Plötzliche mediale Meereserwärmung 2020

Von: Gastautor

Gerade wurde in den Mainstream-Medien ganz hysterisch eine außerordentliche Erwärmung der Ozeane durch den befürchteten Klimawandel gehypt, beispielsweise auf BR24 am 14.01.2020, 07:21 Uhr, unter der Überschrift, „Es wird schlimmer: Die Ozeane so warm wie noch nie“, Zitat:

Die Weltmeere waren im vergangenen Jahr so warm wie nie zuvor seit Beginn der globalen Erfassung. Die Erwärmung der Ozeane durch den Klimawandel beschleunigt sich zudem. Forscher schlagen mit ihrer aktuellen Analyse Alarm.“

Die zugrunde liegende wissenschaftliche Veröffentlichung ist dort verlinkt: Record-Setting Ocean Warmth Continued in 2019 in ADVANCES IN ATMOSPHERIC SCIENCES, VOL. 37, FEBRUARY 2020, 137–142. Sie wurde immerhin von 14 Autoren geschrieben und umfasst ganze 6 Seiten.

Seite 1: Die 14 Autoren und deren 11 Institute nehmen etwas mehr als die Hälfte dieser ersten Seite ein:

Lijing CHENG*1,2,11, John ABRAHAM3, Jiang ZHU1,2, Kevin E. TRENBERTH4, John FASULLO4, Tim BOYER5, Ricardo LOCARNINI5, Bin ZHANG2,6, Fujiang YU7, Liying WAN7, Xingrong CHEN7, Xiangzhou SONG8, Yulong LIU9, and Michael E. MANN10

1International Center for Climate and Environment Sciences, Institute of Atmospheric Physics, Chinese Academy of Sciences, Beijing 100029, China 2Center for Ocean Mega-Science, Chinese Academy of Sciences, Qingdao 266071, China 3University of St. Thomas, School of Engineering, Minnesota 55105, USA 4National Center for Atmospheric Research, Boulder, Colorado 80307, USA 5National Oceanic and Atmospheric Administration, National Centers for Environmental Information, Silver Spring, Maryland 20910, USA 6Institute of Oceanology, Chinese Academy of Sciences, Qingdao 266071, China 7National Marine Environmental Forecasting Center, Ministry of Natural Resources of China, Beijing 100081, China 8College of Oceanography, Hohai University, Nanjing 210098, China 9National Marine Data and Information Service, Tianjin 300171, China 10Department of Meteorology & Atmospheric Science, The Pennsylvania State University, University Park, Pennsylvania 16802, USA 11State Key Laboratory of Satellite Ocean Environment Dynamics, Second Institute of Oceanography, Hangzhou 310012, China

Dagegen ist die Veröffentlichungshistorie dieser Arbeit ungewöhnlich kurz, man könnte fast von einer „Just-in-Time“-Veröffentlichung sprechen:

(Received 26 December 2019; revised 6 January 2020; accepted 9 January 2020) Citation: Cheng, L., and Coauthors, 2020: Record-setting ocean warmth continued in 2019. Adv. Atmos. Sci., 37(2), 137−142, https://doi.org/10.1007/s00376-020-9283-7.“

Also: Manuskript erhalten am 26.12.2019, nach zwischenzeitlicher Revision (das Peer-Review wurde offenbar über den Jahreswechsel durchgeführt) am 9. Januar akzeptiert. Diese Veröffentlichung wurde in zwei Wochen wie auf „Vorbestellung für Davos“ durchgepeitscht. Da war offenbar richtig Dampf auf dem Kessel, wahrscheinlich ist diese Arbeit deshalb auch so knapp  ausgefallen. Denn ohne einen Abstract fallen die Autoren sofort mit der Tür ins Haus, Zitat mit Hervorhebungen:

