Randbemerkung: Das Märchen vom Vertrauen

Beitrag eines Gastautors

Lob und Kritik leiten wir gerne an den Autor weiter

Es war einmal vor langer Zeit, als es in unserem Leben und unserem Umfeld eine Vielzahl an Möglichkeiten gab, „kleine Siege“ zu erringen. Ob die sich langfristig lohnten, hing häufig sehr vom Maß an entgegengebrachten Vertrauen ab.

Das Gegenteil von Vertrauen ist bekanntlich Misstrauen. Damit geht zumeist die Erwartung einher, dass sich erst einmal die Gegenseite ändern soll. Das kann in der Tat bis hin zu Manipulation des Gegenübers ausufern. Vertrauen wiederum meint umgekehrt Bereitschaft zu zeigen, zum Wohl der Gegenseite das eigene Verhalten zu ändern, was zugegebenermaßen nicht immer leicht fällt.

In unseren Gehirnen gibt es so etwas wie einen generellen „Schalter“, der entweder auf -Vertrauen- oder auf -Misstrauen- gepolt ist. Es wird uns nicht gelingen und es wäre auch nicht sinnvoll oder ratsam, den Schalter permanent auf -Vertrauen- zu stellen. Ein gesundes Misstrauen hingegen geht einher mit Skepsis oder Vorsicht und empfiehlt sich daher für eine sinnvolle Anwendung.

Dazu ein praktisches Beispiel: Ich setze mich in ein Taxi und vertraue darauf, dass mich der Taxifahrer zum gewünschten Ziel bringen wird, ohne aufwändige Gegenchecks durchzuführen. Es wird Orte und Zeiten geben, wo dies nicht funktioniert. Dennoch macht es ohne ein entgegenbringendes Vertrauen kaum Sinn, sich überhaupt  in ein Taxi zu setzen. Will ich hingegen eine größere Investition tätigen, dann empfiehlt es sich schon, ein 2. oder 3. Angebot einzuholen. Vertrauen ist gut – Kontrolle ist legitim.

Wie sieht es derweil in der politischen Landschaft aus? Können wir da noch „blind“ vertrauen schenken? Ich bin eher misstrauisch geworden. Da werden besorgte Bürger, die vielleicht nicht ins Muster passende Gedanken ausdrücken, schnell als Spinner bezeichnet. Ist das Recht auf freie Meinungsäußerung nicht das größte Gut der Demokratie? Aber genau das wirkt momentan zumindest arg ramponiert. Schnell erfolgt eine Abfertigung in Form eines Schubladendenkens. Kurzerhand wird ein Stempel aufgedrückt: Das volle Programm = Nazi = Rechtsradikal = Leugner = Asche auf sein Haupt.

Dabei sind die Bürger dieses Landes immer noch der Souverän und die Politiker sind die gewählten Volksvertreter. Das möchten die „Angestellten“ allem Anschein nach in atemberaubender Geschwindigkeit zum vermeintlichen Nachteil für den Souverän ändern. Es entsteht derweil unvermittelt der Eindruck, dass Politiker nebst ihren Erfüllungsgehilfen mit der Macht einer wild gewordenen Mufflon-Herde voran rennen und alles niederwalzen, was sich ihnen in den Weg stellt, oder was nicht bei 3 auf den Bäumen ist. Volk befragen? Debatten oder Diskussionen zu Corona, Energie, Klima zulassen? = Unerwünscht. Sachlich vorgetragenen Argumente werden ignoriert. Schlimmer noch: sie werden quasi abgeschmettert und der Lächerlichkeit preisgegeben. Viele Berichte der ARD-Themenwoche vom 15.-21.November geben Zeugnis darüber. Das Motto sollte praktisch umbenannt werden in:

§ 1 „Klimaschützer“ und Politiker haben immer Recht.

§ 2 Haben „Klimaschützer“ und Politiker mal nicht Recht, tritt automatisch § 1 in Kraft.

Von den drei Staatsgewalten sind die legislative und exekutive Gewalt in den letzten Jahren beide Stück um Stück zum Gleichklang umfunktioniert und in eine kontrollierte Richtung getrimmt. Es wird immer öfter am Parlament vorbei regiert. Das fällt so gut wie nicht auf, da eine kritisierende starke Opposition im Bundestag nicht (mehr) vorhanden ist. Und wenn die Führungsriege ihren Willen wie geplant nicht durchsetzen kann, dann werden eben mal unter Ausübung des Fraktionszwangs sogenannte Ermächtigungsgesetze erlassen. Alles geschieht, so versucht man unrühmlich zu vermitteln, nur zu unserem Besten. Ich für mein Teil vertraue gegenwärtig eher den Taxifahrern.

