Ozeanzyklen und wechselnde Sonnenaktivität prägen Klima in China

Wenn man den üblichen Klimaalarm-Protagonisten in den Medien lauscht, scheint alles und jedes am CO2 zu hängen. Da bleibt kaum noch Raum für anderes. Umso erfrischender ist eine neue Arbeit von Wang et al 2019 zur Temperaturentwicklung in der chinesischen Provinz Weichang während der vergangenen 130 Jahre. Die Autoren fanden eine Gesamterwärmung von etwa einem Zehntelgrad. Das macht eine Erwärmungsrate von etwa einem Hundertstelgrad pro Jahrzehnt oder einem Tausendstelgrad pro Jahr. Die beobachtete Variabilität hängt zu weiten Teilen an den Ozeanzyklen sowie Schwankungen der Sonnenaktivität. Wer es genauer wissen möchte, hier der Abstract aus Climate Dynamics:

Temperature variability inferred from tree-ring records in Weichang region, China, and its teleconnection with large-scale climate forcing

Based on the combination of two dendrochronologies, the annual mean temperature from May to June for the last 160 years was reconstructed in Weichang region, China, with the predictor variables accounting 43.3% of the variance during the calibration period of 1956–2012. Warm periods with temperature levels great than the mean (17.66 °C) occurred in 1853–1881, 1886–1891, 1904–1909, 1923–1930, 1964–1970, 1980–1988, 1998–2002 and 2007–2011; and cold periods with temperature levels less than the mean occurred in 1882–1885, 1892–1898, 1901–1903, 1910–1922, 1931–1963, 1971–1979, 1989–1997 and 2003–2006. The reconstruction showed that droughts usually occurred in the warm years. And the reconstructed temperature series showed an almost reverse trend to the total precipitation of previous August to present July from Chifeng–Weichang on inter-decadal scale, which indicate the basic feature of climate was warm-dry and cold-wet in Weichang region. The reconstructed temperature series showed a linear increasing trend with a rise 0.11 °C from 1880 to 2012. Comparisons with other temperature series revealed a consistently warming trend after the mid-1950s and confirmed a good repeatability and high reliability in our reconstruction. Spatial correlation implied the reconstruction could represent a regional temperature signal in the large parts of northern China and Central-Eastern Mongolia. The multi-taper method reveals several significant periodicities in our reconstruction over the past 160 years, suggesting possible linkages with the El Niño-Southern Oscillation, lunar gravity, Pacific Decadal Oscillation (PDO) and solar activity. Correlation analysis between the reconstruction and Southern Oscillation Index (SOI), lunar geocentric declination, PDO and sunspot number further demonstrates that the temperature variations in Weichang region are negatively correlated with SOI and positively correlated with lunar gravity, PDO and solar activity in the long term.

————————————-

Ein neues Buch mit dem Titel „Climate Revolution“ von David DuByne geht den möglichen klimatischen Auswirkungen eines aufziehenden solaren Minimums nach. Besprechung und Bezugsquelle gibt es hier.

————————————-

Food for thought:

Der globale anthropogen Antrieb betrug 2018 2900 MW/m², folgt man den Daten des IPCC. Würde man GLOBAL aus der Kohleverbrennung aussteigen und stattdessen Erdgas verwenden (ressourcenmäßig und technologisch relativ easy zu machen) sparte man 13% Antrieb. Wenn man dagegen den gesamten Flugverkehr global einstellen würde (Gedankenexperiment!) käme man nur auf 3,8%. Das zeigt, wie marginal solche reinen Symbolhandlungen (Flieg weniger! Iss kein Fleisch!…) sind und dem Klima praktisch nichts bringen. Man sollte bei allen diskutierten Vorschlägen immer dazu sagen, wieviel Prozent Antriebsreduzierung das genau bringt, um den Öko-Weltverbesserern den „Klimawind“ aus den Segeln zu nehmen. Solange global immer mehr Kohle verbrannt wird (China, Indien) und das nicht gestoppt wird, ist alles andere Makulatur und verfolgt in Wahrheit ganz andere Ziele. Klima ist das wohlfeile Feigenblatt.

