Klimaschutz: Niederlande überlegen die Reaktivierung der Kernenergie

Wir möchten allen Lesern recht herzlich danken, die auf Amazon Bewertungen unseres Buches „Unerwünschte Wahrheiten“ veröffentlicht haben. Fünfsterne sehen wir natürlich am liebsten. Aber auch gut begründete 3- und 4-Sterne sind willkommen. Wir hoffen auf weiteres Feedback auf der Onlineplattform.

Wer am 24. September 2020 auf Amazon unser Buch zu bestellen versuchte, wurde durch die folgende Schreckensnachricht geschockt:

Frühmorgens sollen ein paar Exemplare verfügbar gewesen sein, dann waren alle weg, und es wurden Lieferzeiten von 2-3 Wochen angekündigt. Dann waren plötzlich wieder 2 Exemplare verfügbar. Trotz aller Widrigkeiten schnellte das Buch auf den Amazon-Rang 36 aller Buchverkäufe nach oben. Screenshot vom 24.9.2020:

Das Buch wird auch bei Thalia.de (buch.de) angeboten. Dort erreichten wir am 24.9.2020 Verkaufsrang 39:

Bei Thalia erfahren wir auch, dass das Buch 1259 Gramm wiegt. Die gute Nachricht: Neue Exemplare sind auf dem Weg in den Buchhandel. Besonders bei Thalia sollten in Kürze ausreichend Exemplare zu ergattern sein.

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Auf Tichys Einblick erschien am 23.9.2020 von Roland Tichy eine lesenwerte Buchrezension von „Unerwünschte Wahrheiten“:

Kühle Argumente für die überhitzte Debatte

Klimawandel: Bevor wir auf den Hund kommen

Unerwünschte Wahrheiten über den Klimawandel werden in einem neuen Buch ausgebreitet: Rechenfehler, Übertreibungen, Fehlinterpretationen bringen das scheinbar festgefügte Gebäude in Gefahr.

Kürzlich ging es sogar gegen den Hund, des Menschen bester Freund. Eine große überregionale Tageszeitung enttarnte den Hund als Klima-Risiko – schließlich fresse er pro Tag 12,5 Kilo Fleisch und trage damit zum Weltuntergang bei. Die zunächst viel zu hoch bezifferte und später korrigierte Angabe des täglichen Fleischverzehrs überstieg das 20-Fache des tatsächlichen Konsums. Man könnte über solche Rechenfehler lachen, so was passiert halt. Aber es passiert nicht aus Zufall. Längst arbeitet die Erregungsmaschine an immer neuen Schreckensmeldungen in puncto Klimawandel: Die Gletscher schmelzen, ein heißer Tag wird zum Vorboten des Verglühens, „Kippunkte“ werden in den kommenden Jahren das Klima unumkehrbar machen und unsere Lebensgrundlage zerstören, während schon heute in der Südsee die Korallen sterben und im Spessart die Bäume verdorren. 97 Prozent aller Wissenschaftler seien sich einige über die Folgen, und nur sofortiger Verzicht auf die industrielle Lebensweise in Deutschland könne die Welt retten.

Aber stimmt das alles?

Weiterlesen bei Tichys Einblick

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Das Pariser Klimaabkommen erlaubt es Ländern wie China noch lange Zeit mehr CO2 auszustoßen, bis 2030 ganz genau. Daniel Wetzel von der WELT berichtet nun darüber, dass China den Höhepunkt seiner Emissionen möglicherweise früher erreicht. Die Gründe haben allerdings nicht immer etwas mit dem Klima zu tun.

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Kalifornien plant das Verbot von Verbrennungsmotoren bis 2035. Das Verbot soll auch LKW betreffen. Mehr dazu bei der Tagesschau.

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Die Niederlande überlegen die Reaktivierung von Kernenergie. Die Seite Energate-Messenger hat einen entsprechenden Bericht. Danach plant das Land den Ausstieg aus der Verstromung von Kohle und Gas. Da die Niederlande ein sehr dicht besiedeltes Land sind, sind Solar und Wind keine Option, weil die Flächen nicht zur Verfügung stehen.

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In der Ukraine beordert deren Präsident Selensky das Kabinett einen Beschluss zu fassen, die Blöcke 3 und 4 des Kernkraftwerks Khmelnytskyi zu planen. Der Beschluss gehört zur Energie-Strategie der Ukraine für das Jahr 2035. Weiterlesen hier.

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Im Publik-Forum streiten Rainer Moormann und Claudia Kemfert um die Kernenergie. Moormann:

„Wir schlagen im Interesse eines effizienteren Klimaschutzes vor, die noch laufenden sechs deutschen Atomkraftwerke für gut zehn Jahre möglichst in Staatsregie weiterlaufen zu lassen und gleichzeitig die Braunkohleverstromung um sechzig Prozent zu reduzieren. Das würde die deutschen CO2-Emissionen sofort um zehn Prozent vermindern.“

Kemfert:

„Die Atomlaufzeit zu verlängern ist Unsinn – aus mehreren Gründen: Erstens ist Atomenergie überflüssig. Wir können (wie beschlossen) die letzten Atomkraftwerke abschalten und in den nächsten 18 Jahren schrittweise aus der Kohle aussteigen. Deutschland hat genug (erneuerbare) Energie.“

Die Aussage, dass Deutschland genügend Erneuerbare Energien hat ist fraglich. Zwar haben die Erneuerbaren es im ersten Halbjahr 2020 auf fast 50% Anteil gebracht, aber das ist eben nicht 100% und zusätzlich stellen die Schwankungen vor allem bei Wind große Herausforderungen dar und letztlich auch hohe Kosten. Der Sommer 2020 war ein gutes Beispiel dafür. Auch beim Fazit von Claudia Kemfert darf man mit den Augen rollen.

