Information für Michael Odenwald: Michael Mann ist kein Aerosolforscher!

Michael Odenwald wartet im Weather Channel mit einer interessanten These auf. Seiner Meinung nach liegt die Wetteranomalie, die sich gerade mit hohen Temperaturen in Teilen von Sibirien bemerkbar macht, am verringerten Ausstoß von Aerosolen. Durch die Corona-Epidemie ist der Ausstoß an kühlenden Schwefel-Aerosolen weltweit gesunken – weniger Produktion, weniger Verkehr. Kann das sein? Bei Odenwald muss man etwas genauer hinschauen, denn man kennt ihn bereits aus dem Focus, wo seine klimaalarmistischen Stücke legendär sind. Und so geht leider auch der Corona-Aerosol-These schnell die Luft aus. Odenwald zitiert den berühmt-berüchtigten Hockey-Stick-Erfinder Michael Mann, dass die Aerosole in den letzten Jahrzehnten 0,4°C Erwärmung blockiert hätten.

Nun ist Mann aber gar kein Aerosolforscher. Die richtigen Aerosolforscher warnten in den letzten Jahren sogar, dass Schwefeldioxid viel weniger kühlt als lange angenommen. Das bauten dann die Klimasimulierer in ihre Modelle ein – und schwupps funktionierte gar nichts mehr. Plötzlich generierten die Modelle viel mehr Wärme als in Wirklichkeit gemessen wurde. Da die Aerosole definitiv in ihrer Kühlwirkung überschätzt wurden, blieb nur noch eine Lösung: Das CO2 wärmt weniger stark als angenommen. An der Stelle wurde es dann schön peinlich. Für den 6. IPCC-Klimazustandsbericht konnten die Modelle nun nicht mehr angepasst werden. Sie blieben so wie sie sind: Falsch. Daher sagen die IPCC-Manager nun, dass man die Modelle diesmal einfach unberücksichtigt lassen soll. Wie bitte? Ein Wunder, dass es dagegen keinen Protest gab. Die Öffentlichkeit ist durch die Gleichschaltung der Klimamedien auch nur spärlich darüber informiert worden. Die Freitagskinder wissen sicher gar nichts darüber. Je weniger die Öffentlichkeit über die Probleme bei den Klimasimulationen und den grundlegenden Eingabeparametern wissen, desto besser, hat man sich wohl gedacht. Funktioniert klasse.

Nochmal zurück zu Odenwald. Der strickt aus seiner schrägen Aerosol-Idee gleich eine zusätzliche Steigerung der Klimakatastrophe. Wenn die Luft durch Umweltschutz jetzt sauberer werden würde, dann würde sich der Planet noch viel schneller aufheizen, als gedacht. Die doppelte Megaklimakatastrophe. Die Moral von der Geschicht‘: Glaub dem Mann und Odenwald nicht. Deren Halbwahrheiten haben nur ein Ziel: Klimaaktivismus und Klimakampf!

Ein Artikel des Guardian über die ungewöhnliche sibirische Wärme nennt zwei Orte mit sehr hohen Temperaturen. Zu Nizhnyaya Pesha haben wir ja bereits etwas in diesem Blog geschrieben. Aber der zweite Aufreger des Guardian Artikels ist der Ort Khatanga, von dem es auch die Schreibweise Chatanga gibt.

“Russian towns in the Arctic circle have recorded extraordinary temperatures, with Nizhnyaya Pesha hitting 30C on 9 June and Khatanga, which usually has daytime temperatures of around 0C at this time of year, hitting 25C on 22 May. The previous record was 12C.”

Der Guardian Artikel wurde unzählige Mal weitergetweetet. Spannend ist die Aussage, dass der alte Temperaturrekord des Ortes im Norden Sibirien 12 Grad betrug. Wikipedia gibt eine andere Auskunft, die höchste gemessene Temperatur betrug 36,7 Grad. Also 24 Grad mehr als der Guardian behauptet. Aufgelöst wird es durch die unterschiedlichen Monate. Die 36,7 Grad stammten aus Juli 1979, während im Mai 2020 tatsächlich ein neuer Rekord mit 25,4 Grad aufgestellt wurde. Die Webseite pogodaiklimat.ru wartet mit weiteren Daten für Chatanga auf. Demnach gab es im Mai 2020 drei extrem warme Tage (22.05.2020 – 24.05.2020), danach erreichten die Temperaturen aber nur noch Werte von 1,1 – 5,6 Grad.

Den Ort im Norden Sibiriens erwartet noch eine weitere Woche mit Temperaturen über 20 Grad. Ab dem 26. Juni 2020 geht es allerdings zurück auf nur noch um die 10 Grad. Nur wird das vermutlich keine Meldung und schon gar keinen Aufreger wert sein. Der Grund ist einfach: die ungewöhnlichen hohen Temperaturen sind Klima, die vergleichsweise normalen Werte sind Wetter. Jedenfalls für bestimmte Menschen.

Ole Humlum gibt allmonatlich seinen Climate4You-Newsletter heraus. Dort zeigt er unter anderem Karten mit der Wärmeanomalie des vergangenen Monats im Vergleich zu den Werten der letzten 10 Jahre. Hier ist die Karte für Mai 2020:

Gut zu erkennen ist, dass der Großteil der Welt KÄLTER als der Durchschnitt der letzten 10 Jahre war. Das sind die blauen Farben. Über Sibirien strahlt jedoch eine große rote Wärmeanomalie. Die klebt dort übrigens schon seit dem letzten Winter. Die große Frage ist nun, was diese hartnäckige Wärme verursacht. CO2 kann es doch nicht sein, denn das sollte im Zuge des Treibhauseffektes eher flächig wirken. Man kann sich leicht vorstellen dass die globale Temperatur ohne die sibirische Wärme ganz anders, nämlich viel kälter aussehen würde. Mit der Sibirien-Wärme sieht der globale Temperaturverlauf so aus:

Ein schneller Blick auf Ventusky deutet an, dass die sibirische Wärme im Juni 2020 wohl bereits weiter nach Osten gewandert sein könnte (screenshot 21.6.2020 abends):

Wir behalten die sibirische Wärmeblase im Auge und sind schon auf die nächste Ausgabe von Ole Humlums Newsletter gespannt.

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Das Lobbyieren war erfolgreich. Der Deckel für Solarenergie wird laut der Zeit aufgehoben. Im Klartext bedeutet es, dass die Strompreise dann noch weiter steigen, denn die Förderung wird sich erhöhen. Die Branche, die von sich selbst behauptet, dass sie konkurrenzlos günstig Strom produzieren kann, bekommt noch mehr Alimente. Eine paradoxe Situation. Es bedeutet aber auch einen Zubau bei konventionellen Kraftwerken oder Import von Strom. Die Sonne scheint nicht in der Nacht und fällt dann der Wind auch noch aus, muss der Strom von anderer Stelle kommen. Von den Höchstständen aus Januar und Februar 2020 mit über 40 GW Produktion von Windstrom sind wir aktuell weit entfernt. Am 19.06.2020 wurden um 12:00 nur 15% des Wertes erreicht. Zugleich wurde eine Abstandregelung beschlossen, die aber nur auf dem Papier steht, denn die Bundesländer können selber regeln, wie der Abstand von Windkraftanlagen zu Wohnbebauung aussehen soll.