Kein nordatlantisches Phänomen: Mittelalterliche Wärmeperiode und Kleine Eiszeit in den Anden gefunden

Die Kleine Eiszeit und die Mittelalterliche Wärmephase sind nordatlantische Phänomene, erklärten uns Stefan Rahmstorf und etliche seiner IPCC-Kollegen einst. Global gesehen würde sich das schon irgendwie wieder ausgleichen, also sollte man sich nicht allzu große Sorgen wegen dieser lokalen Klimaanomalien machen. Schon gar nicht sollte man auf den irrigen Gedanken kommen, die Sonne könnte irgendwas damit zu tun haben. Das wäre nur purer Zufall, dass die Sonne während der Mittelalterlichen Wärmeperiode so stark war. Und die Sonnenflaute während der Kleinen Eiszeit hat auch nichts zu sagen. Ebenfalls völlig belanglos ist die Tatsache, dass die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts eine der solar aktivsten Episoden der vergangenen 10.000 Jahr darstellte.

Im Februar 2013 erschien im Fachmagazin Climate of the Past eine Studie zur Klimageschichte der vergangenen 1000 Jahre in den Anden im westlichen Südamerika. Eine Forschergruppe um Marie-Pierre Ledru vom Institut des Sciences de l’Evolution de Montpellier untersuchte hierin Pollen eines Sedimentkerns, der aus einem Moor in Ecuador gewonnen wurde. Die ermittelte Klimaentwicklung verglichen sie dann mit den Daten aus anderen Stellen des Gebirgsgürtels .

Für die Zeit der Mittelalterlichen Wärmeperiode um 900-1230 n.Chr. fanden die Wissenschaftler warme, feuchte Bedingungen. Kalte Bedingungen herrschten dagegen in der zweiten Hälfte der Kleinen Eiszeit um 1750-1810 n. Chr. Das allgemeine Muster des 1000-jährigen natürlichen Klimazyklus ist in den verschiedenen Parametern der Studie gut zu erkennen, auch wenn einige Enwicklungen zeitlich gegenüber anderen Gebieten etwas versetzt sind.

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