Illusorische Energiewende – Wir leben nicht von Sonne und Wind allein

Vielleicht lohnt es sich die Wochenendausgabe der FAZ, die FAS dieses Wochenende zu kaufen. Man kann sich den Artikel mit dem o. g. Titel, um den es hier geht, auch als Abonnent digital ansehen. Die Wissenschaftler Wetzel, Thees und Beckmann haben Zweifel an den Plänen der Ampel. Sie plädieren dafür, alles Erdenkliche einzusetzen, damit Deutschland einerseits genügend Strom hat und andererseits seine Emissionen bei der Gewinnung von Strom reduziert. Zum Thema Ausbau der Windkraft heißt es dort:

“Die Ampel will viel mehr Windräder an Land bauen als bisher, vor allem ab dem Jahr 2025. Michael Beckmann, Professor für Energieverfahrenstechnik an der Technischen Universität Dresden, hat ausgerechnet, was das bedeutet: Um ihr Ziel zu erreichen, müsste die Regierung jeden Tag vier Windräder in Deutschland aufstellen, für die nächsten zehn Jahre.

Und das ist schon zu ihren Gunsten gerechnet, denn vier sind es nur, wenn sie Windräder der neuesten Generation errichtet, die besonders viel Leistung bringen, aber auch besonders groß sind. Sollte die Bundesregierung kleinere Rotoren bauen, müssten es jeden Tag etwa acht Stück sein, Tag für Tag, zehn Jahre lang. Wie, fragt Beckmann, soll das gehen?”

Auch das Thema Wasserstoff wird behandelt:

“Das ist ein Problem, denn in Studien zur Energiewende ist überall von Wasserstoff die Rede, und es wird angenommen, dass er auch überall eingesetzt wird. Sonst funktioniert die Energiewende in Europa schon gar nicht. Selbst wenn Deutschland Wasserstoff im großen Maß­stab nutzt, würde das nicht ausreichen, um die extremen Schwankungen bei Wind und Sonne auszugleichen. Dann müssten Nachbarn einspringen, ebenfalls mit Wasserstoff. Nur brauchen sie ihn ja auch für sich selbst. Was, wenn sie mal kurzfristig nicht liefern können? Stromausfälle wären die Folge.”

Da passt der Gastartikel in diesem Blog von Dr. Rainer Link von 03.09.2022 ganz hervorragend. Schon mit Anwendung der Grundrechenarten werden die Dimensionen klar, um die es bei der Windkraft geht. Die drei Wissenschaftler haben die Zahlen im den FAS-Artikel ähnlich heruntergebrochen und fragen vor allen Dingen, wer die ganzen Anlagen in Rekordzeit aufstellen soll.

Ganz eindringlich warnt der Artikel vor einer Regulierung, die zu einer De-Industrialisierung führen könnte. Weniger Unternehmen bedeuten aber auch weniger Steuereinnahmen und genau die wird man für einen Umbau aber brauchen. Die Katze beißt sich also in den Schwanz. Erfreulich ist in jedem Fall, dass einmal nicht die omnipräsenten Kemfert, Quaschning oder Göpel befragt wurden.

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Drei Kernkraftanlagen laufen noch in Deutschland. Nun sickern immer mehr Informationen durch, dass möglicherweise 2 davon über den 31.12.2022 hinaus weiterlaufen. Die modernste der drei Anlagen ist nicht dabei, sie steht im Emsland. Vielleicht wollen die Grünen ihrem Spitzenkandidaten Christian Meyer bei der Landtagswahl in Niedersachsen nicht das Ergebnis versauen? Es wäre eine verantwortungslose Entscheidung, Machtpolitik vor kluges Handeln zu stellen. Meyer trötet schon einige Zeit auf Twitter herum: “Bye Bye AKW”. Vorsicht, wir mussten auch zweimal hinsehen, ob es sich nicht um ein Posting der Heute Show mit dem Protagonisten Gernot Hassknecht handelt. Spannend ist sicherlich auch, dass Meyer sich für eine Übergewinnsteuer stark macht. Ob der Grüne einmal bedacht hat, dass die Betreiber von Solar- oder Windparks gerade erhebliche Übergewinne machen? Kaum vorstellbar, dass die dann nicht herangezogen werden sollen.

