NZZ: „Wie Ursula von der Leyen mit der Klimapolitik die Spaltung der EU vertieft“

Sonnenseite.com am 15.7.2021:

Weltraumtourismus: Umweltzerstörendes Milliardärswettrennen

Branson, Musk und Bezos – Umweltzerstörendes Milliardärswettrennen gegen Umwelt & Klima.

Der britische Milliardär und „Steuervermeider“ Richard Branson ist mit Hilfe seiner Raumfahrtfirma Virgin Galactic am 11. Juli 2021 ins Weltall geflogen. Branson ist bei diesem kindischen, umweltzerstörenden Wettrennen dem Amazon-Gründer Jeff Bezos neun Tage zuvorgekommen. Die Raumfahrtfirma von Bezos, Blue Origin, hat einen bemannten Flug mit der Rakete „New Shepard“ für den 20. Juli angekündigt. „Von oben herab“ können Sie aktuell vielleicht sogar den Rauch der großen Feuer sehen, die der menschengemachte Klimawandel verursacht hat.

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Futurezone.at 2020:

Welchen Einfluss Weltraumtourismus auf die Umwelt hat

Raketenstarts tragen zur Auflösung der Ozonschicht bei. Experten raten zu strengeren Rahmenbedingungen für die Zukunft.

In der Blütezeit des „Space Race“ in den 50er- und 60er-Jahren hätte kaum jemand einen Gedanken daran verschwendet, welchen ökologischen Fußabdruck Weltraumraketen hinterlassen. Die Weiterentwicklung der Menschheit zu einer echten Raumfahrtspezies stand scheinbar kurz bevor und vom Klimawandel war auf der Erde noch keine Rede. Heute sieht die Sache anders aus.

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Weitere Beiträge auch hier:

Mitwelt.org:

Weltraumtourismus & Kritik: Branson, Musk und Bezos – Umweltzerstörendes Milliardärswettrennen gegen Umwelt & Klima

Heise.de:

Grenzenloses Wachstum im All: Obsessionen reicher Männer

[…] Selbst wenn ein Flug nicht 50 Millionen Euro, sondern sagen wir nur 50.000 Euro kosten würde (was noch weit, weit weg von den heute realistischen Kosten ist), wäre ein Massentourismus unmöglich. Auch hier erstaunt wieder einmal die vollständige Ignoranz gegenüber ökologischen Aspekten. Denn bisher ist Raketentechnologie vollständig oder fast vollständig fossil und damit nicht zukunftsfähig. Wenn ein großer Teil der Weltbevölkerung vorhätte, regelmäßig ins All zu fliegen, dann wären wir wohl nicht bei 1,5 Grad Erderwärmung bis zum Jahr 2100 (was auch schon unrealistisch sein dürfte), sondern deutlich darüber. Real wäre zu erwarten, dass diese Form des Tourismus zur Zielscheibe für Klimaproteste wird – ein klares Risiko für Unternehmen.

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Eric Gujer am 23.7.2021 in der NZZ:

Die billigste Ausrede nach dem Hochwasser: Der Klimawandel ist an allem schuld

Nach einer Flutkatastrophe ist die Versuchung gross, dafür die Erderwärmung verantwortlich zu machen. Eindimensionale Erklärungen sind jedoch gefährlich. So spricht einiges dafür, dass der Hochwasserschutz vernachlässigt wurde.

[…]

Ein Meister des Framings ist der ZDF-Moderator Claus Kleber. Mit apokalyptischem Timbre raunt er von den Naturgewalten, welche den Menschen für den Raubbau an der Schöpfung bestrafen würden. Kleber verbreitet seine Verschwörungstheorie selbst dann, wenn eine Interviewpartnerin schüchtern darauf hinweist, der Klimawandel spiele sicher eine Rolle, sei allerdings gewiss nicht der einzige Grund für die Überschwemmungen. Framing ist allemal wichtiger als Fakten. Warum das so ist, darüber lässt sich nur spekulieren. Will man in öffentlichrechtlichen Redaktionen den Grünen im Wahlkampf helfen? Oder regt sich die deutsche Lust an der Romantik mit ihrer Neigung, den Menschen als Störfaktor für eine im Urzustand heile Natur zu betrachten?

