In Politik geht es um Mehrheit, in der Wissenschaft um Wahrheit

Die sieben Schwächen des deutschen Kohleausstiegs

Daniel Wetzel nimmt für die WELT den Kohleausstieg auseinander – mit interessanten Analysen.

„Zugleich steigt der Strombedarf vieler volkswirtschaftlicher Sektoren. Allein die Umstellung der Stahlproduktion von Kokskohle auf das klimaneutrale Reduktionsmittel Wasserstoff würde fast die gesamte heutige Ökostromproduktion auffressen.“

Die gewünschte Vorbildfunktion von Deutschland sieht Wetzel sehr kritisch:

„Insbesondere die hohen Kosten von geschätzt 50 Milliarden Euro für den Kohleausstieg, die zusätzlich zu den Ökostrom-Beihilfen von jährlich rund 25 Milliarden Euro anfallen, dürften kaum Nachahmer ermuntern. Hinzu kommen die höchsten Strompreise Europas und erhebliche Unsicherheiten für industrielle Planungen.“

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Der Kontrast Artikel zum WELT Stück kommt vom Spiegel: Energiewende – was auf Deutschland jetzt zukommt. Die Schlussfolgerungen darin sind schon abenteuerlich.

„Gleichzeitig kann Deutschland durch den Export von Ökostrom und grünen Technologien neue Handelsbeziehungen aufbauen – was das geopolitische Gewicht der Bundesrepublik erhöhen kann. Das wiederum befähigt die Bundesregierung, demokratische Werte im Ausland zu vertreten.“

Deutschland schafft es auf absehbarer Zeit nicht seinen Strombedarf durch Ökostrom zu decken, soll aber ein zukünftig ein Exporteur von Ökostrom werden?!  Die nach der Landmasse berechnet weltweit dichteste Bebauung mit Windkraftanlagen soll also auch steigen, damit Deutschland demokratische Werte im Ausland vertreten kann. Man fragt sich, welche Werte die Bundesregierungen bisher vertreten haben?

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Eine Grundregel beim Journalismus – anders als z. B. bei Blogs – ist die klare Trennung von Meldung und Meinung. In der Regel sind Meinungsartikel als solche gekennzeichnet. Das gelingt nicht immer, aktuelles Beispiel dafür ist ein Artikel im Tagesspiegel zum Thema Abstand von Windkraftanlagen zu Wohngebäuden. Gleich der erste Satz hat es in sich:

„Wer gestern einen Moment lang dachte, die CDU/CSU-Bundestagsfraktion könne doch noch zur Vernunft kommen bei der Windkraft an Land, der wurde umgehend eines Besseren belehrt.“

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Über Tom Radtke und seine komplett missglückte Aktion zum Jahrestag der Befreiung des KZ Auschwitz und der wirren Wortschöpfung „Klima-Holocaust“ haben wir hier berichtet. Tom Radtke hat der WELT nun ein Interview gegeben. Das Interview lässt uns ratlos zurück. Statt seinen Fehlgriff zu erklären und etwas Demut zu zeigen, sind nun die Leser des Tweets Schuld. Sie hätten das alles falsch verstanden. Die Verwendung von „Klima-Holocaust“ war richtig, weil es die Leute wachrütteln sollte, sagt der Linke. Nichts verstanden und noch weniger gelernt hat jedoch der junge Mann. Seinen unsäglichen Tweet hat er wenigstens gelöscht.

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Der Zweck heiligt die Mittel? Wenn es nach dem Vorzeigelinken und Dauertwitterer Mario Sixtus geht, dann offenbar schon. Weil die Klimabewegung nicht innerhalb eines Jahres ihre Ziele erreicht hat, wäre die Radikalisierung keine Überraschung. Die drei Stufen Ideologisierung, Mobilisierung Radikalisierung haben wir hier ja bereits beschrieben. Menschen wie Mario Sixtus befeuern solchen Tendenzen offensichtlich auch noch.

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Muss Wissenschaft immer ordentlich sein und bei jedem Paper eigentlich schon am Anfang eine saubere Erzählung mit einem geplanten Ergebnis zu Grunde liegen? Nein, sagt das Magazin Nature in dem Artikel Tell it like it is.

Science is messy, and the results of research rarely conform fully to plan or expectation. ‘Clean’ narratives are an artefact of inappropriate pressures and the culture they have generated. We strongly support authors in their efforts to be transparent about what they did and what they found, and we commit to publishing work that is robust, transparent and appropriately presented, even if it does not yield ‘clean’ narratives.

