P.M. und Fair Observer berichten über „Die Kalte Sonne“ – Medienecho 18.4.2012

Das P.M.-Magazin beschäftigt sich in der April-Ausgabe 2012 mit unserem Buch „Die kalte Sonne“ und dem Klimastreit. Der ehemalige Chefredakteur Thomas Vašek  schreibt in seiner Kolumne: 

„Kaum ist das Buch erschienen, fallen auch schon die Klimawandel-Warner über Vahrenholt her. Es ist wie immer im Klimastreit: Auf der einen Seite beschwören Wissenschaftler und Politiker den angeblichen Konsens, auf der anderen stehen die Skeptiker, die gegen den »Mainstream« schwimmen. Beide Seiten werfen einander vor, Forschungsergebnisse zu verzerren, Fakten zu vertuschen – und womöglich gar die » Wahrheit« zu unterdrücken.“

Vašek weist auch auf das Solarverstärker-Modell von Henrik Svensmark hin, das er grundsätzlich nicht von vornherein unplausibel findet. Er berichtet weiter, dass im Hauptteil des IPCC-Berichts durchaus über eine bedeutendere Klima-Rolle der Sonne nachgedacht wird, diese Möglichkeit in der Zusammenfassung für Entscheidungsträger jedoch nicht mehr auftaucht.  

Vašek  zeigt den P.M.-Lesern auch den größeren Kontext auf:

„Abweichler gab es in der Wissenschaft schon immer. Mitte des 19. Jahrhundert behauptete etwa der Arzt Ignaz Semmelweis, dass das gefürchtete Kindbettfieber auf fehlende Hygiene bei der Geburtshilfe beruhe. Unter Medizinern wurde er für seine These verspottet, doch er behielt recht. Der australische Arzt Barry Marshall beharrte in den 1980er Jahren darauf, dass Magengeschwüre nicht durch Stress entstehen, sondern durch bestimmte Bakterien. Seine Zunft hielt das für groben Unfug. Im Jahr 2005 bekam Marshall den Medizin-Nobelpreis für seine Entdeckung.“

Selbstverständlich hätten nicht immer alle Häretiker recht, gibt er zu bedenken. Jedoch stellen die aktuellen Klimamodelle auch nur Hypothese dar. Es ist gängige Praxis, Hypothesen Falsifizierungsversuchen auszusetzen, ein etabliertes wissenschaftliches Verfahren, das auch die Hypothese des „gefährlichen menschengemachten Klimawandels“ aushalten muss. 

„Auch der Wissenschaftsbetrieb ist anfällig für Herdentrieb. Wenn sich eine Mehrheitsmeinung einmal gefestigt hat, wird es immer schwieriger, Zweifel zu äußern. Das gilt erst recht für die politisch so umkämpfte Klimaforschung. Da darf gar nicht erst der Eindruck entstehen, dass abweichende Meinungen oder Fakten unterdrückt werden. Genau deshalb braucht die Klimadebatte Leute wie Vahrenholt.“

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Der Fair Observer veröffentlichte jetzt den englischsprachigen Beitrag „The Forgotten Sun – Climate Catastrophe Called Off“ von uns, in dem wir die Hauptargumente für eine stärkere Beteiligung natürlicher Klimafaktoren am aktuellen Klimageschehen diskutieren.  Der Beitrag ist Teil einer 360°-Betrachtung der Klimadebatte. Zu Wort in der Reihe kommt u.a. auch Kumi Naidoo, Chef von Greenpeace.

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Sonne unter der Erde: Solare Aktivitätszyklen in subtropischen Höhlen nachgewiesen

Eine dänische Forschergruppe um den Geowissenschaftler Mads Faurschou Knudsen von der Universität Aarhus veröffentlichte jetzt in der Fachzeitschrift The Holocene eine Studie zur Klimawirkung von solaren Aktivitätsschwankungen in den Subtropen. Die Gruppe untersuchte dazu vier Tropfsteine aus Höhlen in China, der Türkei und den USA die das Klimageschehen der letzten 10.000 Jahre archiviert haben. Mithilfe von Sauerstoffisotopen rekonstruierten die Forscher die Feuchtigkeitsentwicklung an diesen Orten, wobei die entsprechenden delta-18O-Werte den Feuchtigkeitsverlust von Luftmassen entlang ihres Transportweges bzw. die Monsun-Intensität widerspiegeln. Anhand von Frequenzanalysen konnten die Wissenschaftler charakteristische Zyklen in der Monsun-Geschichte der Untersuchungsgebiete nachweisen, die dem bekannten solaren 210-Jahres Suess/de Vries-Zyklus …

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Neue Finnische Studie belegt Kopplung zwischen Sonne und NAO sowie NAO und Temperatur

Die globale und regionale Temperaturentwicklung wird von zahlreichen Klimafaktoren beeinflusst. Eine verlässliche quantitative Gewichtung der verschiedenen natürlichen und anthropogenen Prozesse ist – trotz anderslautender Einlassungen durch den Weltklimarat – noch immer nicht möglich. Die finnischen Forscher Samuli Helama und Jari Holopainen haben jetzt die Frühlings-Temperaturentwicklung der vergangenen 260 Jahre für Südwest-Finnland statistisch auf Korrelationen hin untersucht und geprüft, ob es Anzeichen für die Beteiligung solarer Aktivitätsschwankungen und ozeanischer Zyklen gibt. Die Arbeit erschien kürzlich in der angesehenen geowissenschaftlichen Fachzeitschrift Palaeogeography, Palaeoclimatology, Palaeoecology

Die Wissenschaftler fanden, dass die Temperatur stark an die Nordatlantische Oszillation (NAO) gekoppelt war, die im Prinzip den Luftdruck-Unterschied zwischen dem Islandtief und dem Azorenhoch darstellt. Dies betrifft vor allem die letzten 160 Jahre, wobei die Luftdruck-Messdaten zur Rekonstruktion der NAO aus der Zeit vor 1850 möglicherweise nicht zuverlässig sind, schreiben die Autoren. 

