Klimawandel beschleunigt Waldwachstum

Leserpost von Hans Joachim Voigt:

Als ehemaliger Berufssoldat bin ich in die Offensive gegangen, um im Winter mir alle Möglichkeiten offenzuhalten. Hauptstütze meines Überlebenskonzeptes sind einmal meine PV-Anlage und meine Solaranlage. So blöde wie es in der Realität kommt konnte auch ich nicht erahnen. Wussten Sie das PV-Anlagen ohne Netzstrom nicht funktionieren, ebenso Wärmepumpen? Ich denke das wäre eine spannende Sache so ein Video für Hausbesitzer zu machen. Neuerdings gibt es für 2200,00€ sogenannte USV um 2 Std. den Betrieb bei Netzausfall aufrecht zu erhalten. Meine PV-Anlage vermag 3,3KW zu speichern, aber es nützt mir gar nichts. Zum Glück habe ich mir 3 Not-Strom-Wechselrichter-Anlagen gebaut um diese in den Heizungskeller, der Garagentorelektronik und in die Wohnung zu stellen. Habe heute eine Elektrofirma bezüglich einer Not-Strom-Einspeisung per Aggregat gehabt, ich wurde erleuchtet auch dieses Konzept fallen zu lassen wegen der Größe meines Hauses, was zu einer Null-Leiter-Überlastung führen könnte und zur Zerstörung elektronischer Baugruppen wie PV-Anlage. Ein Herd heute macht locker bei Volllast 10…15 KW, ein gutes erschwingliches Aggregat 5KW. Also alles was das Überleben anbelangt gibt es nur zwei sichere Wege, entweder die Koffer zu packen oder ursprüngliche Wärmequellen wie Propan-Gasherd, Kamin oder Holzvergaser-Öfen zu nutzen. Auch Wärmepumpen benötigen Strom, das sollte man nicht vergessen. Übrigens habe ich gelesen wie man Wasser und Energie sparen kann, man sollte mit der Nachbarin gemeinsam duschen (Scherz).

Übrigens, meine Anlagen schalten automatisch bei Netzausfall um bzw. Netz wieder ein, sobald dieses wieder stabil anliegt. Geräte werden zwischen Netz und Verbraucher geschaltet. Gibt es auch zu kaufen. Mein Grundstückstor funktioniert mit 24 Volt. Um außer der Not-Entriegelung eine weitere Option zu haben implementierte ich in meiner Toröffnungselektronik Einen Wandler von 12 auf 24 Volt und speise damit meine Torsteuerung über den Zigarettenanzünder meines PKWs über ein 8m langes Not-Kabel (Bild 2865). Sobald ich vom PKW einspeise erfolgt eine automatische Umschaltung der Stromversorgung. Not macht erfinderisch, auch wenn das Chaos ausbleiben sollte.

Mit freundlichen Grüßen
Hans Joachim Voigt

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Bayerisches Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten:

Klimawandel beschleunigt Waldwachstum

Im Zuge des Klimawandels steigen die Temperaturen, Extremereignisse nehmen zu. Für den Wald heißt das, dass er mit Trockenphasen oder heftigen Stürmen klar kommen muss. Eine Studie hat jetzt noch eine weitere Auswirkung belegt: Der Klimawandel beschleunigt das Waldwachstum.

Genaueres dazu erklärt uns Professor Hans Pretzsch vom Lehrstuhl für Waldwachstumskunde der TU München.

Hier gehts zum Podcast

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Eos:

Chronicling the Hottest, Coldest, Windiest, and Rainiest Weather

The World Meteorological Organization verifies and documents record-setting temperatures, winds, lightning, and more, offering snapshots of Earth’s extremes and hints about its changing climate.

Weiterlesen auf Eos

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Chinese Academy of Sciences:

Researchers reveal variations in Arctic amplification effect during past millennium

The recent amplified warming in the Arctic during the last decades has received much attention. But how Arctic amplification (AA) has varied on longer time scales and what drives these variations remain unclear.  

Recently, a study has provided a new perspective on the AA effect during the past millennium based on the best available paleoclimate data and novel data assimilation methods.

The study was published in Nature Communications on April 6. It was conducted by researchers from the Northwest Institute of Eco-Environment and Resources of the Chinese Academy of Sciences (CAS), the Institute of Tibetan Plateau Research of CAS, the Lund University and the University of Gothenburg.

