Klimanotstandsgesetze: Feste passen einfach nicht mehr in die Zeit, Schluss mit lustig

Schluss mit Reden. Nun wird gehandelt. Stuttgarter Zeitung am 4. Juni 2019:

Klimanotstand killt das Konstanzer Seenachtsfest
Als der Konstanzer Gemeinderat vor wenigen Wochen den Klimanotstand ausrief, wurde das von manchen belächelt. Doch jetzt macht der OB Ernst – und das berühmte Seenachtsfest könnte zum ersten Klimaopfer werden.

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Anfang Mai hatte die Stadt mit 84 000 Einwohnern als erste in Deutschland den Klimanotstand ausgerufen. Kritiker haben daraufhin gewitzelt, das Traditionsfeuerwerk, bei dem Raketen im Wert von 80 000 Euro in den Nachthimmel geschossen werden, müsse als Konsequenz abgesagt werden. Jetzt macht der Oberbürgermeister Burchardt aus dem Spaß Ernst. Er verhandle bereits mit dem Veranstalter. Bis 2020 ist die Ausrichtung des Seenachtsfests an die Stuttgarter Full Moon Group verpachtet. Er gehe davon aus, dass man zu einer einvernehmlichen Lösung komme, sagte Burchardt. Das Seenachtsfest „passt nicht mehr nach Konstanz, und es passt nicht mehr in die Zeit“. Full Moon habe zugesagt, bereits in diesem Jahr die Bemühungen der Stadt zu unterstützen und ein klimafreundlicheres Feuerwerk zu gestalten, heißt es aus der Stadtverwaltung. Eventuell seien bei der Logistik CO2-Einsparungen möglich, sagte Thilo Reutter von Full Moon.

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Ob in Konstanz demnächst die Gelben Westen ausverkauft sein werden? Auch in Berlin hat der Spaß jetzt ein Ende, wie die Morgenpost am 2. Juni 2019 berichtete:

Wegen Klimawandel: Bezirk verbietet Feste im Mauerpark
Pankow will Grünanlagen wie den Mauerpark vor Übernutzung und dem Klimawandel schützen. Feste im Grünen werden nicht mehr gestattet. […] Eine striktere Maßnahme gegen die Übernutzung von Grünanlagen ist in Pankow seit diesem Frühling schon Realität: Volksfeste und Veranstaltungen in Parks werden nicht mehr genehmigt. „Das Grünanlagengesetz sieht nicht vor, Parks und andere Grünanlagen als frei verfügbare Eventflächen für Feste und andere Veranstaltungen vorzuhalten“, begründet Bezirksbürgermeister Sören Benn (Linke) die Einschränkung. Als Anlass für die strengere Regelung nennt er den Schutz des Stadtgrüns vor den Folgen des Klimawandels. Die natürlichen Belastungen aufgrund klimatischer Veränderungen und extremer Wetterlagen hätten deutlich zugenommen, sagt Benn. Damit falle die Fähigkeit der Vegetation zur Selbstregeneration geringer aus.

Das wird die klimastreikende Jugend doch sicher verstehen. Freizeitvergnügen ist generell klimaschädlich, soviel steht fest. Als nächstes müssen Handys und Tablets weg. Mit der eingesparten Energie kann man vielleicht ein ganzes Kohlekraftwerk einsparen. Und ab sofort gelten für die Jugend auch andere Schlafenszeiten: Wenn die Sonne untergeht, bitte bettfertig machen. Abendliches Licht und Fernsehen schädigen das Klima. Das morgendliche Wecksignal ertönt ab sofort bei Sonnenaufgang. Nachhaltiges Leben erfordert eine Anpassung an den natürlichen Rhythmus von Tag und Nacht und optimaler Ausnutzung des Tageslichts.

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Bei der Dauerberieselung mit Klimaalarm wird das gesamte Psycho-Repertoire ausgeschöpft. Anfang Juni 2019 zeigte der Focus sein Können mit einer Horrormeldung:

Folgen des Klimawandels:
Der Mount Everest und seine Opfer: Schmilzt er, tauchen sie wieder auf

Was für ein Bild wird den Lesern da in die Köpfe gesetzt? Was kommt als nächstes: Schuppen und Durchfall durch Klimawandel?

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Weltherausgeber Stefan Aust empfiehlt, einen klaren Kopf zu bewahren. Er schreibt am 1. Juni 2019 in der Welt:

Warten wir doch, bis der Klimahype abgeklungen ist

Vor uns die Sintflut! Dürre in Deutschland! Tornados! Der Tipping Point naht, dann geht die Welt unter! Die von Greta Thunberg geforderte Panik ist voll ausgebrochen, vor allem unter Deutschlands Politikern.

Nach dem Volksparteien-Desaster der Europawahl ist Selbstgeißelung angesagt. Schuld ist das Klima unter den Wählern, die offenbar nur noch ein einziges Thema kennen: das Klima.

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Am 15. Februar 2019 erschien in der FAZ der kritische Kommentar “Klimareligion mit Ablasshandel“ von Holger Steltzner, einem der Herausgeber der FAZ. Am 18. März 2019 teilte die FAZ mit, dass Steltzner aus dem Kreis der Herausgeber der Zeitung ausgeschieden ist, weil eine weitere vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den anderen Herausgebern nicht mehr möglich gewesen sei. Über die konkreten Gründe des Rauswurfs herrscht Unklarheit.