Januar in Deutschland seit mehr als 30 Jahren ohne Erwärmung

Von Josef Kowatsch

Der DWD gibt den Januar 2021 mit 0,6 Grad Celsius (°C) um 1,1 Grad über dem Wert der alten Referenzperiode 1961 bis 1990 an. Im Vergleich zur aktuellen und wärmeren Vergleichsperiode 1991 bis 2020 betrug die Abweichung -0,3 Grad.

Seit 1881, dem Beginn der DWD-Aufzeichnungen ist der Januar laut Trendlinie um 2,1°C wärmer geworden. Zu berücksichtigen ist allerdings, dass das Startjahr der DWD-Aufzeichnungen in einer Kältedelle lag, die kleine Eiszeit ging beim Januar eigentlich erst um 1900 zu Ende.

Und so sieht die Entwicklung aus, wenn man den kalten Abschnitt der späten Kleinen Eiszeit wegschneidet:

Die Grafik zeigt nur noch einen geringen Anstieg von etwa 1K. Man erkennt außerdem 3 Abschnitte, zunächst gut 40 Jahre auf einem höheren Niveau, dann etwa 45 kältere Januarmonate und mit einem Temperatursprung von 1987 auf 1988 ein höheres Plateau.

In den letzten 150 Jahren hat sich Deutschland stark verändert. Die Bebauung frisst sich in die einst freien Flächen, die Wärmeinseln um die Stationen vergrößern sich ständig. Nun gibt es natürlich auch Wetterstationen, die noch ländlich in diesem Zeitraum geblieben sind, zum Beispiel Amtsberg-Dittersdorf am Fuße des Erzgebirges:

Aber sogar Hamburg zeigt eine deutliche Januarabkühlung, die Wetterstation befindet sich am Flughafen:

Daneben gibt es natürlich auch WI-stark beeinflusste  Stationen, deren Umfeld sich seit 1988 durch menschliche Bebauung stark verändert hat. Als Beispiel soll hier die einst ländliche Wetterstation Hof im Vergleich zu Netzstall einem Aussiedlerhof bei Nürnberg gezeigt werden:

Die WI-starke Wetterstation Hof zeigt seit 1988, dem letzten Temperatursprung keine Abkühlung – sie wurde in ein Gewerbegebiet eingemauert – dagegen die fast benachbarte Station Netzstall schon. Anzumerken ist allerdings, dass der DWD die Station Netzstall vor etwa 15 Jahren von einem Außenbezirk Nürnbergs zum Aussiedlerhof versetzt hat.

Und wie sieht es in den Bergen aus? Hier die Zuspitze, Brocken, Fichtelberg: