Kurios: Selbst Regen kann die Dürre angeblich nicht mehr stoppen

Eine ganz eigene Interpretation der Dürresituation im Norden Deutschlands hat der NDR:

Trotz Regen: Norddeutschlands Böden leiden unter Dürre

Die Aussagen des Beitrags stehen aber etwas im Kontrast zum Dürre-Monitor des Helmholtz Zentrums. Der Monitor attestiert dem Norden eine gute Verfügbarkeit von Wasser für Pflanzen bis 25 cm Bodentiefe. Das ist eigentlich das für die Landwirtschaft wichtige Datum. Das verwundert, weil Dr. Andreas Marx vom Helmholtz Zentrum im NDR-Beitrag mehrmals zitiert wird. Der NDR betrachtet offenbar ausschließlich die Dürre in 1,8 Meter Tiefe. Diese ist für Bäume zweifelsohne wichtig, für die Landwirtschaft allerding eher weniger.

Ein Blick bei Wetterkontor.de ergibt, dass der Norden, der laut NDR besonders leidet, vergleichsweise gut dasteht im Juli 2020, jedenfalls in Teilen. Einige Messpunkte haben das Soll am 22.07.2020 bereits erreicht:

Zwei warme und trockene Sommer in Folge haben für zu wenig Wasser im Boden in Deutschland beigetragen. Das soll auch keineswegs in Abrede gestellt werden. Nur sind Superlative auch irgendwann abgenutzt. Sie stumpfen die Menschen ab und sind vor allem bei einem Blick auf die Daten zumindest fragwürdig. Von einem öffentlich-rechtlichen Sender könnte man sich etwas mehr Differenziertheit wünschen. Das hat erstaunlicherweise sogar Özden Terli vom ZDF Wetter geschafft. Der zeigte am 23.07.2020 vor seinem Wetterbericht die Karte mit dem pflanzenverfügbaren Wasser und nicht die aus 1,80 Tiefe:

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In der britischen Daily Mail gibt es einen Artikel über Michael Shellenberger und sein neues Buch „Apocalypse Never“. Auf Twitter bringt der Autor noch einmal kurz die wichtigsten Punkte seines Buches:

Armut nicht Klima ist das größte Umweltproblem
100% erneuerbare Energie würde zwischen 25-50% der Landflächen benötigen
Greenpeace verschlimmert die Entwaldung
Die Menschheit verursacht nicht das sechste Massenaussterben
Der Amazonas ist nicht die Lunge der Welt
Der Klimawandel verschlimmert keine Naturkatastrophen

Auf Skimmer.co gibt es eine Kritik des Buches in englisch zu lesen.

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Laut SZ planen Kommunen in der Nähe von München die höchsten Windkraftanlagen in Süddeutschland im Höhenkirchner Forst. Dort scheint man den entscheidenden Fortschritt in Sachen Recycling solcher Anlagen gemacht zu haben.

„Ein Plädoyer für die Windkraft hielt der Landwirt Hans Zäuner, der anschaulich berichtete, wie eine Handvoll Bürger in geselliger Runde die Anlage auf einer Anhöhe in Hamberg plante. Zäuner beantwortete Fragen zu Aufforstung („2160 Quadratmeter Wald an anderer Stelle angepflanzt“), zu Ersatzzahlungen wegen des optischen Eingriffs in die Landschaft („97 000 Euro an den bayerischen Umweltfonds“) und zum Rückbau der Anlage („alles recycelbar“).“

Während anderswo noch nicht einmal klar ist, was mit den riesigen Fundamenten solcher Anlagen später passiert und es für die Flügel nur die Möglichkeit gibt, diese zu zerkleinern und dann zu verfeuern, idealerweise in Zementöfen, sie Ziegeln beizumischen oder zu vergraben, scheint Landwirt Zäuner noch eine neue Methode zum Recycling gefunden zu haben. Oder meint er Verfeuern, Eingießen oder Vergraben sind Recycling? Fachleute haben da eine etwas andere Meinung. Aber tröstlich, dass Windkraftanlage in einem Wald von solcher Dimension in geselliger Runde erdacht werden.