Dann gibt es den Mainstream, also die heimliche 4. Gewalt im Staate. Der ist zwischenzeitig auch ruhig gestellt und zu großen Teilen auf Linie getrimmt. Alternative Medien empfangen demgegenüber schnell mal Abmahnungen für frei geäußerte Meinungen. Ach ja, Mainstream Verlage erhalten ab diesem Jahr staatlich-finanzierte „Branchenunterstützung“.

Bleibt noch die judikative Gewalt. Vertrauen wir mal darauf, dass die Richter standhaft bleiben und das zukünftig Gerichtsurteile nicht am Recht vorbei gesprochen werden.

Was macht das mit uns? Uns Leser von „Kalte Sonne“ wird täglich ein Füllhorn an wissenschaftlich wertvollen Beiträgen und Hinweisen präsentiert. Wenn es jedoch den an den Schalthebeln-sitzenden  gelingt, ihre Vorhaben durchzusetzen, dann wird vieles davon überflüssig und verkommt zur brotlosen Kunst, weil nur noch § 1 und § 2 wie vor beschrieben Anwendung finden wird. Da können wir uns noch so echauffieren: die Drehbücher dazu sind bereits geschrieben. Es bleibt daher nicht mehr viel Zeit.

Was sollten wir tun? Ich möchte in aller Bescheidenheit alle Leser motivieren, mit Ihren Partnern, Kindern, Freunden, Verwandten, Bekannten, Kollegen, Sportfreunden, also mit ganz vielen Menschen,  zu reden und zu diskutieren, um  das Dilemma mit einfachen (!), simplen (!) Darstellungen zu erklären. So lange bis die Schwarte kracht.

Schreiben Sie an die Ihnen bekannten Landtags- und Bundestagsabgeordnete und konfrontieren Sie Pressesprecher der Parteien für Energiepolitik usw. mit hartnäckigen Fragen. Die e-mail Adressen sind alle über das Internet zugängig. Wenn noch eine Chance besteht, dann gilt es jetzt der „grünen“ Politik den Weg zu kreuzent. Dazu müssen wir einfach viel „mehr“ werden. Sie meinen es hat keinen Zweck? Wir kennen das Beispiel mit dem ins Wasser geworfenen Stein. Dadurch entstehen viele Ringe und es kommt Bewegung ins Wasser.

Abb. 1

‚Wie viel CO2 kann Deutschland noch ausstoßen?‘ fragt Prof. Stefan Rahmstorf vom PIK-Potsdam zu dem 2015 von 195 teilnehmenden Ländern beschlossenen Pariser Klimaabkommen. Die globale CO2-Ausstoßmenge ist letztlich bis 2030 zu halbieren, um dann bis spätestens 2050 auf ca. 20 % zu stehen. Das war einmal. Mit brachialer Gewalt soll nun nach derzeitigem Stand wohl bei einer jährlichen CO2-Ausstoß-Reduzierung um 6 % bereits im Jahr 2036 die „Null“ stehen. Der Professor hat`s gerechnet und die Politiker und ihre Erfüllungsgehilfen glauben ihm. Warum wussten sie das eigentlich nicht schon vor dem Klimaabkommen? Können wir dem also ohne Gegenchecks blind vertrauen?

In einem Zeitfenster von nun ca. 16 Jahren müssten demnach also alle Gas- und Kohlekraftwerke stillgelegt und durch CO2-freie Alternativen ersetzt werden, alle Verbrennungsmotoren (von PKW, LKW, Busse und Bahnen usw.) verschrottet sein und durch CO2-feie Antriebe ersetzt werden. Auch die Herstellung aller in Deutschland produzierten Waren (bei Importen auch die aller unterzeichnenden Mitgliedsstaaten) hat CO2-frei zu erfolgen. Die Fortbewegung aller Schiffe und Flugzeuge dürfen nur noch mit emissionsfreien Antrieben erfolgen. Die mit Erdgas oder Öl produzierte Wärme in unseren Gebäuden ist ebenfalls durch CO2-freie Heizungsanlagen zu erzeugen, einschließlich der Holzfeuerstätten. Koste es, was es wolle. Egal wie. Man sucht verzweifelt nach der Zuchtlinie für eine eierlegende Wollmilchsau.

