Maja Göpel und der gute Geist

Die Zeit berichtet darüber, dass die Nachhaltigkeitsforscherin Maja Göpel ihr Buch “Die Welt neu denken”, welches ein Bestseller war, nicht allein geschrieben hat. Der Ghostwriter hat es allerdings nicht zu einer Autorennennung gebracht. Laut Göpel sei das der Wunsch des Journalisten Marcus Jauer gewesen. Er hat an dem Buch mitgeschrieben. Da der Zeitartikel hinter einer Bezahlschranke steht, hier der Link zu rnd, die das Thema aufgreifen. Man achte auf die vielen Titel und Jobs von Göpel.

“Die 46-jährige Wissenschaftlerin und Mutter von zwei Töchtern bezeichnet sich selbst als Transformationsforscherin – und ist auf dem Feld der Klimawissenschaft längst ein Star. Göpel ist Honorarprofessorin für Nachhaltigkeitstransformationen an der Leuphana Universität Lüneburg, leitete das Berliner Büro des Wuppertal Instituts für Klima, Umwelt, Energie, nachdem sie davor als Direktorin Zukunftsgerechtigkeit des Brüsseler Büros und als Campaign Managerin Climate Energy in Hamburg den World Future Council mit aufgebaut hatte. Göpel ist Mitglied im Club of Rome, dem World Future Council, der Balaton Group, dem Bioökonomierat der deutschen Bundesregierung und Mitbegründerin der Initiative Scientists-4-Future. Die Fülle ist staunenswert.”

Auf Twitter gab sich Göpel kämpferisch und kündigte rechtliche Schritte gegen die Zeit an.

(Abbildung: Screenshot Twitter)

Ob die Vorwürfe irgendetwas mit der möglichen neuen Stelle von Göpel beim Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung DIW zu tun haben, lässt sich schwer sagen. Über die neue Stelle beim DIW hatten wir bereits berichtet. Maja Göpel selbst war hier auch schon Thema, zuletzt berichteten wir über ein Interview mit ihr. Dort erklärte sie, dass mit ihrem Einkommen auch wächst, was sie geben kann. Dem Zeitartikel nach, waren das bei ihrer Co-Autorenschaft für das Buch ”Die Welt neu denken” etwa 200.000 Euro.

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Am 29. Juni 2022 gab es den kürzesten Tag des Jahres. Nanu, eigentlich ist es doch kurz nach der Sommersonnenwende (jedenfalls auf der Nordhalbkugel) – aber die Länge der Tage im Sinne von Tageslicht ist nicht gemeint. Die Erddotation war an jenem Tag anders und das führte zu einem 1,59 Millisekunden kürzeren Tag. Selbst solche Events werden laut cnbc zum Anlass genommen, die Klimaangst zu schüren. Denn die Erdrotation kann nur etwas mit dem Klima zu tun haben, was sonst? Der britische Klima-Psychologe (nennt sich tatsächlich so) Patrick Kennedy-Williams gibt wertvolle Tipps gegen die Klimaangst.

“Try a news detox. Designate a time or multiple times throughout the day when you don’t consume any news. Instead, use that time to do something for yourself.

Find a community. Talk to others about what you’re feeling and consider ‘climate cafés’ — these are groups that meet up to discuss the state of the world.

Spend time in nature. Consider taking a walk, visiting a park or working remotely in a natural space like a garden. Activities like these will allow you to take in nature’s beauty and could possibly improve your mood, too.

Take some action. Channel the emotions you’re feeling into spreading awareness about climate change by encouraging others to recycle or getting involved in local grassroots campaigning.”

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Freiheits-Gülle. So müsste man die Exkremente von Nutzvieh konsequent nennen, denn es gibt Pläne noch mehr Gülle zu Biogas zu verarbeiten. Die Wiwo hat einen interessanten Bericht dazu. Der erklärt auch sehr schön, warum das Setzen auf Biogas als Ersatz für russisches Erdgas seine Tücken hat. Kaum eine Bioagsanlage ist angeschlossen an das Gasnetz und die Anlagen sind ein konstanter Bestandteil der Stromerzeugung. Würde man das Gas umverteilen, fehlte der Strom aus den Anlagen, da sie dann weniger Strom produzieren könnten.

“Die Rahmenbedingungen also. Wie so oft bei der Energiewende hakt es auch im Bereich Biogas mal wieder an der Regulierung. Einen kleinen Beitrag zur Gasversorgung leisten die Anlagen heute schon. Knapp 10.000 Biogasanlagen gibt es in Deutschland, 230 davon sind ans Gasnetz angeschlossen, speisen ihr Methan direkt dort ein. Prinzipiell könnten das alle deutschen Anlagen, die neben ein bisschen Gas derzeit vor allem sehr viel Strom liefern und immerhin knapp neun Prozent des Bedarfs im Land decken, nur rund einen Prozentpunkt weniger als die Solarenergie. Doch Ruhe sagt: „Finanziell ist die Direkteinspeisung von Biomethan derzeit eine sehr knappe Kalkulation“, für sein Unternehmen, das mit Biogas rund 15 Megawatt Strom erzeugt, so viel wie vier große Windkraftanlagen.”

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Spanien will zur Großmacht bei Wasserstoff werden. Das schreibt die FAZ (Bezahlartikel). Helfen soll dabei die Photovoltaik, denn günstiger Strom wird dringend benötigt, wenn Wasserstoff hergestellt werden soll. Bestandteil des beschriebenen Projekts ist auch eine Düngemittelfabrik, die mit dem Wasserstoff beliefert werden soll, die in der aktuell größten Wasserstoff-Fabrik in Europa hergestellt werden soll.

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Man liest immer mehr von Sandbatterien. Dabei wird mit Strom Sand erhitzt, der dann über lange Zeit eine hohe Temperatur halten soll, da er in speziellen Behältern gelagert wird. Die BBC erklärt das Prinzip in einen Artikel.

“Right now, most batteries are made with lithium and are expensive with a large, physical footprint, and can only cope with a limited amount of excess power. But in the town of Kankaanpää, a team of young Finnish engineers have completed the first commercial installation of a battery made from sand that they believe can solve the storage problem in a low-cost, low impact way.

„Whenever there’s like this high surge of available green electricity, we want to be able to get it into the storage really quickly,“ said Markku Ylönen, one of the two founders of Polar Night Energy who have developed the product.

The device has been installed in the Vatajankoski power plant which runs the district heating system for the area. Low-cost electricity warms the sand up to 500C by resistive heating (the same process that makes electric fires work). This generates hot air which is circulated in the sand by means of a heat exchanger. Sand is a very effective medium for storing heat and loses little over time. The developers say that their device could keep sand at 500C for several months. So when energy prices are higher, the battery discharges the hot air which warms water for the district heating system which is then pumped around homes, offices and even the local swimming pool.”

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Drei Artikel zum Thema Erdgas:

Axel Bojanowski prangert in der Welt (Bezahlschranke) die Untätigkeit der Bundesregierung in Sachen Schiefergas im eigenen Land an. Eigentlich hätte schon 2021 eine Evaluierung der Fördermöglichkeiten stattfinden sollen, es wurde aber nichts in der Sache getan.
Der Kommentar in der Welt thematisiert die deutsche Haltung, Fracking Gas aus den USA teuer einzuführen, statt es selbst im eigenen Land zu fördern. Es wäre genügend für die nächsten 30 Jahre vorhanden.

“Per Fracking ließen sich die Energie-Reserven erschließen. Doch die vorherige Bundesregierung hat die Bohrtechnologie 2017 verboten, obwohl wissenschaftliche Gutachten Fracking auch in Deutschland als praktikabel ausgewiesen hatten.