Human-emitted greenhouse gases (GHGs) have resulted in a long-term and unequivocal warming of the planet (IPCC, 2019). More than 90% of the excess heat is stored within the world’s oceans, where it accumulates and causes increases in ocean temperature (Rhein et al., 2013; Abram et al., 2019). Because the oceans are the main repository of the Earth’s energy imbalance, measuring ocean heat content (OHC) is one of the best way to quantify the rate of global warming (Trenberth et al., 2016; Von Schuckmann et al., 2016; Cheng et al., 2018). Following reports released in the previous two years (Cheng and Zhu, 2018; Cheng et al., 2019c), this article presents new OHC data for the year 2019. These data reveal that the world’s oceans (especially at upper 2000 m) in 2019 were the warmest in recorded human history. Specifically, the ocean heat anomaly (0−2000 m) in 2019 was 228 Zetta Joules (ZJ, 1 ZJ=1021 Joules) above the 1981−2010 average and 25 ZJ above 2018 (Table 1).“

Übersetzung: „Vom Menschen emittierte Treibhausgase (THGs) haben zu einer langfristigen und eindeutigen Erwärmung des Planeten geführt (IPCC, 2019). Mehr als 90% der überschüssigen Wärme wird in den Weltmeeren gespeichert, wo sie sich ansammelt und die Meerestemperatur erhöht (Rhein et al., 2013; Abram et al., 2019). Da die Ozeane der Hauptspeicher des Energieungleichgewichts der Erde sind, ist die Messung des Wärmegehalts des Ozeans (OHC) eine der besten Methoden zur Quantifizierung der globalen Erwärmungsrate (Trenberth et al., 2016; Von Schuckmann et al., 2016; Cheng et al., 2018). Nach Berichten aus den vergangenen zwei Jahren (Cheng und Zhu, 2018; Cheng et al., 2019c) enthält dieser Artikel neue OHC-Daten für das Jahr 2019. Aus diesen Daten geht hervor, dass die Weltmeere (vor allem in den oberen 2000 m) im Jahr 2019 die wärmsten in der aufgezeichneten menschlichen Geschichte waren. Insbesondere lag die Anomalie der Ozeanwärme (0 – 2000 m) im Jahr 2019 mit 228 Zetta Joule (ZJ, 1 ZJ = 1021 Joule) über dem Durchschnitt von 1981 – 2010 und mit 25 ZJ über 2018 (Tabelle 1). “

Seite 2 umfasst Tabelle 1 und Abbildung 1 (a-c) ohne zusätzlichen Text. Nachfolgend werden die Abbildungen 1b und 1c gegenübergestellt:

Abbildungen 1 b und c aus Cheng, L., at al., 2020: Record-setting ocean warmth continued in 2019. Adv. Atmos. Sci., 37(2), 137−142, https://doi.org/10.1007/s00376-020-9283-7.

Anmerkung: Sehr erstaunlich sind hier zunächst einmal die physikalischen Einheiten [109 J m-2], also „Milliarden Joule pro Quadratmeter“. Zu erwarten gewesen wären hier aber vielmehr „Joule pro Kubikmeter“, denn schließlich geht es hier um den Wärmeinhalt eines Volumens. Weiterhin fällt in Abbildung 3c auf, dass sich im Vergleich der Wärmeanomalien von 2019 und 2018 Erwärmung und Abkühlung rein optisch in etwa die Waage halten. Dieser Umstand lässt zumindest keinen alarmierenden Anstieg der ozeanisch gespeicherten Wärmemenge zwischen 2018 und 2019 erkennen und widerspricht damit dem Titel „Record-setting ocean warmth continued in 2019“.

Seite 3 umfasst je zur Hälfte Text und Abbildung 2. Dort ist auch die Grundannahme für die Kernaussage verankert, Zitat:

… The deep OHC change below 2000 m was extended to 1960 by assuming a zero heating rate before 1991, consistent with Rhein et al., (2013) and Cheng et al., (2017)…

Übersetzung: „… Die tiefe OHC-Änderung unter 2000 m wurde bis 1960 verlängert, indem vor 1991 eine Heizrate von Null angenommen wurde, was mit Rhein et al. (2013) und Cheng et al. (2017) übereinstimmt…

Seite 4 umfasst je zur Hälfte Abbildung 3 und Text. Die Abbildung 3 wird folgendermaßen beschrieben:

Fig. 3. Vertical section of the ocean temperature trends within 1960 to 2019 from sea surface to 2000 m (60-year Ordinary Least Squares linear trend). Shown are the zonal mean sections in each ocean basin organized around the Southern Ocean (south of 60°S) in the center. Black contours show the associated climatological mean temperature with intervals of 2°C (In the Southern Ocean, 1°C intervals are provided in dashed contours). IAP gridded data are used.“

