Schande, Schande

Cornelia Funke, eine bekannte Buchautorin, übt an einem Remake einer sehr markanten Szene aus der TV-Serie Game Of Thrones. Dort muss die böse Cersei Lannister den Walk of Shame gehen. Die Bewohner von Königsmund bespucken sie dabei und reißen ihr die Kleider vom Leib. Vorweg läuft eine Nonne mit einer großen Glocke und ruft immer wieder: Schande, Schande. Während es in der Serie um die unfreiwillige Buße für allerlei Intrigen geht, klagt Funke sich laut Welt selbst an.

“Als sie 17 Jahre alt war, habe sie gedacht, sie könne die Welt ein Stückchen besser machen, sagt die bekannte Kinderbuchautorin Cornelia Funke. Jetzt müsse sie sich stattdessen für ihre Generation entschuldigen „für die Welt, die ich euch überlasse“.

Man sollte wissen, dass Funke eine lange Zeit in den USA lebte. Vielleicht tun ihr jetzt die Interkontinental-Flüge leid? Wir hatten schon sehr viel zu dem Thema, Kinderscham, Hundescham und jetzt noch mal genereller Lebensscham. Wir leben in einer verrückten Welt.

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Wind und Sonne werden nicht reichen. Das ist eine der Aussagen von Amardeo Sarma in einem Meinungskommentar bei den Salonkolumnisten. Er plädiert für den Einsatz von Kernenergie.

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Mit dem taiwanesischen Unternehmen Foxconn steigt ein weiteres Tech-Unternehmen in die Produktion von E-Autos ein.  Foxconn fertigt ansonsten u. a. Smartphone für Mobilphone-Hersteller wie Apple. Der Spiegel stellt die Pläne des Unternehmens vor.

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Die Deutsche Welle mit einem Bericht über einen umstrittenen Deal beim Gas. Gazprom bekommt im Tausch für den direkten Zugriff auf Erdgas deutsche Erdgasspeicher.

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Wenn Kaninchen drohen! Welche Werbeagentur mag das Bundesamt für Katastrophenschutz wohl beraten haben?

(Abbildung: Screenshot YouTube)

Nun, das Thema Katastrophen ist bestimmt kein einfaches, das steht außer Frage. Aber ob Comic-Videos über eingebildete Hasen, Monster und Donuts, die vom Himmel regnen, geeignet sind, die Bevölkerung zu motivieren, sich mit dem Thema zu beschäftigen? Im Falle eines Blackouts werden weder Hasen, Monster noch Donuts das Problem sein. Bei YouTube gibt es die Videos zu bewundern.

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Videotipp: In der Reihe Mind the Shift wird Roger Pielke Jr. Interviewt. Das ist eine höchst spannende Stunde. Pielke spricht über wissenschaftliche Freiheit, Attribution in Sachen Klima aber auch sehr persönlich Dinge, als ihm vor Jahren von einem US-Politiker vorgeworfen wurde, er würde vielleicht Geld von Exxon erhalten. Pielke erklärt auch seine Sicht auf die Ergebnisse des neuesten IPCC Reports. Ihn verwirrt, dass das höchst unwahrscheinliche Szenario RCP 8.5 von den Medien als business as usual angesehen wird, was seiner Meinung nach aber falsch ist. Es ist das höchst unplausibelste Szenario. Über das Zahnrad und die Einstellungen bei Untertiteln lässt sich das Video auch in Deutsch übersetzen. Das funktioniert bei YouTube sogar erstaunlich gut.

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Die Klagewelle in Sachen Klima rollt. Die Welt hat einen entsprechenden Artikel dazu. Jetzt gibt es ein Urteil aus Frankreich, wonach das Land bis Jahresende 15 Millionen Tonnen CO2 ausgleichen muss. Geklagt hatten Greenpeace und Oxfam.

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Bitte nicht durch die Überschrift des Artikels bei Rubikon täuschen lassen. Mit Greta und Corona hat er relativ wenig zu tun, viel mehr mit dem umtriebigen Al Gore. Seine Interessen und Sichtweisen werden erläutert. Klima kommt darin auch vor, aber in erster Linie geht es um das Investment Business. Gore ist in erster Linie Geschäftsmann, der eine ganz eigene Form von Marketing für sein Geschäft betreibt.

Wir verweisen noch mal auf unsere Besprechung des Films Planet Of The Humans von Michael Moore. Dort tauchte in Abspann eine interessante Information auf. Was auch immer Gore mit Nachhaltigkeit meint, Steuern zahlen in den USA gehört offenbar nicht dazu.

(Abbildung: Screenshot YouTube)

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Kein Tag ohne Meldungen über steigende Strompreise. T-Online berichtet über höhere Netzentgelte. Letztlich werden diese an den Endverbraucher weitergereicht.