Nun gingen die Forscher noch einen Schritt weiter und fragten sich, wodurch nun wiederum eigentlich die NAO gesteuert wurde. Und sie entdeckten dabei Überraschendes. Über lange Strecken des 20. Jahrhunderts fanden sie eine statistisch signifikante Korrelation zwischen der Sonnenfleckenentwicklung und dem NAO-Index. Die Korrelationen wurden besser, wenn Zeitintervalle im 10er-Jahresmaßstab betrachtet wurden und die Daten entsprechend gefiltert wurden. Eine bedeutende Beeinflussung der NAO durch die Sonne wurde auch in etlichen anderen Studien bereits nachgewiesen. 

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Zum Einfluss des Menschen auf den Klimawandel: Sind Zweifel erlaubt?

Von Dietrich Böcker, Bernd J. Breloer, Peter Neumann-Mahlkau und Dietrich Welte

Dr. Dietrich Böcker
Ingenieur und ehemaliger Unternehmensvorstand im Energiebereich, Brühl

Bernd J. Breloer
Wirtschaftswissenschaftler und ehemaliger Unternehmensvorstand im Energiebereich, Köln

Professor Dr. Peter Neumann-Mahlkau
Geologe, Ingenieur und ehemaliger Präsident des Geologischen Landesamts Nordrhein-Westfalen, Krefeld

Professor Dr. Dr. h.c. Dietrich Welte
Geowissenschaftler, RWTH Aachen und Gesellschaft für Integrierte Explorationssysteme mbH Aachen

 

Die Ausgangslage

Zu den offenbar vollständig gesicherten Erkenntnissen unserer Tage gehören die, dass es in absehbarer Zeit einen Klimawandel auf der Erde mit katastrophalen Folgen geben wird, dass dieser sich bereits heute mit einer zunehmenden Anzahl und Schwere von Unwettern überall auf der Welt ankündigt und – vor allem – dass die Menschheit ihn verursacht, und zwar durch einen erhöhten Ausstoß von CO2 in die Atmosphäre. Die große Sicherheit dieser These sollen wir daran erkennen, dass die Vereinten Nationen in Form des IPCC (Regierungsübergreifende Kommission zum Klimawandel) diese in regelmäßigen Abständen verkünden, die veröffentlichte Meinung sie ständig wiederholt, die Politik dies bestätigt und immer neue Maßnahmenpakete zur Rettung der Welt beschließt und – überhaupt – alle dies so sehen. Die Vorstellung des vom Menschen verursachten Klimawandels ist inzwischen weltumspannender Mainstream geworden. 

Sind dabei überhaupt noch Zweifel erlaubt?

Es ist eigentlich gute wissenschaftliche Praxis, dass Erkenntnis Zweifel aushalten und überstehen muss, sonst ist Erkenntnis ohne Belang. Die These von der menschenverursachten Klimakatastrophe anzuzweifeln, das können und wollen sich allerdings nicht alle erlauben. Wer im Wissenschaftsbetrieb tätig ist, kann es kaum. Er müsste befürchten, sich zu isolieren und eine persona non grata zu werden. Woher dann Forschungsmittel bekommen? Wer in der Politik tätig ist, lege den Zweifel bitte schnell beiseite, denn mit dem Klimathema lässt sich bestens Politik machen. Immerhin kann mit diesem Thema politische Legitimität gewonnen, gleichzeitig die Staatsquote erhöht und vielleicht sogar die Welt gerettet werden, ohne dass der Erfolg der Bemühungen in Maßstäben von Legislaturperioden überprüft werden könnte. Wer in den Medien arbeitet und zweifelt, würde sich eines großen Themas berauben, denn schlechte Nachrichten sind, wie wir alle wissen, gute Nachrichten.

Die Autoren sind mit ihrem Zweifel nicht allein. In der internationalen wissenschaftlichen Community gibt es durchaus eine große Gruppe namhafter Persönlichkeiten und anerkannter Schriften außerhalb des Mainstreams. Es sei zum Beispiel auf den U.S. Senate Minority Report (www.epw.senate.gov) verwiesen oder die Stellungnahme der Deutschen Gesellschaft für Geowissenschaften und auf die Literaturliste. Allerdings kommen die dort genannten Autoren in den Nachrichten bisher kaum vor, und die meisten Bürger wissen nicht einmal, dass es überhaupt andere Meinungen gibt.

Erst in jüngster Zeit ändert sich diese Situation ein wenig. Zum einen hat der Kopenhagener Klimagipfel den Bürgern gezeigt, dass die deutsche und europäische Haltung zum Thema Klima von großen Staaten wie USA, Indien und China nicht geteilt wird. Zum anderen wird deutlich, dass eine Reihe von wissenschaftlichen Behauptungen, mit denen nachgewiesen werden soll, dass das anthropogene CO2 der Hauptverursacher des Klimawandels ist, einer Nachprüfung nicht standhalten [15]. Schlimmer noch, es wird deutlich, dass bei einigen Verfechtern des menschenverursachten Klimawandels es durchaus persönliche und sogar auch finanzielle Interessenlagen gibt und außerdem mit unzulässigen Mitteln versucht wird, eine faire wissenschaftliche Auseinandersetzung zu verhindern.

