Klimaschützer in Erklärungsnot: Warum verhindern sie grünen Strom?

Ein Bericht im Schweizer Fernsehen beschreibt die Situation in der Schweiz, wo Umweltschützer gegen die Errichtung eines Stausees protestieren. Der Stausee sollte elektrischen Strom liefern. Landschaft sei nicht erneuerbar, so lautet ihr Motto. Ob die Schweizer Umweltschützer das auch bei Windkraft so sehen, geht aus dem Bericht nicht hervor.

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In den USA wird eine E-Lok mit einem Batteriepack im Anhänger durch das Unternehmen Wabteccorp getestet. Solche Anhänger hätten den Vorteil, dass sie sehr schnell gewechselt werden könnten, ähnlich dem Akku in einem Werkzeug.

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Grüner Wasserstoff ist noch lange knapp, da sagen Wissenschaftler laut einem Artikel beim Redaktionsnetzwerk Deutschland. Das ist auch logisch. Selbst, wenn man die Kapazitäten erhöht, man muss etwa 3-4-mal so viel Energie in den Prozess investieren, wie man am Ende wieder herausholt. Wenn man ohnehin schon die höchsten Strompreise der Welt hat, schlägt so etwas voll zu Buche.

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Immer wenn es in einer Überschrift heißt “Faktencheck” lohnt es sich besonders genau hinzusehen. Die Deutsche Welle nimmt sich die Kernenergie vor und macht keinen Hehl daraus, wie die Redaktion über das Thema denkt. Es kommen ausschließlich Gegner der Kernenergie vor. Das ist natürlich alles andere als ausgewogen. Bei den Kosten kommt die DW auf andere Zahlen als z. B. Tech For Future.

Dazu passt diese Anlayse von André Thees von der Uni Stuttgart über eine Nabu Studie zum Thema Kernenergie vs. Kohlekraftwerke:

“Um den finanziellen Mehraufwand für das Kernkraftwerk gegenüber dem Kohlekraftwerk zu berechnen, nehmen wir an, die Investitionskosten für das Kohlekraftwerk seien Null. Dies ist eine Annahme zu Ungunsten der Nuklearenergie. Wir nehmen ferner an, das Kohlekraftwerk emittiere pro Kilowattstunde ein Kilogramm CO2. In seinem 40-jährigen Leben erzeugt es pro installiertem Kilowatt somit ungefähr 400 Tonnen CO2. Diese sparen wir durch das Kernkraftwerk ein. Dividieren wir die Differenz von 10.000 Euro durch die eingesparten 400 Tonnen, so erhalten wir als CO2-Vermeidungskosten 25 Euro pro Tonne.”

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Für das RWI Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung kann Benzin gar nicht teuer genug sein. Eine Preisbremse halten die Wissenschaftler dort für das falsche Signal.

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Die “Great Green Wall”- Initiative will 100 Millionen Hektar Land in Afrika renaturieren. Die Wüsten und Halbwüsten sollen zurückgedrängt werden. Auf solchen Flächen wären Landwirtschaft aber auch Forstwirtschaft möglich mit gigantischem Potential bei Kohlenstoffsenken. Das größte Problem bei der Umsetzung des Projekts sind politisch instabile Länder.

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Die Tagesschau zum Thema Nordstream 2 und wie es dort weitergeht. Ein Problem sind die rechtlichen Voraussetzungen.

“Nach deutschem Recht muss der Betreiber einer Versorgungsleitung seinen Sitz in der Bundesrepublik haben, damit die Behörden ihn überhaupt kontrollieren können und ihm gegebenenfalls Auflagen machen dürfen. Das Unternehmen mit dem Namen Nord Stream 2, das die Pipeline finanziert und gebaut hat und künftig auch betreiben will, hat seinen Sitz aber im Schweizer Kanton Zug. Hinter Nord Stream 2 stehen jeweils zur Hälfte der russische Gazprom-Konzern, der faktisch vom Kreml kontrolliert wird, und ein Konsortium europäischer Energieversorger, darunter die OMV, Wintershall und Shell.