The researchers produced a new millennium-long temperature reconstruction over the Northern Hemisphere by combining climate model simulations with newly available paleoclimate proxy records from the Past Global Changes 2k Network (PAGES2k) consortium, resulting in physically consistent and spatiotemporally continuous temperature fields. 

Additionally, to quantify the variations in the strength of the AA, the researchers reconstructed a millennial AA index series, which revealed a significantly declining AA effect on the millennial time scale. 

The millennial AA index series revealed that AA exhibited strong variations over a broad range of time scales, which can be explained, to a large part, by the phase of the Atlantic Multi-decadal Oscillation (AMO) and recent anthropogenic greenhouse gas forcing.  

This result highlights the importance of the AMO and enhanced greenhouse effect in modulating AA, and suggests that there is predictability in AA on multi-decadal time scales.

The findings of this study may help fill the gaps in understanding the AA variation over the preindustrial era, improve the predictive ability of the Arctic and global climate change on the multi-decadal time scale, and distinguish the contributions of the natural variability of climate system and anthropogenic forcing to AA variation.

Paper: Miao Fang et al, Arctic amplification modulated by Atlantic Multidecadal Oscillation and greenhouse forcing on multidecadal to century scales, Nature Communications (2022). DOI: 10.1038/s41467-022-29523-x

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State of the Planet:

What can we do about extreme weather?

Even without climate change, more people would be faced with the challenges of extreme weather events. That is because the human population continues to grow, our patterns of land use continue to change, and more and more of us are in the pathway of extreme weather events. A recent New York Times piece reported on a Gallup poll finding that one-third of all Americans had been exposed to extreme weather events since 2020. According to New York Times reporter Derrick Bryson Taylor:

„Thirty-three percent of U.S. adults said they had been affected by extreme weather since 2020… according to the survey, which was based on interviews conducted last month with about 1,000 adults living in all 50 states and Washington, D.C. Hurricanes and winter weather, such as snow, ice storms and blizzards, were the most common extreme weather events cited, followed by extreme heat and floods.“

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Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau:

3400 Jahre alte Stadt aus dem Tigris aufgetaucht

• Dürre ermöglicht Ausgrabung eines ehemaligen Zentrums im Reich von Mittani
• Ein Team aus deutschen und kurdischen Archäolog*innen hat am Tigris eine 3400 Jahre alte Stadt freigelegt und dabei auch Keramikgefäße mit über 100 Keilschriften gefunden
• Bei der ausgedehnten Anlage mit Palast und mehreren Großbauten könnte es sich um das alte Zachiku handeln

Ein Team aus deutschen und kurdischen Archäolog*innen hat am Tigris eine 3400 Jahre alte Stadt aus der Zeit des Mittani-Reichs freigelegt, die aus dem Wasser des Mosul-Stausees aufgetaucht war. Ermöglicht wurde dies, weil der Wasserspiegel des Sees aufgrund extremer Trockenheit im Irak rapide abgesunken war. Bei der ausgedehnten Stadtanlage mit Palast und mehreren Großbauten könnte es sich um das alte Zachiku handeln. Dieses dürfte ein wichtiges Zentrum im Großreich von Mittani gewesen sein (ca. 1550–1350 v. Chr.).

Bronzezeitliche Stadt trat aufgrund von Dürre wieder an die Oberfläche

Der Irak ist eines der weltweit am stärksten vom Klimawandel betroffenen Länder. Besonders der Süden des Landes leidet seit Monaten unter extremer Trockenheit. Um die Ernte nicht vertrocknen zu lassen, wurden seit Dezember große Mengen von Wasser aus dem Mosul-Stausee – dem wichtigsten Wasserreservoir des Irak – zu Bewässerungszwecken abgelassen. Dadurch trat am Rand des Sees, am Ort Kemune in der Region Kurdistan des Irak, eine bronzezeitliche Stadt wieder an die Oberfläche, die vor Jahrzehnten untergegangen war, bevor sie archäologisch untersucht werden konnte.