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Wir bleiben beim Thema Kernenergie. Wenn nichts mehr geht, dann geht immer noch die Verschwörungstheorie. So gesehen beim ZDF-Meteorologen Özden Terli. Mit irgendwem stecken die Befürworter der Kernenergie doch unter einer Decke. Wer könnte es sein? Illuminaten, Außerirdische, eigenartige Sekten? Ein gutes Beispiel für die menschliche Wahrnehmung, was Terli hier abliefert. Der Mensch sieht nur, was er sehen will. Unsere Nachbarn in Europa setzen auf Kernenergie, Länder wie Polen steigen ein. Südkorea hat seine Pläne geändert, Japan wird trotz Fukushima weiter auf Kernenergie setzen. Mit wem stecken diese Länder bloß alle unter einer Decke?

(Abbildung: Screenshot Twitter)

Eon-Chef Birnbaum rechnet laut T-Online mit sinkenden Strompreisen, wenn die verbliebenen Kernkraftwerke weiterbetrieben werden.

“Der Chef von Deutschlands größtem Stromversorger Eon rechnet damit, dass ein möglicher Weiterbetrieb der letzten drei Atomkraftwerke über 2022 hinaus den Strommarkt entlasten würde. „Wenn die Preise so hoch sind und die Preiskurven so steil, dann hat schon eine relativ kleine gesicherte Leistung große Auswirkungen“, sagte Eon-CEO Leonhard Birnbaum dem Nachrichtenmagazin „Spiegel“. „Es hätte also wahrscheinlich schon einen signifikanten Effekt.“

Technischen Hindernisse für den Weiterbetrieb des Kraftwerks Isar 2 sehe er nicht. „Wir könnten die Anlage technisch sicher weiterbetreiben. Sie wird laufend überprüft“, so Birnbaum weiter.”

Desillusion auch im Grünen US-Vorzeigestaat Kalifornien. Das Kernkraftwerke Diabolo Canyon wird weiterlaufen. Ist Kalifornien also auch schon in der Hand der Verschwörung, wie Terli sie vermutet oder ist es einfach nur Vernunft? NPR berichtet:

“The state has set the goal of getting 100 percent of its electricity from clean and renewable sources by 2045. Advocates for Diablo Canyon claim that target will be difficult to achieve without the 2,250 megawatt nuclear power plant. Diablo Canyon generated nearly 9 percent of the state’s electricity last year and roughly 15 percent of the state’s clean energy production.

„Maintaining operations at Diablo Canyon will keep our power on while preventing millions of tons of carbon from being released into the atmosphere,“ said Isabelle Boemeke of the group Save Clean Energy. „This is a true win-win for the people of California and our planet.“

Nuclear power has seen a resurgence in recent years as the climate crisis has worsened and governments increase efforts to cut climate-warming emissions. The Biden administration launched a $6 billion effort earlier this year aimed at keeping the country’s aging nuclear plants running.”

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In China passieren gerade Wunder. Russisches Erdgas verwandelt sich in chinesisches Flüssiggas.
Und dieses Gas landet dann in Europa, weil China wegen stockender Konjunktur gerade weniger Gas benötigt. MSN berichtet. Für China ist das mit Sicherheit ein prima Geschäft, denn LNG ist erheblich teurer als Pipelinegas.

“Auf dieses Angebot habe Europa bereits in großem Stil zugegriffen, berichtete die »Financial Times« unter Berufung auf Zahlen des Forschungsunternehmens Kpler. Demnach stiegen die europäischen Flüssiggasimporte im ersten Halbjahr 2022 um 60 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Auch für dieses Gas müssen die Europäer laut dem Bericht jedoch deutlich mehr bezahlen als noch vor einem Jahr. Immerhin: Durch die Lieferungen aus Fernost könne Europa wahrscheinlich sein Ziel erreichen, seine Gasspeicher bis November zu 80 Prozent zu füllen.”

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BMW setzt auf Wasserstoff, wie die Tagesschau berichtet:

“Der Startschuss ist gefallen: Der Münchner Automobilhersteller BMW produziert in Zukunft Brennstoffzellen in seinem Werk in Garching nördlich von München. Vorstandschef Oliver Zipse läutete zusammen mit dem bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder den Start der Produktion des Brennstoffzellen-Systems für das neue Fahrzeug ein. Der BMW-Chef sieht in der Brennstoffzelle auch eine Möglichkeit, klimaneutraler zu wirtschaften, sofern der Wasserstoff nachhaltig gewonnen werden kann.

„Wasserstoff ist das letzte Puzzleteil auf dem Weg zur emissionslosen Mobilität“, so Zipse. Söder will die Technologie auch deshalb mit fast 500 Millionen Euro aus der Staatskasse fördern. „Es gibt einen brutalen Wettbewerb um Rohstoffe bei der Elektromobilität. Wasserstoff kann hier Entspannung schaffen“, so Söder.”