Sie alle werden nun wohl ein Tochterunternehmen in Deutschland gründen, das dann formell den deutschen Teil der neuen Ostseepipeline betreiben wird. Von der Übergabestation in Lubmin bei Greifswald aus soll das russische Gas dann in den deutschen und den westeuropäischen Energiemarkt fließen.”

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Northvolt fertigt erste Akkuzelle aus Recyclingmaterial. Laut Golem.de planen die Schweden verschiedene Metalle und Kunststoffe aus alten Akkus wiederzuverwerten.

„Wir haben hier einen Weg zur Schließung des Kreislaufs für Akkus gezeigt und dass es eine nachhaltige, umweltfreundliche Alternative zur herkömmlichen Gewinnung von Rohstoffen für die Batterieproduktion im Bergbau gibt“, sagte Emma Nehrenheim, Leiterin des Revolt-Programms. „Mit dem Recyclingverfahren können bis zu 95 Prozent der Metalle aus den Akkus zurückgewonnen werden, und das in einem Reinheitsgrad, der dem von frischem Material gleichkommt. Wir müssen jetzt die Recyclingkapazitäten ausbauen, um den künftigen Mengen an Batterien, die recycelt werden müssen, gerecht zu werden.“

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Solar-Dachziegel gibt es nicht nur von Tesla. Auch andere Anbieter haben solche Produkte im Angebot. Ein Artikel bei Golem.de stellt das Thema vor.

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In einem Gastbeitrag bei Klimareporter darf Hans-Josef Fell noch einmal von 100% Energieversorgung in allen! <sic> Energiesektoren durch die Grünen Energiequellen fantasieren. Eigentlich so Fell, wäre das sogar schon 2020 möglich gewesen, wenn man doch einfach nur dem Geist der im Jahre 2000 angestoßenen Energiewende gefolgt wäre. Klar, das war ja auch seine Idee. Die Wachstumsdynamik hätte alles geregelt.

Ganz verschämt erwähnt er dann noch die “Systemintegration von Speichern” und schwupp schon hätten wir schon letztes Jahr 100% Ökostrom haben können. Er schreibt in dem Artikel nicht, was der Spiegel im Sommer schon einmal aufgriff, als dieser über eine Studie aus dem Hause Fell schrieb. Darin wurde nämlich mit Speichern von 20-30 TWh gerechnet. Ob Speicher in dieser Dimension überhaupt finanzierbar sind, das darf stark bezweifelt werden. Erschwerend kommt hinzu, dass auch die Umstellung auf Elektro im Bereich Verkehr enorme Mengen an Rohstoffen braucht. Die ansonsten eher unverdächtige BBC hat es nur allen für das Vereinigte Königreich einmal für den Verkehr berechnet.

„The UK, for instance, wants all new cars to go electric from 2030. But to switch Britain’s 31.5 million petrol and diesel vehicles over to a battery-electric fleet would take an estimated 207,900 tonnes of cobalt, 264,600 tonnes of lithium carbonate, 7,200 tonnes of neodymium and dysprosium, and 2,362,500 tonnes of copper.

Scientists estimate Earth’s total carbon store

Humans help cook up mineral bounty

Earth’s rarest minerals catalogued

This amounts to twice the current annual world production of cobalt (used in battery electrodes), an entire year’s world production of neodymium (to make electric motor magnets) and three-quarters of the world production of lithium (battery electrolyte).

Replacing the estimated 1.4 billion internal combustion engine vehicles worldwide would need 40 times these quantities, and that’s before the metal and mineral requirements of all the wind turbines and solar farms are considered.“

Mit anderen Worten: Allein dafür würden bereits Rohstoffe fehlen und es ist in dieser Betrachtung noch kein Auto außerhalb des Vereinigten Königreichs auf Elektro umgestellt worden, geschweige denn irgendein Speicher an einer anderen Stelle in der Welt gebaut. Wieso fragt man sich, verdrängen Leute wie Fell solche harten Fakten eigentlich so konsequent?

