Klima-Experte zu Überflutungsgefahren: „Die deutsche Nordseeküste ist nicht gefährdet“

DER SPIEGEL am 1.11.2019 (kostenpflichtig):

Klima-Experte zu Überflutungsgefahren: „Die deutsche Nordseeküste ist nicht gefährdet“

US-Forscher prognostizieren, dass viele Städte und Landstriche durch Überflutungen schlimmer bedroht sein könnten als angenommen. Stimmt nur bedingt, sagt ein Wissenschaftler der Uni Kiel.

SPIEGEL: Im Fachmagazin „Nature Communications“ warnen Forscher davor, dass aufgrund der globalen Erwärmung weit mehr Menschen als bislang gedacht durch Überflutungen bedroht seien.

Vafeidis: Die Studie präsentiert für die Fachwelt hilfreiche neue Methoden. Aber ich wäre vorsichtig mit den Schlussfolgerungen, was die Anzahl der Menschen angeht, die durch einen steigenden Meeresspiegel gefährdet sind.

SPIEGEL: Inwiefern hilft der neue Ansatz?

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Prof. Mojib Latif sagte auf Basis der Nordatlantischen Oszillation (NAO) 1997 eine jahrzehntelange Abkühlung der Winter voraus:

Die Idee war nicht schlecht, denn damals verließ die NAO gerade ihren Höhepunkt und sank allmählich. Die NAO ist in Mitteleuropa für die Wintertemperaturen zuständig, das war Latif durchaus bewusst. Was er aber damals nicht wissen konnte: Anstatt nun langfristig abzusinken, bäumte sich die NAO ab 2012 wieder auf und erreichte wieder deutlich positive Werte. Latif hatte mit einer langanhaltenden negativen NAO-Phase gerechnet, wie sie 1950-1970 geherrscht hatte. Die kann noch immer einsetzen. Die Gefahr kalter Winter ist in der Tat nicht gebannt, wie Latif in einem späteren Interview 2008 erläuterte.

Quelle: Delorme. Originally created by Marsupilami ; updated with 2015-2017 data and produced with R code by Delorme / Public domain

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Wer Lust am Tüfteln hat, dem sei die interaktive NASA-Karte Giovanni empfohlen, wo man Erddaten visualisieren kann.

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Die USA wollen offiziell aus dem Pariser Klimavertrag austeigen. Erste Schritte dazu wurden unternommen, siehe hier. Auch in Russland werden die Klimamaßnahmen wohl deutlich geringer ausfallen als einmal geplant, wie die Moscow Times im Oktober 2019 berichtete. Dann muss Deutschland halt die Welt alleine retten…

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Addendum.org am 4.11.2019:

Klimawandel: Wo Skepsis angebracht ist

Unser Rechercheteam ist der Frage nachgegangen, wo die berechtigte Skepsis gegenüber politischen Maximalforderungen, die sich auf überzogene Interpretationen von Modellen und Projektionen beruft, aufhört, und die Ignoranz gegenüber wissenschaftlichen Fakten beginnt.

Der nachgerade religiöse Eifer, mit dem Anhänger der „Fridays for Future“-Bewegung die Politik zu kurzfristigen und radikalen Maßnahmen gegen die mit der CO2-bedingten Erderwärmung einhergehenden Veränderungen des Weltklimas drängen, vor allem aber die gar nicht besonders gut versteckte Gewaltbereitschaft, mit der die Aktivisten von „Extinction Rebellion“ agieren, sorgt bei Menschen, denen der massive Konsens der globalen Wissenschafts-Community in Sachen Klimawandel ohnehin schon etwas suspekt ist, für zusätzliche Skepsis: Ist es wirklich realistisch, dass wir unmittelbar vom Aussterben bedroht sind, wenn nicht schnell und massiv eingegriffen wird, müsste man der Rettung der Welt zur Not tatsächlich die Demokratie opfern, wenn deren Prozesse das Notwendige nicht schnell genug gewährleisten?

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GWPF im November 2019:

African Leaders Say Their Need For Coal And Oil Outweighs Climate Concerns

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NZZ im November 2019:

Von wegen nur Umweltschutz: In Wahrheit kämpfen die führenden deutschen Klimaaktivistinnen gegen Kapitalismus und Marktwirtschaft

Carola Rackete und Luisa Neubauer sind die bekanntesten Köpfe der deutschen Klimaschutzbewegung. Beide haben kürzlich Bücher zum Thema vorgelegt. Die Lektüre lohnt sich – vor allem für Eltern, deren Kinder demonstrieren. Wie radikal diese Autorinnen sind, dürfte den wenigsten bewusst sein.

Der deutsche Verfassungsschutz wird grundsätzlich aufmerksam, wenn eine Personengruppe die Existenz der Republik und deren Rechtssystem ablehnt, oder auch, wenn demokratisch gewählten Repräsentanten der Republik von einer solchen Gruppe die Legitimation abgesprochen wird. So weit, so rechtsstaatlich, nur: Die Anhänger einer spezifischen Gruppe sind von solch kritischer Aufmerksamkeit bis jetzt nicht betroffen. Denn im Namen des Klimaschutzes ist per se im Namen der Wahrheit ist im Namen des Guten – eine Mär, die gefährliche Züge annimmt.

Carola Rackete, 31, wurde als Kapitänin der «Sea-Watch 3» international bekannt, als sie sich im Juni 2019 über ein Verbot Italiens hinwegsetzte und mit Migranten aus Libyen im Hafen von Lampedusa anlegte. In ihrem gerade erschienenen Buch – «Handeln statt hoffen – Aufruf an die letzte Generation» – wird diese Aktion sehr persönlich nacherzählt. Das eigentliche Thema aber ist ein anderes: der Klimaschutz. Als Mitglied der Aktivistengruppe Extinction Rebellion war Rackete bei der einwöchigen Blockade des Berliner Strassenverkehrs Anfang Oktober auserkoren worden, deren Arche einzuweihen. Diese Woche erklärte sie in der ARD-Talkshow «Maischberger», dass man die Dramatik der gegenwärtigen Lage gar nicht übertreiben könne.

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