Klimawandel nichts Neues

Viele Menschen schreckt der Gedanke eines Klimawandels allein schon deswegen, weil sie Klima für eine konstante Größe, für etwas Gleichbleibendes halten. Wenn sich das Klima dann ändert oder ändern soll, kann das in ihrer Vorstellung nur in einer Katastrophe münden. Die Wirklichkeit sieht anders aus: Wir leben heute in einer Warmzeit. Sie begann am Ende der letzten Eiszeit vor 11.600 Jahren und wird vermutlich noch etwa 15.000 bis 20.000 Jahre dauern. Von der voraussichtlichen Gesamtdauer dieser Warmzeitperiode ist etwa die Hälfte der Zeit vergangen. Ob wir jedoch schon den Höhepunkt der Warmzeit erreicht haben, ist ungewiss.

Seit dem Jahr 1860 ist die Temperatur global um 0,7 °C gestiegen. Die 90er Jahre des vergangenen Jahrhunderts waren die wärmste Dekade seit Beginn der systematischen Temperaturaufzeichnungen Mitte des 19. Jahrhunderts. Dies ist bemerkenswert, aber nicht dramatisch, wenn dies mit Temperaturänderungen in historischen Zeiträumen verglichen wird. In den letzten 2.000 Jahren gab es durchaus Zeiten mit vergleichbaren Temperaturen (vgl. Kapitel „In der Vergangenheit lesen“).

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Vortrag von Sebastian Lüning am 14.6.2012 an der Hochschule Mannheim

Sebastian Lüning wird am 14.6.2012 an der Hochschule Mannheim die Hauptthesen des Buches „Die kalte Sonne“ vorstellen. Die Veranstaltung findet im Rahmen der Vortragsreihe des Arbeitskreises regenerative Energiesysteme statt und beginnt um 17:15. Veranstaltungsort: Gebäude B, Raum 202 der Hochschule Mannheim. Einen Campusplan gibt es hier. Text der Ankündigung: Die kalte Sonne: Neue Erkenntnisse der Klimaforschung und ihre Konsequenzen  Das Klima der vergangenen 10.000 Jahre war durch ausgeprägte Temperaturschwankungen gekennzeichnet, die synchron zur Sonnenaktivität verliefen. Die Erwärmung der vergangenen 150 Jahre ist Teil dieses natürlichen Klimazyklus, der zusätzlich noch vom CO2 verstärkt wurde. Durch Zuordnungsfehler ist die Erwärmungswirkung des CO2 vom Weltklimarat überschätzt …

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Neue AWI-Forschung bestätigt: Klimamodelle können die Temperaturen der letzten 6000 Jahre nicht reproduzieren

Einer unser Hauptkritikpunkte an den CO2-dominierten Klimamodellen ist, dass diese die signifikanten Temperaturschwankungen der letzten 10.000 Jahre nicht reproduzieren können. Dies ist kein Wunder, denn diese Modelle operieren mit einer verschwindend geringen Klimawirksamkeit der Sonne. Wie zahlreiche vom IPCC weitgehend ignorierte Studien zeigen konnten, verläuft die nacheiszeitliche Temperatur dabei in einem hohen Maße synchron zu solaren Aktivitätsschwankungen. Diese offensichtliche Diskrepanz zwischen modellierter Theorie und gemessener Realität haben wir in unserem Buch „Die kalte Sonne“ in Kapitel 3, unserem kürzlichen Zeit-Artikel sowie einem Blog-Beitrag über die fragwürdigen Modellierungsergebnisse der Hamburger-Marotzke-Gruppe thematisiert. 

Zu diesem Problem erschien nun in der Fachzeitschrift Climate of the Past Discussions ein neuer Artikel eines deutsch-niederländischen Forscherteams um Gerrit Lohmann vom Bremerhavener Alfred-Wegener-Institut. Die Studien-Gruppe verglich darin geologisch rekonstruierte Ozean-Temperaturdaten der letzten 6.000 Jahre mit Modellierungsergebnissen. Die Temperaturdaten basierten dabei auf sogenannten Paläothermometern wie dem Verhältnis von Magnesium zu Kalzium in Einzellerschalen sowie organischen Verbindungen (Alkenonen). Die Untersuchten Ozean-Lokalitäten sind quer über den Globus verteilt und stammen aus verschiedenen Studien, deren Ergebnisse über die Jahre in einer Datenbank gesammelt wurden. 

Lohmann und seine Kollegen plotteten die Temperaturverläufe und verglichen die Kurven mit modellierten Temperaturentwicklungen aus einem Computermodell (ECHO-G Modell, Milankovic Erdbahn-Effekte wurden berücksichtigt). Dabei stellten sie fest, dass die modellierten Trends die geologisch rekonstruierten Temperaturtrends um einen Faktor von zwei bis fünf unterschätzten. Ähnliches war wohl auch bereits anderen Forschern aufgefallen (Lorenz et al. 2006, Brewer et al. 2007, Schneider et al. 2010 — volle Zitate in Lohmann et al. 2012). 

Die umfangreiche Temperatur-Datensammlung des Lohmann-Teams zeigt zudem, dass in fast allen untersuchten Gebieten charakteristische Temperaturzyklen im 1000er-Jahres-Maßstab aufgetreten sind (Abbildung 1). Die Temperaturen schwankten dabei rhythmisch im Bereich von ein bis drei Grad. In vielen Fällen werden dies vermutlich solar-synchrone Temperaturzyklen sein, wie der Amerikaner Gerard Bond am Beispiel eines Sedimentkerns aus dem Nordatlantik vor mehr als 10 Jahren erstmals erfolgreich zeigen konnte. Und noch eine interessante Beobachtung ist zu machen. In mehr als der Hälfte der untersuchten Gebiete ist die Temperatur in den letzten 6000 Jahren gefallen. 