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Es war einfach zu viel Arbeit. Annalena Baerbock zieht laut taz ihr Buch “Jetzt” zurück. Eigentlich war geplant, dass sie, oder besser das Schreiberteam, es um ein Quellenverzeichnis ergänzen wollten. Möglicherweise war aber auch gar nicht mehr herauszufinden, wo überall abgeschrieben wurde. Der österreichische Plagiatsforscher Stefan Weber hat nach 100 Funden aufgehört zu suchen, er geht noch von deutlich mehr Stellen aus, bei denen abgeschrieben wurde. Vielleicht hat der Verlag aber auch gesagt, dass so viele zusätzliche Seiten ein Kostenfaktor sind und sich das Update nicht lohnt. Kritisch war sowohl der Umgang in dieser Sache von Baerbock, die nur scheibchenweise zugab, dass sie sich “inspirieren” ließ (“niemand schreibt ein Buch allein”) als auch der ihrer Parteifreunde, die eine Verschwörung witterten.

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Laut einer Studie ist ein Offshore-Wind-Megaprojekt auf der Doggerbank unwirtschaftlich. Upstream am 19.11.2021:

World’s largest offshore wind farm ‚unprofitable‘ for Equinor, say government-funded researchers

New Norwegian study challenges Equinor’s profitability from the world largest offshore wind project under construction, located in the UK North Sea

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Max-Planck-Gesellschaft:

Frühe Homo sapiens-Gruppen in Europa waren subarktischem Klima ausgesetzt

Neue Erkenntnisse über den klimatischen Hintergrund einer frühen Ausbreitungswelle unserer Spezies nach Europa während der letzten Eiszeit

Anhand der Analyse stabiler Sauerstoffisotope im Zahnschmelz von in der Bacho-Kiro-Höhle (Bulgarien) von Menschen geschlachteten Tieren, zeigen Forschende des Leipziger Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie und des Nationalen Instituts für Archäologie mit Museum der Bulgarischen Akademie der Wissenschaften in Sofia, Bulgarien, dass Menschengruppen, die während einer frühen Ausbreitungswelle unserer Spezies Europa erreichten und die Höhle vor etwa 46.000 bis 43.000 Jahren bewohnten, mit sehr kalten klimatischen Bedingungen konfrontiert waren. Bei den archäologischen Funden aus der Bacho-Kiro-Höhle handelt es sich um die ältesten derzeit bekannten Überreste des Homo sapiens aus dem Jungpaläolithikum in Europa. Sie geben einzigartige Einblicke in die Zeit, als unsere Spezies die Levante zu verlassen begann und sich in den mittleren Breitengraden Eurasiens zu etablieren, als Teil eines archäologischen Phänomens, das als „Initial Upper Paleolithic“ bezeichnet wird.

Weiterlesen bei der Max-Planck-Gesellschaft

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Leserzuschrift von Dipl.-Ing. Peter Dietze zum Kalte-Sonne-Blog vom 19.11.2021:

Zu dem vom BMWi aktualisierten Stromverbrauch in Deutschland bis zum Jahr 2030: Haupttreiber beim Anstieg soll die Elektromobilität sein. Sie könnte mit 70 TWh einen sehr großen Anteil haben am dann gesamten geschätzten Verbrauch von 660 TWh. Das wären +15% gegenüber heute für den Verbrauch von etwa 22 Mio E-Autos. 66 GW heute ergibt 66•8,67=572 TWh. Heizungen und Industrie mitsamt Wasserstoff sowie Stahl, Zement und Chemie sollen garnicht CO2-frei auf Strom umgestellt werden? Die vollständige Umstellung unseres Energiebedarfs würde letztlich wohl mindestens 400 GW+50% benötigen, das wären jährlich 5250 TWh – also gut das 9fache von heute.

Es scheint, man versucht uns weiszumachen dass CO2-Netto-Null trotz Kohle- und Kernenergieausstieg mit nur einem moderaten Zubau für Sonne und Wind lösbar sei. Dass der benötigte Aus- und Umbau utopisch ist und letztlich entsprechend 25 Tage Dunkelflaute dann 4230mal ein Goldisthal-Speicher oder ersatzweise 1000 Gaskraftwerke á 600 MW benötigt würden, und auch daher garnicht realisierbar ist, wird verschwiegen.

Hinweis: Die Redaktion behält sich das Recht vor, eingereichte Textbeiträge zu kürzen.