Merkels langfristiger Plan

Was wir von Glasgow wirklich erwarten können

Das ist der Titel eines Kommentars von Axel Bojanowski in der Welt. Der Artikel steht hinter eine Bezahlschranke. Er beschreibt das Feilschen um die Ziele und um das Geld. Im Podcast der Welt schildert der Welt-Journalist außerdem die Rituale solcher Gipfel. Mal sehen, ob er mit seiner Prognose richtig liegt. Innovationen sind der Feind der Klimaaktivsten. So jedenfalls kann man einen weiteren Kommentar in der Welt verstehen. Auch dieser steht hinter einer Bezahlschranke.

“Innovation ist so etwas wie das Hasswort vieler Klimaschützer der „reinen Lehre“ und führender Wissenschaftler, die der Klimabewegung als zentrale Stichwortgeber dienen. Als Microsoft-Gründer Bill Gates im Frühjahr seine Lösungen des Klimaproblems darlegte, welche die Entwicklung neuer Technologien beinhalteten, watschten ihn Klimaforscher ab. Sie verwiesen auf vorhandene Wind- und Sonnenenergie.”

How low can it go? Ziemlich tief und wir dachten schon Eckhard von Hirschhausen mit seiner 42 Grad Gehirnstory ist nicht zu unterbieten. Der Erzbischof von Canterbury hat allen Ernstes den Klimawandel mit dem Holocaust verglichen. Allerdings entschuldigte sich der Kirchenfunktionär dafür. Höchste Zeit den Messwein gegen Traubensaft auszutauschen, dann passieren solche Dinge nicht.

Aus der Abteilung “Ambivalent”. 100 Staaten wollen laut Watson.de die Entwaldung der Erde bis 2030 stoppen. Das ist eine löbliche Aktion auf dem Weltklimagipfel. Gleichzeitig planen Länder wie Deutschland den Ausbau von Windenergie in Wäldern. Zwar ist der Platz, den das Fundament einer Windkraftanlage braucht, vergleichsweise klein aber es geht um die Zuwegung für die schweren Maschinen, die zum Errichten solcher Anlagen angelegt werden müssen. Diese bleiben frei und offen, weil Fahrzeuge für Wartungsarbeiten zu den Anlagen müssen und letztlich auch diejenigen, die für den Rückbau benötigt werden. Wir haben über die Problematik mehrfach berichtet, unter anderem in diesem Artikel. Wie der Kampf gegen die Entwaldung mit dem Trend zu immer mehr Holzverbrennung passt, erschließt sich ohnehin nicht.

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Die Oktobersonne macht es möglich. Strom aus Sonne hat einen neuen Höchstwert erreicht. Laut PV-Magazin lag die Erzeugung mit 3,6 TWh 50% über dem Oktober 2020. Ein Grund dürfte neben dem Wetter auch die gestiegene installierte Leistung gewesen sein. Wind und Sonne überflügelten im Oktober zudem die fossilen Stromerzeugungen. Danach sah es in diesem Jahr bisher nicht aus, die Windstromproduktion lag bis Anfang November deutlich unter dem Vorjahr.

(Abbildung: Screenshot Windbranche.de)

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Es gibt einen alten Witz aus Schwaben. Ein Bettler klingelt bei einer schwäbischen Hausfrau und sagt: Gute Frau, ich habe seit drei Tage nichts mehr gegessen. Ihre Antwort: Sie müssen sich zwingen! So oder so ähnlich schaut es beim Lesen eines neuen Berichts aus dem Hause DIW aus, an dem auch Claudia Kemfert mitgewirkt hat. Man muss es nur wollen (erzwingen), dann geht das auch mit der Energiewende. Immerhin scheint man beim DIW fest mit Speichern zu rechnen, auf deren Kosten man besser aber nicht eingeht. Ebenso ist Wasserstoff ein Thema, auch ohne aber die immensen Wirkungsgradverluste bei der Herstellung zu thematisieren.

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Mit dem Anbieter Mitgas folgt der nächste Kandidat, der keine Neukunden für Gaslieferungen mehr aufnimmt. Ein entsprechender Artikel ist bei T-Online dazu erschienen.

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Bizarres Video bei YouTube. Der Kanalbetreiber Ketzer der Neuzeit befragt anlässlich einer Klima-Demonstration verschiedene Teilnehmer, ob sie unterschreiben würden, keine Kinder in die Welt zu setzen. Zur Ehrenverteidigung sei gesagt, dass die meisten dieses ablehnen. Bei einigen geht die allgemeine Angst allerdings so weit, dass sie ihr Weiterleben auf dem Planeten insgesamt in Frage stellen.

