Kommt nach der Wahl ein gigantisches 100 Tage-Klimaschutz-Programm?

Anders als in Deutschland ist man sich in den USA offenbar schon bewusst, dass China nach wie vor sehr viel Kohle verbrennt und seine CO2 Emissionen noch steigern wird. Der Klimabeauftragte der US-Regierung Kerry ist auf Besuch in China und spricht mit den Chinesen über das Thema. Das zeigt zumindest etwas Sinn für etwas Realismus. Anders als in Deutschland, wo Klimabewegte mit den Augen rollen, wenn das Thema auf den größten Verursacher von CO2 Emissionen kommt, dem ein Klimaabkommen zudem sogar noch gestattet, das zusätzlich zu steigern. Weiterlesen in der Tagesschau.

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Offensichtlich schwebt einigen Staaten bzw. Politikern in Südamerika vor, eine Art OPEC für Lithium zu schaffen. Die Welt berichtete.

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Organische Photovoltaikzellen versprechen neue Einsatzmöglichkeiten. Hauchdünne Folien, die zudem biegsam sind, sollen möglich sein. Allerdings sind Wirkungsrade noch stark verbesserungsfähig. Enformer, der Energieblog von RWE, berichtet über den aktuellen Stand.

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“Ladesäulen: Verworrenes Netz aus Tarifen und Verträgen”, so titelt die Süddeutsche Zeitung.

“Tesla will eigenes Netz zugänglich machen

Ein exklusives Netz hat Tesla mit rund 150 Schnellladestationen in Deutschland, rund 3000 weltweit. Aber Tesla-Chef Elon Musk will bald auch andere Autos an seine Steckdosen lassen: „Wir öffnen unser Supercharger-Netz im Laufe dieses Jahres für andere Elektrofahrzeuge“, twitterte er im Juli. Das würde ihm Geld und Daten bringen. Ob alle Stationen zugänglich werden, ob auch Fahrer anderer Marken die Buchungsdaten der Säulen bekommen und reservieren können, was sie zahlen sollen, ist offen.”

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Armin Laschet scheint für Fridays-For-Future (FFF) so etwas wie die Wiedergeburt des Satans zu sein. An ihm arbeiten sich die Aktivisten regelmäßig ab. Nun wurde sogar zu Klimastreiks speziell gegen Laschet aufgerufen. Zum Artikel in der Welt geht es hier lang.

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Der Deutsche Wetterdienst DWD bilanziert den Sommer 2021. Etwas zu warm und vor allem zu nass. Nach drei trockenen Jahren gab es dieses Jahr deutlich mehr Niederschlag. So ganz scheint sich der DWD noch nicht an die aktuelle Referenzperiode gewöhnt zu haben. Es wird immer noch Bezug 1961 – 1990 genommen. Mittlerweile ist die Periode 1991 – 2020 aber maßgeblich. So wird aus einer minimalen Erwärmung eine deutlich größere.

Von den Regenmengen profitieren dieses Jahr auch die Talsperren im Harz. Sie haben einen höheren Füllstand als in den letzten Jahren am Ende des Sommers. Der noch prognostizierte Regen für den Harz wird die Situation weiter verbessern. Weiterlesen bei der Tagesschau.

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Erstaunlich dicht an den Forderungen der Grünen ist ein 15 Punkte Papier der CDU. Auch danach sollen 2% der Fläche Deutschland für den Bau von Windkraftanlagen ausgewiesen werden. 2% hört sich zunächst ja sehr wenig an. Wenn man aber mal die nicht bebaubaren Flächen wie Städte, Straßen, Flüsse usw. abzieht und dann noch windschwache Gegenden nicht berücksichtigt, werden die Flächen, die für Windkraft in Frage kommen, immer weniger. Die Union stellt sich offenbar vor, dass diejenigen Bereiche, die schon viel Windkraftanlagen haben, noch mehr bekommen.

“Die Union wirbt in ihrem Papier für den Bau von Windkraft- und Solaranlagen. Allerdings versucht das Autorenteam, den Widerstand unter den Unionsanhängern gegen den Bau insbesondere von Windkraftanlagen dadurch zu entschärfen, dass sie konzentriert und nicht über das ganze Land verteilt errichtet werden sollen.”