Das Verbot ist nicht in Stein gemeißelt, laut Wasserhaushaltsgesetz sollte es überdacht werden: Der Deutsche Bundestag war verpflichtet, die Angemessenheit des Frackingverbots bereits 2021 zu überprüfen – „auf der Grundlage des bis dahin vorliegenden Standes von Wissenschaft und Technik“, wie es im Gesetz heißt. Indes: Das ist nicht geschehen – trotz Gaskrise.”

Etwas reißerisch macht Heise auf:

“Deutschland liefert Gas nach Marokko, während in Europa Einschnitte drohen?”

Gemeint ist das fragile geopolitische Gebilde Marokko, Algerien, Spanien und Westsahara.

“Marokko verfügt über kein LNG-Terminal. Das Land lässt deshalb in Spanien regasifizieren. Die Maghreb-Europa-Pipeline wurde zur Europa-Maghreb-Pipeline umfunktioniert und Gas fließt nun in umgekehrter Richtung.

So fragt auch die deutsche Wirtschaftswoche angesichts der Gaskrise: „Aber wäre das Erdgas nicht besser auf dem europäischen Kontinent aufgehoben?“. Dem Autor dieser Zeilen stellt sich zudem die Frage, wie das bitterarme Marokko das extrem teure Gas aus den USA bezahlt, wenn schon deutsche Verbraucher unter den extremen Preisen stöhnen.

Das nordafrikanische Algerien wedelt jedenfalls längst preistreibend mit der gelb-roten Karte in Richtung Spanien, da die Hilfskonstruktion ein Witz ist. Es ist egal, ob Gas aus Algerien oder das teure Frackinggas aus den USA nach Marokko fließt, da mit dem einen das andere ersetzt wird und Gas insgesamt in Europa fehlt.”

Von Murks spricht Ingbert Liebig vom Verband kommunaler Unternehmen über die Pläne bei der Gasumlage laut Focus.

“Doch es ist unklar, ob beispielsweise auch Bezieher von Gas-Fernwärme oder Kunden mit langfristigen Verträgen zur Kasse gebeten werden. Nicht nur deswegen gibt es weiter scharfe Kritik. „Bei der Einführung der Gasbeschaffungsumlage – die wir grundsätzlich begrüßen – sind schlicht vermeidbare Fehler passiert. Man könnte auch sehr salopp von Murks sprechen“, sagte etwa der Hauptgeschäftsführer des Verbands kommunaler Unternehmen (VKU), Ingbert Liebing, der „Welt“.”

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Der Postillion hat die rettende Idee gegen die Dürre. Kinder sollen ihren Teller nicht mehr komplett aufessen, dann wird das Wetter auch nicht so schön. Wir warten auf das erste wissenschaftliche Papier, dass diese Korrelation aufzeigt. Forschungsgelder dürften sich momentan sehr einfach dafür auftreiben lassen. Glücklicherweise gibt der Postillon aber auch gleich wieder Entwarnung, denn die Dürre soll den steigenden Meeresspiegel bald beendet sein.

“Als erste dürften sich Deutschlands Küstenregionen über ein Ende anhaltender Dürren freuen.
„Wo heute trockene Felder sind, wird schon bald wieder etwas wachsen: nämlich Seetang, Korallen und Seegurken.“”

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Leserpost von Dipl. Ing. Martin Krohn:

Betreff: Elektroautos, Weltuntergang

Sehr geehrte Damen und Herren,

einige Anmerkungen zum Blog vom 11. 08. 22. In einem Bericht wird behauptet, dass der Boom von Elektroautos trotz wegfallender Kaufprämien anhalten wird. Der Bericht verweist auf einen Artikel im Handelsblatt. Dort werden eine Reihe von Gründen benannt, weshalb das Elektroauto in Zukunft eine vermehrte Nachfrage erfahren wird. Ein Argument lautet, dass die Entwicklung der E-Autos noch am Anfang steht, während die Verbrenner ausentwickelt seien.