Durch dieses unvorhergesehene Ereignis geriet die Archäologie unter Zugzwang: Es galt zumindest Teile dieser großen, wichtigen Stadtanlage schnellstmöglich freizulegen und zu dokumentieren, bevor sie wieder im Wasser versank. Deshalb haben der kurdische Archäologe Dr. Hasan A. Qasim, Direktor der Kurdistan Archaeology Organization (KAO) und die deutschen Archäolog*innen Jun.-Prof. Dr. Ivana Puljiz von der Universität Freiburg und Prof. Dr. Peter Pfälzner von der Universität Tübingen spontan beschlossen, eine gemeinsame Rettungsgrabung in Kemune zu unternehmen. Diese fand im Januar und Februar 2022 in Zusammenarbeit mit der Antikendirektion Dohuk, Region Kurdistan-Irak statt.

Fritz-Thyssen-Stiftung unterstütze Ausgrabungen

Binnen weniger Tage wurde ein Team für die Rettungsgrabung zusammengestellt. Über die Universität Freiburg konnten kurzfristig Mittel der Fritz-Thyssen-Stiftung zur Finanzierung der Arbeiten eingeworben werden. Das deutsch-kurdische Team stand bei den Ausgrabungen unter immensem Zeitdruck, weil nicht klar war, wann das Wasser im See wieder ansteigen würde.

Massive Befestigungsanlage, mehrstöckiges Magazingebäude, industrieller Komplex
Den Forscher*innen gelang es binnen kurzer Zeit, den Plan der Stadt weitgehend zu rekonstruieren. Neben einem Palast, der bereits 2018 im Verlauf einer Kurzkampagne erfasst worden war, wurden mehrere weitere Großbauten freigelegt: eine massive Befestigungsanlage mit Mauer und Türmen, ein monumentales, mehrstöckiges Magazingebäude sowie ein industrieller Komplex. Die ausgedehnte Stadtanlage datiert in die Zeit des Großreiches von Mittani (ca. 1550–1350 v. Chr.), das weite Teile Nordmesopotamiens und Syriens kontrollierte.

„Das riesige Magazingebäude ist von besonderer Bedeutung, weil darin enorme Mengen an Gütern gelagert worden sein müssen, die wahrscheinlich aus der gesamten Region herbeigeschafft wurden,“ erläutert Puljiz. Qasim schlussfolgert: „Die Ausgrabungsergebnisse zeigen, dass der Ort ein wichtiges Zentrum im Mittani-Reich war“.

Besonders erstaunlich sei, dass die Mauern dieser Gebäude sehr gut, manchmal mehrere Meter hoch erhalten seien, und dies obwohl es sich um Bauten aus ungebrannten Lehmziegeln handele, die über 40 Jahre lang unter Wasser lagen, so das Forschungsteam. Dies habe seinen Grund darin, dass die Stadt gegen 1350 v. Chr. bei einem Erdbeben zerstört wurde und die einstürzenden oberen Teile der Mauern die Gebäude unter sich begruben.

Keramikgefäße mit über 100 Keilschriften

Eine besondere wichtige Entdeckung sind fünf Keramikgefäße, in denen ein Archiv aus über 100 Keilschrifttafeln untergebracht war. Sie datieren in die mittelassyrische Zeit, kurz nach der Erdbebenkatastrophe, die die Stadt heimgesucht hatte. Einige Tontafeln, bei denen es sich vielleicht um Briefe handelt, stecken sogar noch in ihren Umschlägen aus Ton. Von dieser Entdeckung erhoffen sich die Forscher*innen wichtige Aufschlüsse über das Ende der Mittani-zeitlichen Stadt und den Beginn der assyrischen Herrschaft in dieser Region. „Dass die Keilschrifttafeln aus ungebranntem Ton so viele Jahrzehnte unter Wasser überdauert haben, grenzt an ein Wunder“, sagt Pfälzner.

Konservierungsmaßnahme, um Schäden durch Stausee zu verhindern

Um weitere Schäden an der bedeutenden Ruinenstätte durch den Stausee abzuwenden, wurden die ausgegrabenen Gebäude im Rahmen einer von der Gerda Henkel-Stiftung finanzierten umfangreichen Konservierungsmaßnahme vollständig mit enganliegender Plastikfolie umkleidet und mit Kiesschüttungen bedeckt. Dadurch sollen die Mauern aus ungebranntem Lehm und eventuelle weitere in den Ruinen noch verborgene Funde vor dem Wasser geschützt werden. Inzwischen ist der Fundort wieder vollständig überflutet.