Mehr vom Gleichen wird bei wenig Wind nicht wirklich etwas nutzen. Nach wie vor fehlt es an Speichern und folglich muss die fossile Stromerzeugung einspringen, wenn der Wind oder auch die Sonne nichts liefern.  Hier geht es zum Artikel im Spiegel.

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Hurricane Ida sorgt für massive Stromausfälle in den USA: 1 Million Kunden in 12 Counties in Louisiana sind ohne Strom.

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Von Jules Verne stammt der Roman “In 80 Tagen um die Welt”. Gerade einmal 20 Tage mehr braucht Agora Energiewende, um die Welt zu retten. Sogenannte 100 Tage Programme haben einen eigenen Charme. Nicht selten sind sie eine Ankündigung, mehr aber auch meist nicht. Wer soll nach 100 Tagen schon ernsthaft kritisieren? Eine Regierung hat dann meist erst 3 Monate von 48 Monaten zurückgelegt, nicht einmal 10%. Agora verschickt schon mal 100 Tage Pläne per Pressemitteilung.

“”Deutschland braucht in den ersten 100 Tagen der neuen Regierung das größte Klimaschutz-Programm in der Geschichte der Bundesrepublik. Erneuerbaren-Ausbau, Kohleausstieg, Effizienz, Elektrifizierung von Gebäude und Verkehr – überall ist eine Verdopplung bis Verdreifachung des Tempos angesagt“, sagt Dr. Patrick Graichen, Direktor von Agora Energiewende.”

Und dann relativieren sich die 100 Tage schon wieder, weil auch den Agora Verantwortlichen klar ist, dass Gesetze durch ein Parlament müssen, also rudert man besser schon mal etwas zurück und spricht von der gesetzlichen Umsetzung bis zum Sommer 2022, was ein wenig mehr als 100 Tage sind. Vermutlich hat Rainer Baake (Stiftung Klimaneutralität), der das Agora Papier auch unterzeichnet hat, noch ein geheimes Verfahren entwickelt, mit dem sich Strom in großen Stil speichern lässt. Er will es aber möglicherweise erst nach der Wahl rauslassen. Wer weiß es schon? In jedem Fall soll die Axt an den Rechtstaat und den Rechtsweg angelegt werden.

“Erneuerbarer Strom aus Windkraft- und Solaranlagen ist zentraler Baustein für ein Energiesystem ohne Kohle, Öl und Gas – von der Prozesswärme in der Industrie über die Nutzung von Wärmepumpen in Gebäuden bis hin zu Mobilität mit Elektroautos und im öffentlichen Nah- und Fernverkehr sowie für grünen Wasserstoff. „Die Menge an Strom aus Erneuerbaren Energien lässt sich nur verdreifachen, wenn Genehmigungsverfahren beschleunigt, die Akzeptanz für den Ausbau von Windkraft- und Solaranlagen verbessert und die nötige Infrastruktur für den Stromtransport gebaut wird“, sagt Rainer Baake.”

Da die Grünen gute Chancen haben so oder so in einer neuen Regierung mitzuwirken, könnten diese Pläne bzw. der Versuch der Umsetzung tatsächlich wahr werden inkl. von Ideen wie LKW mit Oberleitungen oder Brennstoffzellen für den Schwertransport. Ab 2024 soll es keine Öl- und Gasheizungen mehr geben in Neubauten. Stattdessen Wärmepumpen, die den Strombedarf noch weiter nach oben treiben werden, natürlich ohne, dass dieser Bedarf zuverlässig gedeckt werden kann. Deutschlands Nachbarn dürfen sich schon mal die Hände reiben für den Fall, dass mal wieder kein Wind weht und die Sonne untergegangen ist. Gute Geschäfte sind ihnen garantiert. Dann wird Strom aus denjenigen Quellen importiert, die man hier zuvor abgeschaltet hat. Aber wir Deutschen dürften dann das bessere Klimagewissen haben. Verrückte Welt.