„Fazit: Wer fossile oder atomare Geschäftsmodelle am Leben erhalten will, ignoriert die ökonomische Wirklichkeit und will auf Kosten der Volkswirtschaft private Gewinne machen. Investitionen in erneuerbare Energien sind billiger und schaffen Wert, Innovationen und Arbeitsplätze.“

Die ökonomische Wirklichkeit zeigt zwei volatile Stromquellen (Wind und Solar), bei denen auf Kosten der Volkswirtschaft private Gewinne gemacht werden. Die Innovation bei Windkraft besteht aus immer höheren Anlagen, die immer dichter an Siedlungen gebaut werden sollen oder in Wälder, wo noch nicht einmal klar ist, welche Auswirkungen das später haben wird.  Die Zahl der Arbeitsplätze im Bereich Wind und Solar sind verschwindet gering im Vergleich zur gesamtem Zahl von Arbeitsplätzen in Deutschland. Selbst bei einem massiven Ausbau wird diese Zahl nicht wesentlich steigen. Über den Wert von Anlagen, deren Weiterbetrieb nach dem Wegfall von Subventionen fraglich ist und die dann rückgebaut werden müssen, kann man trefflich streiten.

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Die Schlacht ist verloren, so Titel der Spiegel für ein Video, das sich mit dem Zustand des arktischen Meereis beschäftigt. Christoph Seidler vom Spiegel geht davon aus, dass die Arktis im Sommer im Jahr 2039-2042 eisfrei sein wird. Vor dem etwa 6 minütigen Video läuft aktuell Werbung für den neuen Volkswagen ID4, ein Elektroauto….

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Eine Infoseite des Bayrischen Rundfunks24 visualisiert den CO2 Ausstoß verschiedener Länder und Regionen in der Welt.

Auf der Seite des Senders sieht man auch die Aufteilung nach Pro Kopf Ausstoß und da liegt China erstaunlicherweise gar nicht weit entfernt vom EU Durchschnitt, allerdings deutlich unter Deutschland. Die weiteren Daten betreffen die Sektoren weltweit und für Deutschland. Man sieht auch sehr gut, dass eine durch die EU angestrebte Reduzierung im großen Kreis China schlicht verschwindet. Das Webmuster des Pariser Klimaabkommens lässt China die Freiheiten bis 2030 seinen Ausstoß, der jetzt schon dreimal höher ist als der in der EU, weiter zu steigern.

Ob China (und auch Indien) das tatsächlich machen, ist noch nicht klar. Aber klar ist, dass in Europa sehr viele Menschen auf die Straße gehen, um die EU, die bereits reduziert hat und auch weiter reduzieren wird, noch mehr unter Druck zu setzen. Eine wie auch immer Reduzierung allein in China oder Indien hätte eine zigfach größere Auswirkung, da deren Anteil fast 4 mal höher liegt als der Anteil der EU. Der gewaltige Anteil Asiens konterkariert die Bemühungen Europas aber ganz gewaltig, weil allein China und Indien so viel mehr emittieren und weiter könnten.

Der Wirtschaftswissenschaftler Professor Werner Sinn hat das in seinem Vortrag aus Dezember 2019 ebenfalls thematisiert. Er schlägt die Gründung eines Climate Clubs (nach William Nordhaus) vor, um wirtschaftlichen Druck auf einen echten Emissionshandel weltweit zu erreichen. Anders ausgedrückt verschwinden dann die Wettbewerbsnachteile der Europäer und Regionen wie Asien könnten einen erheblich größeren Beitrag wegen der schieren Größe der Anteile leisten. Von allein werden diese Regionen nicht folgen, sie hätten nach dem Pariser Abkommen ja auch noch fast 10 Jahre Zeit. Wenn man diesen Regionen aber sagt, Handel mit uns findet nur statt, wenn ihr euch dem Club anschließt, wäre vermutlich viel gewonnen.

Es ist schon erstaunlich, wie oft auf das Pariser Abkommen gezeigt wird und es bei Klima-Aktivisten als der Heilige Gral behandelt wird. Das Abkommen scheint aber derartig löcherig, dass es keinen wirklichen Fortschritt bringt. In Europa gehen die Menschen auf die Straße in Asien wird man sich vermutlich eher die Hände reiben und weiter CO2 in die Luft pusten.

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Die Uni Potsdam kündigt für 2021 eine Online-Sommerklimaschule an:

Online Summer School on “Trends, Rhythms and Events in the Earth’s Climate System – Past, Present and Future”

The Volkswagen Foundation is funding our 5th summer school on “Trends, Rhythms and Events in the Earth’s Climate System – Past, Present and Future” in 2021. After summer schools in Africa and Europe, this one will be taught entirely online.

We will teach a series of two consecutive online summer schools on climate time series analysis, aimed at 25 doctoral students from geosciences and environmental-science related fields of biology, chemistry and physics.

These interdisciplinary summer schools will be designed for doctoral students, aiming (1) to improve their skills to understand the complex interaction of the processes in the Earth’s climate system, (2) to acquire knowledge in state-of-the-art methods of climate time series analysis, (3) to interpret the results of their analysis of past, present and future climate change, including the associated uncertainties, as well as (4) to identify, predict and communicate the impacts of natural and human-caused climate change in an interdisciplinary and intercultural environment.

Weiterlesen bei der Uni Potsdam

Finanziert wird das Ganze von der Volkswagenstiftung. Ob die vor den VW-Werkshallen demonstrierenden Friday-for-Future-Aktivisten dies wohl wissen?