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Weiterer Wald wird Windmühlen weichen und andere Klimanews der Woche

Jetzt geht es im Namen der „guten Sache“ auch dem Wald in Nordrhein-Westfalen an den Kragen. Die Recklinghäuser Zeitung berichtete am 30.3.2012:

„Um die Ausbauziele bei der Windenergie zu erreichen, müssten auch Waldflächen erschlossen werden, sagte [NRW] Umweltminister Johannes Remmel (Grüne). Schon bei einer Nutzung von maximal drei Prozent der bewaldeten Fläche könne die bisherige Leistung aus Windenergieanlagen verdoppelt werden. […] Dazu sollen Nadelwälder und kahle ‚Kyrillflächen‘ als Standorte geprüft werden. Infrage kämen Wälder im Sauer- und Siegerland, in der Eifel und Ostwestfalen. Das Interesse sei groß, sagt Remmel. Der Minister hatte per Erlass das Tabu der Regierung Rüttgers kassiert, im Wald Windanlagen zu errichten.“ 

„Das Interesse sei groß“ sagt der Minister. Aber woran genau? Dass der Wald vor der Haustür nun endlich umgehauen wird? Der Wald hat die Anwohner sicher schon lange gestört. Immer dieses blöde Vogelgezwitschere, das dumpf-tumbe Rauschen bei Wind und der lästige Schattenwurf. Endlich weg damit. Gebt uns stattdessen diese schönen, schlanken Windräder, deren majestätische Erscheinung die Bergrücken schmücken wird. Rotierende Wahrzeichen des Fortschritts. Schon von weitem kann man nun erkennen, welche Region fortschrittlich in die Zukunft schreitet, und welche Mega-Out-Kommunen noch immer diesem zurückgebliebenen Wald-ist-schön-Wahn anhängen. Das wird der Minister sicher gemeint haben. 

Siehe auch Klimaschnipsel vom 16.3.2012 (Youtube Video), wo wir über das Abholzen eines Waldes in rheinland-pfälzischen Hunsrück berichtet haben, der Platz für Windräder machen musste.

Danke für den Hinweis an Rainer Hoffmann. 

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Norbert Röttgen hat nun angekündigt, dass er die Energie-Ökonomin Claudia Kemfert bei einem Wahlsieg in Nordrhein-Westfalen zur Energieministerin machen will. Spiegel Online über Kemfert:

„Allerdings geriet Kemfert in den vergangenen Jahren in die Kritik. Kollegen wunderten sich über ihre häufigen Auftritte in den Medien, die in keiner Relation zu ihrer wissenschaftlichen Bedeutung stünden. Auch der Vorwurf unseriöser Prognosen stand im Raum. Im Sommer 2008, als der Ölpreis von einem Rekord zum nächsten sprang, sagte Kemfert weitere, drastische Preisschübe voraus. […] Tatsächlich sank der Ölpreis kurze Zeit später bis unter 40 Dollar. ‚Sie hat bis heute nicht erklärt, warum sie eine ohnehin tief verunsicherte Bevölkerung leichtfertig mit Prognosen verschreckt, die offenbar allenfalls zufällig eintreffen‘, schrieb Die Welt.“

Aber nicht nur bei der Ölpreis-Prognose scheint Kemfert Probleme zu haben. Auch in Punkto Klimawandel scheint sie einige wichtige Aspekte außer acht gelassen zu haben. Ohne sich offenbar selber etwas genauer mit der Materie beschäftigt zu haben, vertritt Kemfert ohne wenn-und-aber die alarmistische IPCC-Linie. In einem Artikel von 2007 schrieb Kempfert:

„Langjährige Beobachtungen bestätigen, dass sich die Erde erwärmt. Im 20. Jahrhundert hat sich die globale Oberflächentemperatur um 0,2 (± 0,6) Grad Celsius erhöht, der Anstieg der Oberflächentemperatur der Nördlichen Hemisphäre war in dieser Zeit größer als in den vorausgegangenen 1000 Jahren.“

Gleich zwei schwerwiegende Fehler in einem Satz – das darf einfach in diesem politisch hochbrisanten Themekomplex nicht passieren. Die Erwärmung im 20. Jahrhundert betrug etwa 0,6°C (0,8°C seit 1850). Folgt man Kemfert, so wäre bei der genannten großen Fehlerbreite auch eine Abkühlung von 0,4°C im 20. Jahrhundert denkbar. Das wäre dann wirklich fast eine Klimakatastrophe, wenn sich das Klima allmählich der Kleinen Eiszeit nähern würde. Auch der zweite Fehler ist ärgerlich. Eine ähnliche Erwärmungsrate wie im 20. Jahrhundert gab es alle 1000 Jahre zu Zeiten der natürlichen Wärmeperioden, also zum Beispiel der Mittelalterlichen Wärmperiode (um 1000 n. Chr.), der Römischen Wärmeperiode (um das Jahr 0) oder der Minoischen Wärmperiode (ca. 1000 v. Chr.). Zudem gab es 1860-1880 bereits eine Erwärmungsphase in ähnlicher Intensität wie 1910-1940 bzw. 1977-2000. Schauen wir uns noch ein weiteres Statement aus Kemferts Abhandlung an:

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Beutezüge im Klimawandel/Militärs an der Klimafront: Zweiteiliger Dokumentarfilm auf 3SAT am 17.4.2012

Am 17.4.2012 zeigt 3SAT von 22:25-23:55 den zweiteiligen Dokumentarfilm „Beutezüge im Klimawandel/Militärs an der Klimafront“. Der Film lief erstmals im November 2011 im ZDF. Claus Kleber beschäftigt sich darin mit den Auswirkungen des Klimawandels auf die Versorgung mit Ressourcen sowie als Verursacher von miltärischen Konflikten. Das hört sich interessant an. Aber stimmen die wissenschaftlichen Grundlagen des Films? Über Claus Klebers einseitige Sichtweise des Klimawandels hat bereits Rainer Hoffmann in zwei Videobeiträgen berichtet (z.B. Claus Klebers Klima-Burnout – Episode II, siehe auch hier).  Man darf gespannt sein.