Machen wir hier für heute zu weiteren Aufzählungen mal einen Punkt und bringen dem Ganzen etwas Misstrauen entgegen. Was wäre eigentlich gewonnen, wenn die 1,8 % von Deutschland wegfallen und andere Staaten weiter beim CO2-Ausstoß aufrüsten? Wo ist der belastbare wissenschaftliche Beweis, dass durch Reduzierung des anthropogenen CO2 die vielbeschworenen 1,5 Grad Erderwärmung das Weltklima gerettet ist? Oder soll das alles nur eine Glaubensfrage sein? Vertrauen ist gut – Kontrolle ist legitim.

Abb.2:

Wer kommt da nicht ins Staunen? Sollte nicht gem. Pariser Klimaschutzabkommen bis 2030 eine Halbierung erfolgen? Ja, aber Hallo! Da sind wir doch hierzulande auf einem guten Weg. Nicht unbedingt die Zeit um sich bereits in die Hängematte zu begeben. Aber wozu die ganze Aufgeregtheit? Im Pariser Klimaschutzabkommen wurde meines Wissens auch weiter geschrieben, bis 2050 den CO2-Ausstoß um 80 % zu senken und nicht wie Professor Rahmstorf meint: auf „Null“. Misstraut er eigentlich seinen eigenen Vorhersagen, oder ist klimatechnisch erst alles passend, wenn unsere Wirtschaft zerschlagen ist? Wie können „Unwissende“ ihm da überhaupt Vertrauen entgegenbringen?

Aber was ist in den zurückliegenden fast 50 Jahren noch alles passiert? Im Chart sehen wir ganz viele „Newcomer“ in der rechten Säule. Es darf doch wohl einmal Nachfrage erlaubt sei, wie diese Länder bis 2050 auf „Null“ kommen wollen? Bekanntlich haben 195 Staaten das Abkommen unterschrieben. Müssen wir uns wirklich alleinig vorhalten lassen, in der Vergangenheit alles falsch gemacht zu haben und müssen wir fürchten, so wie im ARD-Film „Ökozid“ gezeigt, in Klagen vor internationalen Gerichtshöfen für unser Verhalten verurteilt zu werden? Oder müssen nicht die heutigen Klimaaktivisten befürchten, in 30-50 Jahren vor ein Tribunal treten zu müssen, um sich eventuell für vermeintlich zerstörerische Verhaltensweisen zu verantworten? Wer weiß das heute schon mit Sicherheit? So betrachtet stehe ich dem Ganzen äußerst misstrauisch gegenüber, oder anders ausgedrückt: vertrauenerweckende Zukunft stelle ich mir anders vor.

Hier ist noch zur Entspannung ein Link, auf dem sich interessante, aufschlussreiche Darstellungen abrufen lassen. Die Eröffnungskarte zeigt weltweite CO-Werte. Kohlenmonoxid entsteht immer, wenn bei der Verbrennung von kohlenstoffhaltigen Materialien wie Kohle, Gas oder auch Benzin nicht genügend Sauerstoff vorhanden ist. Die CO2-Werte-Karte lässt sich leider nicht mehr abrufen. Das macht misstrauisch. Werden die Werte verschwiegen? Bin ich ein Schelm, wenn ich böses dabei denke?

Zu guter Letzt: Am 17.11 2020 stand hier im Blog als Anfangsartikel ein Hinweis zum Interview mit Carola Rackete. Im weiteren Verlauf gab es auch Hinweis zum Spiegel-Bericht mit Luisa Neubauer. Vergessen wir nicht noch die ähnlich denkende und handelnde Carla Reemtsma im Kreis des Trios zu erwähnen.

Liebe Klimaschutz-Aktivistinnen, bitte geht ihr doch mit gutem Beispiel voran und verschrottet öffentlich eure Handys, Tabletts und Laptops. Entsagt Euch vollends von diesen Energieverschwendern. Vor allen Dingen ruft auch Eure Mitstreiter von FFF und Extinction Rebellion zu selbiger Handlungsweise auf. Aber bitte verlangt nicht von Anderen etwas zu tun, wozu ihr selbst nicht bereit seit. Eure Darstellungen sind nicht unbedingt als vertrauensbildende Maßnahmen einzuordnen.