Klimaforscherinnen erzählen, was ihnen Hoffnung macht

Follow The Estimation. Eine Twitterperle der besonderen Art liefert uns die Lobbyistin Simone Peter. Es zählen nicht mehr Wissenschaft und Fakten sondern Schätzungen!

(Abbildung: Screenshot Twitter)

Tech-For-Future macht eine andere Rechnung auf. Die Zahlen sind allerdings nicht geschätzt sondern berechnet:

(Abbildung: Screenshot Tech-For-Future.de)

Die Vollkosten stellen sich laut Tech-For-Future wie folgt dar (ebenfalls nicht geschätzt):

(Abbildung: Screenshot Tech-For-Future.de)

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Über Jürgen Döschner vom WDR haben wir hier schon einige Male berichtet. Döschner ist in der Vergangenheit schon mit Äußerungen aufgefallen, für die er sich hinterher entschuldigen musste. So geschehen im Jahr 2017 als er der deutschen “Automafia” vorwarf, jedes Jahr 10.000 Unschuldige zu vergasen. Er löschte diesen komplett misslungenen Tweet später, und sogar sein Arbeitgeber WDR entschuldigte sich für die Entgleisung seines Angestellten. Ansonsten scheint es den WDR aber wenig zu jucken, dass Döschner während der Arbeitszeit stark mit Twitter beschäftigt ist; allerdings nicht in offizieller Funktion als Social-Media-Manager des WDR. Er ist in seinem eigenen Kreuzzug unterwegs.

Und für diesen sind offenbar alle Mittel recht. Ein Dorn im Auge scheint ihm Anne Veronika Wendland zu sein. Statt sich Argumente zu suchen gegen die Position von Wendland, die sich für Kernenergie einsetzt, versucht Döschner es mit perfiden Mitteln. Er durchforstet das private und berufliche Umfeld von Wendland, vermutlich in der Hoffnung, dass irgendwas schon hängenbleiben wird. Das erinnert fatal an das Buch “Die verlorene Ehre der Katharina Blum” von Heinrich Böll. Dumm nur, dass einige der Ausgefragten es Wendland brühwarm mitteilten und die macht es genau anders als die unglückliche Protagonistin aus dem Böll Buch: Sie macht es publik in diesem Fall auf Twitter.

(Abbildung: Screenshot Twitter)

Vorher hatte Wendland schon über einen eigenartigen Versuch von Döschner im Konzert mit der Zeit-Journalistin Annika Joeres berichtet. Die schickten ihr einen 14 Punkte Fragenkatalog mit einer sehr kurzen Frist zu Beantwortung. So etwas ist bei Journalisten beliebt, weil sie hoffen, dass der Befragte unter Zeitdruck Fehler machen könnte, die man hinterher ausschlachten kann. Es ist anzunehmen, dass Wendland die Fragen gar nicht beantwortet hat.

Ob Joeres und Döschner ihr Vorhaben weiterführen und tatsächlich eine Story über Wendland bringen, wird man sehen, auch ob sie dort über Ad Hominem hinauskommen. Das war bisher das Niveau bei Twitter der beiden Journalisten in dieser Sache.

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Offenbar kommen Buchen besser mit Dürre klar als gedacht. Die Uni Freiburg untersuchte Wälder in Hessen.

„Unsere Untersuchung zeigt weder ein dramatisches Absterben von Buchenwäldern noch einen negativen Einfluss der Waldbewirtschaftung auf die Sterblichkeitsrate“, erklärt Meyer, Erstautor der Studie. Jedoch konnte nachgewiesen werden, dass die Bewirtschaftung in Dürrejahren die Verteilung der Sterblichkeit innerhalb des Buchenwaldes verändert. „Diese Ergebnisse liefern eine gewisse Entwarnung für viele typische Buchenstandorte, können aber nicht auf alle Situationen übertragen werden“, ergänzt Bauhus, Koautor der Studie: „Dafür müsste ein breiteres Spektrum an Buchenwäldern mit einer größeren Variation des Wasserhaushalts untersucht werden. Dies betrifft sowohl trockenere Standorte als in unserer Studie in Hessen als auch längere Zeiträume nach Dürrejahren.“

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Die Haltung von Grünen in Finnland unterscheidet sich beim Punkt Kernenergie eklatant von der der deutschen Grünen. Die NZZ interviewte den Grünen Fraktionschef Atte Harjanne.

“Wie sind die finnischen Grünen zu diesem Schluss gekommen? Gegen Atomkraft zu sein, gehört doch eigentlich zur grünen DNA?

Ich würde uns nicht als Pro-Atomkraft-Partei bezeichnen, sondern als technologieoffen. Die antinukleare DNA gibt es auch bei uns, aber wir haben auch immer betont, dass wir eine Partei sind, die sich auf die Wissenschaft stützt – und das hat sich in den vergangenen fünf bis zehn Jahren verstärkt. Wir wollen die Partei der besten Argumente sein. Wir schauen ständig selbstkritisch auf unsere eigenen Positionen, denn wir wollen eine lernende Partei sein.”