Übersetzung: „Abb. 3. Vertikalschnitt der Ozeantemperaturtrends zwischen 1960 und 2019 von der Meeresoberfläche bis zu 2000 m (60-jähriger linearer Trend der kleinsten Quadrate). Dargestellt sind die mittleren Zonenabschnitte in jedem Ozeanbecken, die um den Südpolarmeer (südlich von 60 ° S) in der Mitte angeordnet sind. Schwarze Konturen zeigen die zugehörige klimatologische Mitteltemperatur in Intervallen von 2 ° C (im Südpolarmeer sind in gestrichelten Konturen Intervalle von 1 ° C angegeben). IAP-Raster-Daten werden verwendet.“

Anmerkung: Eine RMS Trendberechnung über 60 Jahre setzt zunächst einmal voraus, dass es sich bei der untersuchten Datenbasis um gleichwertige Daten handelt. Nun reicht aber die 60-jährige Datengrundlage für die Meerestemperaturen von sporadischen Eimermessungen über Kühlwassermessungen auf den gängigen Schiffsrouten bis hin zu kontinuierlichen Bojenmessungen in neuerer Zeit. Diese Datenbasis kann gar nicht direkt in einer gemeinsamen räumlichen Verteilung analysiert werden. Vielmehr müssen die einzelnen jährlichen Subsets (1-60) zunächst auf ein gemeinsames Grid für alle Subsets hochgerechnet werden. Damit aber erhält jeder Jahres-Subset implizit auch einen „Inprint“ sämtlicher Griddingfehler aufgrund fehlender / unzureichender / widersprüchlicher Temperaturinformationen, die dann automatisch der ozeanischen Erwärmung zugeschlagen werden. Hoch interessant ist zum Beispiel die Frage, wie aus Eimermessungen zunächst Temperaturen bis 2.000 Meter Tiefe und später sogar bis zum Meeresboden abgeleitet worden sein sollen – an der Küste nennt man sowas üblicherweise „Spökenkiekerei“. Auf Seite 4 findet sich dann auch die Kernaussage dieses Papers, Zitat mit Hervorhebungen:

„… More than 90% of the heat accumulates in the ocean be- cause of its large heat capacity, and the remaining heating manifests as atmospheric warming, a drying and warming landmass, and melting of land and sea ice…

Übersetzung:… Mehr als 90% der Wärme staut sich im Ozean aufgrund seiner großen Wärmekapazität, und die verbleibende Wärme manifestiert sich in einer atmosphärischen Erwärmung, einer trocknenden und erwärmenden Landmasse und einem Schmelzen von Land und Meereis…

Seite 5 umfasst zu 2/3 Text inklusive Danksagungen und zu 1/3 Literatur. Immerhin findet sich hier unter „Data and methods“ auch der Verweis auf eine ältere Veröffentlichungvon Cheng et al. (2017) zur Bearbeitungsmethode, was bei einem Zeitabstand beider Veröffentlichungen von knapp 3 Jahren schon ziemlich ungewöhnlich ist…

Seite 6 umfasst dann auf 2/3 Seiten lediglich die restliche Literatur.

Das sind netto etwas mehr als 2 Seiten Text plus 1 Tabelle und 3 Abbildungen von 14 Autoren, also knapp ein Absatz pro Autor. Und damit wird dann also einer wissenschaftlich nicht vorgebildeten Öffentlichkeit der außerordentliche Anstieg der globalen Meerestemperatur „bewiesen“.

Ja wer glaubt denn sowas?

Die Mainstream-Medien wollen sowas ganz offensichtlich glauben, denn sie verbreiten damit öffentlich Klimahysterie. Die unabhängigen Medien glauben das nicht und halten dagegen. AR Göhring hatte am 15. Januar auf EIKE sehr kritisch über diese Veröffentlichung berichtet, Zitat:

Ein Cheng Lijing vom Institut für atmosphärische Physik der chinesischen Akademie der Wissenschaften hat mit 13 Kollegen aus elf internationalen Instituten in Advances in Atmospheric Sciences veröffentlicht, daß die Meere seit Beginn der Erfassung noch nie so warm wie heute gewesen seien. Seit den 1950ern sei es richtig heiß geworden; die letzten zehn Jahre ganz besonders. Gemessen wurde in bis zu 2000 Metern Tiefe; und die Temperatur sei letztes Jahr um 0,075°C (!) über dem Schnitt von 1981-2010 gewesen. Die Wärmemenge, die wir Menschen, vor allem im Westen, in die Meere gesteckt haben sollen, entspreche dem Energiegehalt von 3,6 Milliarden Atombomben…