(Abbildung: Screenshot YouTube)

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Studie: Preisabsicherung bei jedem dritten Energieversorger unzureichend:

“Die größten Defizite bestehen im Geschäftskundensegment. 31 Prozent der befragten Unternehmen geben an, in diesem Bereich maximal 80 Prozent der Energiemengen im so genannten Back-to-back-Verfahren abzusichern. Das bedeutet, der Anbieter kauft im Vorfeld genau die Menge an Energie auf dem Markt ein, die von den Kunden vertraglich zu einem bestimmten Preis abgenommen wird. Wurde vorab weniger Energie eingekauft, spekuliert das Unternehmen auf sinkende Preise.”

Die Studie stammt von der Horvath Management Beratung.

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Wer hätte das gedacht? In Österreich ist der Anteil von Wasserkraft bei der Stromproduktion im September laut ORF dramatisch gesunken.

“Im September lieferten die Laufwasserkraftwerke hierzulande laut APG nur noch 2.146 Gigawattstunden (GWh) – nach noch 3.223 GWh im August. Weiter eher niedrig war die Erzeugung aus Windkraft mit 370 GWh. Buchstäblich von einem Tag auf den anderen sei Österreich Anfang September zum Stromimportland geworden, so die APG in einer Aussendung.”

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Nach einem Bericht des Handelsblatts (Bezahlschranke) muss Deutschland wegen verpasster Klimaziele in 2020 Ausgleichszahlungen an die EU leisten.

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Der Zielkonflikt ist eigentlich vorprogrammiert. Einerseits will die wahrscheinlich zukünftige Ampelkoalition den Ausbau der Windkraft beschleunigen, gegen EU-Regelungen wird aber auch Deutschland wenig machen können. Ein Artikel in der FAZ beschreibt diesen Konflikt.

“Der Kieler Anwalt Ewer sieht das Hauptproblem im europäischen Umweltrecht, das die Behörden vor der Erteilung einer Genehmigung prüfen müssen. „Bei der Auslegung der Richtlinien stellen sich ständig neue Fragen, und der Europäische Gerichtshof hat den Spielraum für die Umsetzung in nationales Recht praktisch auf null gesetzt.“ Beispiel aus dem Artenschutz, für den die Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie maßgeblich ist: Eine Windkraftanlage darf nicht errichtet werden, wenn das Tötungsrisiko für Vögel durch eine Kollision signifikant erhöht ist. Aber wann ist das der Fall? Muss man sich das eine Windrad wegdenken? Oder auch die Windräder, die ein paar Hundert Meter weiter stehen? Das ist unklar, ebenso wie die Frage, ob eine artenschutzrechtliche Ausnahme aus Gründen des Klimaschutzes erteilt werden darf. Und dann gibt es da noch die europäische Vogelschutz-Richtlinie: Wie wirkt sich der Windpark auf das Brut- und Nistverhalten bestimmter Vogelarten aus? Was ist mit den Mauserplätzen von Zugvögeln?”

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Der Penis ist schuld am Klimawandel
Richtig gelesen und vermutlich sofort an Quatsch gedacht. Das ist in diesem Fall auch korrekt. Zwar ist die Geschichte um eine gefakte Studie schon mehr als 4 Jahre alt, aber dennoch immer wieder lesenswert. Solange genügend Fachvokabular verwendet wird, wird sogar Schwachsinn durch Peer Reviews gewunken. Wichtig sind Schachtelsätze, dann klappt auch die Begutachtung. Man mag sich lieber nicht vorstellen, was noch so alles durchgewunken wird.

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Die Schwierigkeit der Erneuerbaren Energien kann man sehr schön sehen, wenn man sich die Werte der Nettostromerzeugung in Deutschland beim Fraunhofer ISE ansieht. Erhebliche Schwankungen bei den Extremwerten für Wind und Solar. Mit den Zahlen kann gut etwas spielen und sehen, wie groß Backups sein müssen, um die gewaltigen Schwankungen auszugleichen.

(Abbildung: Screenshot energy-charts.info)

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Teaziller am 1.11.2021:

Prince Charles to call for ‘war-like footing’ in climate fight as world leaders gather

LONDON — Facing diminished hopes ahead of what many see as world governments’ last chance to get global warming under control, Britain’s Prince Charles on Monday is set to tell leaders that nations must put themselves on “war-like footing” to combat the climate crisis.

