Norwegen setzt auf schwimmende Windkraftanlagen

„Windkraft kann Gaskraft eins zu eins ersetzen“. Gesagt hat das der Grüne Landtagsabgeordnete Martin Stümfig in Bayern. Prozesswärme, Heizungen zählen nicht mehr, ebenso wenig die durchschnittlichen Windgeschwindigkeiten in Bayern. Physik und Meteorologie werden überbewertet, jedenfalls bei Stümfig.

(Abbildung: Screenshot Twitter)

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Die Deutsche Umwelthilfe DUH scheint ein sehr gutes Händchen für Timing zu haben. Ausgerechnet zu einem Zeitpunkt, zu dem der Wirtschaftsminister buchstäblich gerade die Energie zusammenkratzt, wird gegen den Betrieb des Kohlekraftwerke Jänischwalde geklagt. Nun gut, Mitglieder muss die DUH ohnehin nicht werben. Von daher kann ihr negative PR herzlich egal sein. Ihr Geschäftsmodell besteht in erster Linie aus Abmahnungen, Zuwendungen vom Staat und Spenden von Gönnern. Sie ist ein sogenannter Closed Shop, also ein kleiner Kreis von Mitgliedern, die sich ein Modell der Monetarisierung gesucht haben. Die Welt berichtet in einem Bezahlartikel über die Klage.

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Schwierige Situation für die Linken, aber sie machen sich ihren Reim darauf. Selbst nach dem Ukraine-Krieg schieben sie der deutschen Regierung den schwarzen Peter zu.

“Es ist in doppelter Hinsicht höchste Zeit, dass die Bundesrepublik Deutschland ihre Sucht nach fossilen Energieträgern aufgibt. Dazu gehören auch der Gasausstieg und definitiv nicht der Bau neuer Gas-Terminals – entgegen allen Technikfantasien.”

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Deutschland wird auch im nächsten Winter auf russisches Gas angewiesen sein. Das sagt das Handelsblatt.

“Vor allem Deutschland, das bisher jeden zweiten Kubikmeter Gas aus Sibirien importierte, bekäme bei einem Ausfall Russlands ein großes Problem: „Wenn man alle Gasspeichermengen und LNG-Importe kombiniert, kann Deutschland bis zum Sommer durchhalten. Im folgenden Winter wird allerdings notgedrungen ein Engpass entstehen“, sagt Andreas Schröder, Energieanalyst bei ICIS. Erdgas müsste dann rationiert werden.”

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ZEW-Institut hält Kohleausstieg 2030 für „kaum zu halten“. Die Oldenburger Online Zeitung berichtet.

“Der Konflikt mit Russland könnte nach Ansicht des Mannheimer Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) die deutsche Energiewende bremsen. ZEW-Chef Achim Wambach sagte dem „Mannheimer Morgen“ für dessen Mittwochausgabe: „Die Energiewende baut sehr stark auf Gas als Zwischenlösung – wobei Zwischenlösung heißt, für die nächsten 30 Jahre. Wenn die Versorgung aus Russland nicht gesichert ist, wird diese Rechnung nicht aufgehen.“”

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Norweger setzen laut msn.com auf schwimmende Windkraftanlagen.

“Aker wiederum ist einer der führenden norwegischen Industriekonzerne mit mehr als 180 Jahren Geschichte. Das Unternehmen spielte eine seit jeher wichtige Rolle unter anderem auch in der norwegischen Offshore-Öl- und Erdgasindustrie auf der Nordsee.

Aker Offshore Wind, gegründet im Jahr 2020, hat sich auf schwimmende Fundamente für Offshore-Windturbinen spezialisiert, die mit Ankerketten am Meeresboden fixiert werden. Bislang gibt es nur wenige Windparks dieser Art. Das Potenzial ist aber groß, in Europa etwa im Mittelmeer, im Atlantik oder in der nördlichen Nordsee. Auch vor der Pazifikküste der USA, vor Japan und in Taiwan werden Offshore-Windparks mit schwimmenden Fundamenten geplant.
Mit schwimmenden Fundamenten können Windparks auch in Wassertiefen von 50 und mehr Metern installiert werden, wenn feste Fundamente wirtschaftlich oder technisch nicht mehr zu realisieren sind.”

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Tesla plant noch im März 2022 mit der Produktion in Deutschland zu starten wie cnbc berichtet.

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Die Koalition plant die Stromproduktion bis zum Jahr 2035 komplett aus Erneuerbaren Energien zu beziehen, wie die Süddeutsche Zeitung schreibt.