Das ist sicherlich eine sehr einseitige Sichtweise. Es ist auch nicht ganz richtig, dass die Entwicklung der E-Autos am Anfang steht. Es gab in den letzten 100 Jahren immer wieder Versuche, Elektroautos herauszubringen. Doch stets waren diese den Verbrennern hoffnungslos unterlegen. In den 1970er Jahren gab es eine Idee, die E-Autos „aufzutanken“, indem an Tankstellen ein komplettes (leeres) Batteriepaket gegen ein aufgeladenes ausgetauscht werden sollte. Es wurde jedoch nicht erwähnt, wo die Massen an Batteriepaketen gelagert werden sollten.

Die heutigen E-Autos stehen in verschiedenen Kriterien den Verbrennern gewaltig hinterher. Die Reichweiten der E-Autos sind deutlich geringer als Verbrenner. Die Leistung der E-Autos sinkt bei kalten Temperaturen noch weiter. Wenn dann noch geheizt werden muss, geht das vollkommen auf Kosten der Leistungsfähigkeit. Und was ist, wenn hinter das E-Auto ein Anhänger angekoppelt wird? Ein weiterer Schwachpunkt der E-Autos sind die langen Ladezeiten. Hier ist durchaus mit 1 – 2 Stunden zu rechnen. Ein Verbrenner ist in 5 Minuten vollgetankt.

Wie soll die Umstellung mit Einsatzfahrzeugen von Polizei, Feuerwehr oder Rettungsdienst funktionieren. Wird z. B. die Feuerwehr aussagen, wir rücken in etwa 2 Stunden zum Großbrand aus, bis dahin müssen noch die Fahrzeuge aufgeladen werden, weil wir gerade von einen Einsatz zurück sind.

Dass die Hersteller mit Begeisterung auf E-Autos umschwenken halte ich auch für wenig glaubwürdig. Es ist wohl eher so, dass der Umbruch zu den E-Autos auf politischen Druck zurückzuführen ist.

Ein weiterer Bericht im Blog lautet: Ein Team von Klimaforschern macht auf Weltuntergang.

Darin wird von Hungersnöten, Massen von Toten und Zusammenbruch der Zivilation berichtet. Wo sollen solche Horrorszenarien herkommen? Etwa von dem „Zaubergas“ CO2? Dass wir in einer Klimawarmzeit der des aktuellen Interglazials (Zwischeneiszeit) leben, ist unbestritten. Doch die aktuelle Warmzeit ist alles andere als spektakulär. Das Temperaturniveau liegt noch etwas unter der mittelalterlichen Warmphase – und diese dauerte etwa 500 Jahre an. Dabei war das mittelalterliche Klimaoptimum die kälteste Warmphase der letzten 10.000 Jahre. Vorhergehende Warmzeiten waren deutlich ausgeprägter – was das Temperaturniveau und die Dauer angeht. Auf der anderen Seite sind die Kaltphasen immer kühler ausgefallen. Die kleine Eiszeit war die kälteste Phase der letzten 10.000 Jahre. Eine dramatische Katastrophe ist durch die aktuelle Phase also Weit und Breit nicht in Sicht.

Zu den erwähnten „Hungersnöten“ ist zu sagen, dass die Erwärmung absolut gegen Hunger steht. Durch die Erwärmung vergrößern sich die Vegetationsflächen. Ebenso verlängern sich die Vegetationszeiten. Beides bringt die Möglichkeit zu höheren Erträgen. Der vermehrte CO2-Gehalt wirkt zudem als Pflanzendünger, was ebenfalls die Erträge erhöht.

Der Bericht ist wieder einmal eine völlig sinnlose Panikmache. Mit etwas Nachdenken und ein Wenig Allgemeinwissen über die holozänen Warm- und Kaltzeiten relativiert die Aussagen völlig.

Viele Grüße
Dipl. Ing. Martin Krohn