“Was halten Sie vom deutschen Versuch, gleichzeitig aus Atom- und Kohlekraft auszusteigen?

Das Vorhaben basiert auf sehr optimistischen Annahmen, die sich im wirklichen Leben bisher als nicht realistisch erwiesen, sondern die Abhängigkeit von fossilem Gas erhöht haben. Und das ist besorgniserregend.”

“Die Grünen sind in Deutschland jetzt in der Regierung. Was würden Sie Klimaminister Robert Habeck raten?

Die Deutschen haben jedes Recht, zu entscheiden, dass sie aus der Nuklearenergie aussteigen wollen. Das ist ihre Sache. Aber ich fände es gut, wenn sie eine solche Agenda nicht in Europa pushen würden. Ich würde mir mehr Respekt und Verständnis dafür wünschen, dass unsere Analyse und Risikoabwägung – und die vieler europäischer Länder – anders ist.”

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Wenn ein Unternehmen viele Erkenntnisse zu seinen Kunden und deren Fahrverhalten hat, dann Tesla. Daher liegt der Schritt, zukünftig auch Autoversicherungen anzubieten, nahe.
Laut Welt plant Tesla dieses gerade.

“Aus den Anmeldeunterlagen der Tesla Insurance bei der Bafin geht ein breites Angebotsspektrum hervor, von der Haftpflicht- und Kaskoversicherung für Autos, über die Unfallversicherung, bis hin zum Rechtsschutz.

Tesla-Chef Elon Musk hatte in der Vergangenheit angekündigt, dass er über seine Versicherung wenig riskantes Fahren mit günstigen Prämien belohnen will. Die Tesla-Fahrzeuge verfügen dabei über riesige Mengen an Daten zum Fahrverhalten, wie Beschleunigungswerte und Bremsverhalten, abrupte Spurwechsel und mehr.

Nach Branchengerüchten könnte die besonders zugeschnittene Tesla-Autoversicherung mit dem Start des Model Y aus der Berliner Gigafactory auf den deutschen Markt kommen.”

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Nicht nur die deutsche Glasindustrie leidet unter den Energiepreisen, wir berichteten. Laut einer Umfrage sieht sich ein Viertel der Deutschen Unternehmen in der Existenz bedroht, wie der Spiegel berichtet.

“Gut ein Fünftel der Unternehmen denkt demnach bereits darüber nach, zeitnah Unternehmensanteile oder Teile der Produktion und Arbeitsplätze ins Ausland zu verlagern. 13 Prozent sind bereits dabei. Die gesamte Verlagerung des Unternehmens ins Ausland erwägen sechs Prozent, so die Umfrage.”

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Golem am 6.1.2022:

KRYPTOWÄHRUNGEN: Kosovo verbietet nach Stromkrise Krypto-Mining

Im Kosovo darf wegen der Energiekrise in dem kleinen Land kein Krypto-Mining mehr durchgeführt werden.

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Golem am 5.1.2021:

KRAFTFAHRT-BUNDESAMT: Auto-Zulassungszahlen 2021 auf dem Niveau der 70er Jahre

Die Zahl der Neufahrzeugzulassungen 2021 zeigen das Debakel der Autoindustrie. Elektroauto-Hersteller profitieren von hohen Zuwachsraten.

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National Geographic am 3.1.2022:

Warum E-Scooter dem Klima mehr schaden als nützen

Elektro-Roller gelten als umweltschonende Fortbewegungsmittel. Laut einer neuen Studie der ETH-Zürich ist das Sharing-Modell bislang jedoch eher schädlich für die CO2-Bilanz.

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Golem am 12.1.2022:

ENERGIEWENDE: E.Go Mobile ermöglicht Handel mit Emissionszertifikaten

Das Aachener ElektroautoStartup e.Go Mobile ermöglicht seinen Kunden, Emissionsrechte zu verkaufen.

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Sehr guter Artikel auf vice.com am 16.2.2022:

Klimaforscherinnen erzählen, was ihnen Hoffnung macht

Zur Abwechslung mal ein paar gute Neuigkeiten.

Überschwemmungen, Massensterben, Hitzerekorde, Dürren – es vergeht kaum ein Tag ohne neue Hiobsbotschaft zur Klimakrise. Aber es ist nicht alles schlecht, jedenfalls nicht nur. Wir haben Naturwissenschaftlerinnen gefragt, was ihnen die größte Hoffnung für die Zukunft unseres Planeten macht.

„Innerhalb von acht Jahren konnten wir die Entwaldung im Amazonasgebiet um mehr als 80 Prozent reduzieren“

Ich beschäftige mich beruflich mit dem Waldverlust im Amazonasgebiet. Momentan macht mir die größte Hoffnung, dass wir in der Vergangenheit schon in viel schlimmeren Situationen waren und den Verlust des Regenwalds auch damals begrenzen konnten.

Auf jeden Fall weiterlesen auf vice.com