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Am 26.8.2021 nahm Fritz Vahrenholt an einer Talkshow bei Phoenix zum Thema „Fluten, Brände, Stürme – Klimapolitik auf dem Prüfstand“ teil. Vor kurzem brachten wir hier im Blog erste Zuschauerreaktionen. Die Sendung ist auf Youtube verfügbar. Im weitere Zuschauerzuschriften:

Hier noch eine Leserzuschrift zu Phoenix am 26.8. von P. Dietze:

Ich war erstaunt dass man bei Phoenix mit Prof. Vahrenholt wenigstens einen bekannten realistischen Fachmann eingeladen hatte. Er hat ruhig und sachlich sein Bestes gegeben, hatte aber gegen das emotionale Wunschdenken und die Worthülsen dreier Klimaaktivisten natürlich wenig Chancen.

Problematisch erscheint mir die Tatsache dass er, da der CO2-Senkenfluss derzeit 55% unserer Emission beträgt, dies dahingehend interpretiert hat dass wir CO2 nicht auf Netto-Null reduzieren müssen, sondern nur um 45% – womit wir den heutigen Zustand stabilisieren könnten.

Dass aber bei „weiter so wie jetzt“ und einem allmählichen Anstieg auf 500 ppm der natürliche Senkenfluss auf 100% ansteigt und CO2 automatisch Netto-Null (!) wird, so dass wir garnicht reduzieren müssen – und bei 500 ppm sowie 2% der globalen Emission Deutschland nur 0,01 Grad gegenüber vorindustriell verursachen kann – diese sensationelle Botschaft hat er leider nicht verkündet, ganz abgesehen davon dass wir noch in dieser Dekade die ersten Fusionskraftwerke haben werden, deren Brennstoffkosten nur 0,00015 ct/kWh betragen. Klar, dass die Phoenix-Runde ihm das nicht geglaubt hätte – aber viele Zuschauer und auch einige um unsere wirtschaftliche Zukunft besorgte Politiker und CEOs hätte das sicher zum Nachdenken angeregt.

Dipl.-Ing. Jürgen Prelle:

Die Zusammensetzung der Beteiligten spricht schon Bände: 1. eine Luisa Neubauer, die in ihrer Ahnungslosigkeit nur schwafelt, aber niemals konkrete Angaben zu möglichen Umsetzungen macht, 2. Frau Göpfert, die die Idee der Nachhaltigkeit vertritt und damit einen wichtigen Zukunftsaspekt anspricht, von Kenntnissen der Energiewirtschaft und deren praktischer Umsetzung aber ebenfalls vollkommen befreit zu sein scheint und 3. Sven Plöger, der im Fernsehen und in seinem Buch nicht gerade durch eine in der Wissenschaft nötige Skepsis auffällt.

Die Tatsache, dass Umfrageergebnisse immer wieder angeführt wurden, die davon sprechen, dass 80 % der deutschen Bürger den Klimawandel für sehr wichtig halten, zeigt überdies, dass die Aktivisten Konkretes nicht beizutragen haben. Wenn der Bevölkerung über Jahrzehnte in fast allen Medien dauerhaft einseitige Horrormeldungen über den Klimawandel präsentiert werden, dann können von diesen 80 % wahrscheinlich 90 % keine objektive Einschätzung mehr vornehmen.

Würde man diesen Menschen über Jahre einreden, Russland will Deutschland überfallen, käme ein ähnliches Ergebnis heraus. Wie dann noch die Behauptung, die Überschwemmung im Ahrtal sei dem Klimawandel zuzuordnen, unwidersprochen bleiben kann, obwohl es mehrere Jahrhundertfluten gab, setzt der Sache die Krone auf.

Abschließend fällt mir nur noch ein Spruch von George Bernhard Shaw ein:
Die Deutschen haben die Besessenheit,
jede gute Sache so weit zu treiben,
bis eine böse daraus geworden ist.

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Alfred Brandenberger zur Windenergie:

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Leserpost:

Klimawandel und magisches denken
Eine Nachbetrachtung zur Hochwasserkatastrophe
Der Mensch ist immer ein Faktor bei katastrophalen Wetterereignissen, aber nur einer. Auch das Klima ist ein Faktor, der schwer auf das Wetter heruntergebrochen werden kann. Der Mensch mag auch ein Faktor in der Erderwärmung sein, und somit das Klima beeinflussen. Aber ganz sicher ist der Mensch nicht in der Lage, das Wetter in den Griff zu bekommen und Extremereignisse zu verhindern, außer er bereitet sich darauf vor, damit der Schaden nicht so groß wird. Zum Bericht von Sönke Paulsen bitte hier entlang

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Leserpost:

Wer hätte das gedacht: unsere Umweltministerin, unser Verkehrsminister, Wirtschaftsminister und viele andere der Regierung werden im Dienst von Dreckschleudern zu den Terminen gefahren. Das ist dann mal vorbildlich. Die Deutsche Umwelthilfe hat das dokumentiert.