“Entsprechend mehr grünem Strom soll das neue Gesetz nun den Weg bahnen. Rund 100 bis 110 Gigawatt Windkraft an Land strebt das neue Gesetz bis 2030 an – das Doppelte dessen, was bisher errichtet ist. Zur See sollen sich, wie schon im Koalitionsvertrag vereinbart, bis 2030 Windräder mit 30 Gigawatt installierter Leistung drehen, fast viermal so viel wie derzeit. Die Leistung von Solaranlagen soll sich ebenfalls nahezu vervierfachen, auf 200 Gigawatt. Die Förderung neuer Anlagen wird zumeist per Ausschreibung vergeben, an diejenigen, die mit den geringsten Einspeisevergütungen auskommen. Das Volumen dieser Ausschreibungen muss nun an die neuen, höheren Zielmarken angepasst werden.”

Hier geht es nur um Strom und das Bild sieht schon etwas anders aus als bei Experten wie Hans-Josef Fell, die vorrechnen, dass der Gesamtenergiebedarf! 2030 bereits so gedeckt werden kann. Man kann der Regierung nur die Daumen drücken, dass bei der Herstellung von Speichern in sehr kurzer Zeit Quantensprünge passieren werden, denn Backups über fossile Brennstoffe soll es ja nicht mehr geben. Und noch mehr Daumendrücken ist angesagt bei den Materialien für solche Speicher. Diese müssten nämlich überhaupt zur Verfügung stehen und idealerweise nicht aus einem Land mit autokratischen Regierungen kommen.

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Auf 52 Hektar sollte in Österreich ein Photovoltaikpark entstehen. Die Anwohner wurden befragt und diese lehnten das Vorhaben ab. Der ORF berichtete.

“Die Energie Burgenland wollte auf den Gründen der Familie Esterhazy am Ortsrand von Wimpassing Richtung Hornstein eine 52 Hektar große Photovoltaik-Anlage auf der grünen Wiese errichten, um damit Solarstrom zu erzeugen. Der Gemeinderat sprach sich mehrheitlich für das Projekt aus. Die Orts-ÖVP brachte den Antrag auf eine Volksbefragung ein, der wurde dann im zweiten Anlauf im Gemeinderat beschlossen, ca. 400 Unterschriften für eine Volksbefragung wurden gesammelt.”

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Roger Pielke Jr. legt dar, warum der letzte IPCC Zustandsbericht eklatante Schwächen hat. Die größte dürfte sein, dass sich das unplausibelste Emissionsszenario als Grundlage vieler Prognosen durchgesetzt hat.

“Even worse, each of the three studies utilizes the out-of-date and implausible extreme RCP8.5 scenario to project climate changes for 2100. So not only is society frozen in time, unable to adapt — which is clearly implausible, but future climate change is projected based on an extreme scenario that is also implausible. Implausibility built on implausibility offers no practical insight as to the role of adaptation in reducing vulnerabilities and increasing resilience. We might expect this sort of thing from a passionate advocacy group spinning science for theatrical effect, but not the IPCC.

What happens when adaptation is actually considered in projections of future flood risks and impacts? The IPCC notes (4-69) in the body of the text that according to another study that includes adaptation, 95% of projected flood damage in the absence of adaptation could be avoided: “projected flood damage could be reduced to 1/20th in absolute value with adequate adaptation.” The study that supports this claim (Winsemius et al. 2015) also uses RCP8.5. Even with an implausible climate future almost all damage from floods can be avoided with effective adaptation. Even further, in its supplementary materials the study includes an analysis of adaptation under a more appropriate upper end scenario (RCP4.5) and finds that flood damage could actually be reduced from today’s even with assumed changes in climate and society. Adaptation matters.”

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Zur Leserpost von M.T. hier im Blog am 28.2.2022 erhielten wir von einem anderen Leser die folgende Graphik:

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Die Weltwoche hat ein Sonderheft herausgebracht mit dem Titel „Verliebt in CO2“.

Bei einer kostenlosen Registrierung auf dem Weltwoche-Portal darf man 5 Artikel gratis lesen, was für die interessantesten Texte im Sonderheft ja schon ausreichen würde…

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Interessante Wendung: Retraction Watch berichtete am 3.3.2022:

The authors of a 2021 Nature paper on how climate change might affect the amount of evaporation from the earth’s land surface have retracted the article after learning of a crucial error in their analysis. 

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