PIK in der Kritik: Konzept einer klimabedingten Massenmigration nicht haltbar

Immer wieder mal hört man davon: Der Klimawandel sei eine Hauptursache der Migration. Wenn man aber dann Betroffene fragt, ob das Klima im Heimatland eine Fluchtursache war, schauen die meist völlig entgeistert drein und schütteln heftig den Kopf: „Es ist Krieg da, man kann dort nicht mehr leben!“ ist die wiederkehrende Antwort. „Und der Krieg hat NICHT Klima als Ursache“. In der Propagandaschlacht ist offenbar jedes Mittel recht. Das PIK berichtete 2018 stolz, dass sein Mitarbeiter Jacob Schewe Co-Autor dieses Weltbankberichts war. Nach dem Lesen der Eingangsthese „Der Klimawandel hat sich zu einem Hauptantrieb der Emigration herausgebildet…“ ist die Sache klar. 

Oder doch nicht? Am 26.11.2019 erschien in „Nature Climate Change“ ein Artikel von Ingrid Boas von der Universität Wageningen (Niederlande) und Kollegen, die klarstellen, dass all solche „Mythen“ bislang bar jeder Wissenschaft verbreitet werden. Sie fordern in dem Artikel dazu auf, die Sachverhalte wissenschaftlich zu bearbeiten und stellen am Ende klar:

„Instead of having policy dictate the priorities of science, resulting in self-perpetuating false claims about climate-induced migration, the science policy process needs to allow careful and critical evidence-seeking research to indicate the main challenges ahead.“

„Sich selbst erhaltende falsche Behauptungen über klimabedingte Migration“… ist eine nette Kennzeichnung des an den Haaren herbeigezogenen Weltbankberichtes vom Vorjahr unter tätiger Mithilfe eines deutschen Instituts, finden Sie nicht auch? Abstract von Boas et al. 2019 in nature climate change:

Climate migration myths

Misleading claims about mass migration induced by climate change continue to surface in both academia and policy. This requires a new research agenda on ‘climate mobilities’ that moves beyond simplistic assumptions and more accurately advances knowledge of the nexus between human mobility and climate change.

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Die Dezember-Ausgabe von Bild der Wissenschaft befast sich mit einem spannenden Thema:

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Eine Arbeit von Lehner et al. 2019 in Nature kommt zu dem Schluss, dass vor allem der Oberflächenabfluss bei allen Modellschätzungen zur Hydrologie einer Region bisher nur sehr ungenau zu bestimmen ist. Aus der Zusammenfassung:

At present, caution is warranted when using ESMs directly for regional hydroclimate impact and water security assessments. Coordinated model development efforts between the climate and hydrology communities are strongly encouraged, in the expectation that this would increase the accuracy of runoff and its sensitivity in coupled models…

Vorsicht also bei hydrologischen Modellierungen mit Modellen, sie müssen unbedingt verbessert werden, das ist die Kernbotschaft. Hoffentlich lesen diese Zeilen u.a. die Landesregierung von Sachsen Anhalt, sie vergab bereits 2008 einen Auftrag an das PIK mit dem Schwerpunktthema Wasserhaushalt. Es könnte nämlich am Ende nur verbranntes Steuergeld sein, was die PIK-Studie wert ist.   

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Vor einem Monat haben wir an dieser Stelle über die Ströme der Klimagelder geschrieben („Follow the money: Die verschachtelten Finanzquellen der privaten Klimaalarm-Industrie„). William Engdahl hat auf Global Research im September 2019 weitere Zusammenhänge in einem Artikel zusammengestellt:

Climate and the Money Trail

Artikel auf Global Research lesen.