So wie jedes Jahr: Sterne, Brezel, Herzen und Spendenbettelei

Viele werden es kennen. Man bemerkt die Zeit vor Weihnachten spätestens ab September, wenn die Regale im Supermarkt mit Herzen, Brezeln und Sterne gefüllt werden. Kurze Zeit später kommen dann Dominosteine und Weihnachtsmänner dazu. Es gibt aber noch ein Indiz, dass bald Weihnachten ist: Die Spendenaufrufe bei Wikipedia ploppen auf. Ob man mal eben kurz Zeit hätte und selbst 5 Euro würden schon helfen. Anderenfalls könnte das Mitmach-Lexikon leider seinen Dienst nicht verrichten. Nun, wirkliche Not herrscht bei Wikipedia bzw. Wikimedia nicht. Die Mitgliedsbeiträge fließen üppig und es werden auch von Jahr zu Jahr mehr Einnahmen. Eine eigene gegründete Fördergesellschaft übernimmt die Bettelei und vermutlich zigfach aufploppende Banner auf der Webseite tun das Übrige.

(Abbildung: Screenshot Wikipedia.de)

Was aber kaum klar ist, von dem vielen Geld, welches in Deutschland eingesammelt wird, geht nur ein vergleichsweise kleiner Teil in die Arbeit vor Ort. Eine beträchtliche Summe wandert in die USA zur Mutterorganisation. Die trägt zwar zweifelsfrei auch Kosten wie zum Beispiel die IT, aber man kann quasi zusehen, wie der Geldhaufen dort bei der Mutter jedes Jahr größer und größer wird. 7,8 Millionen Euro waren das im Jahr 2019 die auf den großen Haufen von 176 Millionen Dollar draufkamen und dafür sorgten, dass es nun stramm auf die 200 Millionen Dollar zugeht.

(Abbildung aus den Financials von Wikimedia Foundation Inc.)

Wer weiß, wie lange man damit den Laden betreiben könnte ohne einen einzigen Cent von außen?
Vermutlich sehr lange und das sogar ohne Bettelbanner. Dass es endgültig Zeit ist, an Weihnachtsgeschenke zu denken, kann man übrigens spätestens Ende November sehen. Die Banner bei Wikipedia werden immer häufiger geschaltet und es wird auf Drama gemacht. “Nur noch X Millionen, sonst können wir nicht weitermachen”. Das passiert jedes Jahr und genau im Dezember kommt dann die erlösende Nachricht, dass Wikipedia nun fürs Erste gerettet sei. Puhh. Von dem Transfer der vielen Millionen in die USA wird besser nicht geschrieben, es könnte potentielle Spender verunsichern.

Nun ist gegen die Idee einer Sammlung von Information im Internet wenig zu sagen. Wissen ist Wikipedia allerdings nicht, auch wenn das immer wieder gern verwechselt wird. Wissen wird an anderer Stelle geschöpft, ProTipp: Man findet es meist ganz unten auf der jeweiligen Artikel Seite. Die Autorenschaft bei Wikipedia hat in sehr vielen Fällen eine feste Agenda. Der Fall Andol war ja auch schon mehrfach ein Thema in diesem Blog. Neutral ist die Plattform nicht, sie wird sehr oft ideologisch missbraucht und es reichen bereits wenige ”Mitwirkende” aus, um ein Thema komplett zu beherrschen. Das ist nicht nur auf das Thema Klima bezogen.

Eine Frage drängt sich aber immer noch auf. Wie verträgt sich das Spenden und das Weiterreichen der Gelder eigentlich mit dem deutschen Steuerrecht? Ein deutscher Spender bekommt ja eine deutsche Spendenquittung, weil der Verein Wikimedia bzw. seine Fördergesellschaft hier als gemeinnützig gelten. Ist es allerdings gemeinnützig im Sinne der steuerlichen Absetzbarkeit, wenn Gelder in so beträchtlicher Höhe lediglich durchgeschleust werden?

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Greta Thunberg: „Deutschland hat eine historische Schuld zu begleichen“

(Abbildung: Screenshot Spotify)

In der neuen Ausgabe des Podcast von Luisa Neubauer unterhält sich die Deutsche mit Greta Thunberg – beide von Fridays For Future (FFF). Ob es jetzt daran liegt, dass Neubauer Deutsche ist und sich der Podcast an deutsches Publikum richtet, es wird schon klassisch wie bei einer Religion mit den Thema Schuld gearbeitet.

Schuld und Sühne. Nicht, dass wir Deutschen uns damit nicht auskennen. Es fällt hier auf fruchtbaren Boden. Beim Thema Klima greift die Schuld also wieder sehr gut, auch wenn nicht klar hervorgeht, was denn nun Deutschlands spezielles Vergehen in Sachen Klima ist im Vergleich zu seinen Nachbarländern. Ist es die schiere wirtschaftliche Größe, die bereits für den Schuldspruch ausreicht? Oder betrifft die Schuld die Tatsache, dass Deutschland trotz 20 Jahre Zeit und mindestens 500 Mrd. Euro EEG-Gelder es immer noch nicht geschafft hat, seine Emissionen entscheidend zu senken? Oder meint Schuld vielleicht, dass Deutschland sehenden Auges seine Emissionen in den nächsten Jahren erhöhen wird, weil sich die Politik für Ausstieg aus der Kernenergie entschlossen hat?