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Wer viel Wasserkraft hat, der hat es eindeutig besser. Beim EU Ranking in Sachen Erneuerbare Energien liegt Deutschland nur im Mittelfeld. Länder wie Schweden, Finnland liegen weit vorn. Die Tagesschau beleuchtet das Thema.

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Deutschland begibt sich ohne Not auf einen riskanten Sonderweg. Axel Bojanowski äußert sich in der Welt zum Thema Energie und ganz besonders mit dem deutschen Weg. Der Artikel steht hinter einer Bezahlschranke.

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Wer will nochmal, wer hat noch nicht? Mit dem chinesischen Handy-Hersteller Xiaomi betritt laut der Tagesschau der nächste Akteur die Bühne bei der Produktion von Elektroautos.

Laut Unternehmensangaben will das Xiaomi im ersten Halbjahr 2024 mit der Massenproduktion seiner E-Autos beginnen. Im Frühjahr 2021 hatte Xiaomi bereits verkündet, im Bereich der Elektroautos tätig zu werden. Die Sparte Eletric Vehicle wurde im August dieses Jahres offiziell aus der Taufe gehoben, in den vergangenen Monaten hatte man bereits Personal angeheuert. Nach früheren Angaben will man in den kommenden zehn Jahren rund zehn Milliarden Dollar in den Bereich investieren.

Es ist in kurzer Zeit das zweite asiatische Unternehmen, das bekanntgegeben hat, in diesen Markt einzutreten. Das taiwanesische Foxcon hatte nur wenige Tage vorher bekanntgegeben, dass es ebenfalls Elektrofahrzeuge herstellen will (siehe oben).

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Leserpost von Detlef Dechant:

Ich habe sehr aufmerksam das Sondierungspapier gelesen. Die grüne Handschrift ist überdeutlich und die letzten Äußerungen lassen vermuten, dass es ein harter Kampf wird, das alles zu finanzieren. Mal sehen, wie die FDP mit ihrer „roten Linie“ umgeht. Genau das wird für mich persönlich der Knackpunkt sein, ob ich mich in dieser Partei weiterhin engagiere, passiv werde oder mich anderweitig orientiere. Was mir in dem ganzen Papier fehlt ist der Schutz des Menschen vor dem Klimawandel. Wenn die Niederlande in den letzten Jahrzehnten zu gehandelt hätte, wie Deutschland handeln will, wäre Aachen jetzt Hafenstadt! Kein Wort zum Ausbau von Deichen, kein Wort zur Renaturierung von Flüssen und Länderübergreifendem Hochwasserschutz.

Und was ist mit der Überhitzung der Luft beim Ausbau der Solarenergie? Hier sollte man einmal die Infrarotaufnahmen von Solarfeldern anschauen. Die Luft wird noch heißer und die Austrocknung der Böden noch mehr gefördert. Ja, wenn die Grünen alles umsetzen, wird Deutschland die Klimaziele einhalten können, weil wir sämtliche industrielle CO2-intensive Produktion von Windrädern, Solarpanelen, Autos etc. und nicht zuletzt auch die Stromproduktion ins Ausland verlagern, während hier nur noch Handel und Nutzung „CO2-neutral“ stattfinden. Jeder, der Mathe, Physik, Wirtschaft nicht schwänzt, bzw. MINT-Fächer studiert, kann das nachvollziehen. Leider wird auch Kant ( Bemühe dich, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen) in der Schule nicht mehr gelehrt, das würde ja die Schülerschaft überfordern!

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Leserpost von Dipl. Ing. Martin Krohn zur Klimaschau #70:

In den Nachrichten nach der Flutkatastrophe wurde natürlich der Klimawandel in den Vordergrund geschoben. Dabei wurde mehrfach erwähnt, dass die wärmere Luft mehr Feuchtigkeit aufnehmen kann (das ist grundsätzlich richtig) und dieses Mehr an Feuchtigkeit ist dann abgeregnet und hat die Überflutung hervorgerufen. Es ist schon erstaunlich, wie die Argumente für den Klimawandel zurechtgelegt werden. Vor drei Jahren, als in Deutschland eine längere Trockenzeit herrschte wurde ebenfalls der Klimawandel dafür herangezogen. Konnte die wärmere Luft damals noch nicht mehr Wasser aufnehmen? Zum Glück vergessen die Menschen schnell genug, sonst wäre doch dieser Widerspruch aufgefallen.

