenannte Floating-PV-Anlagen – ermöglichen den Ausbau erneuerbarer Energien, ohne neue Landflächen in Anspruch zu nehmen. Das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE, RWE Renewables und die Brandenburgische Technische Universität Cottbus-Senftenberg (BTU) wollen gemeinsam mit weiteren Partnern diese innovative Technologie weiterentwickeln. Ziel ist es, im Rahmen des Forschungsprojekts »PV2Float« mehrere Floating-PV-Anlagen mit unterschiedlichen Systemdesigns einem intensiven Praxistest zu unterziehen. Das Forschungsvorhaben ist auf insgesamt drei Jahre angelegt. Ein geeigneter Tagebausee für die Durchführung wird derzeit ausgewählt.

Schwimmende PV auf Wasserflächen birgt weltweit ein bisher kaum genutztes Stromerzeugungs- und Klimaschutzpotenzial. Im Unterschied zu Freiflächenanlagen werden die PV-Module hierfür auf Schwimmkörpern installiert und auf einem stehenden Gewässer oder dem Meer ausgebracht. Allein in Deutschland entstanden durch den Braunkohletagebau rund 500 Tagebauseen. Laut einer Studie des Fraunhofer ISE verfügen diese aus rein technischer Sicht über ein nutzbares Potenzial im mittleren zweistelligen Gigawatt-Bereich*. So eröffnen die schwimmenden PV-Anlagen ehemaligen Zentren des Braunkohlebergbaus, wie der Lausitz, neue Perspektiven.
Das vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie geförderte Projekt »PV2Float« möchte zur Erschließung dieses Potenzials beitragen. Die Versuchsanlagen bilden eine wichtige Basis für eine genaue Analyse der technischen Voraussetzungen, Wirtschaftlichkeit und ökologischen Auswirkungen schwimmender PV-Kraftwerke in Deutschland. Im Fokus steht dabei auch die Akzeptanzfrage.

RWE trägt neben der finalen Standortauswahl mit einer umfassenden Potenzialanalyse des deutschen und internationalen Marktes für Floating-PV zum Projekt bei. Als eines der weltweit führenden Unternehmen im Bereich Erneuerbarer Energien verfügt RWE über langjährige Erfahrung bei Bau und Betrieb von Freiflächen-Solaranlagen und realisiert derzeit ein Floating-PV-Projekt in den Niederlanden.
Thorsten Miltkau, Senior Manager Solar Power bei RWE Renewables, erklärt: »Wir sehen weltweit großes Potenzial für Floating-PV. Mit diesem Forschungsprojekt wollen wir unser Wissen über die technischen Möglichkeiten von schwimmenden Photovoltaikanlagen, wie Skalierbarkeit und Energieertrag, vertiefen und die Erkenntnisse in kommerzielle Projekte überführen.«

Konzipiert und aufgebaut wird die Versuchsanlage gemeinsam mit Volta Solar. Geplant sind vier schwimmende Installationen und eine Referenzanlage an Land mit insgesamt etwa 150 Kilowatt Leistung. Heckert Solar, ein Solarmodulhersteller aus Chemnitz, wird das Projekt mit innovativen Modulkonzepten unterstützen.
VDE Renewables evaluiert die im Rahmen des Projekts entwickelten Kraftwerkskonzepte in Bezug auf Normenkonformität und elektrische Sicherheit und überprüft die Anlagen nach der Errichtung. Das Fraunhofer ISE untersucht den regulatorischen Rahmen für Floating-PV-Anlagen und erarbeitet ein Verfahren zur Beteiligung lokaler Akteurinnen und Akteure. Das Institut überprüft des Weiteren die Zuverlässigkeit der einzelnen Systemkomponenten, entwickelt PV-Module sowie Ertragssimulationen für die besonderen Anforderungen des schwimmenden Anwendungsbereichs weiter und analysiert die Wirtschaftlichkeit von Floating-PV. Dazu Stefan Wieland, Leiter des Projekts beim Fraunhofer ISE: »Das Gewässer stellt besondere Anforderungen an Design, Material, Umweltverträglichkeit und Betriebsführung schwimmender PV-Kraftwerke. Im Projekt werden diese im Hinblick auf die Errichtung großer Floating-PV-Anlagen untersucht.«
Die gewässerökologische Begleitung des Projekts liegt bei der BTU Cottbus-Senftenberg und dem Institut für Wasser und Boden Dr. Uhlmann aus Dresden.
Dr. Dieter Leßmann vom Lehrstuhl Gewässerschutz der BTU Cottbus-Senftenberg merkt an: »Die ökologische Verträglichkeit schwimmender Solaranalgen ist eine Grundvoraussetzung für deren Genehmigungsfähigkeit. Mit dem Forschungsprojekt PV2Float wollen wir unsere Kenntnisse zu den gewässerökologischen Auswirkungen weiter vertiefen.«

Weitere Informationen
*Wirth H, Eggers J-B, Trommsdorff M, Neuhaus H, Heinrich M, Wieland S, Schill C. Potenziale der Integrierten Photovoltaik in Deutschland. Tagungsband 36. PV-Symposium, ISBN 978-3-948176-14-3, 2021 – Publikation wird Interessenten vom Fraunhofer ISE zur Verfügung gestellt

Die Projektpartner

RWE Renewables ist eines der weltweit führenden Unternehmen im Bereich Erneuerbare Energien. Das Unternehmen mit rund 3.500 Beschäftigten verfügt über Onshore- und Offshore-Windparks, Photovoltaikanlagen sowie Batteriespeicher mit einer Kapazität von rund 9 Gigawatt. RWE Renewables treibt den Ausbau der Erneuerbaren Energien in mehr als 20 Ländern auf fünf Kontinenten voran. Von 2020 bis 2022 will RWE Renewables 5 Milliarden Euro netto in Erneuerbare Energien investieren und ihr Portfolio an Erneuerbaren Energien auf mehr als 13 Gigawatt Nettokapazität ausbauen. Darüber hinaus plant das Unternehmen weiteres Wachstum bei Windkraft und Solar. Im Fokus stehen der amerikanische Kontinent, die Kernmärkte in Europa und der asiatisch-pazifische Raum.

Die Brandenburgische Technische Universität Cottbus-Senftenberg (BTU) ist eine junge Universität mit einer starken Ausrichtung auf Innovation und Nachhaltigkeit. Die Kombination von Grundlagen- und anwendungsorientierter Forschung führt zu weltweit gefragten Lösungen in den Schwerpunktbereichen Umwelt, Energie, Werkstoffe, Bau, Gesundheit sowie Informations- und Kommunikationstechnologie. Die BTU versteht sich als Teil der internationalen Wissenschaftsgemeinschaft. Ein Drittel der rund 7.000 Studierenden kommt aus über hundert Ländern. Unsere Studierenden schätzen die fundierte und anspruchsvolle Ausbildung genauso wie die internationale und familiäre Atmosphäre auf dem Campus.