Wie auch immer, die beiden Protagonisten im Podcast beeilen sich noch einmal darauf hinzuweisen, dass sie die lautesten Verfechter der Demokratie seien. Natürlich ist Protest ein Zeichen von Demokratie, aber letztlich sind es die demokratischen Spielregeln, die FFF gestatten solchen Protest zu artikulieren. Die Fridays For Future (FFF) Bewegung hat die Demokratie nicht erfunden, sie profitiert allerdings davon.

Es könnte gut sein, dass dieses Statement die Kritik an irgendwelchen Räten im Keim ersticken soll. Denn immer noch wird diese Idee nur zu gern bei den Klimabewegten diskutiert, um endlich ohne ein störendes Parlament seine eigene Agenda durchzubringen. Auch ein Veto-Ministerium, wie es offensichtlich angedacht ist, wäre das Gegenteil von Demokratie.

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Kampfansage des Umweltbundesamts UBA an die Bevölkerung, die auf dem Land lebt. Benzinpreise rauf und Pendlerpauschale abschaffen, so lautet die Forderung. Dirk Messner, der Leiter des UBA hat noch mehr “gute“ Ideen, dazu gehört auch eine generelle PKW-Maut. Ob Messner verstanden hat, dass die Pendlerpauschale dem Staat dazu dient an anderer Stelle Steuern einzunehmen? Jeder Beschäftigte zahlt in der Regel Einkommenssteuer und weitergehend zusätzliche Steuer. Gelder, die der Bund dann in seinem Haushalt verwenden kann, z. B. für die Gehälter seiner Beamten und Angestellten oder auch für Klimamaßnahmen. In der Süddeutschen Zeitung legt er seine Vision dar.

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Der Deutsche Wetterdienst hat immer noch große Probleme mit den neuen Referenzwerten beim Vergleich von Temperaturen. Es erinnert ein wenig an Menschen, die auch Jahre nach Einführung des Euros noch mit DM rechneten. Auch in der Oktober 2021 Betrachtung des Wetters wird wieder mit der alten Referenz gearbeitet. Wer gern auch Karten zum Wetter im Oktober 2021 ansieht, dem sei Wetterkontor empfohlen. Dort sieht man sehr schön die Niederschläge, die Temperaturen und die Sonnenscheindauer als Monatswerte.

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Laut Golem können VW-Manager keine E-Autos als Dienstwagen bestellen. Der Grund: Mangel bei der Komponentenbeschaffung.

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Trotz internationaler Hilfsgelder sollen im Kongo im tropischen Urwald Bäume gefällt werden. Bei Regenwald.org gibt es eine Petition mit entsprechenden Informationen.

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Der Netzbetreiber Tennet plant laut T-Online eine sogenannte Energieinsel in der Nordsee. Dort sollen mehrere Windparks zusammengeschlossen werden. Das kann sogar aus Sicht von Materialverbrauch (nur drei Leitung zum Land statt vieler) sinnvoll sein. Einen Ausgleich innerhalb der Windkraftanlagen in der Nordsee dürfte es damit wegen des zu kleinen Gebiets und den geringen Unterschieden bei den Windbedingungen nicht geben. Einen gleichlautenden Artikel gibt es bei der Welt. Dort wird auf die Möglichkeit hingewiesen, Windparks verschiedener Länder zu koppeln.

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Ebenfalls bei T-Online ist die Meldung zu finden, dass Russland seine Gaslieferung ab dem 8. November 2021 erhöhen wird. Als Konsequenz fällt der Gaspreis.

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Klima Killer Kuh? Nein, sagt Wilhelm Windisch von der TU München. Die Rolle der Kühe in Sachen Klima werde überschätzt.

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From Hero to Zero? James Hansen, ehemaliger Direktor des Goddard Institute of Space Studies (GISS) wird in Berlin anlässlich einer Demonstration des Vereins Nuklearia am 13.11.2021 sprechen. Der Verein kündigt es so auf seiner Webseite an.

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“Hört auf den Kindern zu erzählen, dass sie am Klimawandel sterben werden”. So lautet übersetzt der Titel eines Artikels bei Weird.

“Let’s be clear: Climate change is one of the biggest problems we face. It comes with many risks—some certain, some uncertain—and we’re not moving anywhere near fast enough to reduce emissions. But there seems to have been a breakdown in communication of what our future entails. None of the climate scientists I know and trust—who surely know the risks better than almost anyone—are resigned to a future of oblivion. Most of them have children. In fact, they often have several. Young ones, too. Now, having kids is no automatic qualification for rational decision-making. But it signals that those who spend day after day studying climate change are optimistic that their children will have a life worth living.”

Der lange Artikel beschäftigt sich auch mit den Hungerstreiks kurz vor der Bundestagswahl in Berlin. Einigermaßen fassungslos war der Autor als er die Aussagen eines Teilnehmers am Hungerstreik hörte, dass dieser Hunger noch gar nichts sei im Vergleich zu den Hungerkatastrophen in Europa in spätestens 20 Jahren. Wissenschaftliche Evidenz für solche Aussagen gibt es nicht, sie scheinen von purer Panik getrieben zu sein. Aber war es nicht genau das, was Greta Thunberg so gern wollte?