Respektvoll fand ich die Aussage von Herrn Claus Kleber im Deutschlandfunk. Er äußerte sich sinngemäß dahingehend, dass andere Meinungen nicht ignoriert werden sollen. Es ist zu hoffen, dass der Journalismus diesen Weg annimmt und auch offen über andere Meinungen informiert. Bei anderen Meinungen zum Klimawandel handelt es sich durchaus nicht um „Querdenker“ oder „Verschwörungstheoretiker“, sondern um durchaus fundierte Meinungen, man muss diese nur zulassen und kann sich eine eigene Meinung bilden. Wir haben im Land schließlich Meinungsfreiheit.

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Alex Reichmuth am 20.10.2021 im Nebelspalter:

Klimaschutz in Deutschland: Es wird einem schwindlig

Bis 2045 will der nördliche Nachbar das Netto-Null-Ziel erreicht haben. Die Deutsche Energieagentur spricht in einer Studie von einer «gewaltigen Herausforderung» – gibt sich aber überzeugt, dass das Ziel realistisch ist. Zweifel sind angebracht, ob die neue Regierung das schafft.

Weiterlesen im Nebelspalter

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Dobbert et al. 2021 in Ecosphere:

Contrasting growth response of evergreen and deciduous arctic-alpine shrub species to climate variability

Broad-scale changes in arctic-alpine vegetation and their global effects have long been recognized and labeled one of the clearest examples of the terrestrial impacts of climate change. Arctic-alpine dwarf shrubs are a key factor in those processes, responding to accelerated warming in complex and still poorly understood ways. Here, we look closely into such responses of deciduous and evergreen species, and for the first time, we make use of high-precision dendrometers to monitor the radial growth of dwarf shrubs at unprecedented temporal resolution, bridging the gap between classical dendroecology and the underlying growth physiology of a species. Using statistical methods on a five-year dataset, including a relative importance analysis based on partial least squares regression, linear mixed modeling, and correlation analysis, we identified distinct growth mechanisms for both evergreen (Empetrum nigrum ssp. hermaphroditum) and deciduous (Betula nana) species. We found those mechanisms in accordance with the species respective physiological requirements and the exclusive micro-environmental conditions, suggesting high phenotypical plasticity in both focal species. Additionally, growth in both species was negatively affected by unusually warm conditions during summer and both responded to low winter temperatures with radial stem shrinking, which we interpreted as an active mechanism of frost protection related to changes in water availability. However, our analysis revealed contrasting and inter-annually nuanced response patterns. While B. nana benefited from winter warming and a prolonged growing season, E. hermaphroditum showed high negative sensitivity to spring cold spells after an earlier growth start, relying on additional photosynthetic opportunities during snow-free winter periods. Thus, we conclude that climate–growth responses of dwarf shrubs in arctic-alpine environments are highly seasonal and heterogenic, and that deciduous species are overall likely to show a positive growth response to predicted future climate change, possibly dominating over evergreen competitors at the same sites, contributing to the ongoing greening trend.

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Pressetext.com:

CO2 als Hydrat im Meer ewig speicherbar

Bedingungen in großer Tiefe optimal – Untermischen von Magnesium beschleunigt Prozess

Mit einer neuen Technik wollen Forscher der University of Texas http://utexas.edu gemeinsam mit dem Mineralölkonzern Exxon CO2 in großen Mengen sicher lagern, möglicherweise für alle Zeiten. Das Klimagas soll in ein Hydrat verwandelt werden, einen Feststoff, der unter höherem Druck stabil bleibt, wie er in großen Wassertiefen herrscht.

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Max-Planck-Gesellschaft:

Frühe Homo sapiens-Gruppen in Europa waren subarktischem Klima ausgesetzt

Neue Erkenntnisse über den klimatischen Hintergrund einer frühen Ausbreitungswelle unserer Spezies nach Europa während der letzten Eiszeit

Anhand der Analyse stabiler Sauerstoffisotope im Zahnschmelz von in der Bacho-Kiro-Höhle (Bulgarien) von Menschen geschlachteten Tieren, zeigen Forschende des Leipziger Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie und des Nationalen Instituts für Archäologie mit Museum der Bulgarischen Akademie der Wissenschaften in Sofia, Bulgarien, dass Menschengruppen, die während einer frühen Ausbreitungswelle unserer Spezies Europa erreichten und die Höhle vor etwa 46.000 bis 43.000 Jahren bewohnten, mit sehr kalten klimatischen Bedingungen konfrontiert waren. Bei den archäologischen Funden aus der Bacho-Kiro-Höhle handelt es sich um die ältesten derzeit bekannten Überreste des Homo sapiens aus dem Jungpaläolithikum in Europa. Sie geben einzigartige Einblicke in die Zeit, als unsere Spezies die Levante zu verlassen begann und sich in den mittleren Breitengraden Eurasiens zu etablieren, als Teil eines archäologischen Phänomens, das als „Initial Upper Paleolithic“ bezeichnet wird.

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