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Bayerischer Rundfunk am 22.7.2021:

Wolfgang Niedecken: „Kein Verständnis für Klimawandel-Leugner“

Der Kölner Musiker Wolfgang Niedecken hat kein Verständnis für Menschen, die den Klimawandel leugnen. Bei einem Benefizkonzert für die Flutopfer in Passau sprach sich Niedecken aber dafür aus, trotz Differenzen miteinander im Gespräch zu bleiben.

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Hier schlägt der Klimaalarm-Detektor hart an: Die WMO will im September 2021 einen Bericht herausgeben, der Folgendes „beweisen“ will. Auszug aus einer Pressemitteilung der Vereinten Nationen vom 23.7.2021:

Neuer UN-Bericht: Unwetterkatastrophen eindeutig durch Klimawandel bedingt

Au weia. Alle Unwetterkatastrophen als Folge des Klimawandels? Noch ein Auszug aus dem Text:

Taalas wies auch darauf hin, dass die jüngsten rekordverdächtigen Hitzewellen in Nordamerika eindeutig mit der globalen Erwärmung zusammenhängen. Er zitierte eine kürzlich durchgeführte Analyse, die besagt, dass der durch Treibhausgasemissionen verursachte Klimawandel die Wahrscheinlichkeit einer Hitzewelle um mindestens 150 mal erhöht hat.

Eine irre Beweisführung. Die unerwünschte Wahrheit ist jedoch: Die Hitzerekorde der Mehrheit der US-Bundesstaaten ist älter als 80 Jahre… Wie kann das sein, wenn allein der Klimawandel die Hitze generiert? Die nordamerikanische Hitzerwelle ist auch Thema der 52. Klimaschau, die heute (25.7.2021) 13:00 Uhr online geht.

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Alex Reichmuth im Nebelspalter am 13.7.2021:

Elektroautos: Doppelt soviel CO2 wie gedacht

171 Auto-Experten aus sechs Ländern werfen der EU-Kommission vor, die CO2-Emissionen von E-Fahrzeugen falsch berechnet zu haben. Der Ausstoss liege in Wahrheit um Faktor zwei höher. Stimmt der Vorwurf, ist es mit den ökologischen Vorteilen der Elektromobilität weitgehend vorbei.

CO2-Bilanzen von Elektromobilen sind eine hochumstrittene Sache. Zwar stossen E-Autos während des Betriebs kein Kohlendioxid aus. Aber bis sie mit vollen Batterien für die nächste Fahrt bereitstehen, geht viel Kohlendioxid in die Luft. Zum einen ist die Herstellung der Batterie sehr CO2-intensiv. Zum anderen wird der Strom, den E-Mobile tanken, unter Umständen mit fossilen Brennstoffen produziert. Je nachdem, welche Werte man punkto Fahrleistung und Strommix voraussetzt, fällt die CO2-Bilanz völlig unterschiedlich aus.

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NZZ am 16.7.2021:

Wie Ursula von der Leyen mit der Klimapolitik die Spaltung der EU vertieft

Die EU will beim Klimaschutz weltweit eine Vorreiterrolle spielen. Sie könnte sich damit übernehmen. Die Osteuropäer haben schon Widerstand angekündigt. Am Ende profitieren die USA und China von einer europäischen Selbstblockade.

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Science Media Center Germany am 13.7.2021:

Wie wird Mobilität klimafreundlich: Die Zukunft des Verbrenners

146 Millionen Tonnen Kohlendioxid hat der Transport im Pandemie-Jahr 2020 zurückgelassen, ein Jahr zuvor waren es noch rund 160 Millionen. Zwei Drittel dieser CO2-Emissionen gehen auf den Pkw zurück, daher hatte das Homeoffice so einen großen Effekt. Sobald die Bürgerinnen und Bürger sich mit zunehmender Rückkehr zur Normalität wieder hinter die Lenkräder setzen, dürften die Emissionen jedoch wieder steigen. Für Deutschland ein Problem, denn es hat sich wie alle Mitgliedsstaaten gegenüber der EU verpflichtet, den CO2-Ausstoß bis 2030 auf 85 bis 90 Millionen Tonnen zu reduzieren. Hält es diese Verpflichtung nicht ein, müsste es Emissionsrechte von den anderen Staaten erwerben – falls die überhaupt vorhanden sind – und das würde teuer werden [I].

