Plötzlich Bestseller-Autoren: Keine Ahnung vom Klimawandel

Im Stern berichteten am 30. Juni 2019 fünf Klimaforscher, wie sie mithelfen wollen, den Planeten zu retten. Der eine will nur noch vier Tage die Woche arbeiten und weniger essen. Ein anderer zwingt seine Familie jetzt in den Sommerferien ins regnerische Schottland anstatt an die Mittelmeerstrände. Wiederum ein anderer hat Plastik aus seinem Badezimmer verbannt und schämt sich jetzt, wenn er das Flugzeug besteigt.

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Sie haben Lust auf Klimastreik? Dann können Sie auf klima-streik.org bequem Ihre Demos planen. Auf der Logoseite des Klimastreik-Bündnis wird man von der Vielzahl der Logos fast erschlagen. Gemäß dem Motto: Wer nicht mein Freund ist, ist mein Feind, haben wohl alle Gruppen vorsorglich unterschrieben. Eine perfekt gleichgeschaltete Protestbewegung, von ‚Tierärzte ohne Grenzen‘ bis ‚Omas gegen Rechts‘.

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Lupenreiner Klimaalarm im Juli 2019 auf perspektive-online.net:

Klimawandel: Walisisches Dorf wird umgesiedelt

Für die BewohnerInnen des Dorfes Fairbourne ist der Klimawandel spürbar. Nur noch höchstens 26 Jahre lang soll es das Dorf geben. Die Gründe sind der steigende Meeresspiegel und ein Mangel an Bereitschaft, in Hochwasserschutz zu investieren.

Wenn man auf Wikipedia schaut, findet man jedoch nichts über diese existenzbedrohende Situation. Im Gegenteil: Man liest über einen schönen langen Strand mit Steilklippen. Aus dem Guardian lernen wir dann aber, dass das Dorf in einer gezeitenbeeinflussten Marschlandschaft gebaut wurde. Vielleicht im Rückblick ein Fehler, insbesondere wenn man nur mickrige Deiche dazu baut. Die wahre Geschichte bleibt uns Perspektive Online leider schuldig. In Wirklichkeit wollen die Dorfbewohner die Regierung verklagen, da sie sich durch alarmistische Meeresspiegelprognosen getäuscht sehen. Bei der Planung wurde offenbar nur das pessimistischste Szenario verwenden, während weniger dramatische Szenarien unter den Tisch fielen. Nachzulesen im Daily Telegraph (via GWPF).

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Klimaaktivisten haben begonnen, knapp drei Millionen Euro zusammenzusammeln, um sich im Sommer 2020 mit 90.000 Mitstreitern im Berliner Olympiastadion zu treffen. Was könnte man mit diesen Millionen alles Tolles anstellen. Dass man sie bei einer Klimaandacht im Stadion verbrät ist schon ziemlich schräg. Das sieht übrigens auch Christopher Lauer so, früher einmal einer der führenden Köpfe der Piratenpartei (später trat er in die SPD ein). Tagesspiegel vom 26. November 2019:

Klimaprotest im Berliner Olympiastadion: Die Idee der Bürgerïnnenversammlung ist dumm und grotesk

90.000 Menschen im Olympiastadion für das Klima zu versammeln, ist eine unfassbare Verschwendung. Wir sollten mit dem Geld eine NGO gründen.

[…] In krisenhaften Situationen ist eines allerdings auch nicht weit entfernt: der Aktionismus. Aktionismus ist, halt irgendwas machen, dabei darauf hoffen, dass es irgendwas bringt, das gute Gefühl haben, man hätte etwas getan, obwohl man möglicherweise gar nichts getan hat. Aktion halt, gutes Gefühl eben.

Ein Berliner Startup, unterstützt von Fridays for Future und Scientists for Future, ruft jetzt „zur Größten Bürgerïnnenversammlung Deutschlands im Olympiastadion Berlin mit bis zu 90.000 Menschen“ auf. Die Initiatoren wollen in den nächsten 30 Tagen auf der Crowdfunding-Plattform „Startnext“ bis zu 2,7 Millionen Euro sammeln, um diese Veranstaltung im Sommer 2020 Realität werden zu lassen.

Ganzen Artikel im Tagesspiegel lesen

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Heise Online im Juli 2019:

Klimawandel: Online-Pornos produzieren so viel CO2 wie Rumänien

Video-Streaming ist für einen Prozent des globalen CO2-Ausstoßes verantwortlich und allein durch Online-Pornographie wird weltweit so viel Kohlenstoffdioxid freigesetzt wie in Rumänien. Das jedenfalls hat der Think Tank The Shift Project errechnet, der schon im März Zahlen zu den Folgen der Digitalisierung für den Klimawandel vorgelegt hat. Für ihren neuen Bericht „Climate crisis: The unsustainable use of online video“ hat sich die französische Organisation das Videostreaming vorgenommen, das für einen Großteil der weltweiten Datenströme verantwortlich ist, und fordert „digitale Enthaltsamkeit“.

Weiterlesen auf Heise Online

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Wir leben schon in einer verrückten Welt. Früher haben sich Menschen gefreut wenn die Sonne geschienen hat und es warm war. Heute hat man Angst vor sonnigen Tagen. Beitrag von Lisa Rauschenberger in der ARD Audiothek aus dem November 2019:

Krank wegen der Klimakrise? Das Phänomen „Umwelttrauer“

Die Klimakrise kann psychisch krank machen „Umwelttrauer“, „Ecological Grief“ und „Climate Grief“ heißt dieses Phänomen, das bei den Inuit empirisch untersucht wurde. Wie kann man gesund mit den Gefühlen umgehen, die die Klimakrise auslösen?

Schon bald werden wir Umwelt- oder Klimatrauerbegleiter als Ausbildungsberuf bekommen. Auch Klimapsychologen werden dringend gebraucht.

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Überraschende Offenheit beim Kölner Stadt-Anzeiger am 13. Juli 2019:

Plötzlich Bestseller-Autoren: Keine Ahnung vom Klimawandel

Zwei junge Friedrichshafener Wirtschaftsstudenten, die vom Klimawandel keinen Schimmer hatten, haben ein Buch darüber geschrieben.

„Kleine Gase – Große Wirkung” wurde überraschend ein Bestseller.

Ein Gespräch übers Fleischessen und was es mit einem macht, wenn man die Tragweite des Klimawandels begriffen hat.

Man kann das schon als symptomatisch für die aktuelle Klimadiskussion bezeichnen: Zwei Studenten ohne Ahnung landen einen Klimawandelbestseller. Eine 16-jährige Schulabbrecherin spricht in den Parlamenten der Welt über ein Thema, das sie selber fachlich wegen mangelnder Ausbildung nicht durchblicken kann. Linke wollen Wissenschaftler zum Schweigen bringen, weil sie nicht die gleichgeschaltete Einheitsmeinung vertreten. Irgendetwas läuft hier fundamental schief…