Science-Artikel: Zahlen zum Artensterben maßlos übertrieben

Vor kurzem wiesen wir an dieser Stelle auf einen neuen Youtube-Vortrag von Günther Aigner zum Extremwetter in den Alpen hin. Wenn Ihnen die Präsentation gefallen hat, möchten wir Ihnen weitere Studien zum Thema von Aigner empfehlen, die alle kostenlos hier heruntergeladen werden können:

Themen:

  • Die Winter am Arlberg seit 1926.
  • Kleinwalsertal (Vorarlberg) und Oberstdorf
  • Die Winter in Kitzbühel seit 1896
  • Die Winter auf der Schmittenhöhe
  • Die Winter auf der „Sonnenterrasse“ von Serfaus, Fiss und Ladis
  • Die Winter in Tirol seit 1895
  • Die Winter im Paznaun seit 1895
  • Wintertemperaturen in den Dolomiten seit 1895
  • PillerseeTal – schneereichste Region Tirols
  • Ötztal
  • Zauchensee – Ennspongau
  • Fichtelberg (Erzgebirge, Deutschland)

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Thermometer lügen nicht. Pustekuchen. Die offiziellen Temperaturkurven enthalten in den wenigsten Fällen die Originalmessdaten. Vielmehr findet eine umfangreiche „Nachbearbeitung“ bzw. „Korrektur“ statt, bevor die Temperaturen geplottet werden. Markus Schär erläutert den „Workflow“ in seinem Blog COOL DOWN:

Wir machen eine Erwärmung

Der schnelle Anstieg der Temperaturen in der Schweiz seit den 1980er-Jahren ist tatsächlich menschengemacht. Von Meteo Schweiz. Eine Recherche für das Klima-Sonderheft der Weltwoche.

Die Hitzewelle der letzten Juniwoche liess die Schweizer schwitzen, aber zumeist die Temperaturrekorde nicht fallen. Als historisch höchsten Wert in der Stadt Zürich massen die Meteorologen des Bundes, wie sie auf dem Blog von Meteo Schweiz bekannt gaben, 37,7 Grad – im Juli 1947. Damals, vier Jahrzehnte vor der angeblich menschengemachten Klimaerwärmung in den Achtzigerjahren, erlebte die Schweiz einen denkwürdigen Hitzesommer, der den Rhein zum Rinnsal austrocknen und das Bauernland zur Steppe veröden liess. Doch dieser Rekord gilt für die Meteorologen nicht.

Denn bis 1949 stand die Zürcher Station der Meteorologischen Zentralanstalt bei der ETH, auf 475 Meter ü.M. in Zentrumsnähe; dann kam sie nach Fluntern, 80 Meter höher an den Stadtrand. Nicht nur die Höhenlage wirkt sich aber auf die Messungen aus, sondern auch die Distanz zur Stadt. Denn dort staut sich die Hitze, ein Phänomen, das die Meteorologen als Urban Heat Islands kennen. Kritiker führen einen Teil der gemessenen Erwärmung darauf zurück, dass in den USA oder in China Wetterstationen, die sich früher auf dem Land fanden, jetzt in Stadtzentren oder neben Flughäfen stehen. Wer zu historischen Temperaturdaten forscht, muss sie also korrigieren. Aber wie?

Schon beim Messen – der Grundlage der Klimaforschung wie jeder Naturwissenschaft – zeigt sich, dass es keine eindeutigen, sondern nur menschengemachte Fakten gibt. Wir Menschen sehen, aufgrund der menschlichen Schwäche des Confirmation Bias, aber am liebsten jene Daten, die unsere Sicht bestätigen. Und wir biegen die Daten, wenn sie dies nicht tun, notfalls zurecht. 

Sogar auf die Messwerte des landesweiten Netzes von Wetterstationen, die seit 1864 sorgfältig dokumentiert sind, können wir uns nicht blind verlassen. Denn die Umstände haben sich gewandelt: andere Messinstrumente, andere Umgebungsverhältnisse, manchmal gar ein anderer Standort. Die Meteorologen des Bundes mussten die Daten deshalb immer wieder korrigieren, in der Fachsprache: homogenisieren. Zuletzt taten sie es 2003 – mit einem spektakulären Resultat.

Die Temperaturkurven zeigten jetzt, wie nie zuvor, die «unnatürlich» schnelle Erwärmung seit den Achtzigerjahren, vor der die Klimaforscher warnen. Die Temperaturen seit 1864 stiegen nach der Korrektur in Zürich statt um 0.7 um 1.6 Grad, auf dem Chaumont statt um 0.7 um 1.7 Grad und in Château-d’Oex statt um 1.2 um 2.0 Grad. Und Sion, das seit dem 19. Jahrhundert kaum eine Erwärmung mass, fiel jetzt mit einem Anstieg um 2 Grad auf. 

Weiterlesen und Graphiken auf COOL DOWN

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Am 26. Juli 2019 kritisierte Mark Costello in Science Schätzungen einer zwischenstaatlichen Organisation zur Biodiversität und zum Artensterben. Die Gruppe verwende künstlich aufgeblähte Artenlisten und würde Äpfel mit Birnen vergleichen:

Unhelpful inflation of threatened species

The recent assessment of the state of the world’s biodiversity by the Intergovernmental Science-Policy Platform on Biodiversity and Ecosystem Services (IPBES) claimed that 1 million species are threatened with extinction and that extinction rates are tens to hundreds of times higher than those in the past 10 million years based on the fossil record (1, 2). Neither estimate is helpful to conservation, and both may be counterproductive. The claim that 1 million threatened species are under threat was based on an outdated high estimate of how many species may exist. Old estimates of species diversity need to be reduced to recognize that continued high rates of species discovery are being maintained by increasing effort, that the number of apparent species includes many synonyms, and that at least two-thirds of all species are named (3–6). Comparisons between the present situation and the (patchy and biased) fossil record are flawed because they differ in causes of extinctions, species groups measured, and time scales (3, 7).

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