Vor diesem Hintergrund ergibt es Sinn, dass die Bundesregierung viel Geld in die Hand nimmt, um vor allem den Kauf von Elektroautos anzukurbeln. Die Frage ist nur: reicht das? Das haben wir einen kleinen Kreis von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern gefragt, die mit Hilfe von Computermodellen simulieren, wie sich die Treibhausgasemission im Verkehr bis 2030 oder darüber hinaus entwickeln können.

[…]

Die Redaktion des SMC hat folgende Fragen gestellt:

1. Inwiefern reicht es für einen schnellen Übergang zu einer klimaneutralen Mobilität aus, vor allem auf einen Austausch der Verbrenner durch alternative Antriebe zu setzen?

2. Wie lange wird der Ersatz des Pkw-Bestands durch alternative Antriebe dauern? Wie stark sinkt dadurch der CO2-Ausstoß im Verkehrssektor?

3. Inwiefern wäre es für eine Übergangzeit sinnvoll, auch den schmelzenden Bestand der Verbrenner durch den Einsatz von e-Fuels zumindest teilweise zu dekarbonisieren?

4. Inwiefern ist ein Verbot des Verkaufs oder des Betriebs von Verbrennerfahrzeugen sinnvoll, um den Übergang zu klimafreundlicher Mobilität zu beschleunigen?

5. Was wird aus Ihrer Sicht das größte Problem beim Übergang zur klimaneutralen Mobilität in den kommenden Jahren werden?

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Die Welt am 14.7.2021:

Die klügere Alternative zur Wärmepumpe

Die deutsche Energiewende setzt voll auf Stromheizungen. Ingenieure des Technologiekonzerns Bosch meinen, dass in Deutschland von völlig unrealistischen Voraussetzungen ausgegangen werde. Sie bringen eine deutlich klügere Alternative ins Spiel. 0

Heizen mit Strom gilt für viele Experten immer noch als der beste Weg, klimaneutral im Gebäudebestand zu werden.

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Johannes Gutenberg-Universität Mainz am 14.7.2021:

Langfristige Klimaregulierung hat sich mit der Ausbreitung von Meerestieren und Landpflanzen verändert

Geowissenschaftliche Studie zeichnet Karbonat-Silikat-Zyklus über drei Milliarden Jahre hinweg anhand von Lithium-Isotopenwerten nach

Das Klima auf der Erde war über einen langen Zeitraum hinweg relativ stabil. So herrschten während drei Milliarden Jahren warme Temperaturen mit hohen Kohlendioxidwerten vor – bis vor etwa 400 Millionen Jahren eine Veränderung einsetzte. Eine neue Studie deutet darauf hin, dass dieser Wandel vor 400 Millionen Jahren mit einer fundamentalen Veränderung im Karbonat-Silikat-Zyklus einherging. „Der Wechsel vom präkambrischen Zustand zum heutigen modernen, eher instabilen Klimageschehen kann wahrscheinlich auf die Entstehung und Ausbreitung von neuen Lebensformen zurückgeführt werden“, sagt Prof. Dr. Philip Pogge von Strandmann, Geowissenschaftler an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU). Er hat zusammen mit Forschenden der Yale University, insbesondere Boriana Kalderon-Asael und Prof. Dr. Noah Planavsky, die langfristige Entwicklung des Karbonat-Silikat-Zyklus anhand von Lithium-Isotopen in Meeressedimenten nachverfolgt. Der Zyklus gilt als ein Schlüsselmechanismus für die Steuerung des Erdklimas, weil er das Kohlendioxidniveau und damit die Temperatur reguliert. Die Forschungsarbeit wurde in der renommierten Wissenschaftszeitschrift Nature publiziert.

