Medienanalyse: Londoner Wetter während der letzten 200 Jahre gefühlt unverändert

In seinem Beitrag „Jungneolithikum und Kupferzeit in Mitteleuropa (4500 – 2800 v. Chr.)“ schreibt Wolfram Schier, dass die Temperaturen in Mitteleuropa um die Mitte des 6. Jt. um 1 bis 2 Grad höher lagen als wir sie heute haben und die Wälder eher Urwäldern glichen.

————————-

Hulme & Burgess 2018 untersuchten das Wetter in London für die vergangenen 200 Jahre anhand von Zeitungsberichten. Ihr Fazit: Keine großen Veränderungen im Empfinden der Bevölkerung. Abstract aus RMetS:

London’s weather and the everyday: two centuries of newspaper reports

This study surveys 200 years of London’s weather and its public reporting in newspapers to reveal some of the recurring modes of reporting and linguistic styles that are used to describe and make sense of the human experience of weather. These modes include: the cultural anxieties prompted by ‘unusual weather’, the visual dramas of ‘great storms’, the weather as culpable, and the bench‐marking of extreme weather. Even as the broader processes and patterns of our climate are changing, at the level of the everyday the human and cultural experience of weather remains remarkably familiar.

————————-

Haben Sie auch genug von Greta? Ok, dann hier noch eine letzte Nachricht: Ihr angeblich so neutraler Bootsausflug über den Atlantik verursacht offenbar mehr CO2-Emissionen als wäre sie einfach in ein Flugzeug gestiegen. Gleich nach Ankunft wird der Skipper nach Europa zurückfliegen. Im Gegenzug wird eine handvoll Profisegler in die andere Richtung aus Europa nach Nordamerika jetten, um das Boot wieder nach Hause zu holen. Wie Greta mit dieser CO2-Schuld klar kommt, bleibt ihr eigenes Geheimnis. Die Zeit am 15. August 2019:

Segeltörn soll klimaschädlicher sein als Flugreise

Weil Fliegen klimaschädlich ist, reist die schwedische Umweltaktivistin mit Schiff zum Klimagipfel nach New York. Doch mehrere ihrer Teammitglieder nehmen den Luftweg.

Weiterlesen auf zeit.de.

————————-

Novo Argumente am 9. August 2019:

Eine unpassende Katastrophe

Die Waldbrände in Sibirien sind eine Katastrophe, mit der sich offenbar niemand profilieren kann.

In einem Witz fragt der Chef seinen Angestellten, der in zerknitterter Kleidung zum Dienst kommt, ob er nicht bügeln könne. „Ich habe gestern Abend ein Dutzend TV-Programme angeschaut“, antwortet der Angestellte, „und überall wird über dasselbe berichtet. Dann habe ich das Radio angeschaltet, aber auch da läuft auf allen Sendern das Gleiche. Genauso im Autoradio. Also dachte ich mir, das Bügeleisen anzuschalten, lohnt sich nicht mehr.“

In der Tat bleibt das Bügeleisen heute das letzte Gerät, das wir noch anschalten können, ohne mit Tausenden und Abertausenden Meldungen über die schon morgen kommende Klimakatastrophe planetaren Ausmaßes bombardiert zu werden. Diese Katastrophe, hören wir 24 Stunden am Tag und 7 Tage pro Woche, sei die Folge unserer Sünden, unserer Autos und Kohlekraftwerke, unseres schnelllebigen Konsums, unserer Urlaubsreisen und unserer Heizung, die alle zusammen zu einem gigantischen, in der ganzen Natur- und Menschheitsgeschichte einzigartigen CO2-Ausstoß und dadurch zu einer starken Erwärmung der Erde führt.

Kann es eine solche Umweltkatastrophe überhaupt geben?

Ja, sie gibt es schon. Seit Mitte Juli brennen in Sibirien Wälder auf einer Fläche von ca. 29 Tausend Quadratkilometer – so groß wie Albanien oder das Land Brandenburg. Der Rauch des gewaltigen Feuers ist (nach Meldungen vom 1.08.2019) von Tscheljabinsk im Südural bis in den Norden der Mongolei zu spüren, was eine ungeheure Fläche von mehr als 2.200.000 Quadratkilometer ergibt, doppelt so groß wie Deutschland und Frankreich zusammen. Etwa die Hälfte dieser Fläche befindet sich schon seit mindestens Mitte Juli unter einer Rauchglocke, und darin sind Großstädte wie Novosibirsk (1,5 Millionen Einwohner), Omsk (1,1 Millionen), Krasnojarsk (970 Tausend), Irkutsk (600 Tausend), Kemerowo (530 Tausend) sowie Dutzende Städte mit einer Einwohnerzahl zwischen 300 und 500 Tausend.

[…]

Daraus folgt, dass die Brände bereits zu Ende Juli [2019] eine Menge CO2 in die Atmosphäre befördert haben, die den gesamten jährlichen Ausstoß des deutschen Straßenverkehrs mehr als 25 Mal übersteigt (ganz langsam lesen, bitte: mehr als fünfundzwanzig Mal so viel CO2, wie alle deutschen LKW, PKW und Busse pro Jahr emittieren). Und Sie persönlich können mit Ihrem durchschnittlichen Benziner so viel CO2 ausstoßen, wenn Sie mit diesem Auto mehr als 170 Milliarden Kilometer fahren. Das ist der zehnfache Durchmesser des Sonnensystems.

Weiterlesen auf Novo Argumente