Keine gute Gurkenernte 2020 im Spreewald erwartet: Zu kalt

2018 brannte der Stadtwald von Treuenbrietzen. 400 Hektar Wald waren seinerzeit betroffen. Statt Aufforstung überlässt man 28 Hektar Wald sich selbst. Das Ganze wird wissenschaftlich begleitet. Das Ziel ist es, herauszufinden, ob die Natur einen feuerfesteren Wald von allein erschafft. Die Schweriner Volkszeitung hat einen Artikel zu dem Thema.

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Auf den Gastartikel in der ZEIT zum Thema Atomausstieg von Rainer Moormann und Anna Veronika Wendland haben wir vor Kurzem schon hingewiesen. Es gibt eine Replik dazu bei Erneuerbareenergien.de, sie stammt von Nicole Weinhold. Die Autorin stellt darin die These auf, dass ein gleichzeitiger Ausstieg aus der Kohle und der Kernkraft allein aufgrund eines CO2-Preises möglich sei. Leider erklärt sie nicht wie das genau funktionieren soll. Schade. Einige der Leserkommentare greifen das gezielt auf und kommen zu dem Schluss, dass mehr Kapazität von Erneuerbaren Energien nicht automatisch mehr Strom daraus meint. Die windarmen Monate Juni und Juli 2020 sind ein gutes Beispiel dafür. Fraunhofer Energy Chart zeigt den Juli 2020 auf. Zunächst die Ausbeute beim Windstrom:

Und die saldierten Werte für den Juli:

Wie ersetzt man 28% der Stromproduktion, wenn Kohle und Kernkraft wegfallen? Wie sollen 50% des Stroms erzeugt werden, wenn die Erneuerbaren Energien in einem Sommermonat lediglich einen 50% Anteil haben? Wie Frau Weinhold geantwortet wurde, reicht Skalieren nicht aus, denn jede Zahl mit Null multipliziert ergibt Null.

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Der Film Planet Of The Humans von Michael Moore war hier mehrfach ein Thema. Kritiker werfen dem Film vor, mit falschen Daten und Fakten gearbeitet zu haben. Wen weitergehende Informationen zu den Fakten der Dokumentation interessieren, dem sei die Unterseite Fact Check Bible auf der offiziellen Webseite des Films empfohlen. Dort gibt unzählige Querverweise zu zahlreichen Quellen. Es lohnt sich allerdings auch diese Fakten kritisch zu betrachten. So wird mehrfach Bezug auf die Energieerzeugung in Deutschland genommen. Dort allerdings wird der Gesamtenergieverbrauch genommen und nicht nur die Stromproduktion. Folglich sinkt der Anteil der Erneuerbaren Energien. Moore und sein Team nutzen vorhandene Daten somit selektiv. Man erfährt aber auch weitere spannende Information über die Verflechtungen von Investoren und Umwelt-NGOs in den USA.

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In eigener Sache: Vor kurzem stellten wir an dieser Stelle unser neues Videoprojekt vor, in dem wir nun auch multimedial in die Klimadebatte einsteigen wollen. Dazu ist eine geeignete technische Grundausstattung notwendig, um einen glatten „Workflow“ und effektives und kreatives Arbeiten zu erlauben. Das Leserecho auf die Aktion war großartig! Herzlichen Dank an alle, die sich hier engagiert haben. Wir werden allen Spendern noch persönlich danken und den Stand des Projekts erläutern.

In einer der ersten Analysen auf unserem Kanal „Klimawandel Crashkurs“ wird es um den Klimanotstand in Bremen gehen, der dort im Januar 2020 ausgerufen wurde. Wir begeben uns auf Spurensuch nach bereits eingetretenen Klimaschäden und versuchen das heutige Klima in den historischen Kontext einzuordnen. Die Dreharbeiten sollen klimaneutral auf einem Drahtesel und zu Fuss stattfinden. Coming soon. Für Rückfragen und Ideen können Sie uns hier erreichen.

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Sibirien und kein Ende

Jetzt springt der SPIEGEL (Paywall) nochmal auf den Zug auf und berichtet über die dortige Wetteranomalie aus dem Juni 2020. Headline: „Klimawandel, wird 2020 zum bisher heißesten Jahr? Inferno im Eis“. Der Zeitpunkt verblüfft, weil mittlerweile große Teile des riesigen Sibiriens Temperaturen unter dem langjährigen Mittel (1979 – 2000) haben, wie Climatereanalyzer aufzeigt. Die warme Luft ist mittlerweile in den äußersten Süden und Osten gezogen. Die Anomalie der Karte am 28.07.2020 zeigt auch, dass es in der Arktis momentan 1,4 Grad Celsius zu warm ist gegenüber dem Mittewert. Aber 1,4 Grad Celsius wärmer lesen sich nicht so dramatisch in einem Nachrichtenmagazin wie 18 Grad wärmer. Die wurden im Juni tatsächlich erreicht im Ort Werchojansk, aber hier werden Mittelwerte mit einem Einzeltag verglichen. Klüger wäre es, einen längeren Zeitraum mit dem Mittelwert abzugleichen denn der Einzeltag ist Wetter während Klima über 30 Jahre gemitteltes Wetter ist. Die Juli-Mittel-Temperaturen in Deutschland werden zu Ende Juli 2020 ebenfalls tageweise deutlich übertroffen, weil sehr heiße Luft aus dem Süden einströmt. Sollte es 30 Grad und mehr werden, dürfen wir auf die entsprechenden Schlagzeilen sehr gespannt sein. Vielleicht kommen sie aber auch gar nicht, weil sich nach den hohen Temperaturen bereits ein Sturz ankündigt.

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Laut einem Bericht der Deutschen Welle beginnt beim Fusionsreaktor ITER eine entscheidende Bauphase. Ab 2025 könnte der Testbetrieb erstmals startet. An dem Forschungsprojekt sind zahlreiche Länder beteiligt.

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welt.de am 24.7.2020:

Keine gute Gurkenernte im Spreewald erwartet: Zu kalt

Spreewaldgurken in Supermarktregalen sind eigentlich selbstverständlich. Doch in diesem Jahr könnten sie rar werden. Denn den Gurken war der Sommer bislang zu kalt. Die Bauern sind besorgt.

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Peter Heller am 27.7.2020 auf Tichys Einblick:

Ein Risiko ist noch keine Gefahr: Das Vorsorgeprinzip ist ein gefährliches Dogma

Die Folgen der Pandemie-Restriktionen verdeutlichen die Gefahren des Versuchs, jedes Risiko zu vermeiden. Dennoch ist das Vorsorgeprinzip gesellschaftlich breit akzeptiert. Wer aber den Unterschied zwischen Gefahr und Risiko ignoriert, führt das Land nur in einen ewigen Stillstand.

[…] Auch die Idee vom Klimaschutz beruht nicht etwa auf unbezweifelbarer empirischer Evidenz. Sondern einzig auf der Imagination dessen, was vielleicht passieren könnte, wenn die Menschheit dereinst passiv in den Himmel starrt und alles, was an schlechtem Wetter nicht ausgeschlossen ist, teilnahmslos über sich ergehen lässt.

Da stellt natürlich der Untergang aller Zivilisation jenen Maßstab dar, an dem sich eine dem Vorsorgeprinzip verpflichtete Administration zu orientieren hat. Und der keinen anderen Weg zulässt, als ein Gemeinwesen zu umfassender Askese zu zwingen. Ganz wie in der Corona-Pandemie erfolgreich erprobt, nur eben auf Dauer und nicht zeitlich begrenzt.

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