The heir to the throne will help kick off the United Nations’ nearly two-week COP26 climate summit in Glasgow, Scotland. President Joe Biden is arriving on Monday and joins representatives of more than 100 nations to hash out new targets to reduce emissions and put off the effects of climate change.

We need a vast military-style campaign to marshal the strength of the global private sector,” Charles, 72, plans to say according to excerpts of comments sent to the media. “With trillions at its disposal.”

Weiterlesen auf Teaziller

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Leserpost:

Durch den Welt-Artikel „Erzbischof entschuldigt sich für Vergleich von Klimawandel und Holocaust“ wurde ich durch eine Google-Suche nach „Großer Transformation“ auf Prof. Vahrenholts prophetischen Artikel vom 27.5.2011 aufmerksam, den ich bisher nicht kannte: https://www.welt.de/print/die_welt/debatte/article13397280/Oekodiktatur-pur.html

Gleich am Anfang wird in dem Artikel zitiert (Fukushima war beim Erscheinen des Artikels gerade 2 Monate her):

„Die Kernthesen des WBGU sind folgende: Das gegenwärtige Wirtschaftsmodell („fossiler industrieller Metabolismus“) sei normativ unhaltbar. „Die Transformation zur Klimaverträglichkeit ist … moralisch ebenso geboten wie die Abschaffung der Sklaverei und die Ächtung der Kinderarbeit.“ Der Umbau der Weltwirtschaft müsse schnell gehen, auf Kernenergie und Kohle sei gleichzeitig und kurzfristig zu verzichten.“

Nach dem Lesen des alten Artikels habe ich mich hinsichtlich des heutigen Welt-Berichts gefragt, ob man Frau Merkel nicht Unrecht tut, ihr zu unterstellen, sie hätte oft je nach öffentlicher Meinungslage kurzfristig und ungeplant entschieden. Zumindest scheint es ein Ziel zu geben, das sie langfristig und geduldig verfolgt.

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Buch:

Wie die Wissenschaftler der Welt für den »Klimawandel« weichgeklopft wurden: Mit einem Vorwort von Fritz Erik Hoevels

Buchbeschreibung:

Dieses spekulative, in letzter Sekunde bei dem dafür eingesetzten Wissenschaftlergremium der UNO (»Weltklimarat IPCC«) ins Gefecht geworfene Diagramm war die einzige Basis, auf der die Behauptung eines menschengemachten statt natürlichen Klimawandels errichtet wurde. Bald danach wurden alle kritischen Stimmen der Fachleute zum Thema erstickt, willige Sprachrohre der mächtigsten Regierungen nachgeschoben und mit propagandistischer Verstärkung unterfüttert. Und so ist es geblieben. – Der australische Soziologe und Archivar Bernie Lewin hat es geschafft, durch Interviews mit den zentral beteiligten Wissenschaftlern und jahrelanges, ausgedehntes Archivstudium den Prozeß der Herstellung des seither UNO-gelenkt eingehämmerten Klimakonstrukts zu rekonstruieren und zu belegen. Denn auch wenn weltweit gut organisierte Priesterschaften dasselbe über Götter oder Hexen tönen, muß es diese deshalb noch lange nicht geben – und für den »Klimawandel« verlangt die Logik dieselbe Prämisse. Die Fakten, wie die seither allgegenwärtige Behauptung zustande kam, finden Sie zum größten Teil nur in diesem Buch (das Ihnen das Medienunisono schwerlich auf die Nase binden wird), dafür aber nüchtern und breit belegt.

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Gerd Ganteför auf Youtube:

Klimaschutz versus Bevölkerungswachstum | #3 Kurzvorlesung Energie und Klima | Ganteför

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Alex Reichmuth am 30.9.2021 im Nebelspalter:

Zehn Jahre nach «Fukushima»: Atomkraft auf dem Vormarsch

Die Kernenergie ist hierzulande als angeblich veraltete Technologie verschrien. International aber setzen immer mehr Länder auf AKW, auch um das Klima zu schonen. Bis 2050 könnten sich die nuklearen Produktionskapazitäten verdoppeln.

Weiterlesen im Nebelspalter

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CLINTEL hat einen Brief an den IPCC-Chef geschickt, in dem die Organisation Fehler im 6. Klimabericht bemängelte. Eine ausführliche Dokumentation der Kritikpunkte finden Sie hier (pdf).