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Fridays For Future (FFF) plant laut der WELT ab September 2020 wieder Demonstrationen. Man will nach eigenen Angaben strengste Hygiene-Standards einhalten. Mal schauen, ob das klappt und wie die Corona-Situation im September insgesamt aussieht. Die letzte große FFF Demo in Hamburg im Februar 2020 könnte einen Teil der hohen Infektions-Zahlen in der Stadt erklären.

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Immer wieder Giftanschläge auf Rotmilane. Die Lübecker Nachrichten berichten (Paywall) über insgesamt 11 getötete Milane in den letzten drei Jahren im nördlichen Bereich des Kreises Segeberg. Das Blatt zitiert Oscar Klose vom Nabu:

„Für uns drängt sich hier ein Zusammenhang mit Windkraftplanungen des Landes auf.“

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Wenn Hersteller von Verbrennungsmotoren beim Verbrauch oder den Schadstoffwerten betrügen, ist die Aufregung zu Recht groß. Bei Elektrofahrzeugen hat der ADAC jetzt laut Focus einen Mehrverbrauch von bis zu 25% ausgemacht. Er geschieht offenbar durch Ladungsverluste, die der Bezieher des Stroms aber dennoch bezahlt. Ob so ein Mehrverbrauch in Ökobilanzen und Wirtschaftlichkeitsberechnungen demnächst einfließt? Der One-Minute-Answer-Experte Professor Volker Quaschning erwähnt das vorsichtshalber nicht und sagt ganz pauschal, alle Berechnungen, die den E-Autos keine gute CO2 Bilanz ausstellen wären per se falsch, da veraltet. Nun ja, das sind schöne Totschlagargumente.

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Erneuerbare Energien sind ein großes Geschäft. Manchmal lässt sich so ein Geschäft sogar „ausweiten“. Der NDR berichtet von einem möglichen Steuerbetrug mit Solarpanelen aus China. Es soll dabei um die Summe von 33 Millionen Euro gehen.

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Stephan Stallmann hat auf der Seite deutscherarbeitgeberverband.de einen Artikel über die unterschätzen Gefahr von Carbonfasern nach Bränden von Windkraftanlagen veröffentlicht.

„Eine sträflich unterschätzte Gefahr bei Havarien von Windkraftanlagen, eine Grauzone in Bezug auf die Genehmigung nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz und der europäischen Rechtsprechung: Carbonfasern sind für den Einbau in Windkraftanlagen nicht geeignet, doch die Behörden ignorieren dies bislang.“

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Der Juli neigt sich langsam dem Ende zu. Aber von Wind ist immer noch nicht viel zu merken in der Energiebilanz der Stromproduktion. Mit knapp 9 GW Erzeugung bleiben 85% der theoretischen Windkraft-Kapazität ungenutzt am 25.07.2020 um 12:33. 63% der Erzeugung waren regenerativ, Sommer-Solar sei Dank. Das bedeutet, dass es ohne Kohle, Gas und Kernkraft und Energiespeicher schwer vorstellbar erscheint, die Nation verlässlich zu versorgen. Es wäre zudem unrealistisch, wenn man die Zahl der Windkraftanlagen mal eben nach oben skaliert, denn 15% Ausnutzung der Kapazität war in den vergangenen Wochen ein eher höherer Wert.

Wie groß die Volatilität allein im Juli 2020 war, kann man auf der Seite Energycharts des Fraunhoferinstituts sehen.

Wie viel mehr Windkraftanlagen würde man benötigen wenn man vom Minium von 0,611 GW am 18.07.2020 um 20:45 ausgeht? Unglücklicherweise konnte das zu dem Zeitpunkt auch nicht durch Solar ausgeglichen werden, da die Sonne um diese Uhrzeit nicht mehr scheint. Es wäre in jedem Fall eine gewaltige Zahl, die dann bei Peakzeiten wie am 06.07.2020 mit 32 GW Windstrom Produktion zu ganz anderen Problemen führen dürfte. Dann nämlich wäre viel zu viel Strom vorhanden.