Machtfaktor Erde
Teil 1: Beutezüge im Klimawandel
Teil 2: Militärs an der Klimafront

Aus der Ankünigung von Teil 1 des ZDF: 

Das Hochland von Tibet und die Gipfel des Himalaya sind der Süßwasserspeicher Asiens. Hier entspringen große Flüsse, in deren Einzugsgebiet mehr als eine Milliarde Menschen leben. Aber die Flüsse fließen nicht mehr wie früher.

Indische und chinesische Truppen stehen sich im höchsten Gebirge der Welt gegenüber. Auf dem Exerzierplatz in Ladakh inspiziert Kommandant Achal Sharma die Fortschritte beim Training seiner Soldaten. „Das sind Kampftruppen“, versichert er uns.

Luftmarschall A.K Singh, ehemals Generalstabschef der Indian Air Force, berichtet uns in Delhi, wie rasant in den vergangenen Jahrzehnten die Gletscher geschmolzen seien. Als Kampfpilot ist er unzählige Male über den Himalaya geflogen. Es überrascht uns, wie offen und eindringlich er vor den Konsequenzen des Klimawandels warnt. 

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100 Milliarden Dollar pro Jahr vom Green Climate Fund zu verteilen: Wie verträgt sich Immunität mit Transparenz?

Auf der letzten UN-Klimakonferenz in Durban im Dezember 2011 wurde der sogenannte Green Climate Fund (GCF) operationalisiert, der 2010 in Cancun beschlossen wurde und ab 2020 jährlich 100 Milliarden US-Dollar aus Industrieländern an Klimaprojekte überwiegend in Entwicklungsländern ausschütten soll. Laut Bundesentwicklungsminister Dirk Niebel ist Deutschland der zweitgrößte Klimafinanzierer weltweit. Derzeit wird noch ein Zuhause für diese neue Organisation gesucht, das ab 2014 bezogen werden soll. Die Kandidaten  liefern sich derzeit einen Bieterkampf mit Anreizen wie Diplomatenkennzeichen für PKW (keine Park-Knöllchen mehr!) und Zuschüssen für attraktive Neubauten, Sprachkurse und Umzugshilfen. Mit dabei sind Südkorea mit Incheon, Mexiko mit Mexiko-Stadt, Namibia, Deutschland mit Bonn sowie die Schweiz mit Genf. In Genf ist auch bereits der Weltklimarat IPCC und die meteorologische Weltorganisation WMO  beheimatet. Ob eine räumliche Nähe von GCF und IPCC sinnvoll ist, ist eine andere Frage. Die Entscheidung über den Hauptsitz des Green Climate Fund fällt auf der Klimakonferenz in Katar Ende 2o12.

Ende April soll das 24-köpfige Direktorium des Green Climate Fund erstmals zusammengekommen. Ein kleines Problem gibt es jedoch noch, denn die Europäische Union kann sich momentan einfach noch nicht einigen, wer diesem einflussreichen Gremium angehören soll.

Für den Green Climate Fund wurde mittlerweile eine weitreichende Immunität im üppigen UN-Stil beantragt, obwohl der Fund genau genommen gar keine UN-Behörde darstellt. Aber aus welchem Grund sollte diese Immunität eigentlich notwendig sein? Vielleicht weil sie vor lästigen Inspektionen schützen würde? Bei den hohen Summen im Spiel sollte jedoch vielmehr ein höchstes Maß an Transparenz herrschen, insbesondere weil ein sehr großer Teil der Nehmerländer von Transparency International als höchst bedenklich eingestuft wird (Abbildung 1).

Abbildung 1: Corruption Perceptions Index 2011 von Transparency International

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Food for Thought: Klimawirkung der Sonne durch Akkumulation der Sonnenenergie im Ozean?

Heute wagen wir uns einmal an die vorderste Front der Forschung und möchten eine Idee des Öko-Modellierers David Stockwell vorstellen, der sich Gedanken gemacht hat, in welcher Weise die Sonnenaktivität auf das Klima wirken könnte. Vorab sei gesagt, dass seine Gedanken noch rein spekulativ sind und momentan nur in Form von zwei unveröffentlichten Manuskripten vorliegen (Stockwell 2011a und Stockwell 2011b). Außerdem kann man hierzu Beiträge in Stockwells Blog Niche Modelling lesen.

Ausgangspunkt ist die Tatsache, dass sich die Gesamt-Sonnenstrahlung (Total Solar Irradiance, TSI) nur im Zehntelprozent-Bereich ändert, was nur sehr geringe Temperaturänderungen hervorrufen würde, wenn allein der direkte TSI-Effekt wirken würde. Da sich in den geologischen Daten der vergangenen 10.000 Jahre jedoch eine kräftige solare Steuerung des Klimas nachweisen klar läßt, muss es einen oder mehrere Effekte geben, die als Solarverstärker auftreten. In unserem Buch „Die kalte Sonne“ haben wir in Kapitel 6 die UV- und kosmischen Strahlungsverstärker detailliert beschrieben.

Stockwell beschäftigt sich in seinem Modell nur mit der Gesamt-Sonnenstrahlung. Er weist zu recht darauf hin, dass zwei Drittel der Erdoberfläche von Ozeanen bedeckt sind und diese auf Wärmezufuhr sehr träge reagiert. Das heißt aber auch, dass Energie, die die Sonne in den Ozean einstrahlt, nicht sofort wieder vollständig verloren geht, wenn die Einstrahlung wieder nachlässt. Thermische Gleichgewichte stellen sich zudem sehr langsam ein. Hierauf haben wir auch in unserem Buch „Die kalte Sonne“ auf S. 116-119 hingewiesen. So hielt der starke Sonnenzyklus Nummer 19 um 1960 nur eine 11-Jahresperiode an bevor die Sonnenaktivität in Zyklus 20 wieder drastisch zurückging. Die Zeit war dabei einfach viel zu kurz, als dass sich im trägen Klimasystem ein Gleichgewicht zur hohen Sonnenaktivität des 19. Zyklus hätte einstellen können.

