Kippt die Stimmung in Sachen Fridays For Future?

Kippt die Stimmung in Sachen Fridays For Future? Die WELT hat Protestforscher Wolfgang Kraushaar befragt. Der attestiert den jungen Aktivisten neben einem außergewöhnlichen Mobilisierungspotential auch eine grundsätzliche Schwäche.

„Das größte Schwäche der Bewegung sei, sagt Wolfgang Kraushaar, dass sie über keine Machtmittel verfüge, um politisch wirksam zu werden. „Nun wirkt es manchmal, als wäre das Pulver verschossen.“

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Die Macht der Bilder: In Australien wüten momentan gewaltige Buschbrände, die ein katastrophales Ausmaß angenommen haben. Der Gründe für die Brände sind die Trockenheit (Dürre) und Brandstiftung. Die Dürre kann durchaus durch ein sich wandelndes Klima begünstigt sein. Es ist aber nicht die Hitze, wie leider fast alle Medien berichten. Den Menschen in der Nähe von Sidney nützt es momentan nichts, dass die Temperaturen schlagartig um 25 Grad gefallen sind. Starke Winde und Trockenheit lassen dort, wo der Regen ausbleibt, die Brände weiter lodern – auch bei geringeren Temperaturen. Die Feuer gehen nicht schlagartig aus, dazu müsste Regen fallen. Nun geistert aktuell ein Bild durch das Netz, welches den Eindruck macht, als wenn es aus einer Raumstation oder von einem Satelliten aufgenommen wurde und fast der gesamte Kontinent brennt.

Es handelt sich aber um eine Visualisierung und zwar eine ohne weitere Erklärungen, außer, dass es sich um NASA Daten handelt über einen Zeitraum von einem Monat. Das Online Magazin Snopes klärt auf, hinterfragt aber nicht, warum es im stark besiedelten Südosten überhaupt noch Zivilisation gibt. Nach der Visualisierung dürfte dort nur noch Asche übrig sein. Zugegeben, das sieht deutlich spektakulärer aus als eine Satellitenaufnahme. Auf der erkennt man zwar auch die enormen Rauchfahnen, die die gewaltigen Feuer verursachen und die bis weit auf den Pazifik wehen, man sieht aber eben nicht, dass ganz Australien brennt. Aus gutem Grund, denn ganz Australien brennt nicht.

Wer es noch etwas anschaulicher mag, dem sei eine Animation auf bloomberg.com empfohlen. Man sieht dort sehr gut die aktuell aktiven Feuer, aber auch die aus dem letzten Jahr und der Zeit von 2001 – 2019. Die Feuer konzentrieren sich auf den Südwesten von Australien und dort auf den Bundesstaat New South Wales und Victoria. Die Einschätzung der tatsächlichen Lage macht die Brandsituation nicht besser allerdings sind Photoshop-Bilder von Australien nur gut geeignet die Hysterie weiter anzuheizen statt aufzuklären.

Hat es solche eine Feuerkatastrophe schon einmal früher in Australien gegeben? Hat es. Wikipedia:

Das Buschfeuer in Victoria 1851 (in Australien Black Thursday genannt) ereignete sich am 6. Februar 1851 in Victoria. Es war das größte Buschfeuer, das sich bis dahin in einer von Europäern bevölkerten Region Australiens ereignet hatte. Es verbrannten 50.000 km² Land und 12 Menschen, über eine Million Schafe und tausende von Rindern kamen ums Leben.

Die von dem Feuer betroffenen Gebiete lagen um Portland, Westernport und im Plenty Ranges sowie im Wimmera– und im Dandenong-Distrikt.[1] Das verbrannte Gebiet erstreckte sich über ein Viertel des Bundeslandes Victoria.

Bereits im Jahr 1850 gab es eine große Hitze und Trockenheit, Bäche und Billabongs trockneten aus und Schafe und Rinder verdursteten, die Sonne verbrannte die Graslandschaften, Gebüsch und Bäume vertrockneten. Als sich der australische Sommer weiter entwickelte, steigerte sich diese Entwicklung. Am Morgen des 6. Februar 1851 entstand starker Wind, der sich zu einem Tornado entwickelte.

Feuer brach aus und Männer, Frauen und Kinder, Schafe und Rinder, Vögel und Schlangen flohen vor den Feuern in großer Panik, Farmhäuser, Zäune, Gärten, Scheunen und Brücken brannten. Die Luft war erfüllt von Rauch, der sich auch bis über das Meer hinaus erstreckte, wie von Schiffen berichtet wurde.[2]

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Wer Gutes will und dabei Schlechtes tut… Zu ganz erstaunlichen Zahlen kommt eine Studie dreier US-Wissenschaftler, die die wahren Kosten des Atomausstiegs Deutschlands berechnet. Die WELT berichtet darüber.

„Die Ökonomen haben analysiert, wo in Deutschland als indirekte Folge des Atomausstiegs der Ausstoß von Schwefeldioxid, Stickoxid und Feinstaub wie stark gestiegen ist…Jha, Jarvis und Deschenes wörtlich: „Der Atomausstieg hat durch höhere Konzentrationen von SO2, NOx und Feinstaub zu mehr als 1110 zusätzlichen Todesfällen pro Jahr geführt.“

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Amazon droht laut CNBC Mitarbeiter zu entlassen, die sich zum Klimawandel äußern. Ob das mit dem gewaltigen CO2 Fußabdruck des Internetgiganten zu tun hat? Die französische Denkfabrik „The Shift Project“ errechnet, dass der Energiebedarf der Internetriesen um jährlich 9% steigt. Er könnte bis 2025 etwa 8% der CO2 Emissionen ausmachen. Wann werden Millionen von Kunden also ihre Abos kündigen, mit dem Fahrrad ins Kino fahren, Facebook, Instagram und Co. inkl. Handy im Namen des Klimas links liegen lassen? Über die absurde Situation, dass ein klimaaktivistisches Video mal eben über 3.000 Tonnen CO2 zusätzlich erzeugt haben wir in den Artikel „Stream mir das Lied vom (Klima-) Tod  gerade berichtet.

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Balloons in the Air: Understanding weather and climate:

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Eine neue Ausgabe des Freidenker bearbeitet das Thema Klimawandel:

FREIDENKER 4-19 – Klima im Wandel der Zeit