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Spare in der Not, dann hast du Zeit dazu. So oder so ähnlich sagt es der Volksmund. Die Ampel gibt jetzt laut Stern vor, wie Firmen und Privatleute zu sparen haben.

“Ab kommende Woche Donnerstag gelten in Deutschland zahlreiche Vorschriften zum Energiesparen: Ladentüren dürfen nicht dauerhaft offenstehen, Leuchtreklamen müssen ab 22 Uhr erlöschen, Denkmäler nicht angestrahlt werden. Am Arbeitsplatz sollen 19 Grad Celcius Raumtemperatur ausreichen, in öffentlichen Gebäuden bleiben die Flure kalt. Weitere Vorschriften sollen am 1. Oktober in Kraft treten.

Das Kabinett beschloss am Mittwoch zwei Verordnungen auf Basis des Energiesicherungsgesetzes, mit denen schon in dieser Heizperiode, aber auch in den kommenden Perioden Energie eingespart werden soll. Die erste Verordnung gilt ab 1. September für sechs Monate, also bis 28. Februar.”

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phys.org:

Calm before storms? Oddly quiet Atlantic despite forecasts

It’s been quiet—too quiet—this Atlantic hurricane season, meteorologists and residents of storm-prone areas whisper almost as if not to tempt fate.

A record-tying inactive August is drawing to a close and no storms have formed, even though it is peak hurricane season and all experts‘ pre-season forecasts warned of an above normal season. Nearly all the factors that meteorologists look for in a busy season are there.

Warm ocean water for fuel? Check.

Not a lot of wind shear that decapitates storms? Check.

La Nina, the natural cooling of the central Pacific that changes weather patterns worldwide and increases Atlantic storm activity? Check.

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Nochmal phys.org:

A storm by any name: Sleepy hurricane season may wake up in September

Danielle, Earl, and Fiona have been patiently waiting their turn. Now there are signs they may come alive, possibly disrupting Labor Day weekend.

The next three available names on this year’s list of tropical storms and hurricanes may not be used this month, which would mark only the third time since 1960 without a single named storm in August.

But increasing activity bubbling up in the Atlantic basin—which includes the ocean of that name, the Caribbean Sea, and the Gulf of Mexico—suggests this unusual pattern may be about to end as hurricane season approaches its apex in September.

Three systems to monitor

Weather forecasters are keeping tabs on three systems that could develop into storms as early as Wednesday—the final day of the month—and will have a better idea of whether one of them could impact the U.S. shortly after that.

The closest and most likely to affect the holiday weekend is a tropical wave in the far northwestern Caribbean, south of Cuba and east of the Yucatan Peninsula. Accuweather senior meteorologist Dan Pydynowski said it’s still too early to tell whether this will form into a tropical depression or something even bigger, which may hinge on whether it heads west toward Mexico or climbs north toward the Gulf and the southern U.S. states.

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TechExplore:

Californians told not to charge EVs as grid struggles in heat wave

Californians were told Wednesday not to charge their electric vehicles during peak hours, just days after the state said it would stop selling gas-powered cars, as the aging electricity grid struggles with a fearsome heatwave.

Temperatures as high as 112 degrees Fahrenheit (44 degrees Celsius) were forecast in some Los Angeles suburbs as a huge heat dome bakes a swathe of the western United States.

The sweltering weather will put huge demands on the already-stretched power grid, especially when people crank up the air conditioners during the broiling hours after work and school.

„Consumers are urged to conserve power by setting thermostats to 78 degrees or higher, if health permits, avoiding use of major appliances and turning off unnecessary lights,“ said the California Independent System Operator, which runs the state’s power grid.

Between 4:00 pm and 9:00 pm, „they should also avoid charging electric vehicles.“

„Reducing energy use during a Flex Alert can help stabilize the power grid during tight supply conditions and prevent further emergency measures, including rotating power outages.“

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Leserpost von Dipl. Ing. Martin Krohn:

Betreff: Verzicht, Klimakrise, Energiespeicher

Sehr geehrte Damen und Herren,

Einige Anmerkungen zum Blog vom 02. 09. 22 Darin wurde vom Verzicht berichtet, den die Grünen von den Bürgern einfordern. Einige Forderungen wurden aufgelistet, z. B. Reduzierung der Wohnfläche pro Kopf, Absenkung der Raumtemperatur, Umsteigen auf das Rad, … Von einer Reduzierung der Wohnfläche habe ich schon einmal vor über einem Jahr gehört. Damals hieß es, es sollten möglichst keine Einfamilienhäuser bewohnt werden, sondern Wohneinheiten mit vielen Wohnungen. Und die Wohnungen sollten möglichst klein sein, um das Heizen zu reduzieren. Zu der Zeit waren gerade aufgrund des Corona-Lockdowns zu Hause und es wurde berichtet, dass häusliche Gewalt zugenommen habe, weil die Menschen zu dicht aufeinander hocken. Ich habe mich damals gefragt, ob die Initiatoren der Forderung nichts gelernt hätten. Um die Spannungen zu entschärfen sollten die Wohnungen doch lieber etwas größer sein, um jedem seinen Rückzugsraum zu ermöglichen. Außerdem wurde damals viel im Home-Office gearbeitet (was auch jetzt eine Forderung der Grünen ist), was auch zusätzlichen Wohnraum erfordert.