Stockwell sieht den Ozean als einen großen Wärmespeicher, der im Laufe der Zeit die eingestrahlte Sonnenenergie als Wärme akkumuliert. Er nennt sein Modell daher „solares Akkumulationsmodell“. Anstatt die TSI-Werte normal in einer Kurve aufzutragen, wählte Stockwell daher eine kumulative Darstellung, wobei er TSI-Anomaliewerte von Jahr zu Jahr einfach addierte. Stück für Stück würde sich der Ozean in Richtung Gleichgewicht bewegen.

Die Überraschung war groß, als er die kumulative TSI-Kurve mit der real gemessenen Temperaturkurve verglich. Die Ähnlichkeit war so enorm, dass sein Modell 76% der Temperaturentwicklung der letzten 60 Jahre nachbilden konnte, wenn er auch kurze vulkanische  Abkühlungseffekte zusätzlich einbezog (siehe Abbildung 1). Die Temperaturen korrelierten mit der akkumulierten, integrierten Sonnenstrahlung dabei sehr viel besser als mit der einfachen, direkten Strahlung der Sonne.

Abbildung 1: HadCRUT-Temperaturen (schwarz), kumulative Sonnenstrahlung/TSI (blau), kumulative Sonnenstrahlung plus Vulkane (rot). Aus Stockwell (2011a).

 

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Erwärmung durch weniger Wolken oder weniger Wolken durch Erwärmung?

Einer der großen, verborgenen Diskussionspunkte der Klimadebatte ist die Rolle der Wolken. Wolken sind der Sonnenschirm der Erde, und sie hindern einen großen Teil der Sonnenstrahlung daran, auf die Erdoberfläche zu gelangen und dort ihre Wärmewirkung zu entfalten. Eine Änderung der Wolkenbedeckung um nur wenige Prozentpunkte hat signifikante klimatische Auswirkungen, das ist klar.

Da ist es interessant, einmal auf die Entwicklung der globalen Wolkenbedeckung der letzten 30 Jahre zu schauen (Abbildung 1). In diesen Zeitraum fällt auch ein Teil der letzten Haupterwärmungsphase 1977-2000, während der sich die Erde um ein halbes Grad erwärmt hat (Abbildung 2). Das Ergebnis ist überraschend – aber eigentlich irgendwie auch wieder nicht. Die Daten zeigen nämlich, dass die Wolkenbedeckung just im Moment der Haupterwärmungsphase spürbar zurückgegangen ist, so dass mehr Sonnenenergie den Erdboden erreichen konnte. Es stellt sich sogleich die Frage nach Henne und Ei. Waren die ausgedünnten Wolken möglicherweise der Grund für die Erwärmung? Oder hat die Erwärmung zu Veränderungen in der Atmosphäre geführt, die dann zu einer verminderten Wolkenbedeckung geführt haben?

Zwischen den beiden Möglichkeiten liegen ganze Klimawelten. Viele Klimarealisten sehen die Sonnenaktivität via kosmische Strahlung und Wolkenkondensationskeime als Wolkenregisseur. Weltklimaratsanhänger hingegen sehen das CO2 als Haupterwärmungsantrieb an, wobei die zunehmende Wärme die Wolkendecke angeblich verringern soll. Im Klimarealisten-Fall würde CO2 nur eine untergeordnete Rolle spielen, während die Wolken im IPCC-Fall einem positiven Rückkopplungsprozess für CO2 entsprechen würden, was (zusammen mit Wasserdampft als starkem Treibhausgas) die Klimawirkung des CO2 signifikant verstärken würde.

 

Abbildung 1: Globale monatliche Wolkenbedeckung 1983-2009. Insgesamt ist im Zeitraum eine Abnahme der Wolkendecke um mehrere Prozent zu erkennen. Überlagert ist eine Schwingung, die offenbar eng mit dem 11-Jahres-Sonnenfleckenzyklus verbunden ist. So fällt zum Beispiel das Wolkenmaximum 1987 in ein Minimum der Sonnenaktivität und das Wolkenminimum um 2000 in ein Sonnenmaximum. Abbildung von climate4you.com nach The International Satellite Cloud Climatology Project (ISCCP) 

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Statistik-Trick befördert CO2 vom Beifahrer zum Chauffeur: Fragwürdiger neuer Shakun-Artikel in Nature

Einer der wichtigsten Punkte der hitzigen Klimadebatte ist die Frage der Klimawirksamkeit des Kohlendioxids, also die CO2-Klimasensitivität. Wieviel Erwärmung bringt zusätzliches CO2 in der Atmosphäre eigentlich? Hier gehen die Meinungen bekanntlich weit auseinander. Da bietet es sich an, in die geologische Vergangenheit der Eiszeitzyklen der letzten 2 Millionen Jahre zu schauen, denn damals hat es bedeutende CO2-Schwankungen gegeben. Und wir haben Glück, anhand von Eiskernen der Antarktis und in Grönland lassen sich CO2-Gehalt und Temperaturentwicklung rekonstruieren.