————————————-

Analyse in Publico am 30. Mai 2019:

Publico Dossier: Die Psychologie des grünen Erfolgs

Warum schafft es die Partei, zu einer Kraft aufzusteigen, die tatsächlich den nächsten Kanzler stellen könnte?  Auch deshalb, weil sie politische Techniken beherrscht, die ihre Konkurrenten noch nicht einmal erkennen

Das Wahlergebnis der Grünen in Deutschland lässt sich nicht verstehen ohne drei Begriffe, die in der US-amerikanischen Politik seit Jahrzehnten eingeführt, hierzulande allerdings – zumindest zwei von ihnen –  als Begriff noch weitgehend unbekannt sind. Als Technik selbst allerdings nicht. Die Grünen und ihr organisatorisches wie mediales Umfeld bedienen seit etwa einem Jahr dreier Instrumente in Perfektion, während die anderen Parteien die Praxis noch nicht einmal begreifen: Astroturfing, Framing und gezielte Beeinflussung des Overton Windows.

Um mit dem ersten zu beginnen: Bei Astroturf handelte es sich ursprünglich um einen Begriff für Kunstrasen in Stadien. Schon in den 90er Jahren benutzten Politiker und Politanalysten das Wort für öffentlichkeitswirksame Aktionen, die koordiniert und gewissermaßen im Ganzen ausgerollt werden, aber den Eindruck einer spontanen, an vielen Stellen gleichzeitig entstehenden Aktivität erwecken sollen. Also das Gegenteil eines Kunstrasens, nämlich eine urwüchsige Graswurzelbewegung. Der Begriff geht wahrscheinlich auf den texanischen Senator Lloyd Bentsen zurück, der 1985 plötzlich sehr viele Briefe und Postkarten bekam, scheinbar von normalen, unabhängig voneinander agierenden Bürgern, die ihn beknieten, sich besser um die Interessen der Versicherungswirtschaft zu kümmern. “A fellow from Texas“, meinte Bentsen, „can tell the difference between grass roots and AstroTurf… this is generated mail.”

Weiterlesen in Publico

————————————-

Sie kennen schon die Schuldenuhr und die verbleibende CO2-Emissionsuhr. Aber kennen Sie auch die Weltbevölkerungsuhr? Mit einem Klick sind Sie da, dann kurz warten, und die Uhr tickt los.

————————————-

Science Files am 6. August 2019:

Soros‘ Open Society Foundations: UNRUHE-Stiftung

Wer sich auf den Seiten der Open Society Foundations von George Soros umsieht, der wird von vielen schönen Worten und vielen Bildern, bei denen ein Werbefachmann auf den richtigen Gesichtsfarbenproporz geachtet hat, begrüßt: „wir arbeiten für lebendige und inklusive Demokratien, deren Regierungen den Bürgern verantwortlich sind“, heißt es da zum Beispiel. Hehre Ziele. Wohlklingende Worte. Aber was steckt dahinter?

Mehr Text, mehr schöne Worte:

„The Open Society Foundations, founded by George Soros, are the world’s largest private funder of independent groups working for justice, democratic governance, and human rights. George Soros opened his first international foundation in Hungary in 1984. Today, the Open Society Foundations support a vast array of projects in more than 120 countries, providing hundreds of grants every year through a network of national and regional foundations and offices.”

Unabhängige Gruppen werden gefördert, Gruppen, die für Gerechtigkeit, demokratische Verfassung und Menschenrechte eintreten. In 120 Ländern fördert die Stiftung mit Hunderten von Zuwendungen in Milliardenhöhe: 1,1 Milliarden US-Dollar für vermeintlich hehre Ziele werden alleine 2019 ausgegeben:

Allerdings hat es die Stiftung, die die offene Gesellschaft im Namen trägt, nicht so sehr mit der Offenheit; Transparenz ist hier der bessere Begriff. Wenn man sehen will, wofür die Stiftung die Unsummen, die hier dokumentiert sind, ausgibt, dann gibt sich die offene Stiftung seltsam zugeknöpft. Es beginnt damit, dass die Liste der „Geförderten“ ausschließlich „Förderungen“ aus den Jahren 2016 und 2017 enthält und geht damit weiter, dass keinerlei Informationen bereitgestellt werden, was genau gefördert wurde.

Weiterlesen auf Science Files