Karl Lauterbach will deutsche Energie

Polnische Klimaaktivisten demonstrieren für deutsche Atomkraft. Für das mittlerweile aus dem Betrieb genommene AKW Philippsburg ist es bereits geplant, dass u. a. auch Strom aus polnischen Kohlekraftwerken als Ersatz genommen wird. Das ruft laut Focus polnische Klimaaktivisten auf den Plan.

„Doch die Klimaaktivisten gehen nicht nur für deutschen Atomstrom, sondern in ihrer polnischen Heimat auch für saubere Energie auf die Straße. Denn: Deutschland sei nicht in der Lage, seinen Energiebedarf nur aus regenerativen Quellen zu decken, daher würde indirekt der Import von dreckigem Kohlestrom aus Polen gefördert, was die Luft in ihrem Heimatland weiter verschlechtert, so die Aktivistin weiter.

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Kinners, wie die Zeit vergeht. Gerade einmal 30-50 Jahre ist es her, da stand uns eine neue Eiszeit bevor. Sofern man auf die Wissenschaft gehört hat. Die WELT hat die Geschichten in einem Artikel dazu zusammengefasst.

„Was aus der Rückschau von heute besonders auffällt: Die erwarteten Folgen glichen denen, die heute im Zusammenhang mit der Erderwärmung diskutiert werden, wie ein Ei dem anderen: Unbewohnbarkeit der Erde, Extremereignisse, Hurrikane, Dürren, Fluten, Hungerkrisen und andere Katastrophen, die CIA erwartete Klimakriege. Auch machte man den Menschen verantwortlich für den sich abzeichnenden Klimawandel.“

Ein Beispiel:

„Eines steht schon fest: Es wird seit 30 Jahren kälter. Seit 1940 ist die globale Durchschnittstemperatur um 1,5 Grad gesunken. Weite Gebiete Kanadas, die eins im Sommer stets eisfrei waren, sind heute das ganze Jahr hindurch kristallbedeckt. Was den Temperatur-Rückgang ausgelöst hat (der seinerseits verantwortlich ist für die meisten anderen Klima-Veränderungen), darüber sind sich die GARP-Wissenschaftler noch nicht einig. Die Theorien reichen vom Einfluss der Sonnenflecken bis zur Aussperrung von Sonnen-Energie durch eine umweltverschmutzte Atmosphäre. (Wirtschaftswoche, 28.4.1974)“

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Ein sehr junger Kandidat für den Auweiha Award 2020 ist Tom Radtke (18) von den Linken in Hamburg. Ausgerechnet am Jahrestag der Befreiung des Todeslagers Auschwitz vor 75 Jahren durch die Rote Armee fiel dem jungen Fridays For Futures Aktivisten auf Twitter nichts anderes als die Wortschöpfung „Klima-Holocaust“ ein. Das ist für sich genommen schon ziemlich irre. Radtke bezeichnet die Nazis als Klimasünder (immerhin gendergerecht Klimasünder*innen!), weil deren Panzer! große Mengen CO2 produziert haben.

Man muss da schon fast dankbar sein, dass er nicht auch noch die schätzungsweise 1.1 Millionen getöteter und verbrannter Menschen allein in Auschwitz für seine Agenda thematisiert hat. Was reitet einen jungen Menschen so schräge Gedanken zu haben und ein unfassbares Verbrechen für seine eigene Agenda umzudeuten? Als wenn CO2 produzierende Panzer ein Problem im Krieg und ganz besonders für die Menschen in den KZs waren. Es waren übrigens Panzer, nämlich russische, die das Todeslager letztlich befreiten.

Zur Ehrenrettung von FFF muss man sagen, dass es beim Hamburg Chapter offenbar noch Menschen mit klarem Verstand gibt. Die haben sich sofort distanziert und gleich erklärt, Radtke wäre kein aktives Mitglied bei FFF. Das ist insofern erstaunlich, weil FFF ja eher eine lose Versammlung von Gleichgesinnten ist – ohne Mitgliedschaften. Und beim Distanzieren hat man wohl bis zum Nachmittag des 28.01.2020 vergessen, das Plakat (rechts auf der Collage) von der FFF Webseite zu nehmen, erst dann war es verschwunden.

Die Sahne auf dem Häubchen ist die Verwendung eines Fotos aus Davos, bei denen die farbige Aktivistin aus Uganda fehlt. Sie wurde herausgeschnitten. Tom Radtke hat wirklich nichts begriffen. Aber er ist jetzt bestimmt eine Twitter-Berühmtheit. Seine Partei die Linke hat ihn mittlerweile aufgefordert, seine Kandidatur zurückzuziehen. Wir leben in einer verrückten Zeit.

Anmerkung: Wir haben das Davos-Foto im Screenshot unten links aus Copyrightgründen abgedeckt. Bite hier auf Twitter schauen.

Die nächste Nominierung geht an Karl Lauterbach von der SPD, der „noch selber tweetet“. Von der Stromvertriebsmarke Yello wissen wir ja, das Strom gelb ist. Lauterbach geht den nächsten Schritt und erfindet deutsche Energie.

Wir halten noch mal fest: Durch das Abschalten von Kernkraftwerken und Kohlekraftwerken wird Deutschland nicht umhinkommen „undeutschen“ Strom zu importieren. Sei es durch Atomstrom aus Frankreich oder Kohlestrom aus Polen. Und auch die wichtigen Backups für die Dunkelflaute, nämlich Gaskraftwerke, werden gern mit Gas aus dem nicht-deutschen Ausland betrieben. Und je mehr der Anteil von Wind- und Sonnenenergie wächst, desto größer werden die Backup Kapazitäten sein müssen und folglich „undeutsche“ Energiequellen.