Jan Fleischhauer: „Wenn Sie im nächsten Winter frieren, danken Sie der Deutschen Umwelthilfe“

Nun darf Peking die Strippen ziehen. Wolfgang Bok in der NZZ kommentiert das deutsche Taumeln von einer Abhängigkeit in die nächste. Die Chinesen lösen die Russen ab. Gemeint sind Solarmodule und Seltene Erden. Die Frage ist, wie hoch ist der Preis, der dafür bezahlt wird. Er dürfte sehr hoch sein, denn wie die BBC berichtet, werden Solarpanale zu einem erheblichen Teil in der Provinz Xinjiang produziert. Das ist die Provinz, die gerade wegen schwerster Menschenrechtsverletzung in den Schlagzeilen steht. Bildlich gesprochen klebt an der Solarindustrie Blut.

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Die NOAA wagt eine Prognose für die Hurricane Saison 2022 und rechnet mit einem Anstieg der Stürme. Phys.org berichtete. Als Grund wird die La Niña-Lage genannt. Nach aktueller Lage könnte es das dritte Jahr in Folge mit einer La Niña sein.

“The predicted active season is a result of several climate factors, including the ongoing La Niña that is likely to persist throughout the hurricane season, warmer-than-average sea surface temperatures in the Atlantic Ocean and Caribbean Sea, weaker tropical Atlantic trade winds and an enhanced west African monsoon.

El Niño, a natural warming of ocean water in the tropical Pacific Ocean, tends to suppress Atlantic hurricane activity. Its opposite, La Niña, a cooling of that same water, usually boosts the number of hurricanes in the Atlantic.”

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Da kommt was auf die Insel Rügen zu. Genauer gesagt ein riesiger Windpark. Der Nordkurier stellt das Mega-Projekt vor.

“Wer in den nächsten Wochen an Rügens Küste unterwegs ist und am Königsstuhl, am Kap Arkona, in Lohme oder Glowe hinaus aufs Meer blickt, hat gute Chancen, aus vergleichsweise großer Nähe das Baugeschehen für einen weiteren Offshore-Windpark zu beobachten. Denn der neue Windpark Arcadis Ost 1, den der belgische Konzern Parkwind nordöstlich von Rügen errichten lässt, soll im Küstenmeer installiert werden, nur 17 bis 20 Kilometer von der Küste entfernt.

Damit liegt die Baustelle nur unwesentlich weiter entfernt vom Festland als der erste deutsche kommerzielle Ostsee-Windpark Baltic 1, der im Mai 2011 vor Fischland-Darß-Zingst im Mai 2011 in Betrieb gegangen war. Doch die Windkraft-Riesen, die jetzt errichtet werden, sollen mit 194 Metern Höhe die Baltic-Anlagen deutlich um 79 Meter Höhe überragen.”

Es ist nicht bekannt, ob sich die Deutsche Umwelthilfe DUH bereits gegen die Lärmentwicklung der Rammarbeiten positioniert hat. Was bei den LNG-Terminals noch ein großer Kritikpunkt war, wird von der DUH hier offenbar stillschweigend hingenommen. Gutes Rammen – schlechtes Rammen. Der Nordsee droht ein ähnliches Schicksal. Das Handelsblatt (Bezahlartikel) berichtet über die Pläne mehrerer Staaten die Windkraft in der Nordsee erheblich auszubauen.

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So viele Windräder braucht es, um nur ein Elektro-Auto anzutreiben. Bitcoin-Nachrichten rechnet es vor.

“Lässt sich das mit erneuerbaren Energien aufrechterhalten? Zu diesem Zeitpunkt nein. Laut Umweltbundesamt werden nur 50 % des enormen Strombedarfs in Deutschland durch erneuerbare Energien gedeckt, meist in Form von Windkraftanlagen. Leider wird ein großer Teil des Restes von Kohlekraftwerken geliefert. Heißt das, wir sollten keine Elektro-Autos mehr kaufen?

Nicht wirklich. Ein Ausbau erneuerbarer Energiequellen würde den erhöhten Bedarf problemlos decken. Eine effiziente V236-15.0 MW™ Windturbine kann bis zu 80 GWh pro Jahr produzieren. Das sind umgerechnet 80 Millionen kWh. Laut Hersteller dreht sich die Windturbine im Durchschnitt 10 Mal pro Minute, und eine einzige Umdrehung erzeugt 25 kWh. So könnte Ihr Tesla ein ganzes Jahr lang von einer einzigen sich drehenden Windkraftanlage in nur 14 Minuten mit Strom versorgt werden.