Genau das hat man auch gemacht. Vor mehr als 10 Jahren veröffentlichte ein schweizerisch-französisches Forscherteam in der Zeitschrift Science eine Untersuchung eines Antarktis-Kerns. Mit dabei war übrigens auch der heutige Vorsitzende der Arbeitsgruppe „Wissenschaftliche Grundlagen“ des Weltklimarats IPCC, Thomas Stocker. Die Wissenschaftler konnten zeigen, dass das CO2 der Temperaturentwicklung um ca. 800 Jahre hinterherhinkt. Berücksichtigt man diesen wichtigen zeitlichen Zusammenhang, so wird klar, dass die CO2-Entwicklung während dieser Zeit wohl eher eine Reaktion auf die Temperatur darstellt und keineswegs die Ursache der Klimaänderungen sein kann. Aus den Eiskerndaten eine bedeutende Klimapotenz des CO2 abzuleiten ist daher abwegig. Einen plausiblen Mechanismus für die beobachtete Entwicklung gibt es übrigens auch: In warmem Wasser kann sich nämlich weniger CO2 lösen. Da sprudelt das freiwerdende Kohlendioxid zu Beginn der Warmzeit einfach aus dem Meer heraus und sammelt sich in der Atmosphäre. Wenn es dann zu Beginn einer neuen Eiszeit kälter wird, kann sich dieser CO2-Überschuss im nun aufnahmebereiten Meerwasser wieder lösen und die CO2-Konzentration der Atmosphäre sinkt.

Die verzögerte CO2-Entwicklung versuchten einige bekannte Akteure der Klimadiskussion in der Vergangenheit gerne zu verschleiern, darunter auch Al Gore in seinem Oscar-prämierten Film „Eine unbequeme Wahrheit“. Der Fehlschluss ist Mitgrund dafür, dass der Film laut Gerichtsbeschluss an britischen Schulen nicht mehr unkommentiert gezeigt werden darf. Auch Hartmut Graßl wandte den Trick in seinem Buch „Klimawandel – Was stimmt? Die wichtigsten Antworten“ nur allzu gerne an. 

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Tropfsteine mit Klimagedächtnis: Augusto Mangini meldet sich zurück

Nach mehrjähriger Pause hat sich Professor Augusto Mangini vom Institut für Umweltphysik der Universität Heidelberg wieder eindrucksvoll in der öffentlichen Klimadebatte zurückgemeldet. Schon früh hatte Mangini darauf hingewiesen, dass es in den letzten 10.000 Jahren erhebliche natürliche Klimaschwankungen gegeben hat, welche eng an die Entwicklung der Sonnenaktivität gekoppelt waren, woraufhin er von führenden IPCC-nahen Forschern scharf angegriffen wurde. Eine Übersicht zu Manginis Forschung und der unverständlichen Reaktion einiger führender deutscher Klimaforscher haben wir kürzlich in unserem Blog-Artikel „Professor Augusto Mangini – Ein Pionier des Klimarealismus“ gegeben.

Es ist höchst erfreulich, dass die Organisatoren des diesjährigen Extremwetterkongress in Hamburg Professor Mangini die Möglichkeit gaben, seine Forschung vor großem Publikum zu präsentieren. Sein Vortrag „Klimakurven im Vergleich – Warum es so große Unterschiede gibt“ lief in der Nachmittagssitzung des 20. März 2012, wobei allerdings der Zeitrahmen von 15 Minuten für das wichtige und komplexe Thema leider viel zu kurz war. Man muss sich schon wundern, dass andere Redner wie etwa der schillernde Prof. Hans-Joachim Schellnhuber vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung die dreifache Redezeit zugeteilt bekamen, obwohl sie wenig Neues zu berichtet hatten. Ein Onlinevideo des Mangini-Vortrags gibt es leider nicht (dafür aber von Prof. Mojib Latif, das wir bereits an anderer Stelle ausgiebig kommentiert haben).

Anlässlich des Kongresses berichtete auch die Zeitschrift Bild der Wissenschaft in der April 2012-Ausgabe über Manginis Arbeiten. In seinem sehr ausgewogenen und lesenswerten Artikel „Klima in Kalk“ beschreibt Autor Klaus Jacob in leicht verständlicher Weise die Methodik und klimatischen Zusammenhänge der Heidelberger Tropfsteinforschung. Jacob schreibt:

„[Mangini] beschäftigt sich seit 15 Jahren mit Tropfsteinen – und ist zu einem erstaunlichen Ergebnis gekommen: Die natürlichen Klimaschwankungen sind größer, als die Wissenschaftler bisher annahmen. Das hat Konsequenzen für die Zukunft, denn die Schwankungen überlagern die menschlichen Einflüsse. Die Kontinente müssen also nicht zwangsläufig immer wärmer werden, sondern der Trend könnte auch eine Verschnaufpause einlegen, sogar eine vorübergehende Abkühlung ist möglich.“

Jacob weiter:

„[Mithilfe der Tropfsteine] hat Mangini das mitteleuropäische Klima der letzten 9000 Jahre rekonstruiert. Auffällig ist ein heftiges Auf und Ab mit Unterschieden von rund 2 Grad Celsius. […] Schon mehrfach in den letzten 8000 Jahren schoss die Temperatur innerhalb von nur 200 Jahren um rund 1 Grad in die Höhe. Die Temperatur scheint von Natur aus stärker zu schwanken, als es etwa der Weltklimarat IPCC in seinen Berichten ausweist. […] Manginis Kurven deuten nun […] auf den Beginn einer kühlen Phase hin.“

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Verliert die Sonne jetzt auch noch ihre Flecken, kurz vor dem Maximum des solaren 11-Jahres-Zyklus?

Was ist bloß mit der Sonne los? Wenige Monate vor dem feurigen Gipfel des aktuellen solaren 11-Jahres-Zyklus droht nun die Sonne plötzlich fleckenlos zu werden. Dabei sollte unser Mutterstern doch gerade jetzt wie ein Sommersprossengesicht aussehen. Aber die Flecken spielen einfach nicht mit.