Die Absenkung der Raumtemperatur kann auch problematisch sein, insbesondere wenn Menschen gesundheitlich angeschlagen sind. Mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen sollen die Menschen doch zumindest eine Wohlfühltemperatur in der Wohnung haben.

Umsteigen auf das Rad ist auch nicht für jeden zu machen. Der Weg zur Arbeit ist für viele mit dem Rad aufgrund der Entfernung nicht zu bewerkstelligen. Auch bei schlechten Wetterverhältnissen ist der Weg mit dem Rad keine gute Lösung.

An einer anderen Stelle im Bericht wurden die Begriffe „Klimakrise“ oder „Klimanotstand“ genannt. Ich halte diese Begriffe für völlig verfehlt. Das aktuelle Klima ist im Vergleich mit historischen Klimawerten alles andere als dramatisch. Wir haben keine Klimakrise und schon gar keine Klimakrise. Solche Begriffe sind nichts weiter als sinnlose Panikmache.

An einer Stelle wurde über Energiespeicher beichtet. Dabei wurden die als mögliche Speicher auch die „Millionen“ von E-Autos ins Spiel gebracht. Es gab ja schon des Öfteren die Idee, die Batterien der E-Autos als Energiereserve heranzuziehen, wenn die „Erneuerbaren“ zu wenig Strom produzieren. Sind die E-Autos dann zum Laden angeschlossen, wird Strom aus der Batterie entzogen, um den fehlenden Strombedarf im Netz aufzufüllen. Das heißt in der Konsequenz, dass ich nie weiß, ob ich das E-Auto auch nutzen kann oder ob die Batterie aufgrund von Strommangel entladen wurde.

Viele Grüße
Dipl. Ing. Martin Krohn

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Leserpost von Carsten Leimert:

Viele Europäer haben jahrelang überhöhte Preise für Strom bezahlt:)

Hauptgrund hierfür ist das in Europa geltende Einheitspreissystem, wonach Stromproduzenten einen Einheitspreis erhalten, der dem höchsten angenommenen Angebot entspricht.* Dadurch bezahlen Kunden für billigen Atomstrom oder billigen Kohlestrom oft denselben astronomisch hohen Preis wie für teuren Strom, der aus Erdgas (oder Solarenergie oder Windenergie) gewonnen wurde. Das Einheitspreissystem hat faktisch die Wirkung eines Kartells, d.h. führt oft zu wucherhaften Mondpreisen, die weit über dem internationalen Marktpreis für Strom liegen.

Der Bürger bezahlt für den überhöhten Strompreis einmal über seine Stromrechnung und einmal indirekt, indem die Wirtschaft die hohen Strompreise an ihn weitergibt, z.B. im Sonnenstudio oder in der Wäscherei oder im öffentlichen Nahverkehr oder beim Bäcker, der mit viel Energie bäckt. Außerdem hat der Bürger für die in Europa überhöhten Energiepreise dadurch bezahlt, dass die energieintensive Industrie oft in andere Länder abgewandert ist, da sie in Europa aufgrund der hohen Strompreise nicht preiswert produzieren kann und auf dem Weltmarkt keine Chance hätte. Bitte weitersagen, damit das Einheitspreissystem gestoppt wird! Danke.

*: Quelle: Wiki: Stichwort „Merit Order“

Windenergie und Sonnenenergie ist viel teurer als vorgegeben:

1. Solarstrom und Strom aus Windenergie führt zu Schwankungen, die durch teuren Strom aus temporär eingesetzten Gaskraftwerken kompensiert werden müssen.

2. Und diejenigen Kraftwerke, die die Wind- und Sonnenenergie nachts und bei Windstille kompensieren/ergänzen, sind nicht ausgelastet, da sie nicht bei Wind und Sonne eingesetzt werden. Diese mangelnde Auslastung der Ergänzungskraftwerke, die durch die Windkraft- und Sonnenenergiekraftwerke verschuldet wird, kostet den Bürger ebenfalls Geld.