Kaperte Fridays For Future eine ZDF-Redaktion?

Als der Stern im September 2020 eine komplette Ausgabe durch Fridays For Future (FFF) Aktivisten gestalten ließ, da wurde das immerhin transparent gemacht. Die Aktion bekam Kritik, weil eine Trennung von Journalismus und Aktivismus nicht mehr erkennbar war, es verschmolz. Hans-Joachim Friedrichs, ARD-Journalistenlegende, hätte sich vermutlich mit Grauen abgewendet, hätte er das noch erlebt.

Eigentlich hätte die ZDF-Sendung Frontal so eine Transparenz auch gebraucht. Wer die Sendung vom 28.09.2021 gesehen hatte, der konnte den eigenen Augen kaum trauen. Es ging ausschließlich um das Klima und jeder, wirklich jeder der Beiträge gab sich betont aktivistisch inkl. der Anmoderation. Aufgabe von Journalisten ist es eigentlich, eine neutrale Sicht einer Sache zu schildern und alle Seiten zu Wort kommen zu lassen. Das wurde in den Beiträgen nur als Feigenblatt gemacht. Bewohner von Brandenburg, die in der Kohle- oder Energiewirtschaft tätig sind, wurden als Ossi-Dödel dargestellt. Denen gibt man neben der Regierung dann auch noch die Schuld an der Schließung eines Vestas Windradflügel-Werk. Seht her, nicht mal das bekommt ihr hin.

Weiter ging es zu den Opfern der Flut an der Ahr. Auch dort herrscht Fassungslosigkeit, dass Betroffene den Frontal-Leuten offen sagen, dass sie nicht die Grünen wählen werden oder gewählt haben. Auch hier der Unterton: Denen ist nicht mehr zu helfen. Auf die Idee, dass die Menschen in erster Linie der konkrete Wiederaufbau ihrer Häuser, Geschäfte und Werkstätten wichtig ist, darauf kam keiner der ZDF-Journalisten. Ein beschämendes Stück, das noch bis 28.09.2023 in der ZDF-Mediathek zu sehen.

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Mehr als 2 Jahre hat unsere Leseempfehlung für das Michael Crichton Buch “Welt in Angst” nun schon auf dem Buckel. Wer glaubte, dem Autor sind die Phantasien etwas durchgegangen als er von Umweltaktivisten initiierten Katastrophen schrieb, der dürfte jetzt hellhörig werden. In den USA wird nämlich gerade ein ehemaliger College-Professor beschuldigt, ein Serienbrandstifter zu sein. Seine Brandstiftung hat offenbar erheblich zu den Bränden im Sommer 2021 beigetragen. Er habe seine Feuer zudem so gelegt, dass sie für eine echte Gefahr für die Feuerwehrleute wurden. Wenn man so will im Rücken der Feuerwehren, die gerade beim Löschen anderer Brände waren. Es bleibt dabei, für einen Waldbrand braucht man Trockenheit und einen Idioten, der den Wald anzündet. Zum Original-Artikel geht es hier.

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Über die Logik zunächst Windkraftanlagen zu bauen und dann erst die Leitungen, die den produzierten Strom ableiten, kann man sich schon wundern, vor allem, wenn zwischen dem Bau der Anlagen und den Leitungen Jahre oder sogar Jahrzehnte liegen. Aber, so passiert es gerade in Deutschland. Der NDR berichtet über einen Trassenschluss in Nordfriesland. Jahre nachdem im Kreis Nordfriesland Windkraftanlagen errichtet wurden.

“Wenn die beiden nächsten Abschnitte bis zur dänischen Grenze bei Süderlügum Ende 2023 fertig sind, sollen Windräder deutlich seltener als bisher abgeschaltet werden. In den vergangenen Jahren flossen Entschädigungen in Milliardenhöhe insbesondere an die Windparkbetreiber im Norden Schleswig-Holsteins, weil das Netz überlastet war.”

Sie haben richtig gelesen: Milliarden Entschädigungszahlungen!

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Einen Millionenschaden hat ein abgeknicktes Windrad in Haltern am See (Nordrhein-Westphalen) verursacht. Wie Welt berichtete.

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Doppelt hält besser. Zwar ist der Kohleausstieg in Deutschland schon lange beschlossen, das hindert aber nicht daran sich einer Länderinitiative anzuschließen, aus der Kohle auszusteigen. Erneut oder immer noch?