Allein der Vergleich mit den Hiroshima-Bomben ist eindeutig Panikmache und deutet irgend etwas mit Radioaktivität an, obwohl es hier nur um Wärme geht.“

Und zur Meßtechnik der maritimen Temperaturmessung hatte AR Göhring die nachfolgende Abbildung ausgegraben:

Abbildung: Nach et. al. [KENT a, 2007] oben & [Rayner et al., 2009] unten S. 6 Die verschiedenen Messmethoden der SST. Grün: ERI Engine Take In, schwarz Bucketmethode, rot: Bojenmethode.

Es ist tatsächlich schon sehr erstaunlich, wenn Eimermessungen in irgendwelche Meßreihen eingehen, deren Genauigkeit dann mit 1/100 Grad Celsius angegeben wird. Und auch Willis Eschenbach hatte sich dieser Hysterie entgegengestellt und kommt mit seiner Analyse zu dem Ergebnis, Zitat aus der deutschen Übersetzung auf EIKE:

Und siehe da – diesen Herrschaften zufolge hat sich der Ozean während der letzten 60 Jahre um wenig mehr als ein Zehntel eines einzigen Grades erwärmt … und da versteht man auch, warum sie Zettajoules heranzogen – auf diese Weise sieht es viel alarmierender aus.

Abbildung (W. Eschenbach): Die Abbildung 1 von Cheng et al., umgewandelt in Grad Celsius. Die Fehlerbalken (dunkle schwarze Linien) stammen ebenfalls aus Abbildung 1, obwohl man eine Lupe braucht, um sie in deren Abbildung zu finden.

Der Originalartikel von Willis Eschenbach ist auf WUWT zu finden. Wir stimmen Willis Eschenbach auch darin zu, dass sich die Qualität einer wissenschaftlichen Veröffentlichung üblicherweise umgekehrt proportional zur Anzahl ihrer Autoren verhält; hier gilt das auch noch für deren Umfang. Am 16. Januar 2020 legt Edgar Gärtner auf EIKE unter dem Titel „Klimaforschung oder Agendawissenschaft?“ noch einmal nach, Zitat daraus:

Schon die präzise Temperaturangabe drei Stellen hinterm Komma macht jeden stutzig, der auch nur ein wenig Erfahrung mit Temperaturmessungen und der Mittelwertbildung im Meer hat. Jedenfalls wirft das die Frage auf: Geht es diesen in staatlichen Instituten arbeitenden Wissenschaftlern wirklich um gesellschaftlich nützlichen Erkenntnisgewinn oder geht es Ihnen nicht vielmehr um etwas ganz anderes?

Und ScienceFiles titelt am 16. Januar 2020, „Der Klima-Stoff, aus dem die Hysterie gezimmert wird“, Zitat mit Hervorhebungen:

Wir kontrastieren im Folgenden die aktuellen Daten, die man bei der NASA bekommen kann, also die Daten für den Oktober 2019 mit den Daten für Oktober 2002, dem frühesten Zeitpunkt, zu dem MODIS-Daten “Moderate Resolution Imaging Spectroradiometer” die vom Aqua-Satelliten gesammelt werden, zur Verfügung stehen. (Aqua ist der Satellit, für den u.a. Roy Spencer verantwortlich war). Hier das Ergebnis:

Sehen Sie irgend etwas, was Hysterie rechtfertigt? Wir auch nicht. Aber Sie sehen, warum die Hysteriker auf die Meere ausweichen, nun, da klar ist, die Erwärmung der Erde ist nicht einmal ansatzweise das, was vorhergesagt wurde. Die Temperatur der Meere ist viel schwieriger zu bestimmen, wird nicht häufig Zahl verbreitet, und kann somit leicht benutzt werden, um die Hysteriewilligen in neue Ekstase zu versetzen. Wer von denen fragt schon nach Daten, wenn er hysterisch sein kann?“