Jean Jaques Rousseau: „Das Individuum bemerkt nur schwer die Vorteile, die es aus den ständigen Einschränkungen ziehen soll“

Wie hoch ist der CO2-Ausstoß batterieelektrischer Autos? Diese Frage wird derzeit heiß diskutiert. Hier im Blog hatten wir bereits über die Sichtweisen und Argumente des ifo-Instituts sowie von Stephan Witt berichtet (hier und hier). Im Folgenden eine weitere Leserzuschrift zum Thema:

Zu der abgedruckten Kritik „Herr Prof Sinn hat das e- Fahrzeug schlecht geredet“.

1. Es ist völlig egal nach welcher Norm verglichen wird, es muss nur die gleiche sein, um Fahrzeuge untereinander vergleichen zu können. Nefz ist nicht falsch, sie gibt nur weniger real den Praxisbetrieb wieder als wltp. Fazit: Augenwischerei des Kritikübenden.

2. Sehr wohl ist es erheblich, wenn man den Tank eines Diesel Fahrzeugs halbiert. Der Gewichtsunterschied macht sich deutlich messbar im Verbrauch bemerkbar. Gilt bei allen Fahrzeugen. Die Energiedichte von kohlenwasserstoffbasierenden Flüssigkeitstreibstoffen ist 20 mal höher als bei Akkulumatoren. Allein diese physikalische Tatsache macht e- Mobilität faktisch obsolet. Da schliesse ich mich der Aussage von Herrn Lüdecke an. Zudem: man wende den Ultra-leichtbau der bei e-Fahrzeugen notwendig ist, bei einem Dieselfahrzeug an. Dies würde die Verbräuche des Diesels noch weiter reduzieren.

3. Ich denke es läuft auf eine Patt-Situation zwischen Diesel und e- Fahrzeug hinaus, was den CO2 Ausstoß angeht. Wenn man nun jedoch alle anderen erheblichen Nachteile der e-Mobilität betrachtet, wird der Wunsch nach dieser absurd.

4. Die verhaltensabhängige reale Reichweite und Lebensdauer der Akkus ist tatsächlich schwer kalkulierbar. Allerdings will niemand im Winter frieren und sich im Sommer zu Tode schwitzen. Und Akkumanagement…fein…was die Lebensdauer angeht, wird die Praxis zeigen wie es tatsächlich aussieht.

5. Second Life der Akkus in Powerstations zur Stromspeichrung: mal bitte Fachartikel von Brandschutzexperten dazu lesen. Die Brandlast in solchen Stationen, macht erhebliche Sicherheitsmaßnahmen, neue Löschverfahren und viele weitere Massnahmen nötig. Der Aufwand ist gewaltig. Das muss man auch mal rechnen ob 2. Life dann im grossen Stil noch sinnvoll wäre. Vielleicht auch mal was für Herrn Sinn.

Gesamtfazit: Detailkritik ist in Teilen gut und richtig. Herr Sinn ist sehr sorgfältig und wird sicher nachbessern. Dennoch ändert die Kritik kaum etwas an der physikalischen Tatsache, dass e- Mobilität nur in ganz bestimmten engen Grenzen bei Klein- und Kleinstfahrzeugen Vorteile bringt. Die grosse Lösung ist es aber eben bei weitem nicht. Und die Anmerkungen im Zusammenhang mit der Energiewende,  was denn e-Mobilität damit zu tun hätte: beide Narrarive sind unmittelbar miteinander verknüpft und damit ist die Kritik auch diesbezüglich obsolet.

Noch ein Gedanke: der Löwenanteil des Welthandels wird über den Seeweg transportiert. Ein grosser Containerfrachter verbraucht rund 50 Tonnen Schweröl Ifo 380, und noch weiter katalytisch gecrackte Destilate, pro Tag. Wie gedenkt man denn also diese wirklich dicken Bretter zu bohren?!