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Brief von Dipl.- Ing. (TU) Peter Schewe an Prof. Michael Sterner, Energietechnik, OTH Regensburg

Betreff: Zeitungsbericht der MZ vom 16./17.11.19: „Energiepapst fordert mehr Windräder“

Sehr geehrter Herr Prof. Sterner,

wie dem Bericht über Ihren Vortrag im Presseclub Regensburg zu entnehmen ist, fordern Sie den Ausbau der Windkraft und der Wasserstoffspeicherung, um die Energiewende zu meistern und zeichnen dabei ein düsteres Bild unserer energetischen Zukunft. Von der Zerstörung unserer Volkswirtschaft ist da die Rede und von der menschenverursachten Klimaerwärmung und begründen diese Apokalypse mit „knallharter Physik“. Bleiben wir also bei der knallharten Physik:

1-Es gibt keine ‚erneuerbaren’ Energien, als einzige Energiequelle steht uns die Sonne zur Verfügung, alle anderen Formen von Energie gehen auf diese zurück.

Sonne (+ Wind) können ohne großtechnische Speicherung und ohne einen grundlegenden Umbau der Verteilungsnetze den schwankenden Energiebedarf einer hochindustriealisierten Volkswirtschaft einschl. der von der Politik mit allen Mitteln erzwungene Elektromobilität nicht abdecken. Dazu wird es auch in Zukunft fossiler Energieträger einschl. der Kernenergie bedürfen.

2-Die Wasserstofftechnologie ist nicht geeignet, Energie im volkswirtschaftlich notwendigen Umfang zu speichern. Schon bei der Herauslösung des Wasserstoffatomes aus seiner Bindung mit Sauerstoff wird nur etwa die Hälfte der dafür aufgewendeten Elektroenergie für die Nutzung des Wasserstoffes als Energieträger erhalten, eine weitere Hälfte geht bei der Stromgewinnung in der Brennstoffzelle ‚verloren’. Weitere Energie ist für die Lagerung und den Transport des nur unter hohem Druck verflüssigten Wasserstoffes vonnöten. Da Wasserstoff durch alle herkömmlichen Materialien diffundiert, sind hohe Lagerverluste unvermeidlich.

3-Die Wasserstofftechnologie bleibt eine Sackgasse, andernfalls hätte sie sich schon seit mindestens 30 Jahren als die überlegende Mobilitätstechnologie durchgesetzt und nicht nur bei U-Booten.

Soweit zur ‚knallharten Physik’.

Anstatt diese (er)-nüchternden Fakten zu verkünden, malen Sie die Apokalypse einer menschenverursachten Klimaerwärmung an die Wand und reden einer ideologisch geprägten ‚Wissenschaft’ das Wort.

Wer von einer durch Menschen verursachten Klimaveränderung ausgeht und diese als Grundlage seines Verkündigungsdienstes macht, blendet die Erkenntnisse aus der Vergangenheit aus. Klimaveränderungen gab es schon immer und wird es weiterhin geben. Und wer versucht, uns einzureden, wir könnten durch unser Verhalten daran auch nur im geringsten was ändern, der erhebt sich zum Weltenrichter.

Und wer Schüler ermuntert, den Unterricht zu schwänzen und Straßen zu blockieren um gegen unsere Demokratie zu demonstrieren, der macht sich des ideologischen Missbrauchs Schutzbefohlener schuldig, zumindest aber der Nötigung und Anstiftung.

Als der Wahrheit verpflichteter Wissenschaftler und Lehrender sollten Sie sich solcher Äußerungen in der Öffentlichkeit enthalten.

Es war mir ein Bedürfnis, Ihnen auf diesem Wege ins Wort zu fallen, leider war die Veranstaltung im Presseclub nicht angekündigt, Kritiker waren wohl nicht erwünscht.

Ich bin gerne bereit, auch im persönlichen Gespräch, die Thematik weiter zu vertiefen.

Mit freundlichem Gruß
Peter Schewe

Hinweis: Der Brief blieb unbeantwortet