Karbonat-Silikat-Zyklus ist maßgeblicher Klima-Regulator

Der Karbonat-Silikat-Zyklus hat das Erdklima über lange Zeiten stabil gehalten, obwohl sich die Leuchtkraft der Sonne, die Sauerstoffkonzentration in der Atmosphäre und die Erdkruste teilweise stark verändert haben. Dank dem stabilen Klima wurden die Voraussetzungen für eine dauerhafte Besiedlung der Erde geschaffen und es konnten sich über Milliarden von Jahren zunächst einfache und später komplexe Lebensformen entwickeln. Der Karbonat-Silikat-Zyklus trägt dazu bei, indem er den Kohlendioxidgehalt der Atmosphäre reguliert: Silikatgestein wird durch Verwitterung und Sedimentation zu Karbonatgestein umgewandelt und Karbonatgestein wird unter anderem durch Vulkanismus wieder zu Silikatgestein transformiert. Bei der Umwandlung von Silikat- zu Karbonatgestein wird Kohlendioxid aus der Atmosphäre entfernt, beim umgekehrten Prozess wird Kohlendioxid wieder freigesetzt. „Wir erachten dies als maßgeblichen Mechanismus, der das langfristige Klima der Erde stabilisiert“, sagt Philip Pogge von Strandmann.

Um die langfristigen Karbonat-Silikat-Zyklen nachzuverfolgen und damit ein besseres Verständnis von den genauen Zusammenhängen zu erhalten, die das Erdklima regieren, hat das Forschungsteam das Isotopenverhältnis von Lithium-Isotopen in Meereskarbonaten untersucht. Lithium kommt lediglich in Silikatgestein und seinen Silikat- und Karbonat-Verwitterungsprodukten vor. Das Team analysierte über 600 Proben, die vor Urzeiten in flachen Meeresgewässern als Sedimente abgelagert wurden und von über 100 verschiedenen Gesteinsschichten aus der ganzen Welt stammen, darunter Kanada, Afrika und China. „Auf dieser Basis konnten wir eine neue Datenbank für die vergangenen drei Milliarden Jahre erstellen“, so Pogge von Strandmann.

Diese Daten zeigen, dass das Isotopenverhältnis von Lithium-7 zu Lithium-6 in den Ozeanen im Zeitraum von vor drei Milliarden Jahren bis vor 400 Millionen Jahren niedrig war und dann einen plötzlichen Anstieg erfuhr. Genau zu diesem Zeitpunkt entwickelten sich Landpflanzen und in den Ozeanen breiteten sich Meerestiere wie Schwämme und Strahlentierchen aus, deren Skelett aus Silizium besteht. „Beides hat sich ausgewirkt, aber wir wissen nicht genau, wie die Vorgänge gekoppelt sind“, erklärt Pogge von Strandmann zu den Befunden.

Verlagerung der „Tonfabriken“ auf das Festland beeinflusst Karbonat-Silikat-Zyklus

Die Forschungsarbeit deutet darauf hin, dass sich die Bildung von Ton, ein sekundäres Silikatgestein mit sehr kleiner Partikelgröße, im Laufe der Erdgeschichte stark verschoben hat – und zwar wahrscheinlich durch eine Zunahme der Tonbildung an Land und eine Abnahme in den Ozeanen. Die Tonbildung ist ein zentraler Teil des Karbonat-Silikat-Zyklus und ändert auch das Isotopenverhältnis von Lithium. Sie erfolgt an Land durch eine starke Verwitterung von Silikatgestein, aber auch in den Meeren durch unterschiedliche Prozesse. Die verstärkte kontinentale Tonbildung dürfte, so die Annahme, den Kohlendioxidgehalt in der Atmosphäre gesenkt haben. Im Gegensatz dazu setzt die ozeanische Tonbildung CO₂ frei, sodass ihr Rückgang auch den atmosphärischen Kohlendioxidgehalt gesenkt haben wird.

„Dies weist darauf hin, dass sich die Art der Klimaregulierung auf der Erde und der Hauptort, an dem der Prozess stattfindet, im Laufe der Zeit dramatisch verändert hat“, schreiben die Autorinnen und Autoren in dem Beitrag für Nature. „Die Verschiebung vom präkambrischen zum heutigen Zustand kann wahrscheinlich auf wichtige biologische Innovationen zurückgeführt werden – die Ausbreitung von Schwämmen, Strahlentierchen, Kieselalgen und Landpflanzen“, heißt es in der Publikation. Das Ergebnis der veränderten Klimaregulierung macht sich seitdem in einem häufigen Wechsel zwischen Kältephasen mit Vergletscherungen einerseits und wärmeren Zeiten andererseits bemerkbar. Diese Klimainstabilität wiederum trägt dazu bei, dass die Evolution schneller voranschreitet.