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Ein Tornado an der Kieler Förde ging durch die Medien. Das gab es noch nie, das muss der Klimawandel sein. Wirklich? September ist ein spannender Monat. Es kann durchaus sein, dass das Wasser der Ostsee noch relativ warm ist. Wenn dann eine Kaltfront durchzieht, ist alles bereit für einen Tornado-Cocktail. Wie schnell Menschen vergessen, das zeigt die Datenbank ESWD. 13.500 Tornado Meldungen in den letzten 40 Jahren verzeichnet diese.

(Abbildung: Screenshot ESWD.EU)

Für Jessica Kordouni, grünes Ratsmitglied in Kiel war der Fall klar: Kiel wurde von der Klimakrise erfasst. Sie gendert sogar erstaunlicherweise Tornados!? Oder ist es etwa doch nicht die Klimakrise?

(Abbildung: Screenshot Twitter)

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Australische Wissenschaftler wollen mit künstlichen Wolken das Great Barrier Reef schützen. Weiterlesen beim Spiegel. Derweil berichtet Sky News Australia über eine rekordverdächtige Bedeckung des Riffs mit Korallen. Peter Ridd berichtet, dass es seit dem Beginn der Aufzeichnungen keine solche Ausdehnung gegeben hat.

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Der Klimawandel legt in den Alpen spektakuläre Funde frei. Der RBB hat eine kurze Radioreportage dazu. Die Funde belegen offenbar, dass Menschen zu wärmeren Zeiten in den Alpen unterwegs sein mussten und dort Gegenstände zurückgelassen haben. In kälteren Zeiten verschwanden diese Dinge unter Schnee bzw. Eis. Ob auch noch Bäume freigelegt werden?

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Forscher in Kalifornien haben einen neuartigen Akku entwickelt, der eine erheblich höhere Energiedichte haben soll. Weiterlesen hier.

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In Anlehnung an die Ureinwohner von Amerika bräuchte die Windkraft-Industrie jetzt Windtänze. So wie einst Regen herbeigetanzt werden sollte, müsste das mit Wind passieren, denn die Zahlen sind ernüchternd.

(Abbildung: Screenshot Windbranche.de)

3 Monate sind noch übrig vom Kalenderjahr, aber die Lücken, die zum Erreichen der 2020er Zahlen geschlossen werden müssten, sie sind gewaltig. 55,57 Mrd. KWh müsste der Windstrom, der in 2021 einen moderaten Zubau erfahren hat, noch liefern, um an das letzte Jahr heranzukommen. Das wären im Monatsdurchschnitt also 17,53 Mrd. KWh. Bisherige Monatsschnitt in 2021 war 8,59 Mrd. KWh. Im Jahr 2020 lag er bei 10,82 Mrd. KWh. Auch wenn meteorologisch gesehen der Herbst und der Winter windreicher sind, es bleiben gewaltige Zahlen. Vermutlich wird man oft und lange tanzen müssen.

Was nützen 1 oder 2 Tage mit Sturm, so wie in der Prognose für den 06.10.2021, wenn bereits zwei Tage danach große Teile Europas und Deutschlands in der Farbe blau bei Windy.com auftauchen? Die Farbe bedeutet Wind von 0-3 m/s. Bei diesen Windgeschwindigkeiten liefern die Anlagen nur 1/64 der Nennleistung. Irgendwo wird der Wind schon wehen, dieser fromme Wunsch bedeutet hier konkret vor Norwegen, Irland und der nördlichen Ostsee. Das wird uns in Deutschland aber nicht helfen.

(Abbildung: Screenshot Windy.com)

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Unterschwellig lässt es einen gruseln wenn man den neuesten (unvollständigen) Bericht des DWD vom 29.9.21 liest. Die Temperaturen kamen wohl bei 15,2°C zu liegen, das kommentiert der DWD so:

„Das Temperaturmittel lag im September 2021 mit 15,2 Grad Celsius (°C) um 1,9 Grad über dem Wert der international gültigen Referenzperiode 1961 bis 1990. Im Vergleich zur aktuellen und wärmeren Periode 1991 bis 2020 betrug die Abweichung +1,4 Grad.“

Formal stimmt die Rechnung. Wir haben uns die Mühe gemacht, das als Diagramm darzustellen im Kontext seit 1950:

Es ist der lineare Trend (gestrichelt) abgebildet und der sagt: Seit 1950 ist es recht genau um 1°C im September wärmer geworden. Hinzu kommt hier ein 20-jähriger Tiefpassfilter (fett), der dekadische Schwankungen gut deutlich macht. Und der offenbart einen für den September typischen Verlauf: Eine wärmere Phase in den 50er und Anfang der 60er, danach eine kühlere Phase bis zur Jahrtausendwende, danach wieder höhere Temperaturen, bei denen das heurige Jahr nun weiß Gott nicht aus dem Rahmen fällt: 6 Jahre waren z.T. deutlich wärmer, das am weitesten zurück liegende war vor 50 Jahren, 1961. Das Wetter ist halt launisch, der langjährige Trend zeigt allerdings die langfristige Erwärmung, von der atlantischen multidekadischen Oszillation ( AMO) überlagert, die noch in ihrer warmen Phase ist. 

Noch interessanter wird es beim Niederschlag. Hier stellte der DWD das Deutschland-Mittel vor den Niederschlägen am Monatsende fest, in vielen Gebieten Deutschlands fielen allein am 29.9. noch bis zu 10mm Regen. Die vorläufige Zahl beträgt nach DWD jedoch 35mm. Der Kommentar dazu vom DWD:

„Der September 2021 war mit rund 35 Litern pro Quadratmeter (l/m²) der trockenste erste Herbstmonat seit 15 Jahren – nach 2006 mit nur 30 l/m². Gemessen wurden vom DWD knapp 45 Prozent weniger Niederschlag als im Mittel der Referenzperiode 1961 bis 1990 (61 l/m²). Verglichen mit der Periode 1991 bis 2020 lag das Minus bei fast 50 Prozent.“

Das macht alarmiert, schlägt der Klimawandel also doch durch lang andauernde Trockenheit zu? Auch das im Kontext der Jahre ab 1950 mit dem vorläufigen Wert für 2021:

Der Trend seit 1950 ist null. Auch hier offenbart der Tiefpassfilter (fett) Perioden: Ab Mitte der 50er Jahre sahen wir eine trockenere Phase bis etwa 1980, dann eine feuchtere bis ca. 2010, nun wieder eine trockenere, in der Amplitude jedoch sehr vergleichbar mit den 70ern. Und: es gab auch hier schon viel trockenere Jahre, deren 5 und den Vogel schoss 1959 ab mit nur 17% des heurigen Niederschlags (6,1mm). 

Hier sehen wir also sehr viel Variabilität und keinen Langzeittrend. Ein Klimasignal wie auf der Temperaturreihe ist damit nicht zu verzeichnen. Die Erzählungen von zunehmender Trockenheit durch den Klimawandel erweisen sich auch für den September 2021 als Mär. Das bleibt auch so, auch wenn der DWD unterschwellig etwas anderes suggeriert. Mit den endgültigen Niederschlagsdaten wird es da mit Sicherheit auch ruhiger. Schlimm, wenn der Regen von 2 Tagen den Bericht so verändert und das „Klima“ eine Sache von einem Tiefdruckgebiet wird.

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Leserpost von Dipl. Ing. Martin Krohn:

Einige Anmerkungen von mir zur 67. Klimaschau. Es ist schon eine interessante Leistung, dass jetzt andere Batterietypen entwickelt werden, welche billiger und leistungsfähiger sind. Doch ich finde, dass die Reihenfolge nicht ganz stimmt. Es werden praktisch Autos gebaut, in der Hoffnung, dass irgendjemand schon das Rad erfinden wird. Wäre es nicht sinnvoller, eine Energiewende voranzutreiben, wenn alle erforderlichen Komponenten entwickelt sind?

Ein weiteres Problem ist der Ausbau der Wind- und Sonnenenergie. Auch daraus ergeben sich erhebliche Probleme, welche von den Verantwortlichen einfach ignoriert werden. So stellt der massive Ausbau der Windenergie eine erhebliche Verschandlung der Landschaft dar. Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Windräder eines Tages eine ähnliche Romantik erleben werden, wie die alten Windmühlen, welche vereinzelt standen. Darüber hinaus sind Gesundheitsbeeinträchtigungen durch Infraschall, sowie Tötung von Vögeln, Fledermäusen und Insekten zu beachten. Ein weiteres Feld stellen die Entsorgungen von Fundamenten für Windräder, Flügel der Windräder oder Photovoltaikelemente dar. Doch diese Probleme werden totgeschwiegen. Besser doch erst das Rad erfinden und dann das Auto bauen.

Viele Grüße
Dipl. Ing. Martin Krohn