Kritiker hatten es zu keiner Zeit leicht

Das Klimathema beherrscht mittlerweile fast alle Lebensbereiche. Umso wichtiger wäre es, dass die Argumente der Kritiker des Klimaalarms endlich ernsthaft gehört werden. Danach sieht es jedoch leider nicht aus. Im Gegenteil, wer die Alarmlinie nicht mitträgt, wird öffentlich gescholten, verbaut sich möglicherweise seine Karriere und Zukunft. Ein nahezu perfekt kontrolliertes Einmeinungssystem ist etabliert.

Hat es so etwas bereits früher gegeben? Gab es Fälle, in denen gute Argumente viel zu lange ignoriert wurden, die Kritiker Repressalien fürchten mussten, bis zu dem Punkt, an dem sie schließlich doch Recht behielten und sich die öffentliche Meinung plötzlich drehte? Ja, solche Fälle gab es. Es scheint ein psychologisches Grundmuster in der menschlichen Gesellschaft zu sein, in kontroversen Debatten die eine Seite als einzig gültige Wahrheit anzusehen und konkurrierende Meinungen als fehlgeleiteten Irrglauben einiger Verrückter darzustellen. Hierzu die folgenden drei Beispiele:

1. Der Fall Claas Relotius

Sie kennen den Fall sicher. Ein damals hochangesehener und mit Preisen überhäufter Spiegel-Redakteur (Claas Relotius) hatte jahrelang erfundene Fakten in seine Reportagen eingebaut. Als ein anderer Reporter (Juan Moreno) dem Kollegen auf die Schliche kam, wurde ihm von den Vorgesetzten zunächst nicht geglaubt, obwohl er gute Belege lieferte. Das ging so weit, dass man ihm mit der Kündigung seines Vertrages drohte. Moreno kämpfte um sein berufliches Überleben und konnte Relotius am Ende überführen. Nachzulesen in Morenos spannendem Buch „Tausend Zeilen Lüge: Das System Relotius und der deutsche Journalismus„.

2. Doping im Radsport

Im Radsport wurde lange Jahre professionell gedopt, wahrscheinlich ist es auch heute noch der Fall. Wer die Manipulationen publik machen wollte, war in der Radszene erledigt. Bestes Beispiel war der vielmalige Tour de France Sieger Lance Armstrong, der sich mit hohem Aufwand gegen alle Vorwürfe juristisch und anderweitig wehrte. Am Ende flog alles auf. Im Januar 2013 gestand Armstrong seine Doping-Vergangenheit im Interview mit Oprah Winfrey. Lesen Sie hierzu das Buch „Die Radsport-Mafia und ihre schmutzigen Geschäfte“ von Tyler Hamilton und Daniel Coyle.

3. Die Ablehnung der Kontinentaldrift

Heute wissen wir, dass sich die Kontinente bewegen. Als Alfred Wegener dies Anfang des 20. Jahrhunderts vorschlug, wurde er ausgelacht und verhöhnt. Lange nach seinem Tod stellte sich heraus, dass er Recht hatte. Wir hatten hier im Blog darüber berichtet („Die Plattentektonik setzt sich durch: Lehren für die Klimadebatte“ und „Kontinentalverschiebung und Klimawandel: Die wundersame Wiederholung der Wissenschaftsgeschichte„). Eine umfangreiche Abhandlung zum Thema erschien von Naomi Oreskes in ihrem Buch „The Rejection of Continental Drift: Theory and Method in American Earth Science„.