Was hat es eigentlich mit diesen mysteriösen Sonnenflecken auf sich, mag sich der eine oder andere fragen. Sonnenflecken sind relativ kühle und daher dunkel erscheinende Bereiche auf der Sonnenoberfläche, die weniger sichtbares Licht ausstrahlen als der Rest der Oberfläche. Ursache für die Abkühlung sind starke Magnetfelder, die die Konvektion behindern, wodurch im Zentrum der Sonnenflecken weniger Energie an die Sonnenoberfläche gelangt. Was im Zentrum der Flecken an Energie fehlt, macht die Umgebung der Flecken jedoch mehr als wieder wett. Sonnenflecken sind immer mit dem Auftreten von sogenannten Sonnenfackeln (faculae) gekoppelt. Diese Sonnenfackeln sind deutlich heißer als der Rest der Sonnenoberfläche und aus diesem Grund auch außerordentlich hell. Insgesamt führt daher eine erhöhte Fleckenanzahl zu einer Helligkeitssteigerung der Sonne. Kurz gesagt: Mehr Flecken bedeuten eine aktivere Sonne, weniger Flecken eine schwache Sonne.

Die Zählung der Sonnenflecken und das Abschätzen ihrer Größe sind eine einfache, aber sehr effektive Methode, um die Sonnenaktivität zu bestimmen. Auch heute noch ist die Sonnenfleckenrelativzahl eine wichtige Größe, da ihre Messung unabhängig von Effekten in der Erdatmosphäre ist. Selbst mit Amateurmitteln lassen sich Sonnenflecken leicht selbst beobachten. Dazu wird ein (plastikfreies) Fernglas auf einem Stativ oder ein Teleskop auf die Sonne gerichtet. Das Sonnenbild wird dann auf einen dahinterliegenden, abgeschatteten Schirm projiziert. Aber Vorsicht: Niemals durch das Okular des Fernrohrs oder den Sucher der Kamera schauen. Es herrscht akute Erblindungsgefahr!

Heutzutage geht es auch einfacher. Täglich wird im Internet auf mehreren Webseiten das neueste Sonnenbild eingestellt, zum Beispiel auf spaceweather.com (siehe Abbildung unten).

Es gibt zwei offizielle Sonnenflecken-Messzahlen:

Internationale Sonnenfleckenzahl (=Wolf Zahl; diese Zahl wird z.B. von der NASA bei ihren Sonnenfleckenprognosen angegeben)

Boulder Sonnenfleckenzahl (diese wird z.B. auf spaceweather.com berichtet, ist etwa um ein Viertel höher als die Internationale Sonnenfleckenzahl)

Also aufgepasst beim Vergleich von Sonnenfleckenzahlen. Immer nur die gleichen Typen nehmen oder umrechnen! Als Daumenregel gilt: Wenn man die offizielle Sonnenfleckenzahl (typ-unabhängig) durch 15 teilt, erhält man ungefähr die Anzahl der Sonnenflecken, die man auf den Sonnenbildchen erkennen kann.

 

Abbildung: Sonne am 7. April 2012 (spaceweather.com). Nur ein einziger größerer Fleck ist zu erkennen, der die Nummer 1450 trägt. Wird die Sonne jetzt – kurz vor dem solaren Maximum – fleckenlos?

 

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Vorindustrielle Temperatur-Achterbahn auf dem Tibet Plateau: Die Sonne wars !

Vor wenigen Monaten veröffentlichte Liu Yu von der Chinesischen Akademie der Wissenschaften zusammen mit zwei chinesischen und einem schwedischen Kollegen eine neue Studie zur Klimageschichte der letzten zweieinhalb Jahrtausende auf dem Tibet Plateau. Anhand von Baumringen konnten Liu und sein Team die detaillierte Temperaturentwicklung für diese Region rekonstruieren. Sie fanden ausgeprägte Temperaturschwankungen, wobei sich Kälte- und Wärmeperioden zeitgleich zur Entwicklung in Europa und anderen Teilen der Erde ereigneten. In der Temperaturkurve deutlich auszumachen sind die Römische Wärmeperiode, Mittelalterliche Wärmeperiode, Kleine Eiszeit und die Moderne Wärmeperiode (siehe Abbildung unten). Die Kälteperiode der Völkerwanderungszeit vor 1600 Jahren ist ebenfalls zu erkennen, wird jedoch von kurzen aber starken Wärmeschüben unterbrochen. Hierbei traten zum Teil Erwärmungsraten auf, die deutlich über denjenigen der letzten 100 Jahrzehnte liegen.

Die Temperatur schwankte während der untersuchten 2500 Jahre um etwa ein Grad und verlief weitgehend synchron zur Entwicklung der Sonnenaktivität. Die Forscher führten an ihrem Datensatz Frequenzanalysen durch und fanden eine ganze Reihe von primären solaren Zyklen, die in den Bereich der Eddy, Suess/de Vries und Gleissberg-Perioden-Bereich fallen. Im Kontext der Klimageschichte der Vergangenheit zeigt sich, dass die Erwärmung der letzten 150 Jahre noch vollständig im Rahmen der natürlichen Klimavariabilität liegt und vom Zeitpunkt und Erwärmungsbetrag dem zu erwartenden natürlichen Muster entspricht. Eine starke Erwärmungswirkung des CO2 wie es vom IPCC postuliert wird, kann aus den Tibet-Daten nicht bestätigt werden.

Abbildung: Temperaturentwicklung des zentral-östlichen Tibet-Plateaus nach Liu et al (2011). Text in der Kurve wurde ergänzt. Die dünnen Linien oben und unten stellen den Fehlerbereich dar.

 

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