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Und hier noch eine Leserzuschrift zum Beitrag von Uli Weber „Der Niedergang der seriösen Wissenschaft bedeutet auch das Ende unserer Industriegesellschaft„:

Uli Weber hat da einen sehr interessanten und gut geschriebenen Beitrag heute gebracht. Ich möchte darauf hinweisen, dass das Drehbuch der Großen Transformation der Contrat Social des Jean Jaques Rousseau ist (1762). Das steht ja im WBGU 2011: Wir benötigen eine neuen Contrat Social, um den fossil/nuklearen Metabolismus (Das ist übrigens wörtlich gemeint) zu überwinden. Was hat das mit dem Text von Herrn Weber zu tun?

Dort, im C.S. ist zu lesen: „Um wirklich die Aussage des Gemeinwillens zu bekommen, ist es wichtig, dass es im Staat keine Teilgesellschaft gibt. … Wenn es aber solche gibt, dann ist ihre Zahl zu vervielfachen und ihrer Ungleichheit vorzubeugen.“ Das erklärt dieses Copernicus-Phänomen genauso wie die Vielzahl an NGOs. Global Governance zielt auf die Vereinheitlichung der Meinung ab. Wer der Souverän über diese Meinung jedenfalls nicht ist, dürfte klar sein: Sie nicht! Und ich auch nicht. Wer ist es nur?

J.J. Rousseau bleibt da im Unklaren, z.B mit diesem Satz: „Man muss dem Volk die Dinge zeigen wie sie sind, manchmal wie sie ihm erscheinen müssen, ihm den richtigen Weg zeigen, den er sucht, ihn schützen vor der Verführung durch die Sonderwillen der Einzelnen, ….“ Und auch sehr schön: „Das Individuum bemerkt nur schwer, die Vorteile, die es aus den ständigen Einschränkungen ziehen soll,….“. Wer diesen ganzen Wahnsinn – ob Klimawandel, Global Compact för Migration oder Pariser Verträge oder Global Governance – verstehen will, der muss sich mit Ökosystemtheorie und mit der Theorie sozialer Systeme beschäftigen. Das fängt spätestens bei J.J. Rousseau an.

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Und schließlich noch ein Beitrag zu „Um Antwort wird gebeten“:

Von: Ulrich Berger
An: Karsten Schwanke

Datum: 2. Mai 2019

Sehr geehrter Herr Schwanke,

heute früh haben Sie im MoMa eine Grafik gezeigt, die Millionen Jahre Klima-Entwicklung zeigte. Dann haben Sie – ohne die parallele CO2-Entwicklung zu zeigen, dargelegt, dass „immer dann“, wenn CO2 hoch war, auch das Klima warm war. Der unbedarfte TV-Zuseher sollte natürlich (und hat er wohl zumeist auch) schließen, dass CO2 die Ursache für Wämeperioden ist. Sie haben also nichts anderes getan, als „uns“ das Glaubensbekenntnis der hl. Klimakirche einzuhämmern.

Allerdings zu Unrecht (zumindest mit dem, was Sie an Daten darstellten). Denn: Wie Sie wohl wissen dürften, ist die zeitliche (also auch kausale!) Reihenfolge bzgl. Temperatur und CO2 exakt umgekehrt, als Sie und die ganze übrige Klimakirche uns einreden wollen: Das CO2 stieg in jenen Millionen Jahren immer erst hunderte Jahre NACH dem Beginn natürlicher(!) Erwärmungsphasen an – indem es nämlich aus sich erwärmenden Böden, Ozeanen etc. freigesetzt wurde.

Mit Sicherheit wissen Sie das alles – Fachmann der Sie sind. Umso schlimmer. Pfui! Ich nehme Ihnen (wie dem gesamten öffentlich-„rechtlichen“ Rundfunk) diese verlogene volkserzieherische Demagogie persönlich übel! Und ich werde mich in meinem Umfeld entsprechend äußern.

Grimmige Grüße,

Ulrich Berger