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Tichys Einblick am 24.1.2020:

Wetter – Der Polarjet strömt, wo er will

Wetter als sichtbares Zeichen der Souveränität der Natur können Klimakrieger nicht akzeptieren. Das würde ja ihre Propaganda vom Bau eines neuen Systems schwächen.

Einen Volksverdummungsvogel schoss dieser Tage Focus online ab. Er ließ Leser nicht darüber abstimmen, was sie zum Thema Klimawandel meinen, sondern welchem Hitzesommer-Szenario in den letzten 100 Jahren und den kommenden 100 Jahren Wetter sie zustimmen. Eine Wahl zwischen JA und JA!

Weiterlesen auf Tichys Einblick

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Harald Lesch und seine starren Ansichten zum Klimawandel. Ein Astrophysiker der die Sonne kleinredet. Wer mehr darüber wissen möchte, sollte sich auf Alfred Brandenbergers Klimavademecum über den bayerischen Professor informieren.

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Think-again.org am 18.1.2020:

1. In Politik geht es um Mehrheit, in der Wissenschaft um Wahrheit. Die Klimaforschung ist nicht frei die Wahrheit zu suchen, sie ist nicht „ergebnisoffen“. Ihre Finanzierung hängt von der Produktion politisch opportuner Ergebnisse ab. Die Erkenntnis „Wir haben und geirrt, es ist alles halb so schlimm“ wäre a priori ausgeschlossen. Auch die Praxis, dass eine Mehrheit – die viel zitierten 97% – über richtig oder falsch entscheidet, ist in der Wissenschaft absurd. Vielleicht haben die 3% ja gute Gründe, wenn sie anderer Meinung sind.

2. Die Forschung ist abgeschlossen. In der Wissenschaft muss auf alle Einwände reagiert werden. Wenn sie trivial sind, dann ist das mit einem Satz erledigt. Wenn sie nicht trivial sind, dann könnten sie ein wertvoller Beitrag sein. Der Beobachtung, dass die Unschärferelation vielleicht verletzt worden sei wurde nachgegangen, und sie stellte sich als Irrtum heraus. Die herrschende Klimawissenschaft aber wehrt jegliche Einwände gegen ihre Thesen mit dem Argument ab „The Science is settled.“(hier ein Beispiel).

3. Es mangelt an elementarem Fachwissen. Immer wieder wird offensichtlich, dass wichtige Mitspieler keine Ahnung vom Thema haben. So waren auf den Umschlag von Al Gores neuem Buch „Our Choice“ zusätzliche Hurrikane mit Photoshop gemalt worden. Gut, das ist künstlerische Freiheit. Einige davon drehten sich aber falsch rum: mit dem Uhrzeiger statt dagegen. War denn da wirklich niemand in Gores Stab, dem das aufgefallen wäre? Kein Lektor der schon mal von Tiefdruck Gebieten gehört hatte? Das ist wie ein Reiseführer von London auf dessen Umschlagsbild die Autos rechts fahren. (hier anschauen)

4. Prognosen immer wieder falsch. Die Vorhersagen für Temperaturanstieg lagen von Anfang an völlig daneben. Es begann mit der berüchtigten „Hockey Stick“ Kurve, dann kamen kryptische Prognosen vom Typ „mit 86,7% Wahrscheinlichkeit wird der Temperaturanstieg bis 2030 zwischen 0,62 und 3,17°C liegen“. Der Himalaya sollte demnächst schneefrei sein und auch die Kassandra Nachricht, der Montanas Glacier National Park hätte bis 2020 seine Gletscher verloren bewahrheitet sich nicht. Da waren vor zehn oder fünfzehn Jahren Schilder ins Eis gesteckt worden „Dieses Eis wird 2020 geschmolzen sein.“ Man stellte Ende 2019 fest, dass die Schilder noch immer solide im Eis steckten…

5. Verteufelung der Kritiker. Kritiker werden von der Klima Community persönlich angegriffen. Es wird ihnen die Qualifikation abgesprochen, bei dem Thema mitzureden. Dabei werden auch Nobelpreisträger in Physik nicht geschont, weil sie keine „Klimawissenschaftler“ seien. Dabei kann ein Physiker ohne Klimawissen vermutlich mehr beitragen als ein Klimafachmann ohne Kenntnisse in Physik.

All diese Beobachtungen legen es sehr nahe, dass die globale „Scientific Community“, die vorgibt den Planeten retten zu wollen,  in Wirklichkeit ein riesiges Potemkin’sches Dorf ist, durch das Menschheit und Medien getrieben werden, und hinter dessen Fassaden ein Konglomerat aus NGOs, UN-Ablegern und Emissären nationaler Regierungen ein Geschäft nie dagewesenen Ausmaßes betreibt, finanziert von den Steuerzahler dieser Welt.

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