In diesem Fall könnte die Antwort auf die stetig steigende Zahl von Elektro-Autos auf Deutschlands Straßen und den stetig steigenden Stromverbrauch der Haushalte einfach darin bestehen, mehr Windkraftanlagen zu bauen. Aus diesem Grund hat sich Deutschland verpflichtet, seine Stromerzeugung aus Windkraftanlagen ab 2025 jährlich um 10 GWh zu steigern, mit dem Ziel, dass erneuerbare Energien bis 2030 mindestens 80 % des deutschen Bedarfs decken.”

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Forscher wollen eine neue Wunderbatterie erfunden haben. Der Standard berichtet über eine Batterie, die angeblich 100 Jahre halten soll.

“In dem Paper geht es hauptsächlich um ebendiese Nickel-basierte Batterie (NMC), die mit LFP-Batteriezellen in Bezug auf Langlebigkeit konkurrieren soll. Die Eigenschaften der etablierten Batterie sollen ebenfalls übertroffen werden. In Form einer höheren Energiedichte sollen größere Reichweiten für E-Fahrzeuge möglich gemacht werden – und das bei gleichzeitiger Verkleinerung von deren Volumen. Somit könnten auch kleinere E-Autos künftig höhere Reichweiten erzielen.

Aber vor allem ein Punkt sticht hervor: Aufgrund der Ergebnisse kann man offenbar davon ausgehen, dass eine solche Batterie eine Lebenszeit von rund 100 Jahren erreichen könnte – sofern die Temperatur bei kontrollierten 25 Grad gehalten werden kann. „NMC-Zellen, insbesondere solche, die auf 3,8 V balanciert und geladen sind, weisen im Vergleich zu LFP-Zellen einen besseren Coulomb’schen Wirkungsgrad, einen geringeren Kapazitätsabfall und eine höhere Energiedichte auf und sollen bei 25 Grad Celsius eine Lebensdauer von fast einem Jahrhundert erreichen.””

Aus Japan kommt die Meldung, dass es dort offenbar gelungen ist, Batterien mit einer erheblich höheren Energiedichte zu entwickeln. Bei Trends der Zukunft können wir lesen, dass sogar Einsätze in Flugzeugen vorstellbar sind. Von einer Serienfertigung ist man aber noch einige Jahre entfernt.

“Für den Einsatz in Passagierflugzeugen eignet sich der Akku vorrangig wegen seiner hohen Energiedichte. Der Wert von 500 Wattstunden pro Kilogramm ist in den Augen vieler Ingenieure der kritische Punkt, ab dem elektrische Passagierflugzeuge in den Bereich des denkbaren rücken. „Das ist so etwas wie der heilige Gral. Wenn Sie über eine große Distanz vollelektrisch fliegen wollen, werden die aktuellen Lithium-Ionen-Akkus das nicht tun, weil sie zu groß und zu schwer werden„, so Patrick Wheeler, Global Director des Institute of Aerospace Technology und Professor am Department of Electrical and Electronic Engineering an der University of Nottingham.

Aber auch in der Elektroauto-Industrie, in der Reichweitenangst nach wie vor ein Problem darstellt, wäre solch ein Akku willkommen. Mit den Lithium-Luft-Batterien wäre eine deutliche Erhöhung der Reichweite möglich.

Weiterlesen bei Trends der Zukunft

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Wenn Sie im nächsten Winter frieren, danken Sie der Deutschen Umwelthilfe. Das meint Jan Fleischhauer im Focus.

“Es ist das Wesen der Natur, dass sie jedem Bauvorhaben im Wege steht

Anfang des Monats hat die Deutsche Umwelthilfe Widerspruch eingelegt. Gerade in Krisenzeiten müssten die Prinzipien des Rechtsstaates gewahrt bleiben, das gelte insbesondere für das Klimaschutz- und Umweltrecht, erklärte der Geschäftsführer.

Der Verein fürchtet, dass durch den Bau das Unterwasser-Biotop bei Wilhelmshaven unumkehrbar zerstört würde. Außerdem werden vor der Küste Schweinswale gesichtet. Wer weiß, welche Auswirkungen der Terminalbau auf die Wale hätte? Irgendein Tier findet sich immer, das gegen einen Eingriff in die Natur spricht. Es ist das Wesen der Natur, wenn man so will, dass sie jedem Bauvorhaben im Wege steht.”